Der Zimmermann

ZimmerhandwerkHolzkonstruktionenFachwerkwändeBalkenlagenDachkonstruktionenSchiftungenBaugerüste
Das Handbuch des Bautechnikers, Band I

Der Zimmermann

Umfassend: Die Verbindungen der Hölzer untereinander, die Fachwerkwände, Balkenlagen, Dächer einschliesslich der Schiftungen und die Baugerüste

Autor

Adolf Opderbecke

Hans Issel

Jahr

1902

Zweite vermehrte Auflage

Verlag

Bernh. Friedr. Voigt

Leipzig

Umfang

272 Seiten

Studierende an Baugewerkschulen, ausführende Bautechniker, Architekten und Baugewerksmeister

Zusammenfassung

Dieses 1902 in zweiter Auflage erschienene Handbuch von Prof. Adolf Opderbecke stellt eine umfassende technische Enzyklopädie des Zimmerhandwerks dar. Es wurde primär für Studierende an Baugewerkschulen und ausführende Bautechniker verfasst, um den Mangel an praxisnaher, aber wissenschaftlich fundierter Fachliteratur zu beheben.

Das Buch gliedert sich in sechs wesentliche Bereiche:

  1. Allgemeines: Eine fundierte Materialkunde über Holzarten, deren physikalische Eigenschaften, Krankheiten (wie der Hausschwamm) und Konservierungsmethoden.
  2. Holzverbindungen: Eine detaillierte Katalogisierung von Längs- und Eckverbindungen (Blattungen, Zapfen, Verkämmungen) unter Berücksichtigung statischer Beanspruchung.
  3. Fachwerkwände: Konstruktionsprinzipien für Wohn- und Speicherbauten, einschließlich komplexer Hängewände und Sprengwerke.
  4. Balkenlagen: Der Aufbau von Geschossdecken, Brandschutzmaßnahmen, Schallisolierung und innovative Fußbodensysteme (z. B. der 'Deutscher Fußboden' von Hetzer).
  5. Dächer und Schiften: Der umfangreichste Teil, der von einfachen Satteldächern über Mansard- und Fabrikdächer (Sheddächer) bis hin zu monumentalen Turmhelmen und Kuppeln reicht. Ein Schwerpunkt liegt auf dem 'Schiften' – der angewandten darstellenden Geometrie zur Ermittlung wahrer Holzlängen und Schnittwinkel.
  6. Baugerüste: Die Konstruktion von Stangen- und Kantholzgerüsten für den Massiv- und Werksteinbau.

Opderbecke integriert zeitgenössische Innovationen (wie Moller’sche Turmregeln oder gusseiserne Verbindungselemente) und legt großen Wert auf die zeichnerische Darstellung (Werksätze), was das Buch zu einer unschätzbaren Quelle für die Denkmalpflege und Technikgeschichte macht.

Glossar (140 Begriffe)

Vollständiger Inhalt

Das Handbuch des Bautechnikers

Eine übersichtliche Zusammenfassung der an Baugewerkschulen gepflegten technischen Lehrfächer

Zum Gebrauche für Studierende und ausführende Bautechniker

Unter Mitwirkung von erfahrenen Baugewerkschullehrern herausgegeben von Hans Issel Architekt und Kgl. Baugewerkschullehrer


Erster Teil: Der Zimmermann

Bild 1: Dies ist das Signet bzw. Druckerzeichen des Verlags Bernh. Friedr. Voigt. Es zeigt einen belaubten Baum hinter einem Wappenschild, auf dem die Initialen 'B.F.V.' und die Jahreszahl '1812' (Gründungsjahr des Verlags) zu sehen sind. Das umschließende Banner im unteren Bereich trägt das Verlagsmotto 'ARBEIT IST LEBEN'.

LEIPZIG 1902VERLAG VON BERNH. FRIEDR. VOIGT.


Titelblatt

UMFASSEND:Die Verbindungen der Hölzer untereinander, die Fachwerkwände, Balkenlagen, Dächer einschließlich der Schiftungen und die Baugerüste

Für den Schulgebrauch und die Baupraxis bearbeitet von

PROF. ADOLF OPDERBECKE Direktor der Anhaltischen Bauschule zu Zerbst

Mit 732 Textabbildungen und 25 Tafeln Zweite vermehrte Auflage

Bild 2: Dieses dekorative Signet zeigt einen Baum mit einem Wappen, welches die Initialen 'B.F.V.' des Verlegers Bernhard Friedrich Voigt enthält. Ein Schriftband im unteren Teil trägt den Wahlspruch 'ARBEIT IST LEBEN'. Es handelt sich um eine typische Verlags-Vignette der Zeit um 1900.

LEIPZIG 1902VERLAG VON BERNH. FRIEDR. VOIGT.


Vorwort zur ersten Auflage

Der Verfasser dieses Buches hat sich die ebenso schwierige wie dankbare Aufgabe gestellt, ein Handbuch der Zimmerkonstruktionen zu schreiben, welches nicht nur als Lehr- und Hilfsbuch an Baugewerkschulen dienen, sondern auch dem praktischen Architekten und Baugewerksmeister von Nutzen sein soll.

Um diese Bedingungen zu erfüllen, war auch die langjährige, bewährte Tätigkeit des Verfassers als Lehrer und als praktischer Architekt notwendig. Es gibt eine große Anzahl von Büchern, welche die Konstruktionen des Maurers und Zimmerers zum Gegenstande haben.

Die großen Kompendien der Baukonstruktionslehre von Breymann, Gottgetreu und anderen behandeln den gesamten Stoff sehr ausführlich. Sie bringen eine historische Entwicklung der Konstruktionsmethoden und eine eingehende statische Begründung derselben, deren Kenntnis für den akademisch gebildeten Architekten und Ingenieur unerlässlich ist. Diese vorzüglichen Werke sind des großen Umfanges und Preises wegen nur wenigen zugänglich.

Die zahlreichen kleineren, billigen Handbücher bringen meist nur kurze Auszüge aus diesen größeren Werken und sehr oft noch dazu veraltete Konstruktionen, ohne kritische Erläuterungen, zum Abdruck. Gerade an den Baugewerkschulen machte sich deswegen der Mangel eines guten, nicht zu umfangreichen, aber aus den Bedürfnissen der Schule und der Praxis hervorgegangenen Handbuches der Baukonstruktionslehre recht fühlbar.

Professor Opderbecke hat durch das vorliegende Buch diesem Bedürfnis gründlich abgeholfen. Die gewählten Beispiele sind nicht veraltet, sondern aus der heutigen Praxis hervorgegangen und in textlicher wie in zeichnerischer Beziehung außerordentlich klar behandelt. Ganz besonders sind die kritischen Vergleiche der verschiedenen Konstruktionsmethoden und die leicht verständliche statische Begründung derselben anzuerkennen.

Der Verfasser war mehrere Jahre als Lehrer der Baukonstruktionslehre an der von mir geleiteten Baugewerkschule zu Höxter tätig und hat in seinem Unterricht durch seine reichen praktischen Erfahrungen und durch seine klare Darstellung vorzügliche Erfolge erzielt. Gern komme ich daher dem Wunsche des Verfassers nach, diesem aus Schule und Praxis hervorgegangenen Buche einige empfehlende Worte mit auf den Weg zu geben. Es wird sich zweifellos als ein treuer und zuverlässiger Ratgeber nicht nur für den Schüler, sondern auch für den Baugewerksmeister und den akademisch gebildeten Architekten erweisen.

FRANKFURT a. O., im Herbst 1899

Nausch Königlicher Baugewerkschuldirektor.


Ermutigt durch die freundlichen Worte meines verehrten Beraters, dem ich vieles danke, überweise ich hiermit meine Arbeit der Öffentlichkeit und bitte meine Fachkollegen, dieselbe einer wohlwollenden Beurteilung zu unterziehen und mir etwaige Mängel, welche sich bei der Benutzung derselben herausstellen sollten, mitzuteilen. Möge der Inhalt des Buches namentlich anregend auf den Lernenden, den Schüler, wirken und ihn befähigen, sich zum eigenen Nutzen weiterzubilden, wenn er die Schule verlassen hat und in die Praxis zurückgekehrt ist.

CASSEL, im Herbst 1899

Der Verfasser


Vorwort zur zweiten Auflage

Die gute Aufnahme und der schnelle Absatz, welchen die erste Auflage des vorliegenden Buches in Fachkreisen gefunden hat, waren Veranlassung, auch bei der nunmehr erforderlich gewordenen neuen Auflage an den früheren Grundsätzen festzuhalten.

Demgemäß ist der ursprüngliche Text, abgesehen von einigen geringfügigen Verbesserungen und Zusätzen, denen andererseits auch wieder einige Kürzungen gegenüberstehen, im Wesentlichen unverändert geblieben. Neu hinzugekommen sind die Abhandlungen über die Dachschiftungen und die Baugerüste; es dürfte dadurch die Brauchbarkeit des Buches entsprechend gewonnen haben, was sicherlich gern anerkannt werden dürfte.

Trotz Vermehrung des Textes um zwei Druckbogen, der Textfiguren um 116 und der Tafeln um acht hat die Verlagsbuchhandlung keine Opfer gescheut, die zweite Auflage würdig auszustatten; dies ist umso mehr anzuerkennen, als der Anschaffungspreis der gleiche wie für die erste Auflage geblieben ist.

ZERBST, im Oktober 1901

Der Verfasser


A. Allgemeines

Die Arbeiten des Zimmermanns umfassen alle für das Gerippe eines Bauwerkes erforderlichen Konstruktionen, deren Hauptstoff das Holz ist. In manchen Gegenden werden indessen auch Arbeiten des inneren Ausbaues — Türen, Fenster, Treppen, Fußböden usw. — durch den Zimmermann ausgeführt, welche in anderen Gegenden dem Tischler zufallen. Eine feste Grenze zwischen den Arbeiten des Zimmermanns und denen des Tischlers ist mithin nicht zu ziehen und wird durch den Ortsgebrauch bestimmt.

Seine Tätigkeit übt der Zimmermann auf dem Zimmerplatz, auf der Baustelle und in der Werkstätte aus.

Der Zimmerplatz muss eine möglichst große und ebene Fläche bilden. Auf ihm werden die Zulagen der Balkenlagen, Wände und Dächer vorgelegt und zugerichtet, außerdem dient er zur Lagerung von Zimmerholz, häufig auch von Bohlen- und Brettware. Seine Lage muss eine solche sein, dass ihn eine gut befestigte Zufahrt mit einer öffentlichen Fahrstraße verbindet. Die Zufahrt muss so breit sein, dass die Zu- und Abfuhr von Langholz leicht und sicher bewirkt werden kann. Meist liegt der Zimmerplatz so, dass er von den Werkstätten, den Lager- und Geräteschuppen, dem Büro und dem Wohngebäude des Geschäftsinhabers begrenzt wird und übersehen werden kann.

Die Tätigkeit des Zimmermanns auf der Baustelle erstreckt sich auf das Verlegen, Aufstellen und Verbinden der auf dem Zimmerplatze vorgerichteten Hölzer, sowie auf das Zuschneiden und Befestigen der Bretterungen (Decken- und Dachschalungen, Einschubdecken), gegebenenfalls auch auf das Aufstellen der in der Werkstatt gefertigten Treppen. Zuweilen wird bei weit vom Zimmerplatze entlegenen Baustellen das Zulegen und Zurichten der Holzkonstruktionen unmittelbar auf oder neben der Baustelle ausgeführt. Es werden dann die erforderlichen Hölzer nicht erst auf den Zimmerplatz, sondern unmittelbar von ihrem Bezugsorte nach der Baustelle geschafft, um die Transportkosten der zugerichteten Hölzer vom Zimmerplatze zur Baustelle zu sparen.

In der Werkstätte werden vornehmlich die Arbeiten verrichtet, welche zu ihrer Ausführung keinen besonders großen Raum beanspruchen, wie Treppen, Tore, Türen, profilierte Pfosten, Säulen usw. Ihre Größe muss sich nach der Zahl der beschäftigten Arbeiter, dem Umfange des Geschäftes und ob dieses für maschinellen oder nur für Handbetrieb eingerichtet sein soll, bemessen. Auf gute Beleuchtung und gut belegene und breite Eingänge für das Ein- und Ausbringen der Hölzer und der vollendeten Stücke ist besondere Sorgfalt zu legen.

Angrenzend an die Werkstatt oder in dem Geschosse über derselben liegend, ist ein möglichst geräumiger Reiß- oder Schnürboden vorzusehen, auf welchem alle schwierigeren Austragungen, namentlich der Treppen, vorgenommen werden.

Die hauptsächlichsten Werkzeuge, deren der Zimmermann auf dem Zimmerplatze oder auf der Baustelle bedarf und welche gewöhnlich dem Arbeitnehmer gehören, sind: Die Fällaxt, die Stoßaxt, die Queraxt, das Breitbeil, das Stemmzeug, bestehend aus dem Stemmeisen und dem Klopfholz, der Zimmermannshammer, die Zange, das Winkeleisen, die Handsäge, der Schrupphobel, der Schlichthobel, der Doppelhobel und das Metermaß.

Hierzu kommen die Holzbearbeitungswerkzeuge und Maschinen, welche Eigentum des Geschäftsinhabers sind und den Arbeitern in den Werkstätten zur gemeinsamen Benutzung zur Verfügung stehen. Es sind dies: Hobelbänke, Kreis-, Band- und Dekoupiersägen, Hobel-, Kehl- und Fräsmaschinen, Sims-, Falz-, Nut-, Grat- und Kehlhobel, Stechmeißel, Hohlmeißel, Locheisen, Bohrwinden nebst verschieden geformten Bohrern, Handbohrer, Schweif-, Loch-, Schrot- und Gratsägen, Fuchsschwänze, Schraubenschlüssel, Schraubenzieher, Feilen der verschiedensten Form und Größe, Leimknechte usw.

Ebenfalls Eigentum des Zimmermeisters sind gewöhnlich die Messlatten oder Messstäbe, die Bandmaße, die Messkluppen zum Bestimmen der Rundholzdurchmesser, die Holzwinkel, Zirkel, Setzlatten, Richtscheite, Wasserwaagen, die Schnurlote, Schnurhaspeln zum Aufschnüren auf dem Zimmerplatze und dem Schnürboden, ferner die Vorrichtungen zum Fortbewegen und Heben des Zimmerholzes, wie Hebeladen, Hebeeisen, Rollen- und Flaschenzüge, Seile und Ketten, Langholzwagen, Kastenwagen usw.

Zur Auflagerung von Hölzern, welche auf dem Zimmerplatze gehobelt, gefast, profiliert oder zersägt werden sollen, dienen niedrige Zimmerböcke, zum Auftrennen von Zimmerhölzern oder Bohlen etwa 2 m hohe Sägeböcke. An Rüstzeug sind vorzuhalten: Gerüstböcke, Gerüstklammern, Gerüstbohlen und Stricke.

Die vom Zimmermann benutzten Hölzer gehören zum größten Teil den Nadelhölzern an, da diese gerader und schlanker, auch elastischer und leichter bearbeitbar sind als die Laubhölzer. Wo es jedoch auf besonders große Härte und Dauer ankommt, verwendet man von den Laubhölzern mit Vorliebe die Eiche, da diese der Fäulnis und der Schwammbildung außerordentlichen Widerstand entgegensetzt.

Man unterscheidet die Sommereiche und die Wintereiche; erstere hat langgestielte, letztere sehr kurzgestielte Eicheln. Das Holz zeigt bei jungen Bäumen eine weißliche, bei älteren Bäumen eine bräunliche Färbung; es ist sehr hart und fest und widersteht der Fäulnis sehr lange. Da es große Neigung zum Werfen zeigt, so dürfen die Schnitthölzer nicht zu lang, die Bretter nicht zu breit gewählt werden. Es findet dort Verwendung, wo es auf große Druckfestigkeit und lange Dauer bei abwechselnder Nässe und Trockenheit ankommt, wie zu Schwellen, Lagerhölzern, Mauerlatten usw. Im Wasser — bei Brücken- und Rostbauten — ist es von nahezu unbegrenzter Dauer.

Die hauptsächlichsten Nadelhölzer sind:

  • a) Die Fichte, Rot- oder Schwarztanne. Das Holz ist rötlich-gelb und sehr harzreich. Zu Balken- und Verbandholz, also im Trocknen angewendet, hat es lange Dauer, nicht aber in wechselnder Nässe und Trockenheit, wo es stockt und fault oder dem Hausschwamme zum Opfer fällt. Dauernd unter Wasser gebracht, ist es sehr widerstandsfähig und findet aus diesem Grunde ausgedehnte Verwendung zu Grundpfählen und Rosten.
  • b) Die Tanne, Edel- oder Weißtanne; das Holz besitzt gleichmäßig weiße Färbung, ist sehr elastisch, langfaserig und nahezu astfrei. Es zeigt geringe Neigung zum Werfen, ist weniger harzreich als die Fichte und findet zu allen Arten von Bauhölzern Verwendung, besonders aber zu Fußbodenbrettern und allen Tischlerarbeiten.
  • c) Die Kiefer oder Föhre liefert ein sehr gutes Bauholz. Dasselbe ist im Kern rötlich-gelb, im Splint heller gefärbt, sehr harzreich, hart und elastisch, widersteht jedoch nicht abwechselnder Nässe und Trockenheit, sowie dem Wurmfraß. Es wird zu allen Holzkonstruktionen des Land- und Wasserbaues wie auch zu den Arbeiten des Tischlers angewendet.
  • d) Die Lärche; das Holz ist bräunlich-rot gefärbt, sehr fest, harzreich und das widerstandsfähigste unter den Nadelhölzern. Da die Lärche indes im geschlossenen Forst nicht kulturfähig ist und infolgedessen selten vorkommt, so steht das Holz sehr hoch im Preise und findet deswegen nur ausnahmsweise Verwendung als Bauholz.
  • e) Yellow-pine oder Pitch-pine sind Hölzer ein und desselben Baumes, welche sich nur durch den mehr oder minder hohen Harzgehalt voneinander unterscheiden. Sie werden von Amerika zu uns eingeführt. Das Holz hat sehr wenig Splint, ist sehr dicht, nahezu astfrei und langfaserig. Es findet namentlich zu den Arbeiten des inneren Ausbaues, zu Fußböden, Wand- und Deckentäfelungen, Türen und Fenstern Anwendung.

Die Schwere (spezifisches Gewicht) des Holzes ist je nach Holzart, Alter und dem Trockenheitsgrade sehr verschieden. Die Laubhölzer sind im Allgemeinen schwerer als die Nadelhölzer und grünes Holz schwerer als lufttrockenes. Die nachfolgende Tabelle gibt das mittlere spezifische Gewicht der für Bauzwecke in Betracht kommenden Holzarten an:

Holzartgrünes Holzlufttrockenes Holz
Eiche1,080,78
Kiefer0,730,57
Lärche0,760,62
Fichte0,740,48
Tanne1,000,56

Das Schwinden des Holzes tritt durch das Verdunsten des Wassers, also durch das Trockenwerden des Holzes ein. Nimmt dagegen trockenes Holz Wasser in sich auf, so quillt es. Schwinden und Quellen folgen mithin jedem Wechsel des Feuchtigkeitsgehaltes und es wird das Holz umso mehr schwinden, je saftreicher es ist. Aus diesem Grunde schwindet auch das Splintholz in höherem Maße als das Kernholz. Die Formveränderungen, welche hierdurch hervorgerufen werden, sind sehr gering in der Längsrichtung des Holzes, bedeutend stärker in der Richtung des Radius und am stärksten in der Richtung der Sehne des kreisrund gedachten Baumquerschnittes. Nach Nördlinger beträgt das Schwinden in der Richtung der Sehne 10 %, in der Richtung des Radius 5 % und in der Längsrichtung 0,1 bis 0,5 %.

Die größte Festigkeit (Zugfestigkeit) zeigt das Holz in der Richtung der Längsfasern, während dieselbe quer gegen die Jahresringe wesentlich geringer ist. Die Zugfestigkeit ist etwas größer als die Druckfestigkeit, d. h. als der Widerstand, den ein Holz infolge seiner Elastizität dem Zerdrücken entgegensetzt.

Die größte Tragfähigkeit hat derjenige Balken, dessen Querschnittsbreite sich zur Höhe verhält wie $1 : \sqrt{2}$ oder wie $5 : 7$. Um einen Balken nach diesem Verhältnis aus einem Baumstamm zu schneiden, teile man den Durchmesser des letzteren in drei gleiche Teile, errichte in den Teilpunkten Lote, welche die Peripherie schneiden, und verbinde die vier Schnittpunkte untereinander (Fig. 1).

Fig. 1: Die Abbildung illustriert das Verfahren, um aus einem kreisrunden Baumstamm einen Balken mit maximaler Tragfähigkeit zu schneiden. Hierbei wird der Durchmesser in drei gleiche Teile geteilt und über Lotlinien an den Teilungspunkten das Rechteck mit dem idealen Seitenverhältnis von 1 zu Wurzel 2 (bzw. ca. 5:7) konstruiert.

Die Härte der Hölzer beurteilt man nach dem Widerstande, welchen sie bei der Bearbeitung den Werkzeugen entgegensetzen.

Das Fällen der Bäume geschieht mit der Axt oder Säge; letzteres ist vorzuziehen, wenn es auch etwas zeitraubender ist. Über die geeignetste Fällzeit gehen die Ansichten der Forstleute weit auseinander. Während die einen die Zeit vom November bis März, also die Zeit, wo der Saft zurückgetreten ist, für die günstigste Zeit halten, weisen andere darauf hin, dass die Bäume zu jeder Zeit des Jahres gefällt werden können, ohne die Güte des Holzes zu beeinflussen, wenn es alsbald nach dem Hieb in richtiger Weise behandelt wird. Jedenfalls darf Holz, welches im Sommer gefällt wurde, nicht längere Zeit unentrindet im Walde lagern, da es dann erstickt, weil die Verdunstung seiner Feuchtigkeit verhindert wird. Im Winter, wo die Saftbestandteile nicht in der Umbildung begriffen sind, ist dies weniger zu befürchten. Immerhin ist anzuraten, zumal bei Laubhölzern, ungeachtet der Jahreszeit, in welcher diese gefällt werden, eine alsbaldige Entrindung vorzunehmen.

Die Fehler und Krankheiten des Holzes treten in der mannigfachsten Weise in die Erscheinung. Das sicherste Kennzeichen der Güte beim gefällten Stamme ist die Schall-Fortpflanzungsfähigkeit. Hält man nämlich das Ohr an das eine Stammende und lässt an das andere leicht klopfen, so muss man dies deutlich hören können. Ein gesunder Baum muss, auf der Südseite auf einer von Rinde entblößten Stelle mit dem Hammer angeschlagen, einen hellen Klang geben. Weitere Zeichen für die Stammholz-Güte sind kräftiges, üppiges Laub, glatter, starker Stamm und saftvolle Wurzeln. Bei gesundem, gefälltem Nadelholz sind hellrötliche Jahresringe mit helleren Zwischenräumen, bei krankem Nadelholz hingegen hellgraue Jahresringe und weiße Zwischenräume vorhanden.

Die Rotfäule stellt sich namentlich häufig bei Fichten und Eichen ein; sie geht vom Wurzelstocke aus und steigt von hier im Innern der Bäume aufwärts. Bäume, welche von dieser Krankheit befallen werden, sind an den Wurzeln mit brauner Modererde umgeben. Holz, welches an Rotfäule erkrankt ist, saugt begierig Wasser auf und zerfällt schließlich nach Auflösung der Zellwände in eine leicht zerreibliche Masse.


Weißfäule tritt nur bei Laubhölzern auf; diese Krankheit ist weit gefährlicher als die Rotfäule, da sie bedeutend schneller verläuft. Dieselbe hat ihren Sitz in der Mitte des Stammes und erzeugt meist eine weiße Farbe des von ihr befallenen Holzes.

Die Astfäule zeigt sich häufig an Stellen, wo Äste beseitigt wurden, namentlich wenn diese Wunden auf der Wetterseite liegen; sie dehnt sich sehr leicht dem ganzen Stamme mit aus, indem sie in das Innere desselben übertritt.

Die Ringfäule tritt besonders bei Eichen auf, welche auf magerem Boden stehen. Die erkrankten Jahresringe, sog. Mondringe, zeigen eine gelbe oder weiße Farbe und sind sehr hygroskopisch. Derartiges Holz zeigt, wenn gefällt und ausgetrocknet, kreisförmige, zwischen den Jahresringen liegende Risse.

Stockfäule tritt ein, wenn der Mutterstock, die Pfahlwurzel, abstirbt. Die Ursache ist meist zu geringe Mächtigkeit des Mutterbodens.

Der Brand zeigt sich sowohl am Wurzelende als auch am Stamme. Er wird hervorgerufen durch Verletzung der Rinde oder durch Lockerung der Wurzeln und bewirkt ein Absterben von außen nach innen.

Ein die Brauchbarkeit in hohem Grade ungünstig beeinflussender Fehler des Holzes ist der sog. Drehwuchs. Hierbei verlaufen die Fasern in schraubenförmigen Windungen um die Längsachse des Baumes. Derartiges Holz zeigt starke Neigung zum Werfen und Reißen, besitzt auch geringe Tragfähigkeit.

Kernrisse oder Spiegelklüfte treten meist bei Bäumen auf, welche an der Grenze eines geschlossenen Bestandes stehen. Dieselben verlaufen in abnehmender Breite vom Kern nach dem Splint.

Strahlenrisse, welche vom Splinte ausgehen und nach dem Kerne zu auslaufen, treten häufig auf, wenn sich das Holz vor der Rissbildung im Zustande äußerster Spannung befand. Diese Spannung kann hervorgerufen werden durch den Wind oder durch das Umbiegen mittels eines an der Krone befestigten Seiles beim Fällen der Bäume.

Eisklüfte oder Frostrisse sind quer durch den Stamm gehende Spaltungen, welche durch starkes Zusammenziehen und Reißen der Rinde bei plötzlich und stark auftretendem Frostwetter verursacht werden. Mitunter findet ein Überwachsen dieser Klüfte statt und es bilden sich in der Längsrichtung des Stammes wulstartige Erhöhungen der Rinde.

Die Kernschäle tritt namentlich bei Eichen, Edelkastanien und Weiden auf und kann durch äußere Verletzungen, starke Hitze oder Frost verursacht werden. Hierbei findet eine teilweise oder vollständige Trennung einzelner Jahresringe statt, welche häufig in Fäulnis übergehen und das Stamm-Innere zersetzen.

Geht der Splint eines Baumes in Fäulnis über, so fällt die Rinde an einzelnen Stellen ab; man bezeichnet diese Krankheit als Rindenschäle.

Gefährliche Feinde der lebenden Bäume sind auch einzelne Käfer (Borkenkäfer, Hauskäfer oder Totenuhr, Bockkäfer oder Holzbock) und Raupen (Fichtenspinner oder Nonne, Riesenholzraupe, Weidenbohrer und Kiefernspinner). Am meisten ist saftreiches und weiches oder stockiges Holz dem Wurm- oder Raupenfraß ausgesetzt, während stark harzreiches dieser Gefahr weniger unterworfen ist.

Dem gefällten und zu Bauzwecken verarbeiteten Holze steht in dem Hausschwamm ein höchst gefährlicher Gegner gegenüber. Seine Lebensbedingungen sind Feuchtigkeit, Wärme und Mangel an Licht und Luft. Sind diese erfüllt, so findet er Nahrung nicht nur am verbauten Holze, sondern auch an dem im Walde lagernden gefällten Holze.

In Gebäuden gedeiht der Hausschwamm namentlich dort, wo Hölzer von Grundfeuchtigkeit durchdrungen und so verbaut sind, dass weder Luft noch Licht Zutritt zu ihnen hat. Meistens tritt er daher zuerst unter den Lagerhölzern und Dielen nicht unterkellerter Erdgeschossräume, in der Balkenlage über Kellerräumen, hinter Türverkleidungen, Wandtäfelungen oder den Fußbodenleisten auf. Die überaus kleinen, für das menschliche unbewaffnete Auge nicht sichtbaren Sporen der Schwammpflanze gelangen meist während der Bauausführung mit dem Füllmaterial in die Zwischendecken der Balkenlagen und werden durch hinzugetretene Feuchtigkeit zur pflanzlichen Entwicklung gebracht. Die Fortpflanzung vollzieht sich durch Samen, welcher sich nach seiner Keimung auf dem Holze als runde, weißliche Flecke bemerkbar macht. Das Wachsen dieser Keime ist ein rapides, sie durchdringen und zersetzen das saftige Splintholz und verwandeln selbst festes Holz in kurzer Zeit in eine bräunliche lockere Masse.

Vom Schwamm angegriffenes Holz erkennt man an folgenden Merkmalen:

  • Fußbodendielen sitzen lose in den Nägeln, schwanken beim Begehen und zeigen bei weit fortgeschrittener Schwammbildung Längsrisse und schließlich Brüche.
  • Mit dem Hammer angeschlagen, gibt das Holz einen dumpfen Klang.
  • Auch macht sich das Vorhandensein des Hausschwammes durch übelriechende Ausdünstungen bemerkbar, welche höchst gesundheitsschädlich sind.

Entfernt man einen vom Hausschwamm ergriffenen Fußboden, so ist die Erscheinung eine sehr verschiedene. Oft ist die Unterseite der Dielen mit einem schimmelartigen, weißen, grauen oder bräunlichen, trockenen Überzuge bedeckt; es hat dann die Weiterbildung des Schwammes bereits aufgehört, weil die Zwischendecke die zum Leben der Schwammpflanze erforderliche Feuchtigkeit nicht mehr besitzt. Sind hingegen die Schwammbildungen noch feucht, so ist dies ein Beweis, dass die Pflanze noch lebt. In Berührung mit der äußeren Luft bildet der Hausschwamm zimtbraune Knollen, welche die reifen Samensporen gewaltsam abstoßen und eine trübe Flüssigkeit absondern, die das Holz anfeuchtet und den Schwamm weiter verbreiten hilft. Für die in der Wucherung begriffene Schwammpflanze gibt es kein Hindernis, da sie in starken Strängen sowohl die Mauerfugen, den Kalkputz und poröse Ziegelsteine durchdringt und sich mit großer Schnelligkeit über die Bauteile verbreitet.

Als Vorsichtsmaßregeln gegen die Entstehung des Schwammes sind zu nennen:

  1. Die Anwendung gesunden, kernigen und lufttrockenen Holzes.
  2. Die Drainierung nassen Baugrundes, die Anwendung von Isolierschichten, welche ein Eintreten der Erdfeuchtigkeit in das Gebäude verhindern.
  3. Die Anwendung hartgebrannter Ziegelsteine oder dichter natürlicher Bausteine.
  4. Überwölbte Kellerräume, keine Balkenkeller.
  5. Ausfüllung der Räume zwischen den Fundamenten und Auffüllung der Gewölbe und Zwischendecken mit reinem, trockenem (am besten ausgeglühtem) Kies, Sand oder Koksasche (kein alter, feuchter Bauschutt). Anstatt der schwer austrocknenden Lehmstakung der Decken: trockene Gipsdielen, Kalkpisésteine oder Schwammsteine.
  6. Fußbodenlager aus gesundem, trockenem, splintfreiem Holz (am besten Eiche oder Lärche), welches mit Karbolineum anzustreichen oder zu imprägnieren ist. Die Lagerhölzer und Holzfußböden sind in etwa 3 bis 4 cm Abstand von den Umfassungswänden zu verlegen, namentlich an den Hirnholzseiten.
  7. Die Schwellen der Fachwerksgebäude sind aus kernigem Halb- oder Kreuzholz herzustellen und mit der Kernseite nach unten auf Asphalt zu verlegen.
  8. Alles Holzwerk, welches in Mauerwerk eingreift, ist so zu lagern, dass das Hirnholz von Luft umspült wird.
  9. Der Wand- und Deckenputz sowie die Fenster- und Türverkleidungen sind erst nach vollständiger Austrocknung des Mauerwerks anzubringen.

Die Vertilgung des ausgebrochenen Hausschwammes kann in folgender Weise geschehen: Zunächst stelle man genaue Ermittlungen über die Ausdehnung des Schwammes an, beseitige alsdann alle angegriffenen Holzteile sowie auch solche, welche nur äußerlich Schwammbildung zeigen. Hierauf hebe man das Füllmaterial aus, kratze alle mit der hinausgeschafften Auffüllung in Berührung gewesenen Mauer- oder Gewölbefugen 2 bis 3 cm tief aus, reinige sie alsdann mit scharfen Bürsten oder Besen und setze die Räume längere Zeit dem Luftzuge aus. Auch ist eine wiederholte Tränkung des gereinigten Mauerwerkes mit einer Kupfer- oder Eisenvitriollösung, Putzen mit Zement oder ein Anstrich mit Asphaltlack zu empfehlen. Ist der Schwamm auf diese Weise gründlich beseitigt, so erfolgt die neue Auffüllung der Fußböden, das Verlegen der neuen Lagerhölzer, Fußböden usw.

Als Vorbeugungsmittel gegen das Faulen des Holzes dienen die Anstriche. Es werden jedoch nur durchaus trockene Hölzer durch luftdichte Anstriche konserviert, während nasses oder im Innern feuchtes Holz infolge solcher Anstriche von Trockenfäule befallen wird, da die wässerigen und gärungsfähigen Bestandteile des Holzes nicht verdunsten können und sich zersetzen. Das beste, fäulnishindernde Anstrichmittel für Hölzer, welche der Feuchtigkeit oder abwechselnder Nässe und Trockenheit ausgesetzt sind, ist das Karbolineum. Diese Flüssigkeit wird von den Holzporen begierig aufgesogen und ist sowohl bei grünem als lufttrockenem Holze mit Erfolg verwendbar; bei grünem Holze ist die Anstrichmasse erwärmt, bei lufttrockenem Holze kalt aufzutragen. Sie besteht der Hauptsache nach aus Stoffen des Steinkohlenteers. In neuerer Zeit wird einem ähnlichen, unter dem Namen „Antinonin“ in den Handel gebrachten Anstrichmittel eine noch größere Wirkung als dem Karbolineum zugeschrieben.

Die gärungsfähigen Saftbestandteile des Holzes, welche die Feuchtigkeit anziehen und die Fäulnis einleiten, entfernt man durch Auslaugen mit kaltem oder kochendem Wasser oder mittels Dampf. Die Auslaugung mit kaltem Wasser wird bewirkt, indem man die oberflächlich bearbeiteten Baumstämme mit dem Zopfende in fließendem Wasser stromab lagert; dieses Verfahren erfordert jedoch lange Zeit, welche mit der Saftstoffmenge wächst. Eine geringe Auslaugung erfährt auch alles in Flüssen oder Kanälen geflößte Holz. Sollen Hölzer in kochendem Wasser ausgelaugt werden, so bringt man sie in eiserne, mit Wasser gefüllte Behälter; die Erhitzung des Wassers erfolgt meist durch Dampf. Das Auslaugen mittels Dampf, das Dämpfen des Holzes, entfernt am sichersten und schnellsten die Saftbestandteile. Die heißen Dämpfe strömen aus einem Dampfkessel durch eine mit einem Ventil versehene Zuleitung in den zur Aufnahme des Holzes dienenden eisernen, dampfdichten Kasten, dringen in die Poren des Holzes ein, lösen die Saftbestandteile auf und verdichten sich zu Wasser, welches dann mit den aufgelösten Saftbestandteilen abfließt. Gedämpftes Holz lässt sich biegen und behält, erkaltet und getrocknet, seine gebogene Form.

Ein anderes Mittel, die Gärung der Holzsäfte zu verhindern, besteht in dem Imprägnieren. Die Imprägnierungsflüssigkeit (Eisenvitriol, Kupfervitriol, Zinkchlorid, Quecksilberchlorid, Kreosot u. a.) wird am wirksamsten durch das pneumatische Verfahren in die Hölzer hineingepresst. Hierbei wird das zunächst in stark erwärmten Räumen ausgetrocknete Holz mittels einer Dampfluftpumpe in den Poren luftleer gemacht und dann die betreffende Metallsalzlösung in erhitztem Zustande mittels hydraulischer Presse eingepresst. Bei Nadelhölzern ist ein Einpressen bis auf den Kern, bei Eichenholz bis etwa 5 cm Tiefe möglich. Da das pneumatische Imprägnierverfahren mit großen Kosten verknüpft ist, so wendet man dasselbe nur für solche Hölzer an, welche der Verwitterung in besonders hohem Maße ausgesetzt sind (Eisenbahnschwellen, Telegraphenstangen, Holzpflaster usw.).

Die gefällten und von ihren Ästen, Zweigen und der Rinde befreiten Baumstämme werden nur in Ausnahmefällen so verwendet, wie sie gewachsen sind. Meist erfahren dieselben eine weitere Bearbeitung oder Zurichtung mittels der Axt oder Säge und finden dann als Prismen oder abgestumpfte Pyramiden Verwendung. Beim Bearbeiten mit der Axt, dem Behauen, erhält man Abfälle, welche nur als Brennholz Wert haben, beim Beschneiden mit der Säge dagegen Abfallstücke segmentförmigen Querschnittes, die sog. Rundschwarten, welche zu rohen Verschlägen und als Einschubhölzer in den Zwischendecken Verwendung finden.

Wird aus einem Baumstamme ein einziges Stück Kantholz geschnitten, so heißt dieses Ganzholz. Wird der Stamm in der Mitte durchgeschnitten (Fig. 2) und aus jeder Hälfte ein Kantholz hergestellt, so heißt dieses Halbholz. Ist der Stamm durch zwei Schnitte über Kreuz aufgetrennt (Fig. 3), so erhält man Kreuzholz oder Viertelholz. Wird der Stamm durch drei Schnitte zerlegt (Fig. 4), so ergeben sich Sechstelholz-Stücke.

Fig. 2: Diese Abbildung zeigt die Zerteilung eines Rundholzes durch einen einzelnen Mittelschnitt. Aus jeder so entstandenen Stammhälfte kann ein Kantholz herausgearbeitet werden, was als Halbholz bezeichnet wird.

Fig. 3: Das Diagramm illustriert die Aufteilung eines Stammes durch zwei rechtwinklig zueinander verlaufende Mittelschnitte. Hierdurch entstehen vier Teile, die als Kreuzholz oder Viertelholz bezeichnet werden.

Fig. 4: Diese Illustration zeigt die Zerlegung eines Baumstammes durch drei parallele oder kombinierte Schnitte, wodurch sechs Einzelteile (Sechstelholz) gewonnen werden können.

Die nach den Figuren 2 und 3 gewonnenen Hölzer werden starke Neigung zum Werfen zeigen, da die Schnitte durch die Achse des Stammes gehen; nach Fig. 4 wird die Achse nur durch den Schnitt $a—b$ getroffen, während die Schnitte $c—d$ und $e—f$ seitlich von dieser geführt sind. Günstiger sind die nach den Figuren 5, 6 und 7 geführten Schnitte, durch welche Kanthölzer, Dachlatten, Bretter und Schwarten gewonnen werden.

Fig. 5: Die Abbildung verdeutlicht ein komplexeres Sägeschema, bei dem der Stamm in acht Segmente unterteilt wird, um sogenanntes Achtelholz zu produzieren.

Fig. 6: Dieses Diagramm zeigt ein optimiertes Sägemuster, um aus einem großen Rundholzquerschnitt gleichzeitig mehrere rechteckige Kanthölzer unterschiedlicher Abmessungen zu gewinnen und den Verschnitt zu minimieren.

Fig. 7: Die Illustration zeigt eine Methode zur maximalen Ausnutzung eines Stammes, indem dieser in ein Gittermuster aus vielen kleineren, quadratischen oder rechteckigen Querschnitten zerlegt wird.

Bohlen und Bretter werden am besten aus dem Kern, Schal- oder Splintbretter aus den Seitenstücken gewonnen, während die äußeren segmentförmigen Abfälle die sog. Schwarten liefern. Man unterscheidet scharfkantiges und wald- oder wahnkantiges Holz. Ersteres ist teurer, weil es aus stärkeren Stämmen geschnitten werden muss. Da jedoch Wahnkanten, welche an denjenigen Stellen des Balkens entstehen, an denen der Stamm das gewünschte Profil nicht liefert, die Tragfähigkeit eines Holzes in nur geringem Maße beeinträchtigen, so können dieselben als zulässig erachtet werden, wenn sie sich nicht über eine zu große Länge des Balkens erstrecken und keine zu große Breite besitzen. Im Allgemeinen dürften Wahnkanten, welche nicht mehr als $1/4$ der geringsten Holzbreite einnehmen und sich nicht weiter als über $1/5$ der Holzlänge erstrecken, für unbedenklich zu erachten sein.

Bei der Verarbeitung und Verbindung der Hölzer muss dem verschiedenen Schwindungsvermögen von Kern- und Splintholz Aufmerksamkeit geschenkt werden. Befindet sich z. B. bei einem Balken auf der einen Seite mehr Splintholz, auf der anderen Seite mehr Kernholz (Fig. 8), so wird sich das erstere beim Trocknen mehr zusammenziehen als das letztere und der Balken sich mit dem Kernholz nach oben krümmen. Derartige Balken sind deswegen so zu lagern, dass ihre eigene Schwere und die Belastung dem Werfen entgegenwirkt, also mit dem Kern nach oben.

Fig. 8: Die Illustration zeigt das sogenannte 'Werfen' eines Holzbalkens infolge ungleichmäßiger Schwindung beim Trocknungsprozess. Da Splintholz stärker schwindet als Kernholz, krümmt sich ein Balken, der auf einer Seite mehr Splintholzanteile besitzt, zur Seite des Kernholzes hin.


B. Die Verbindung der Hölzer untereinander

Die Verbindung zweier oder mehrerer Hölzer miteinander kann bezwecken:

  1. eine Verlängerung der Hölzer;
  2. eine Verknüpfung der Hölzer, wobei die Oberflächen derselben entweder in einer Ebene oder in verschiedenen Ebenen liegen;
  3. eine Verstärkung derselben und zwar:
    • a) nach der Höhe,
    • b) nach der Breite.

Als Hilfsmittel für die feste Verbindung der Hölzer dienen Nägel, Bohlen, Klammern, Eisenschienen, eiserne Schuhe usw.


1. Die Verlängerung der Hölzer

Bei waagerecht liegenden Hölzern geschieht die Verlängerung durch den Stoß oder das Blatt.


Haben die Hölzer an der zu stoßenden Stelle ein sicheres Auflager (Balken auf massiven Wänden), so genügt es, wenn man dieselben nach Fig. 9, 10 oder 11 durch den geraden, schrägen oder versetzten schrägen Stoß verlängert. Die Verbindung solcher Hölzer kann man durch eiserne Klammern (Fig. 9) oder eiserne Schienen (Fig. 10), welche mittels Schraubbolzen (Fig. 10a) zusammengehalten werden, bewirken.

Fig. 9: Diese Illustration zeigt die Verlängerung zweier Balken mittels eines geraden Stoßes, der direkt über einer gemauerten Wand positioniert ist. Eine zusätzliche Sicherung erfolgt durch einen eingetriebenen hölzernen Keil in einer zentralen Aussparung, um die Längsverschiebung zu verhindern.

Fig. 10: Dargestellt ist ein schräger Balkenstoß auf einem Mauerwerksauflager. Zur Verstärkung und Aufnahme von Zugkräften werden hier eiserne Schienen (Flacheisen) verwendet, die mit Schraubbolzen (siehe Fig. 10a) durch das Holz fixiert sind.

Fig. 10a: Dieses Diagramm zeigt die Proportionen und Ansichten eines eisernen Schraubbolzens, wie er in Fig. 10 zur Sicherung von Balkenstößen eingesetzt wird. Die Maße sind in Abhängigkeit zum Bolzendurchmesser 'd' angegeben (z.B. Kopfbreite '2d').

Fig. 11: Die Zeichnung zeigt einen treppenartig versetzten schrägen Stoß (Hakenblatt-ähnlich), der eine bessere mechanische Verzahnung gegen Längsverschiebung bietet als ein einfacher schräger Stoß. Die Verbindung ruht auf einem Ziegelpfeiler, der mit einem dekorativen Maueranker versehen ist.

Wirkt auf die zu verlängernden Hölzer in ihrer Längsrichtung eine nur geringe Zugwirkung, so können dieselben durch das gerade Blatt mit geradem Stoß (Fig. 12), das gerade Blatt mit schrägem Stoß (Fig. 13), den Stoß mit Blattzapfen (Fig. 14), das schräge Blatt (Fig. 15) oder das schräg geschnittene gerade Blatt mit Zapfen (Fig. 16) verbunden werden. Diese Verblattungen werden an zwei Stellen durchbohrt und mit Holznägeln oder schwachen Schraubbolzen verbunden.

Fig. 12: Diese Abbildung zeigt die Verblattung zweier Hölzer, bei der die Enden rechtwinklig auf die halbe Holzhöhe ausgeklinkt sind. Das obere Diagramm gibt die Standardproportionen an (Blattlänge gleich zweifache Holzhöhe '2h'), während die untere Zeichnung die zusammengefügten Hölzer zeigt.

Fig. 13: Im Gegensatz zu Fig. 12 ist hier die Kontaktfläche am Stoß schräg ausgeführt, was die Verbindung unempfindlicher gegen leichte Zugspannungen macht. Das technische Diagramm schreibt eine Blattlänge von '2-3h' vor, um eine ausreichende Überlappung zu gewährleisten.

Fig. 14: Diese perspektivische Darstellung zeigt einen Stoß mit Blattzapfen, bei dem ein zusätzlicher Zapfen im Blatt eine formschlüssige Verbindung gegen seitliche Querkräfte herstellt. Die gestrichelten Linien verdeutlicht die innenliegende Geometrie des Zapfens und der entsprechenden Tasche.

Fig. 15: Diese Abbildung zeigt oben links die geometrische Konstruktion eines schrägen Blattes mit Maßangaben (h, 2-2 1/2 h, 1/4 h) im Verhältnis zur Balkenhöhe. Darunter ist die perspektivische Darstellung der beiden Balkenköpfe vor der Zusammenfügung zu sehen.

Fig. 16: Die Zeichnung zeigt zwei Balkenenden, die für eine formschlüssige Verbindung (ähnlich einem Zapfen) vorbereitet sind. Die Kreise markieren die Positionen für Holznägel oder Bolzen zur zusätzlichen mechanischen Sicherung des Stoßes.

Eine gleiche Wirkung erzielt man durch den Stoß mit eingesetztem Stück (Fig. 17), den Stoß mit eingesetztem Hakenstück (Fig. 18) oder den Stoß mit eingesetztem Hakenstück und Keil (Fig. 19).

Fig. 17: Illustration eines Stoßes, bei dem ein separates Holzstück (Schloss) in die Aussparungen beider Balken eingelegt wird, um sie zu verbinden. Der Text bezeichnet dies als 'Stoß mit eingesetztem Stück'.

Fig. 18: Diese Zeichnung stellt einen Balkenstoß dar, bei dem ein hakenförmiges Zwischenstück für die Verbindung genutzt wird. Dies erhöht die Widerstandsfähigkeit gegen Zugkräfte in Längsrichtung.

Fig. 19: Eine Weiterentwicklung des Hakenstoßes aus Fig. 18, bei der zusätzlich Keile verwendet werden, um die Verbindung fest und spielfrei zu verspannen. Dies ermöglicht das Nachziehen der Verbindung bei Trocknungsschwund des Holzes.

Die Verbindung durch Nagelung oder Verschraubung kann bei Hölzern, welche nur auf Zug in der Längsrichtung beansprucht werden, fortfallen, wenn die Verlängerung durch hakenförmige Verblattung bewirkt wird. Werden die Hölzer dagegen auf Durchbiegung beansprucht, so ist auch bei dieser Verbindungsart eine Verschraubung an der Verbindungsstelle unerlässlich.

Fig. 20: Die Abbildung zeigt eine klassische hakenförmige Verblattung, die im Text als Verbindung für reine Zugbeanspruchung empfohlen wird.

Fig. 21: Eine Variante der hakenförmigen Verblattung mit schrägen Kontaktflächen, um die Zugfestigkeit weiter zu optimieren.

Fig. 22: Ein gerader Schlossstoß, der durch einen quer eingetriebenen Keil gespannt wird. Dies gewährleistet eine dauerhaft dichte Verbindung, auch bei Beanspruchung durch wechselnde Feuchtigkeit.

Derartige Verbindungen sind:

  • a) das gerade Hakenblatt (Fig. 20);
  • b) das gerade Hakenblatt mit schrägem Schnitt (Fig. 21);
  • c) das gerade Hakenblatt mit Keil (Fig. 22);
  • d) das gerade Hakenblatt mit schrägem Schnitt und Keil (Fig. 23), durch welches die Verbindung auch gegen Inanspruchnahme in senkrechter Richtung gesichert ist;
  • e) das schräge Hakenblatt (Fig. 24);
  • f) das schräge Hakenblatt mit Keil (Fig. 25);
  • g) das verdeckte Hakenblatt (Fig. 26);
  • h) das schwalbenschwanzförmige Blatt (Fig. 27);
  • i) das schwalbenschwanzförmige Blatt mit Brüstung (Fig. 28).

Bild 16: Diese technische Zeichnung zeigt die Seitenansicht eines einfachen geraden Hakenblatts, entsprechend der im Text erwähnten Fig. 20.

Bild 17: Darstellung einer Variation des Hakenblatts mit einer schrägen Stoßfläche (Fig. 21), was die Montage erleichtert und die Kraftübertragung verbessert.

Fig. 23: Die Abbildung zeigt ein gerades Hakenblatt, das durch einen Keil gesichert ist. Laut Text ist diese spezielle Form der Verbindung so konstruiert, dass sie auch gegen Beanspruchung in senkrechter Richtung gesichert ist.

Fig. 24: Diese Illustration zeigt ein schräges Hakenblatt in perspektivischer Ansicht. Im Gegensatz zum geraden Blatt verlaufen hier die Stoßflächen schräg zur Längsachse des Balkens.

Fig. 25: Die Zeichnung zeigt ein schräges Hakenblatt, das zusätzlich mit einem hölzernen Keil fixiert wird.

Fig. 26: Gezeigt wird ein verdecktes Hakenblatt, bei dem die hakenförmige Verbindung von außen nicht vollständig sichtbar ist.

Fig. 27: Diese technische Illustration zeigt ein schwalbenschwanzförmiges Blatt. Die charakteristische Trapezform verhindert das Auseinanderziehen in Längsrichtung.

Fig. 28: Darstellung eines schwalbenschwanzförmigen Blattes, das zusätzlich mit einer 'Brüstung' (einem abgesetzten Rand) versehen ist.

Sehr starke Hölzer können durch das dreifache schräge Hakenblatt (Fig. 29) verbunden werden. Da hierbei infolge des Übereinandergreifens der Hölzer auf eine verhältnismäßig große Strecke viel Holz verloren geht, so dürfte dieser Verbindung der gerade Stoß mit eingesetztem Hakenstück (vgl. Fig. 18) vorzuziehen sein.

Fig. 29: Diese Abbildung zeigt ein dreifach gestuftes schräges Hakenblatt, das für besonders dicke Balken verwendet wird.

Sollen senkrecht stehende Hölzer eine Verlängerung erfahren, so findet diese durch das „Aufpfropfen“ statt. Bei runden Hölzern wird meist der gerade Stoß (Fig. 30 bis 32), seltener eine kreuzförmige Überblattung nach Fig. 33 angewendet. Zur Sicherung des Stoßes können ein eiserner Dorn (Fig. 30), Flacheisenschienen (Fig. 31), ein eiserner Schuh (Fig. 32) oder eiserne Ringbänder (Fig. 33) dienen.

Fig. 30: Diese technische Zeichnung illustriert eine Methode zur Verlängerung vertikaler Rundhölzer (Aufpfropfen). Gezeigt wird ein gerader Stoß mit innenliegendem eisernem Dorn.

Fig. 31: Die Abbildung zeigt einen geraden Stoß zweier Rundhölzer, der durch seitlich angebrachte Flacheisen-Schienen und Bolzen gesichert wird.

Fig. 32: Diese Illustration stellt einen geraden Stoß dar, der durch einen umschließenden eisernen Schuh stabilisiert wird.

Fig. 33: Gezeigt wird eine kreuzförmige Überschneidung am Stoß zweier Hölzer, die durch eiserne Ringbänder zusammengehalten wird.

Hölzer quadratischen oder rechteckigen Querschnittes können durch das gerade Blatt (Fig. 34) oder den Blattzapfen (Fig. 35) gestoßen und durch Schraubbolzen miteinander verbunden werden. Sind solche Hölzer von großer Länge, so werden sie meist verdoppelt und mit wechselndem Stoße unter Benutzung von Dübeln und Schraubbolzen verbunden (Fig. 36 und 37).

Fig. 34: Die Zeichnung zeigt die Verbindung zweier Hölzer mit quadratischem Querschnitt durch ein gerades Blatt, gesichert mit Schraubbolzen.

Fig. 35: Illustration eines Blattzapfens zur Längsverbindung von Balken, inklusive der Verschraubung.

Fig. 36: Darstellung der Verdoppelung von langen Hölzern mit versetzten Stößen. Zur Verbindung werden Holzdübel und durchgehende Schraubbolzen verwendet.

Fig. 37: Ähnlich wie Fig. 36 zeigt diese Zeichnung eine Methode zur Verstärkung bzw. Verlängerung durch Verdoppelung mit wechselseitigem Stoß.


2. Die Verknüpfungen der Hölzer

a) Die Oberflächen der Hölzer liegen in einer Ebene

Die hier in Frage kommenden Verbindungen sind die Verzapfungen und die Überblattungen.

Verzapfungen

Die Verzapfungen kommen dort zur Anwendung, wo ein Holz mit der Stirnseite in ein Langholz eingreifen soll. Ist die Lage des Zapfenloches eine solche, dass Regenwasser in dasselbe eindringen kann, so ist der Zapfen schräg abzukanten (vgl. Fig. 38 a) und das Zapfenloch an seiner tiefsten Stelle anzubohren, oder es ist der Kreuzzapfen (vgl. Fig. 51) anzuwenden.

Die Stärke der Zapfen beträgt in der Regel $1/3$ der Stärke des Holzes, an welches er angeschnitten wird, seine Länge 7 bis 8 cm. Etwa 2 cm hinter seiner Wurzel wird er durchbohrt und mit dem Zapfenloche durch einen fest einzutreibenden Holznagel verbunden. Es ist darauf zu achten, dass der Zapfen dicht im Zapfenloche schließt und kein Hohlraum im Loche verbleibt. Es sei hier an das Zimmermannswort erinnert:

„Große Löcher, kleine Zapfen, tun leicht ineinander schnappen.“

Die wichtigeren Zapfenarten sind:

  1. Der einfache gerade Zapfen (Fig. 38 und 38 a). Wird derselbe von oben belastet (wie bei den Türriegeln und oberen Fensterriegeln), so ist eine Versatzung (Fig. 38 b) anzuordnen.

Fig. 38, 38a: Diese Illustration zeigt den einfachen geraden Zapfen. Fig. 38 zeigt die fertige Verbindung, während Fig. 38a die Einzelteile darstellt.

Fig. 38 b: Die Abbildung zeigt eine Zapfenverbindung mit Versatzung für belastete Verbindungen.

  1. Der Eckzapfen (Fig. 39 und 39 a) wird angewendet, wenn keines der beiden Hölzer über den Kreuzungspunkt hinausreicht. Derselbe ist in manchen Lehrbüchern als „geächselter Zapfen“ bezeichnet. Diese Schreibweise scheint jedoch nicht zu Recht zu bestehen, da er bei Ecksäulen Verwendung findet und demgemäß richtiger den Namen geeckselter Zapfen erhalten dürfte.

Fig. 39, 39 a: Diese Abbildungen illustrieren den Eckzapfen, im Text auch als 'geeckselter Zapfen' bezeichnet. Fig. 39 zeigt die montierte Eckverbindung, Fig. 39a die Einzelteile.


Soll eine Ecksäule mit zwei auf Gehrung zusammengeschnittenen waagerechten Hölzern (Schwellen, Rahmhölzer) verbunden werden, so ist der Zapfen nach Fig. 40 zu gestalten.

Fig. 40: Diese Abbildung zeigt die spezielle Gestaltung eines Zapfens für eine Ecksäule, die mit zwei waagerechten, auf Gehrung zusammengefügten Hölzern verbunden werden soll.

  1. Der schräge Zapfen (Fig. 41) ist anzuordnen, wenn geneigt liegende Hölzer (Sparren, Streben, Kopfbänder usw.) mit waagerechten oder senkrechten Hölzern (Balken, Säulen, Schwellen, Rahmhölzern usw.) verbunden werden sollen. Meist wird dieser Zapfen in Verbindung mit einer Versatzung ausgeführt. Man unterscheidet hier die einfache Versatzung (Fig. 42 u. 43) und die doppelte Versatzung (Fig. 44 und 45). Die Stirne der Versatzung bzw. des Zapfens wird zweckmäßig so zugeschnitten, dass sie den Winkel, unter welchem das geneigt liegende Holz gegen das waagerechte oder senkrechte Holz anfällt, halbiert (vgl. $\frac{\alpha}{2}$ bei Fig. 42).

Fig. 41: Ein schräger Zapfen wird eingesetzt, wenn geneigte Hölzer mit waagerechten oder senkrechten Bauteilen verbunden werden sollen.

Fig. 42: Diese Illustration zeigt eine einfache Versatzung, bei der die Stirnfläche so zugeschnitten wird, dass sie den Neigungswinkel des anfallenden Holzes halbiert (Winkel α/2).

Fig. 43: Gezeigt ist eine einfache Versatzung zur Verbindung geneigter Hölzer.

Fig. 44: Die doppelte Versatzung wird bei besonders hohen Belastungen geneigter Hölzer angewendet.

Fig. 45: Diese Abbildung zeigt die doppelte Versatzung inklusive Sicherungszapfen.

  1. Der Brustzapfen (Fig. 46 bis 48) findet bei waagerecht liegenden Hölzern dann Verwendung, wenn das eingezapfte Holz stark belastet ist (bei Balkenauswechslungen), da dasselbe mit seiner Brüstung mit $1/2$ (Fig. 47) bzw. $2/3$ (Fig. 46 und 48) seiner Stärke aufliegt. Gegen Inanspruchnahme auf Zug werden beide Hölzer durch Eisenklammern miteinander verbunden.

Fig. 46: Der Brustzapfen wird verwendet, wenn waagerecht liegende Hölzer wie Balkenauswechslungen stark belastet sind.

Fig. 47: Diese Illustration zeigt einen Brustzapfen, bei dem das eingezapfte Holz mit seiner Brüstung auf der halben Stärke des aufnehmenden Holzes aufliegt.

Fig. 48: Dargestellt ist ein Brustzapfen mit einer geraden Brüstung, der mit zwei Dritteln seiner Stärke im Zapfenloch aufliegt.

  1. Der schwalbenschwanzförmige Zapfen mit Keil (Fig. 49) soll das Herausziehen des eingezapften Holzes unmöglich machen.

Fig. 49: Die Abbildung zeigt einen schwalbenschwanzförmigen Zapfen, der durch das Eintreiben eines Keils gesichert wird.

  1. Der Scherzapfen (Fig. 50) ist eine Eckverbindung, welche hauptsächlich zur Verknüpfung der Dachsparren angeordnet wird.

Fig. 50: Diese Illustration zeigt den Scherzapfen, eine spezielle Eckverbindung.

  1. Der Kreuzzapfen (Fig. 51) kann sowohl für die Verzapfung von Mittelsäulen als auch von Ecksäulen dienen; er beseitigt den Übelstand, dass sich Wasser im Zapfenloche ansammeln kann.

Fig. 51: Der Kreuzzapfen ist so konstruiert, dass er sowohl für Mittelsäulen als auch für Ecksäulen eingesetzt werden kann.

  1. Der Seitenzapfen (Fig. 52) dient zur Verbindung zweier Hölzer, welche auf keiner Seite bündig liegen.

Fig. 52: Der Seitenzapfen dient zur Verbindung von zwei Hölzern, die auf keiner Seite bündig miteinander abschließen.

  1. Der Blattzapfen ermöglicht durch Anbringung von Schraubenbolzen eine besonders innige und gute Verbindung. Er wird entweder mit einseitigem Blatt (Fig. 54) oder mit doppeltem Blatt (Fig. 53) versehen und ist nur bei sehr starken Hölzern zulässig, da er eine bedeutende Schwächung verursacht.

Fig. 53: Diese Verbindung wird bei sehr starken Hölzern verwendet und zeichnet sich durch zwei seitliche Blattflächen aus.

Fig. 54: Im Gegensatz zur doppelten Ausführung besitzt dieser Blattzapfen nur eine einseitige Überblattung.

  1. Der Doppelzapfen (Fig. 55) erfordert ebenfalls sehr starke Hölzer; diese Verbindung ist jedoch weniger gut als die durch Blattzapfen.

Fig. 55: Der Doppelzapfen wird bei starken Hölzern angewendet.

  1. Der Jagdzapfen (Fig. 56) ist anzuwenden, wenn zwischen zwei miteinander verbundenen Hölzern nachträglich ein drittes Holz derart eingefügt werden soll, dass die drei Hölzer ein Dreieck bilden. Damit der Zapfen in das Zapfenloch eingetrieben — eingejagt — werden kann, muss die Stirn $ab$ desselben nach einem aus $c$ mit $cb$ beschriebenen Kreisbogen abgerundet werden.

Fig. 56: Der Jagdzapfen ermöglicht das nachträgliche Einfügen eines dritten Holzes in ein bestehendes Holzgefüge.

Überblattungen

Die Überblattungen kommen zur Anwendung, wenn das eine Holz auf dem anderen aufruht, also von diesem getragen wird. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass dasjenige Holz, welches getragen wird, weit eher eine Schwächung vertragen kann als dasjenige, welches tragen muss. Die zu verknüpfenden Hölzer können nun entweder beide im Kreuzungspunkte endigen (Eckverbindung), oder es gehen beide Hölzer oder nur eines über diesen Punkt hinaus.

Die gebräuchlichsten Verbindungen sind:

  1. Die gerade Überblattung. Diese kommt als Eckverbindung (Fig. 57), als Verbindung zweier Hölzer, von denen das eine über den Kreuzungspunkt hinausgeht (Fig. 58), oder als Verbindung zweier Hölzer, welche beide über den Kreuzungspunkt hinausgehen (Fig. 59), vor.

Fig. 57: Hierbei enden beide Hölzer im gemeinsamen Kreuzungspunkt.

Fig. 58: Diese Verbindung wird gewählt, wenn ein durchlaufendes Holz ein anderes trägt.

Fig. 59: Bei dieser Kreuzverbindung ragen beide Hölzer über den Kreuzungspunkt hinaus.

  1. Die Überblattung mit schrägem Schnitt (Fig. 60) wird nur als Eckverbindung angewendet. Sie verhindert eine Trennung der Hölzer, sofern das obere Holz belastet ist (wie bei Gebäudeschwellen) und sich nicht heben kann.

Fig. 60: Diese Illustration zeigt eine Eckverbindung in Form einer Überblattung mit schrägem Schnitt.

  1. Die schwalbenschwanzförmige Überblattung (Fig. 61) ist anwendbar, wenn das eingeblattete Holz auf Zug beansprucht wird. Nicht unwesentlich erhöht wird die Tragfähigkeit der Verbindung durch Anordnung der schwalbenschwanzförmigen Überblattung mit Brüstung (Fig. 62).

Fig. 61: Die Zeichnung verdeutlicht die schwalbenschwanzförmige Überblattung.

Fig. 62: Diese Abbildung zeigt eine Variante der schwalbenschwanzförmigen Überblattung, die zusätzlich mit einer Brüstung versehen ist.

  1. Die halbe schwalbenschwanzförmige Überblattung (Fig. 63) wird namentlich bei Kopfbändern angewandt. Dieselbe gestattet, ebenso wie der Jagdzapfen, ein nachträgliches Einziehen des Kopfbandes zwischen die bereits fest verbundenen anderen Hölzer.

Fig. 63: Dieses technische Diagramm illustriert die Anwendung einer halben schwalbenschwanzförmigen Überblattung speziell für Kopfbänder im Fachwerkbau.

  1. Die hakenförmige Überblattung (Fig. 64) eignet sich vornehmlich zur Eckverbindung, da infolge der keilförmigen Gestalt des Hakens die Hölzer nach keiner Richtung ausweichen können. Sie wird demgemäß auch kurzweg als „Ecküberblattung“, in einigen Gegenden auch als „Schloss“ bezeichnet.

Fig. 64: Die Illustration zeigt eine hakenförmige Überblattung, die auch als 'Schloss' oder 'Ecküberblattung' bekannt ist.

b) Die Oberflächen der Hölzer liegen nicht in einer Ebene

Haben die zu verbindenden Hölzer eine waagerechte Lage, so werden dieselben miteinander verkämmt oder verdollt. Liegt dagegen die Flucht der zu verknüpfenden Hölzer nicht in einer Ebene, so werden dieselben durch Aufklauung oder Anschäftung miteinander verbunden. Verkämmungen und Verdollungen kommen beispielsweise zwischen den Rahmhölzern, Balken und Schwellen der Fachwerkgebäude, Aufklauungen zwischen den Pfetten und Sparren, und Anschäftungen zwischen den Grat- oder Kehlsparren und den sich gegen diese anlehnenden Sparren, den sogenannten Schiftern, vor.

Verkämmungen und Verdollungen

Die Verkämmung will das Verschieben der Hölzer verhüten; dies wird erreicht, indem man aus dem einen Holze eine 2 bis 3 cm tiefe Versenkung ausarbeitet, in welche eine an dem anderen Holze ausgesparte Erhabenheit, der Kamm, genau eingreift. Man unterscheidet den einseitigen (Fig. 65), den zweiseitigen (Fig. 66), den kreuzförmigen (Fig. 67) und den schwalbenschwanzförmigen Kamm, welcher nach Fig. 68, 69 und 70 zu gestalten ist, wenn nur eines der Hölzer über den Kreuzungspunkt hinausgeht, und nach einer der durch die Fig. 71 bis 73 dargestellten Formen bei Eckverbindungen (Eckkämme).

Fig. 65, 66, 67: Diese Illustrationen zeigen drei Grundformen der Verkämmung.

Fig. 68: Die Abbildung zeigt einen schwalbenschwanzförmig gestalteten Kamm.

Fig. 69, 70, 71, 72, 73: Diese Reihe von technischen Zeichnungen illustriert verschiedene Varianten der Verkämmung für Eckverbindungen.

Die Verdollung verfolgt den gleichen Zweck wie die Verkämmung. Die zu verbindenden Hölzer greifen entweder kammartig übereinander (Fig. 74) und erhalten zur Sicherung der Unverschieblichkeit eine Verbindung durch einen 30 mm starken Nagel aus Eichenholz, oder es wird nur die letztere Verbindung (Fig. 75) angeordnet.

Fig. 74, 75: Die Abbildungen zeigen die Technik der 'Verdollung', die die Unverschieblichkeit der Hölzer sicherstellen soll.


Aufklauung und Anschäftung

Bei der Aufklauung der Sparren auf die waagerecht liegenden Pfetten ist zu unterscheiden, ob die ersteren mit dem Hirnende gegen die Pfetten anschneiden oder ob sie auf den letzteren aufruhen. Im ersteren Falle erhält sowohl der Sparren als auch die Pfette (Fig. 76 und 77), im letzteren Falle nur der Sparren einen entsprechenden Ausschnitt.

Fig. 76: Diese Illustration zeigt eine Form der Aufklauung, bei der sowohl der Sparren als auch die Pfette mit passenden Ausschnitten versehen werden.

Fig. 77: Im Gegensatz zu Fig. 76 zeigt diese Abbildung eine Aufklauung, bei der nur der Sparren einen entsprechenden Ausschnitt erhält.

Bei dem Anschiften der Schiftsparren gegen die Grat- oder Kehlsparren wird an erstere die sogenannte „Schmiegefläche“ angeschnitten, welche sich voll und ganz an die Grat- oder Kehlsparren anlegen muss (Fig. 79 und 80). Die Befestigung geschieht gewöhnlich durch Nagelung.

Fig. 78: Die Zeichnung zeigt ein Detail eines Sparrenendes mit einem schrägen Einschnitt (Klauenausschnitt).

Fig. 79: Die Abbildung zeigt Schiftsparren, die mittels Schmiegeflächen an einen schräg verlaufenden Sparren (Grat- oder Kehlsparren) angesetzt werden.

Fig. 80: Diese Illustration visualisiert das Anschiften mehrerer Schiftsparren gegen einen zentralen Grat- oder Kehlsparren.

Da indessen bei den Kehlen sehr steiler Dächer mitunter die Nagelung einen sehr starken Druck auszuhalten hat, so ist für einen solchen Fall die Klauenschiftung (Fig. 81) anzuordnen.

Fig. 81: Diese Figur stellt die sogenannte Klauenschiftung dar.


3. Die Verstärkung der Hölzer

a) Nach der Höhe

Verbindet man zwei Hölzer der Länge nach so miteinander, dass kein Gleiten des oberen auf dem unteren stattfinden kann, so kann die Verbindung so angesehen werden, als ob beide Hölzer aus einem Stück beständen. In diesem Falle tritt eine Erhöhung der Tragfähigkeit im quadratischen Verhältnis zur Höhe ein. Derartige Verbindungen werden erreicht durch die Verzahnung oder durch Keile, sogenannte Dübel.

Verzahnung

Die Anfertigung verzahnter Hölzer geschieht in folgender Weise: Nachdem die Höhe bestimmt ist, wird für das untere Stück (Fig. 82) in der Mitte $\frac{2}{3}$ dieser Höhe gewählt und dasselbe nach beiden Enden so zugehauen, dass es hier nur noch $\frac{5}{12}$ der Gesamthöhe behält. Das obere Holz wird dem unteren angepasst und erhält somit in der Mitte $\frac{1}{3}$ und an den Enden $\frac{7}{12}$ der Trägerhöhe. Rechtwinklig zur Schrägung werden in Abständen von 1 bis 1,50 m Zähne eingearbeitet, deren Tiefe $\frac{1}{10}$ der Trägerhöhe beträgt. Das untere Holzstück wird nun um etwa $\frac{1}{100}$ seiner Länge nach oben gesprengt, die Teile eingepasst und durch Schraubenbolzen verbunden.

Fig. 82: Die Abbildung zeigt die konstruktiven Prinzipien zur Verstärkung von Hölzern durch Verzahnung.

Da zur Erzielung eines genauen Ineinandergreifens sehr gut eingeübte Arbeitskräfte erforderlich sind, erleichtert man die Ausführung oft dadurch, dass man die Stoßfugen der Zähne mit Spielraum bearbeitet. In diese Zwischenräume werden dann Keile von trockenem Buchen- oder Eichenholz eingetrieben (Fig. 83).

Fig. 83: Diese Detailzeichnung illustriert die Verfestigung der Verzahnung durch das Eintreiben von Keilen aus Buchen-, Eichenholz oder Eisen in die Stoßfugen.

Ist der Träger sehr groß, setzt man das untere Holzstück aus zwei Stücken mit geradem Stoß und das obere Stück aus drei Längen zusammen (Fig. 84).

Fig. 84: Diese Abbildung zeigt die Konstruktion eines langen Trägers, der aus mehreren versetzten Holzteilen zusammengesetzt ist.

Verdübelung

Die Anfertigung verdübelter Hölzer ist mit geringeren Schwierigkeiten verknüpft. In Abständen von etwa der Trägerhöhe werden in beide Hölzer Ausschnitte gearbeitet, die aufeinandergelegt quadratischen oder rechteckigen Querschnitt zeigen (Fig. 85 und 86). In diese werden Keile von trockenem harten Holze eingetrieben, nachdem beide Hölzer durch Schraubenbolzen verbunden worden sind.

Fig. 85: Diese Illustration zeigt einen verdübelten Balken, bei dem quadratische Holzdübel in entsprechende Ausschnitte eingetrieben wurden.

Fig. 86: Dargestellt ist ein verdübelter Balken mit rechteckigen, schräg angeordneten Keilen.

Durch das Eintreiben der Keile erhalten die Balken eine Krümmung nach oben. Da die Verschiebung in der Mitte gleich null ist, ist eine Verdübelung dort entbehrlich. Die Seitenlänge der quadratischen Einschnitte beträgt etwa $\frac{3}{20}$, die der rechteckigen etwa $\frac{1}{10}$ und deren Breite etwa $\frac{6}{10}$ der Trägerhöhe.


b) Nach der Breite

Die Verbreiterung der Hölzer kommt namentlich bei Fußböden, Verschalungen sowie bei Brett- und Bohlenwänden vor.

Die gebräuchlichsten Verbindungen sind:

  1. Die Spundung, bei welcher die Hölzer mit einem Teile ihrer Stärke ineinandergreifen. Den eingreifenden Holzteil bezeichnet man als Feder, den von dieser auszufüllenden Schlitz als Spund oder Nut. Die Federn können rechtwinklig (Fig. 87), schwalbenschwanzförmig (Fig. 88) oder keilförmig (Fig. 89) gestaltet sein.

Fig. 87: Die Zeichnung zeigt eine isometrische Ansicht einer Spundverbindung mit einer rechtwinkligen Feder.

Fig. 88: Isometrische Darstellung einer Spundung, bei der die Feder schwalbenschwanzförmig ausgebildet ist.

Fig. 89: Die Abbildung zeigt eine keilförmige Federverbindung im Querschnitt.

Für Fußböden werden diese oft nach Fig. 90 geformt, wenn die Nägel verdeckt werden sollen, oder es wird nach Fig. 91 eine Doppelfeder angeordnet.

Fig. 90: Diese Illustration zeigt eine Nut-und-Feder-Verbindung, die speziell für Fußböden entwickelt wurde.

Fig. 91: Die Zeichnung zeigt eine Doppelfeder-Verbindung, bei der zwei parallele Federn in entsprechende Nuten greifen.

  1. Die Falzung oder halbe Spundung (Fig. 92) wird bei schwächeren Hölzern angewendet.

Fig. 92: Dargestellt ist die Falzung oder halbe Spundung, bei der die Kanten der Bretter stufenförmig abgesetzt sind.

  1. Die Federung (Fig. 93) unterscheidet sich von der Spundung dadurch, dass jedes Brett zwei Nuten besitzt und die Feder als besonderes Holz in diese eingetrieben wird. Bei Fußböden werden die Federn häufig aus Bandeisen hergestellt.

Fig. 93: Die Abbildung zeigt das Prinzip der Federung, bei der jedes Brett eine Nut besitzt und eine separate Feder in beide Nuten eingetrieben wird.


C. Fachwerkwände

Fachwerkwände bestehen aus einem System von waagerechten, senkrechten und geneigt liegenden Hölzern, welche durch Verzapfung und Nagelung verbunden sind.

Die waagerechten Hölzer (vgl. Fig. 94) sind:

  1. Die Schwelle. Diese wird als Grundschwelle (a) bezeichnet, wenn sie auf dem Mauerwerk des Kellergeschosses, als Saumschwelle oder Brustschwelle (b), wenn sie auf der Balkenlage eines Obergeschosses aufruht. Die Grundschwellen werden zweckmäßig aus Eichenholz hergestellt und auf Asphalt- oder Blei-Isolierplatten gelagert.
  2. Das Rahmholz oder Rähm (c), welches die Wand nach oben abgrenzt und als Auflager für eine obere Balkenlage dient.
  3. Die Riegel (d) teilen die Wand der Höhe nach ab und verhindern das Durchbiegen der Stiele.

Die senkrechten Hölzer sind:

Die Stiele, Säulen, Ständer oder Pfosten. Je nach Standort unterscheidet man Eckstiele (e), Zwischenstiele, Tür- und Fensterstiele (f) und Bundstiele (g).

Fig. 94: Diese Illustration zeigt den Aufbau einer typischen Fachwerkwand und benennt ihre wesentlichen Bestandteile.

Fig. 94 a: Diese Detailzeichnung zeigt die konstruktive Ausbildung einer Fachwerkecke.

Fig. 94 b: Die Abbildung zeigt detailliert den Übergang vom massiven Mauerwerk des Fundaments zur hölzernen Fachwerk-Grundschwelle.


Bundstiele (g) werden dort angebracht, wo eine Zwischenwand in die Außenwand einbindet. Passen dieselben nicht in die Teilung, so setzt man sie als Wand- oder Klappstiele an die Innenseite. Die Streben oder Bänder (i) wirken dem Verschieben der Wand entgegen; in jeder Wand sind mindestens zwei Streben mit entgegengesetzter Lage anzuordnen.

Fig. 95: Diese Abbildung zeigt die konstruktive Ausbildung einer Fachwerkecke mit auskragendem Obergeschoss.

Dieselben werden zwischen Schwelle und Rahmholz (Fig. 94), zuweilen auch zwischen Schwelle und Pfosten (Fig. 95) eingezogen. An der Giebelseite dient entweder der letzte Balken zugleich als Rahmholz und Saumschwelle, oder es wird ein Stichgebälk (Fig. 96 und 97) angeordnet.

Fig. 96: Diese technische Zeichnung stellt die Vorderansicht eines Stichgebälks an der Giebelseite eines Fachwerkhauses dar.

Fig. 96 a: Dies ist die entsprechende Grundrisszeichnung zur Konstruktion in Fig. 96.

Fig. 97: Diese detaillierte axonometrische Darstellung verdeutlicht die Konstruktion der Verbindung zwischen Dachstuhl und einer auskragenden Fachwerkwand.

Fig. 98: Die Abbildung zeigt im Vertikalschnitt, wie Balkenköpfe durch geneigt angebrachte Deckbretter vor Regen und Witterung geschützt werden können.

Sollen die Balkenköpfe vortreten, sind diese durch geneigte Deckbretter zu schützen (Fig. 98) oder man kragt das Obergeschoss vor (Fig. 95, 97, 99, 111, 137). Ist die Ausladung bedeutend, sind die Köpfe durch Konsolen oder Kopfbänder (Fig. 103, 110 und 114) zu stützen.

Außenwände werden häufig durch Abfassungen und Profilierungen sowie durch gekrümmte Strebehölzer und Muster in der Ausmauerung (Fig. 99) geschmückt.

Fig. 99: Diese Zeichnung demonstriert die ästhetischen Möglichkeiten der Fachwerkbauweise.

Fig. 103: Die Abbildung zeigt den Aufbau eines Obergeschosses mit vorkragender Balkenlage.

Fig. 102: Diese technische Zeichnung illustriert die Verbindung mehrerer tragender Holzbalken an einem Eck- oder Knotenpunkt.

Fig. 100: Die Abbildung zeigt die Einzelteile einer traditionellen Verzapfung.

Fig. 101: Dargestellt ist eine spezielle Holzverbindung, die für die horizontale Aussteifung verwendet wird.

Fig. 104: Diese Zeichnung zeigt eine ornamental gestaltete Stützkonsole im Profil.


Die Befestigung von Ziegelmauerwerk geschieht durch Einschlagen von Nägeln in die Stiele oder durch Annageln dreieckiger Leisten (vgl. Fig. 105 und 110). Die Fache erhalten eine Größe von 1 bis 1,5 qm.

Fig. 105: Diese Abbildung zeigt die konstruktive Durchbildung eines Fachwerks im Übergang vom unteren zum oberen Stockwerk.

Fig. 106: Die Zeichnung zeigt die technische Ausführung einer Ecksäule an einem Gebäudeeckpunkt.

Fig. 107: Diese Illustration zeigt Details von Bauteilen, die zur Unterstützung vorkragender Obergeschosse dienen.

Fig. 108: Die Abbildung zeigt Ansichten für die fachgerechte Ausführung von Zapfen an Strebenköpfen.

Fig. 109: Die Abbildung illustriert das Verfahren der Verdollung.

Fig. 110: Diese komplexe Darstellung zeigt die Fachwerkkonstruktion im Erdgeschoss eines mehrstöckigen Gebäudes.

Die Holzstärken betragen meist 12/12 cm. Um dem Hindurchschlagen von Nässe zu begegnen, sind Außenwände entweder zu verschalen oder von innen mit einem Abstand von 3 bis 4 cm zu verkleiden und zu verputzen. Riegel über größeren Öffnungen sind von unten durch Kopfbänder zu stützen; namentlich über Torfahrten werden Hängewerk-Konstruktionen nötig (vgl. Fig. 111, 115 und 116).

Für stark belastete Gebäude, namentlich Speicher, sind die Stiele als Doppelhölzer mit wechselnden Stößen ohne Unterbrechung durch Langholz auf die ganze Gebäudehöhe durchzuführen (Fig. 117).


Fig. 111: Diese Abbildung zeigt die konstruktive Durchbildung einer Fachwerkwand über einer Torfahrt.

Fig. 112: Die Zeichnung illustriert die technische Ausführung der Verbindung zwischen einem vertikalen Torpfosten und den Kopfbändern.

Fig. 113: In dieser Abbildung werden Einzelkomponenten des Fachwerks isoliert gezeigt.

Fig. 114: Diese Zusammenstellung umfasst wesentliche Funktionsteile einer Toranlage.

Die Grundschwelle und die Rahmhölzer werden in die Stiele eingezapft und mit diesen durch starke Eisenbänder verbunden. Unter die Stiele legt man zweckmäßig 5 bis 7 cm starke Bohlenstücke von Eichenholz, damit das Hirnholz nicht das Mauerwerk berührt.


Fig. 115: Die Abbildung zeigt die Konstruktion einer komplexen, mehrstöckigen Fachwerkwand. Eine Detailstudie links unten verdeutlicht die 'Verankerung der Schwelle mit dem Mauerwerk' mittels eines Steinschrauben-Ankers.

In vielen Fällen werden in den oberen Stockwerken Hängewände notwendig. Befinden sich keine Türöffnungen oder liegt eine solche in der Mitte, ist die Konstruktion einfach. Beispiele geben die Figuren 118 bis 125.

Fig. 117: Diese technische Zeichnung stellt eine Konstruktionsweise für stark belastete Gebäude wie Speicher dar.

Fig. 116: Diese Illustration zeigt die Fachwerkkonstruktion einer Torfahrt.

Fig. 118: Dargestellt ist das Prinzip einer Hängewand ohne Türöffnung.

Fig. 119: Ähnlich wie in Fig. 118 wird hier die Konstruktion einer Hängewand mit zentraler Öffnung gezeigt.

Fig. 120: Diese technische Zeichnung zeigt die statische Lösung einer sogenannten Hängewand.

Fig. 121: Diese Schnittzeichnung verdeutlicht den inneren Aufbau der Fachwerkwand in der Tiefe.

Fig. 122: Der Grundriss zeigt die räumliche Organisation mit zwei großen Räumen, einem Flur und einem Treppenhaus.

Fig. 123: Die Zeichnung illustriert im Detail den Punkt G aus der Gesamtansicht.

Fig. 124: Dargestellt ist die bauliche Umsetzung des Knotenpunktes F.

Fig. 125: Dieses Detail zeigt die architektonische Ausgestaltung des Punktes E.

Liegt eine Türöffnung nicht in der Wandmitte, ist die Aufhängung mittels Zugeisen (Fig. 127 und 128) vorzuziehen.

Fig. 126: Die Abbildung zeigt eine Fachwerkwand, die als Hängewand konstruiert ist.

Fig. 127: Diese Konstruktion wird gegenüber der Lösung in Fig. 126 bevorzugt.

Fig. 128: Diese Abbildung illustriert eine komplexe Hängewerk-Konstruktion für eine Hängewand mit großer Spannweite.

Die letztere Konstruktion wird auch notwendig bei Brandmauern hinter Öfen (Fig. 129 und 130), bei sich kreuzenden Hängewänden (Fig. 131 bis 134) oder bei Umbauten.


Befinden sich zwei Hängewerke übereinander, sollte man dieselben zusammenfassen (Fig. 135). Hängesäulen und Hauptstreben greifen dann durch beide Stockwerke hindurch.

Fig. 135.: Diese detaillierte Konstruktionszeichnung zeigt ein Hängewerk, das sich über zwei Stockwerke erstreckt.

Auch für Überbrückungen zwischen Gebäuden werden derartige Konstruktionen erforderlich. Die Figuren 136 bis 143 geben hierfür Beispiele.

Fig. 129: Diese technische Zeichnung zeigt einen vertikalen Schnitt durch eine sogenannte Hängewand.

Fig. 130: Die Abbildung stellt den horizontalen Grundriss der Konstruktion dar.


Fig. 131: Diese Zeichnung zeigt den Aufriss einer komplexen Hängewerk-Konstruktion innerhalb einer Fachwerkwand.

Fig. 132: Dieser Querschnitt ergänzt Fig. 131 und zeigt die Konstruktion aus einer rechtwinkligen Perspektive.

Fig. 133: Der schematische Grundriss verdeutlicht die räumliche Anordnung der Hängewände.

Fig. 134: Diese isometrische Detailansicht zeigt den Knotenpunkt 'E' aus Fig. 131 in Nahaufnahme.


Bei jedem Hängewerke sind folgende Konstruktionsteile zu unterscheiden:

  1. die Schwelle oder der Hängebalken,
  2. die Streben,
  3. die Hängesäule.

Sind mehrere Hängesäulen erforderlich, so tritt 4. der Spannriegel hinzu.

Die Verbindung der Streben mit dem Hängebalken wird durch den schrägen Zapfen mit Versatzung bewirkt. Der Fuß der Streben ist so zu lagern, dass die Pressung die Stütze des Balkens trifft; Durchbiegungen ist ggf. durch Sattelhölzer (Fig. 120) zu begegnen. Der Strebenfuß ist um mindestens 25 cm zurückzusetzen.


Fig. 136: Dieser Grundriss zeigt die horizontale Anordnung einer Überbrückungskonstruktion zwischen zwei Gebäudeteilen.

Fig. 137: Die Illustration zeigt die Ansicht einer Fassade mit einer auskragenden Fachwerk-Überbrückung.

Fig. 138: Diese technische Zeichnung zeigt den vertikalen Aufbau der Konstruktion im Schnitt.


Teilzeichnungen zu den Figuren 136 bis 138

Fig. 139: Diese Illustration zeigt Details der obersten Balkenlage.

Fig. 140: Diese Zeichnung erläutert das Zusammenspiel verschiedener Holzelemente an einem Hauptknotenpunkt.

Fig. 141: Die Abbildung zeigt einen Klappstiel als separates Bauteil.

Fig. 142: Diese Abbildung zeigt wichtige Elemente der Fensterkonstruktion.

Fig. 143: Dargestellt ist eine kunstvoll geschwungene Strebe, die im Fachwerkbau als dekoratives Element eingesetzt wird.


Die Verbindung der Strebe mit der Hängesäule geschieht ebenfalls meist durch Verzapfung unter Hinzufügung einer Versatzung. Bei stark belasteten Hängewerken legt man Blechtafeln zwischen die Hirnenden ein.

Fig. 144: Diese technische Zeichnung zeigt die Verbindung einer Strebe mit einem Hängebalken unter Verwendung einer Versatzung.

Fig. 145: Im Gegensatz zu Fig. 144 ist der Sicherungsbolzen hier rechtwinklig zum horizontalen Balken positioniert.

Bei doppelten Hängewerken greift der Spannriegel so in die Hängesäule ein, dass sich die Mittellinien in einem Punkte schneiden (Fig. 146). Zur Verbindung können schmiedeeiserne Bänder dienen (Fig. 148); diese Armierungen sind notwendig, wenn oberhalb der Streben kein Holz mehr vorhanden ist (Fig. 149 bis 151).

Fig. 146: Die Zeichnung illustriert das statische Prinzip bei einem doppelten Hängewerk.

Fig. 147: Gezeigt wird eine Hängesäule, die aus zwei parallelen Hölzern besteht.

Fig. 148: Diese Illustration zeigt die Armierung eines Knotenpunkts mittels beidseitig angebolzter schmiedeeiserner Flacheisenbänder.

Fig. 149: Diese Illustration zeigt die Verbindung von zwei Streben an der Spitze einer Hängesäule.

Fig. 150: Die Zeichnung stellt den oberen Abschluss einer Hängesäule dar.

Fig. 151: Diese technische Detailzeichnung zeigt die Befestigung eines Hängeeisens an einem Holzbalken.

Die Verbindung der Hängesäulen mit dem Hängebalken wird gewöhnlich durch Hängeeisen bewirkt. Diese sind Flacheisen von 4 bis 6 cm Breite und 1 bis 1,5 cm Stärke. Man schlingt sie entweder um den Balken herum (Fig. 152) oder versieht sie unten mit einem Gewinde und Muttern (Fig. 153). Die erstere Anordnung macht ein Nachziehen unmöglich. Nach Fig. 154 ist ein nachträgliches Anziehen von oben möglich.

Fig. 152: Gezeigt wird ein Flacheisen, das U-förmig um den Hängebalken herumgeführt und mit zwei Schraubenbolzen an der Hängesäule befestigt wird.

Fig. 153: In dieser Variante ist das Hängeeisen unten zu einem Rundstab mit Gewinde umgeschmiedet.

Fig. 154: Diese Konstruktion wird empfohlen, wenn vorstehende Muttern an der Balkenunterseite stören würden.

Sind doppelte Hängesäulen vorhanden, lässt man diese den Hängebalken umfassen und zieht Bolzen ein (Fig. 155). Balkenstöße erfolgen auf die durch Fig. 156 oder 157 dargestellte Weise.

Fig. 155: Diese Illustration zeigt die konstruktive Lösung für eine doppelte Hängesäule, die den Hängebalken umschließt.

Fig. 156: Die Zeichnung zeigt einen Stoß des Hängebalkens in Form eines geraden Hakenblattes.

Fig. 157: Diese perspektivische Teilzeichnung illustriert die räumliche Anordnung und Verzapfung einer Hängesäulenverbindung.

Balken können auch von unten durch Sprengwerke getragen werden. Das einfachste Sprengwerk entsteht nach Fig. 158 durch zwei Streben. Ist der Balken an mehreren Punkten zu stützen, schiebt man einen Spannriegel ein (Fig. 159). Für größere Spannweiten ordnet man mehrere Systeme übereinander an (Fig. 160 bis 162).

Fig. 158: Die Abbildung zeigt die prinzipielle Wirkungsweise eines einfachen Sprengwerks.

Fig. 159: Diese technische Zeichnung illustriert eine komplexe Holzkonstruktion, die Elemente eines Hängewerks und eines Sprengwerks kombiniert.

Fig. 160: Dieses Diagramm zeigt die Grundform eines Sprengwerks.

Fig. 161: Die Abbildung zeigt ein erweitertes Sprengwerk.

Fig. 162: Dieses Schema illustriert ein komplexes System aus mehreren übereinander angeordneten Sprengwerken.


D. Balkenlagen

Die Balkenlagen oder Gebälke teilen die Gebäude waagerecht in Stockwerke. Man unterscheidet:

  • a) Zwischengebälke;
  • b) Dachgebälke;
  • c) Kehlgebälke.

Die einzelnen Hölzer führen Bezeichnungen wie ganze Balken (a), Wandbalken, Bundbalken (b), Giebelbalken (c), Streichbalken (d), Stichbalken, Wechselbalken, Gratbalken und Binderbalken.

Balken ruhen auf Fachwerkwänden auf den Rahmhölzern auf. Auf massiven Wänden werden sie auf Mauerlatten gelagert, um den Druck zu verteilen.


Taf. 1 u. 2.: Diese Tafel aus dem Werk von Opderbecke illustriert die systematische Anordnung von Deckenbalken in komplexen Grundrissen.

Bild 2: Diese Detailzeichnung zeigt die Vorbereitung eines Wechsels und eines Balkens für eine rechtwinkelige Verbindung.

Bild 3: Ergänzend zur oberen Darstellung zeigt dieses Detail die bündig abschließende Verbindung von Wechsel- und Hauptbalken.

Bild 4: Der Plan zeigt die Anordnung der Balken in einem Grundriss mit Erkern und Vorsprüngen.

Bild 5: Diese Zeichnung illustriert die bautechnische Umsetzung der Schornsteinauswechselung.

Bild 6: Das Detail zeigt, wie die Holzbalkenlage mit der Giebelwand statisch verbunden wird.


Mauerlatten sind dort zulässig, wo die Wand unter der Balkenlage endigt oder ein Mauerabsatz von 13 cm vorhanden ist. Die Mauerlatte wird zweckmäßig 10/10 cm stark gewählt (Fig. 163). Stattdessen werden neuerdings auch gewalzte Winkeleisen verwendet (Fig. 164 und 165).

Fig. 163: Die Abbildung zeigt die fachgerechte Lagerung einer Mauerlatte auf einem Ziegelmauerwerk-Absatz.

Fig. 164: Diese Illustration zeigt die Verwendung von gewalzten Winkeleisen anstelle von hölzernen Mauerlatten.

Fig. 165: Diese technische Zeichnung zeigt die Draufsicht auf ein Gebälk, das auf einer massiven Mauer aufliegt.

In Amerika werden Balkenköpfe mit schrägem Schnitt nach Fig. 166 abgearbeitet, damit sie bei Brand herabstürzend die Mauer nicht mit einreißen.

Fig. 166: Die Abbildung zeigt einen speziellen Schrägschnitt am Balkenkopf.

Gegen Brandmauern lagert man Balken auf Unterzügen, die auf Kragsteinen oder eisernen Trägern (Fig. 167 bis 169) ruhen. Einzelne Hölzer können mittels Winkeleisen angeschuht werden (Fig. 170).

Fig. 167: Diese Detailzeichnung zeigt eine Methode, Balken vor einer Brandmauer zu lagern.

Fig. 168: Die Zeichnung stellt die Lagerung eines Gebälks auf einer Kragstufe dar.

Fig. 169: Diese Abbildung zeigt die Verwendung einer metallischen Konsole oder eines Eisenträgers vor einer Brandmauer.

Fig. 170: Die Darstellung zeigt, wie einzelne Hölzer mittels Winkeleisen auf einer Brandmauer 'angeschuht' werden.

Zum Schutz der Balkenköpfe vor Verfaulen ist das Teeren verwerflich. Besser legt man Asphaltpappe unter und lässt 3 cm Hohlraum. Belüftungskanäle nach außen oder innen (Fig. 171 und 172) fördern das Austrocknen. Neuerdings werden Blechhülsen (Fig. 173) oder Hülsen aus Asphaltpappe (Kosmos-Falz-Bautafeln, Fig. 174 und 174a) verwendet.

Fig. 171: Diese Abbildung zeigt die Lösung, bei der Lufträume um Balkenköpfe durch Kanäle mit der Luft verbunden werden.

Fig. 172: Die Zeichnung verdeutlicht eine alternative Belüftungsmethode für Balkenköpfe.

Fig. 173: Diese Darstellung zeigt eine modernere Methode zum Schutz von Balkenköpfen: Der Balken wird von einer Blechhülse umschlossen.

Fig. 174: Gezeigt sind die von Baurat Fischer erdachten Kosmos-Falz-Bautafeln.

Beim „Werksatz“ einer Balkenlage teilt man die Zwischenbalken so ein, dass der Abstand nicht über 90 cm (bei Speichern 60 bis 70 cm) beträgt. In Amerika nutzt man oft schmale, hohe Bohlenbalken in geringem Abstand (Fig. 175). In Österreich sind Dübel-Balkenlagen (Dippelböden) üblich (Fig. 176).

Fig. 174a: Diese Illustration zeigt einen Balkenkopf in einer Mauernische, geschützt mit profilierten 'Kosmos-Falz-Bautafeln'.

Fig. 175: Die Abbildung zeigt eine in Amerika und Holland übliche Bauweise mit Bohlenbalken.

Fig. 176: Dargestellt ist eine Dübel-Balkenlage, bei der die Balken ohne Zwischenraum nebeneinander liegen.


Tafel 3 u. 4.: Diese Tafel illustriert die praktische Anwendung der Regeln für die Verlegung von Deckenbalken bei unregelmäßig geformten Grundrissen.


Dübel-Balkenlagen erhalten einen massiven Belag durch eine Ziegelflachschicht oder Gipsestrich (Fig. 176). Über größeren Räumen verlegt man Balken nach der kleineren Längenausdehnung (Fig. 177).

Fig. 177: Diese Illustration zeigt den sogenannten 'Werksatz' einer Balkenlage.

Bei schiefwinkligen Mauern verlegt man Balken rechtwinklig oder parallel zu einer der Wände (Fig. 178 bis 180).

Fig. 178.: Diese technische Illustration zeigt die konstruktive Lösung für eine Deckenbalkenlage an einer Gebäudeecke.

Wird ein Oberstockwerk in Fachwerk ausgeführt und kragt vor, sind Stichbalken anzuordnen (Fig. 181 bis 183).


Regeln für die Verlegung der Balken

Balken sollten möglichst aus einem Stück durch die ganze Gebäudetiefe reichen. Treffen Balken auf eine Schornsteinvorlage, sind sie auszuwechseln (Fig. 184 bis 186). Der Raum zwischen Schornstein und Holz ist durch Mauerwerk auszufüllen.

Fig. 179.: Diese technische Zeichnung illustriert die Anordnung von Deckenbalken bei schiefem Winkel.

Auswechselungen sind einzuschränken, da die Wechsel nur auf Brustzapfen ruhen. Bei schiefwinkligen Lagern sind Füllhölzer einzuzapfen (vgl. Tafel 3 und 4).

Fig. 180.: Diese technische Zeichnung illustriert die Anordnung von Deckenbalken bei schiefwinkligem Mauerverlauf.


Fig. 187: Die Zeichnung zeigt eine spezielle Anordnung von Balken zur statischen Verstärkung der Decke.

Überschreitet die freie Länge 6 m, werden Hilfskonstruktionen wie verzahnte Holzträger oder Eisenträger erforderlich (Fig. 188). Die Träger ordnet man zweckmäßig rechtwinkelig zur Balkenlage an. Zur Verbindung nutzt man Eisenklammern (Fig. 189), Eisenbänder (Fig. 190) oder Winkeleisen (Fig. 192).

Fig. 181: Diese technische Zeichnung stellt den Werksatz einer Balkenlage dar.

Fig. 182.: Diese technische Zeichnung illustriert die Anordnung von Hauptträgern rechtwinklig zur Deckenbalkenlage.

Fig. 183.: Diese technische Zeichnung illustriert eine Balkenlage für einen Grundriss mit schräg zusammenlaufenden Außenwänden.

Fig. 184: Diese Abbildung zeigt die konstruktive Ausführung einer Auswechselung um einen Schornsteinzug.

Fig. 185: Das Diagramm zeigt die Verbindung eines Wechselholzes mit den tragenden Deckenbalken.

Fig. 186: Diese technische Zeichnung illustriert den Anschluss von schräg verlaufenden Stichbalken an ein Wechselholz.


Tafel 5: Die Tafel zeigt im oberen Drittel den detaillierten Grundriss einer komplexen Balkenlage.


Für stark belastete Balkenlagen (Speicher) darf die freie Länge höchstens 4,5 m betragen; sonst sind Unterzüge und Tragstiele anzuordnen (Fig. 193). Sattelhölzer und Kopfbänder vermindern die Spannweite.

Fig. 188: Diese Abbildung zeigt die systematische Anordnung von Unterzügen zur Unterstützung weitgespannter Balkenlagen.

Fig. 189: Die Zeichnung illustriert, wie Deckenbalken auf den Flanschen eines eisernen I-Trägers ruhen.

Fig. 190: Hier wird die Verbindung der Balken mit dem Eisenträger durch diagonal angeordnete Eisenbänder verstärkt.

Fig. 191: In diesem Beispiel werden Lagerhölzer an den Steg eines eisernen Trägers angebolzt.

Fig. 192: Die Abbildung zeigt einen hölzernen Träger, der durch Bolzen und Dübel verstärkt ist.

Fig. 193: Diese technische Illustration zeigt ein Tragwerk, bei dem ein hölzerner Unterzug zur Verstärkung einer Balkenlage dient.

Sollen eiserne Säulen verwendet werden, führt man diese zwischen verdoppelten Unterzügen hindurch (Fig. 194). Balken dienen auch zur Verankerung der Mauern. Dazu befestigt man Flacheisen am Balken, die in die Mauer greifen und durch einen Splint oder eine Ankerplatte gesichert werden (Fig. 195 und 196).

Fig. 194: Die Zeichnung illustriert eine Konstruktionsvariante mit eisernen Säulen.

Fig. 195: Diese Abbildung zeigt, wie ein schmiedeeisernes Flacheisen seitlich an einem Deckenbalken befestigt wird.

Fig. 196: Ähnlich wie in Fig. 195 dient diese Konstruktion der Verankerung der Mauer mit dem Gebälk.

Mauern parallel zur Balkenlage werden mittels Langankern oder Wechseln verankert (Fig. 197 bis 200).

Fig. 197: Wenn die Mauern parallel verlaufen, wird ein sog. Wechsel zwischen zwei Balken eingezogen.

Fig. 198: Diese Variante stellt eine stabilere Ausführung dar.

Fig. 199: Zur Verankerung einer Mauer, die parallel zur Balkenlage steht, kann ein langer Eisenanker verwendet werden.

Fig. 200: Die Abbildung zeigt eine konstruktive Lösung zur Verankerung von Balkenlagen.


Die Zwischendecken

Zwischendecken sollen Schall, Wärme und Feuer hemmen. Füllstoffe müssen unverbrennlich und frei von organischen Beimengungen sein (Lehm, Quarzsand, Koksasche). Schlackenwolle kann Schwefel enthalten. Alter Bauschutt ist zu meiden. Als Lagerfläche dient meist der Windelboden (aus Stakhölzern mit Strohlehm).

Man unterscheidet:

  • a) Der ganze Windelboden (Fig. 201): Wickelhölzer in Falzen bündig über Balkenunterkante.
  • b) Der halbe Windelboden (Fig. 202): Wickelhölzer tiefer liegend.

Werden statt Stakhölzern Schwarten auf Latten gelagert, entsteht die Einschubdecke (Fig. 203). Ein Lehmverstrich dichtet die Schwarten ab. Die Füllung soll laut Berliner Bauordnung mindestens 13 cm stark sein.

Fig. 201: Die Abbildung zeigt den Aufbau eines sogenannten ganzen Windelbodens.

Fig. 202: Diese Illustration zeigt den halben Windelboden.

Fig. 203: Die Zeichnung stellt die klassische Einschubdecke dar.

Bei freien Längen über 6 m empfiehlt sich eine Verstrebung durch Kreuzstakung (Fig. 204).

Fig. 204: Diese komplexe Darstellung zeigt konstruktive Maßnahmen zur Versteifung von Balkenlagen.

c) Der gestreckte Windelboden (Fig. 205)

Die Wickelhölzer werden auf die Balken gelegt und von unten und oben verputzt.

Fig. 205: Diese Abbildung zeigt den sogenannten gestreckten Windelboden.

In Hamburg nutzt man oft den gespundeten Blindboden (Fig. 206). Am Rhein ersetzt man Einschubdecken durch Schwemmsteine (Fig. 207), was die Feuersicherheit erhöht. Balkenflächen sind hier zur Putzaufnahme mit Rohr zu benageln (Fig. 208).

Fig. 206: Dargestellt ist ein gespundeter Blindboden, der direkt auf die Balken genagelt wird.

Fig. 207: Die Abbildung illustriert eine am Rhein gebräuchliche Konstruktion.

Fig. 208: Gezeigt wird die Vorbereitung der Balkenunterseite für den Mörtelputz.

In Belgien nutzt man Ziegelsteine in geneigter Lage (Fig. 209) oder Formsteine (Fig. 210). Bei Pariser Decken (Fig. 211) wird eine Gips- oder Zementbetonschicht auf Eisen eingesetzt.

Fig. 209: Diese technische Zeichnung stellt eine typisch belgische oder holländische Stalldecke dar.

Fig. 210: Ähnlich wie bei Fig. 209 zeigt diese Abbildung die Ausfachung.

Fig. 211: Diese technische Illustration zeigt den Aufbau einer 'Pariser Decke'.

Gipsdielen (System Mack) lassen sich wie Holz nageln und zersägen. Sie können geneigt (Fig. 212) oder waagerecht (Fig. 213) eingebaut werden.

Fig. 212: Die Zeichnung zeigt technische Schnitte durch Decken mit Gipsdielen.

Fig. 213: Diese Abbildung illustriert die Konstruktion einer horizontalen Zimmerdecke.


Gipsdielen können auch bündig mit der Unterkante verlegt werden, oft auf einem Drahtnetz (Fig. 214). Eine leichte Zwischendecke bieten Korksteine, die jedoch eine Unterlage aus Einschubbrettern benötigen (Fig. 215).

Fig. 214: Die Abbildung zeigt Schnitte einer Decke, bei der hohle Gipsdielen auf einem Drahtnetz verlegt sind.

Fig. 215: Diese Illustration zeigt die Konstruktion unter Verwendung von Korksteinen.

Die feuersichere Verkleidung der Deckenunterfläche

Die Verkleidung erfolgt meist durch Mörtelputz auf Schalbrettern, Leisten, Rohr oder Drahtgewebe. Schalbretter müssen rauh gehackt sein. Pliesterlatten (Fig. 216) bieten guten Halt. Leistengeflechte (Systeme Schubert, Loth, Kahls, Fig. 217 bis 222) werden als Matten angenagelt.

Fig. 216: Die Zeichnung stellt die Befestigung von Pliesterlatten an der Unterseite dar.

Fig. 217: Diese technische Zeichnung zeigt ein Leistengeflecht, bei dem Holzlatten durch Draht verbunden sind.

Fig. 218: Die Abbildung illustriert die Montage eines 15 mm starken Leistengeflechts.

Fig. 219: Dargestellt ist die Verschalung mit einem 12 mm starken Geflecht auf Latten.

Fig. 220: Die Zeichnung zeigt eine aufgerollte Matte eines Deckengewebes.

Fig. 221: Dieser Querschnitt zeigt die Profilierung der Holzleisten der Firma Ernst Loth & Komp.

Fig. 222: Die Abbildung zeigt den Profilschnitt des Deckengewebes von Hermann Kahls.

Rohrgewebe werden an Latten befestigt (Fig. 223). Tonplatten (Fig. 224) bieten hohe Feuersicherheit. In Deutschland fertigt Heinrich Brenning solche Platten (Fig. 225 bis 227).

Fig. 223: Die Abbildung zeigt die Anordnung von Rohrgeweben als Putzträger.

Fig. 224: Diese technische Zeichnung illustriert eine Tonplatten-Decke.

Fig. 225: Gezeigt wird eine perspektivische Darstellung der Ton-Verputz-Platten von Heinrich Brenning.

Fig. 226: Die Abbildung zeigt einen speziellen verzinkten Kreuznagel.

Fig. 227: Die Abbildung zeigt die Anordnung einer Lattung unter den Deckenbalken.

Der „Drahtziegel“ (Stauss & Ruff) nutzt Tonkörperchen auf Draht (Fig. 228 bis 230). Drahtgewebe nach dem System Rabitz (Fig. 231) erlaubt hochtragfeste Zementmörtelputze.

Fig. 228: Dargestellt ist das von P. Stauss & H. Ruff entwickelte 'Drahtziegel'-Gewebe.

Fig. 229: Dieser Spannhaken dient dazu, Rundeisen an den Wandbalken zu fixieren.

Fig. 230: Die Abbildung zeigt eine Schlaufe, mit der Tragedrähte befestigt werden.

Fig. 231: Diese technische Zeichnung zeigt eine Deckenkonstruktion nach dem System Rabitz.


Der Holzfußboden

Dielen werden meist mit stumpfem Stoß (Fig. 232), Falzung (Fig. 233), Spundung (Fig. 234) oder Federung (Fig. 235) befestigt. Um Werfen zu verhindern, verlegt man sie mit der Kernseite nach unten.

Fig. 232: Die Abbildung zeigt die einfachste Form der Dielenverlegung.

Fig. 233: Dargestellt ist eine Dielenverbindung, bei der die Bretter an den Kanten gefalzt sind.

Fig. 234: Die Illustration zeigt die klassische Spundung.

Fig. 235: Diese Detailzeichnung zeigt die Verbindung mittels einer separaten losen Feder.


Das System Scherf (Fig. 236 und 237) ermöglicht fugendichte Böden durch Eisenhaften auf Winkeleisen. Dies ist auch bei eisernen Decken nutzbar (Fig. 238).

Fig. 236: Die Abbildung zeigt die von R. Scherf entwickelte Methode zur fugendichten Verlegung.

Fig. 237: Diese Detailzeichnung zeigt den Eisenhaften, der an die Unterseite der Dielen geschraubt wird.

Fig. 238: Die Zeichnung illustriert die Anwendung des Scherf'schen Systems bei eisernen Balkendecken.

Die Rordorf'schen Patent-Verbindungs-Klammern (Fig. 239 bis 245) verbinden Holz unmittelbar mit Eisenflanschen, wahlweise für dichte oder offene Fugen.

Fig. 239: Dargestellt ist eine Rordorf'sche Klammer.

Fig. 240: Diese Variante besitzt einen speziellen Ansatz.

Fig. 243: Das Diagramm zeigt die Montage eines Fußbodens mit dichten Fugen direkt auf einem I-Träger.

Fig. 244: Diese Schnittzeichnung illustriert, wie der Steg der Klammer im Brett versenkt wird.

Fig. 245: Hier wird die Verwendung der Klammer für offene Fugen gezeigt.

Zur Befestigung von Lagerhölzern dienen Drahtklammern (Fig. 241, 242, 246 bis 249).

Fig. 241: Diese Illustration zeigt eine Rordorf'sche Patent-Lagerholz-Klammer.

Fig. 242: Diese Variante wird verwendet, wenn die Lagerhölzer quer verlegt werden.

Fig. 246: Die Zeichnung verdeutlicht die perspektivische Anordnung.

Fig. 247: Diese Schnittansicht zeigt präzise, wie die Drahtklammer das Lagerholz fixiert.

Fig. 248: Die Abbildung zeigt die Befestigungssituation bei Querlattung.

Fig. 249: Dieser Schnitt zeigt die rechtwinklige Kreuzung.

Bandparkett (Stabfußboden) nutzt kurze Riemen, die oft auf einem Blindboden verlegt werden. Die Befestigung kann auch mittels Friesbrettern (Fig. 251) erfolgen. Isolierung erreicht man durch Verlegung in Asphalt (Fig. 252). Das System Hetzer (Kastenlager, Fig. 253 bis 255) ermöglicht eine Unterflurbelüftung.

Fig. 251: Diese technische Illustration zeigt die rechtwinklige Verlegung von Bodenriemen.

Fig. 252: Die Darstellung zeigt einen Fußbodenaufbau mit Asphalteinbettung.

Fig. 253: Diese Abbildung zeigt ein System zur Belüftung des Hohlraums.

Fig. 254: Die Skizze illustriert eine alternative Methode der Entlüftung.

Fig. 255: Gezeigt ist eine perspektivische Ansicht der Kastenlager-Konstruktion.

Zapfen an den Hirnenden schieben sich in die Lagerabdeckplatte ein (Fig. 256).

Fig. 256: Die Abbildung zeigt den konstruktiven Anschluss eines Riemenfußbodens.


Das System „Deutscher Fußboden“ nutzt Wandleisten mit Belüftungsschlitzen (Fig. 257 bis 259).

Fig. 257: Diese Detailzeichnung zeigt den Querschnitt einer speziell geformten Wandleiste.

Fig. 258: Dieser Schnitt zeigt eine Wandleiste mit einem Belüftungsschlitz.

Fig. 259: Die Abbildung illustriert die universelle Einsetzbarkeit des „Deutschen Fußbodens“.

Tafel-Parkett besteht aus quadratischen Tafeln auf einem Blindboden (Fig. 260). Musterbeispiele (System Hetzer) zeigen die Figuren 261 bis 264.

Fig. 260: Diese technische Illustration zeigt den Aufbau auf einer Unterkonstruktion.

Fig. 261: Die Abbildung zeigt ein Muster für Tafelparkett von Otto Hetzer.

Fig. 262: Dieses Muster zeigt eine komplexere Gestaltung einer Parkettafel.


E. Dächer

1. Allgemeines

Das Dach schützt vor Witterung, Kälte und Feuer. Die Neigung (Gefälle) wird als Verhältnis von Höhe zu Tiefe ausgedrückt (Fig. 265 und 266).

Fig. 265.: Dieses Diagramm veranschaulicht unterschiedliche Neigungen.

Fig. 266.: Die Abbildung zeigt ein geometrisches Modell eines Satteldachs.

Wichtige Begriffe: First, Grat, Kehle (Fig. 267).

Fig. 267.: Dieses Diagramm zeigt die geometrische Ausmittelung eines Dachgrundrisses.

Dachformen:

  1. Satteldächer (Fig. 268 bis 273);
  2. Säge- oder Sheddächer (Fig. 274);
  3. Pultdächer (Fig. 275 und 276);
  4. Walm- und Halbwalmdächer (Fig. 277 und 278).

Fig. 268.: Die Illustration zeigt ein klassisches Satteldach.


Fig. 271-273: Varianten asymmetrischer Satteldächer.

Fig. 274: Das Sheddach besteht aus ungleichschenkligen Satteldächern.

Fig. 275-276: Pultdächer mit einer geneigten Dachfläche.

  1. Zeltdächer und Turmdächer (Fig. 279 bis 289);
  2. Kuppeldächer (Fig. 290 und 291);
  3. Geschweifte Dächer (Hauben-, Glocken-, Zwiebel- oder Kaiserdächer, Fig. 292 bis 296).

Fig. 279-281: Verschiedene Zeltdachformen.

Fig. 282-289: Typische Formen von Kirchturmspitzen und Turmdächern.

Fig. 290-291: Kuppelkonstruktionen.

Das Tragholz unter der Lattung heißt Sparren. Ein Verbund aus zwei Sparren ist ein Gebinde. Man unterscheidet Dächer ohne Kniestock (Fig. 297), Kniestockdächer (Fig. 298) und freitragende Dächer (Fig. 299).


2. Satteldächer ohne Kniestock

a) Dächer ohne Dachstuhl (Einfache Sparrendächer)

Ein Gebinde steht auf jedem Balken. Längenverstrebung erfolgt durch Windstreben (Fig. 300). Bei Bedarf werden Kehlbalken (Hahnenbalken, Fig. 301) oder unterstützende Streben (Fig. 302) eingesetzt.

Aufschieblinge (Fig. 304) leiten Wasser über Balkenköpfe ab. Fußpfetten (Fig. 307) sind besser als Unterschieblinge (Fig. 306).

b) Dächer mit Dachstuhl

Dächer mit Kehlbalkenlage

Eine Kehlbalkenlage ruht auf Rahmhölzern. Beim einfach stehenden Stuhl (Fig. 308) stützen Säulen in der Mitte. Kopfbänder dienen der Längenverstrebung (Fig. 309).


Kehlbalkendach mit doppelt stehendem Stuhl (Fig. 310)

Hier ruht die Lage auf zwei seitlichen Rahmenhölzern. Verbesserte Verbindungen nach Moller (Fig. 312) nutzen Zangen, welche Säule und Sparren umfassen.

Bei großen Abständen stützt ein Hängewerk die Firstpfette (Fig. 313 und 314).

Kehlbalkendach mit dreifach stehendem Stuhl (Fig. 315 und 316)

Zur Querverstrebung werden Sturmstreben eingezogen.

Der liegende Stuhl

Wird angewendet, wenn feste Punkte in der Balkenlage fehlen. Der alte liegende Dachstuhl (Fig. 317 bis 320) ist heute durch optimierte Binder (Fig. 321 bis 326) ersetzt.

Der hängende Dachstuhl

Bei Balkenlängen über 6 m tragen Hängesäulen die Last. Balken werden oft mittels Schraubbolzen an Überzügen (Fig. 328) aufgehängt.


c) Pfettendächer

Unterstützung durch Pfetten ohne Kehlbalkenlage. Man unterscheidet stehende, liegende und hängende Stühle.

Pfettendach mit einfach stehendem Stuhl (Fig. 330)

Zangenpaare in den Bindern verhindern Querverschiebung.

Beim doppelt stehenden Stuhl halten Spannriegel (Zangen) die Wände auseinander (Fig. 331 bis 334).

Pfettendach mit liegendem Stuhl

Geeignet, wenn Pfetten ohne Unterstützung in der Balkenlage getragen werden müssen (Fig. 336 bis 342).

Pfettendach mit hängendem Stuhl

Bei großen Balken-Spannweiten (Fig. 345 bis 354).

Hängewerks-Dach über einer gewölbten Kirche




3. Satteldächer mit Kniestock

Sparren ruhen hier auf Knie- oder Drempelwänden. Querverschiebung wird durch Schubstreben und Zangen verhindert. Die Kniewand kann als sichtbare Fachwand oder Mauerverblendung ausgeführt sein.

Beim stehenden Stuhl nutzt man Schubstreben zwischen Balken und Sparren (Fig. 356).


Aufklauen auf eine Fußpfette (Fig. 357) erhöht die Sicherheit. Stichriegel erlauben hölzerne Hauptgesimse.

Zangen können auch oberhalb der Fußpfette liegen (Fig. 360 und 361). Drempelstiele sind stets 2 bis 4 cm von der Mauer abzurücken, um Druckschäden zu vermeiden.

Beispiele für stehende Stühle mit Drempel zeigen Fig. 362 bis 364. Beim liegenden Stuhl (Fig. 365) dient die Stuhlsäule oft als Schubstrebe.

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