Der innere Ausbau

TürenbauFensterkonstruktionWandvertäfelungenHolzdeckenTreppenbauBautischlerarbeiten
Das Handbuch des Bautechnikers, Band IV

Der innere Ausbau

Umfassend: Türen, Fenster, Wandvertäfelungen, Holzdecken und Treppen in Holz, Stein und Eisen

Autor

Hans Issel

Jahr

1899

Verlag

Bernh. Friedr. Voigt

Leipzig

Umfang

164 Seiten

Studierende an Baugewerkschulen und ausführende Bautechniker

Zusammenfassung

In seinem 1899 erschienenen Werk „Der innere Ausbau“ bietet Hans Issel eine umfassende technische Anleitung für Architekten und Bautechniker des Historismus. Das Handbuch gliedert sich in sechs Hauptteile:

  1. Türen: Behandlung von Zimmertüren, Haustoren und Spezialkonstruktionen wie Schiebetüren unter Berücksichtigung von Materialkunde und Beschlagtechnik.
  2. Fenster: Detaillierung von Zimmer-, Doppel- und Schaufenstern sowie innovativen Patenten (z. B. Spengler) und Rollladensystemen.
  3. Wandvertäfelungen (Lambris): Historischer Abriss und konstruktive Ausführung von Täfelungen und Intarsien.
  4. Hölzerne Flachdecken: Entwicklung von der Balken- zur Kassetten- und Felderdecke.
  5. Treppen: Geometrische Grundlagen (Steigungsverhältnis, Verziehen von Stufen) sowie Konstruktionen in Holz, Werkstein, Eisen und dem damals neuartigen Monier-Beton.
  6. Preisangaben: Ein seltener Einblick in die damaligen Baukosten.
    Das Werk besticht durch 533 Textillustrationen und 7 Tafeln, die den hohen technischen Standard und die ästhetischen Ansprüche der Zeit widerspiegeln. Es dient heute als primäre Quelle für die Denkmalpflege und die Rekonstruktion historischer Innenräume.

Glossar (147 Begriffe)

Vollständiger Inhalt

Das Handbuch des Bautechnikers

Eine übersichtliche Zusammenfassung der an Baugewerkschulen gepflegten technischen Lehrfächer

Zum Gebrauch für Studierende und ausführende Bautechniker

Unter Mitwirkung von erfahrenen Baugewerkschullehrern herausgegeben von Hans Issel Architekt und kgl. Baugewerkschullehrer

IV. Band: Der innere Ausbau

Bild 1: Das Signet zeigt einen fruchttragenden Baum mit einem davor platzierten Wappenschild, welches die Initialen 'B.F.V.' des Verlegers Bernh. Friedr. Voigt trägt. Umrahmt wird das Motiv durch ein kreisförmiges Band mit dem Leitspruch 'ARBEIT IST LEBEN'.

Leipzig 1899 Verlag von Bernh. Friedr. Voigt.


Der innere Ausbau

Umfassend: Türen, Fenster, Wandvertäfelungen, Holzdecken und Treppen in Holz, Stein und Eisen

Für den Schulgebrauch und die Baupraxis bearbeitet von Hans Issel Architekt und kgl. Baugewerkschullehrer

Mit 533 Textillustrationen und 7 Tafeln

Leipzig 1899 Verlag von Bernh. Friedr. Voigt.

Bild 2: Das Signet des Verlags zeigt einen stilisierten, fruchttragenden Baum mit einem Wappenschild, das die Initialen des Verlegers 'B.F.V.' (Bernhard Friedrich Voigt) trägt. Umschlossen wird das Wappen von einem Schriftband mit dem Leitspruch 'ARBEIT IST LEBEN'.


Vorwort

Der in diesem Band als „Innerer Ausbau“ behandelte Lehrstoff hält in seinem Umfang die Grenzen ein, die auch an der Baugewerkschule gesteckt zu werden pflegen. Der Verfasser ist dabei bestrebt gewesen, neue brauchbare Erfindungen auf diesem Gebiet des technischen Schaffens in den Bereich des Gebotenen mit hineinzuziehen. Für den Kunsttischler, der sich im inneren Ausbau weiter ausbilden und betätigen will, wird der hier behandelte Stoff nur anregend zu wirken vermögen; zum weiteren Studium seien ihm die verschiedenen im Verlage von Bernh. Friedr. Voigt in Leipzig erschienenen kunstgewerblichen Werke dieser Art empfohlen.

Für den in der Praxis stehenden Bautechniker dürfte die gewählte gedrängte Vorführung des Wissenswerten in dieser Hinsicht genügen, umso mehr, als auch auf solche in der Geschäftswelt bekannte Firmen für Bauartikel Rücksicht genommen ist, deren Erzeugnisse dem Geschäftsmann fördernd zur Hand stehen.

Der leitende Grundsatz bei der Zusammenstellung des vorliegenden Lehrstoffes war: „Größte Reichhaltigkeit bei möglichster Kürze“. Hierzu war die große Anzahl von Textillustrationen nötig, die hier Platz gefunden haben und die dem „geschulten“ Bautechniker von Nutzen sein sollen.

Der Verlagsbuchhandlung danke ich an dieser Stelle, dass sie diesen außergewöhnlich kostspieligen Weg zu betreten nicht gescheut und Druck nebst Illustrationen in anerkennenswerter Weise hergestellt hat.

Kassel, im Herbst 1898.

Der Verfasser.


I. Die Türen

1. Zimmertüren

a) Das Material und die Konstruktion des Türgestells

Das Material

Das Material der Zimmertüren ist gewöhnlich Kiefern- oder Tannenholz, das vielfach, besonders für Fabriken, aus Skandinavien bezogen wird. Bei reicher Ausstattung der Räume kommen auch edle Holzarten wie Nussbaum und Mahagoni zur Verwendung.

Das Türgestell

In Wänden von 1/2 Stein Stärke werden, entsprechend der verlangten lichten Weite der Tür, wozu noch 8 bis 10 cm für das beidseitige Futter hinzukommen, zwei Türpfosten aufgestellt, die durch die ganze Höhe der Wand hindurchreichen. Sie werden unten in eine Schwelle oder in einen Wechsel, oben in einen Rähm oder in einen Balken eingezapft. Ein oberer Querriegel bildet den Türsturz (Fig. 1).

Fig. 1: Diese technische Illustration zeigt die Grundkonstruktion eines Türgestells für eine 1/2 Stein starke Wand. Es besteht aus zwei vertikalen Türpfosten, die unten in eine Schwelle eingezapft sind und oben durch einen Querriegel, den sogenannten Türsturz, verbunden werden.

Die Türschwelle

Um Türen, die nach einem Korridor hinausgehen, einen besseren Luftabschluss zu geben, lässt man sie unten gegen eine Schwelle von 1 bis 1,5 cm Höhe schlagen. Diese Schwelle ist aus Eichenholz gefertigt; sie erleichtert ganz besonders das Belegen des Fußbodens mit Teppichen. An Verbindungstüren zwischen Wohnzimmern schneidet man hierzu gewöhnlich unten etwas ab.

Die Bohlenzarge

Bei 1 Stein starken Wänden wird eine Bohlen- oder Blockzarge aufgestellt. Bohlen von 6 cm Stärke bilden die Seitenteile eines Türgerüstes, das bei großer Höhe durch eiserne Anker, die zu beiden Seiten an der Zarge befestigt werden, mit dem Mauerwerk verklammert wird. Die Bohlen haben die Breite der Wandstärke zuzüglich beidseitiger Putzstärke. Die obere Querbohle ist mit den Seitenteilen verzapft und hat an beiden Enden Verlängerungen, sogenannte Ohren (Fig. 2).

Fig. 2: Die Abbildung zeigt eine Bohlenzarge, die bei ein Stein starken Wänden Verwendung findet. Die Seitenteile bestehen aus 6 cm starken Bohlen, während die obere Querbohle über die Seitenteile hinausragende Verlängerungen, die sogenannten 'Ohren', besitzt, um einen besseren Halt im Mauerwerk zu gewährleisten.

Türdübel

Weniger empfehlenswert ist die Befestigung des Türfutters an Türdübeln, die als Holzklötze von keilförmiger Gestalt die Höhe von Backsteinen erhalten und durch das ganze Mauerwerk hindurchreichen. Bei dem unvermeidlichen Schwinden des Holzes lockern sie sich leicht und bieten nun keinen Halt mehr.

Die Kreuzholzzarge

In stärkeren Wänden stellt man vor Aufführung der Mauern ein Türgerüst auf, das aus zwei oder mehreren Rahmen besteht. Jeder Rahmen setzt sich zusammen aus Schwelle, Ständer und Holm. Die Holzstärken betragen 10 x 10 bis 12 x 12 cm. Die Rahmen werden durch mehrere Riegel untereinander verbunden. Ein Entlastungsbogen wird auch hier notwendig. Die Ausmauerung darunter ruht auf Bohlen von etwa 5 cm Stärke, die an beiden Enden 10 bis 12 cm überstehen (Fig. 3).

Fig. 3: Diese Illustration zeigt eine Kreuzholzzarge für stärkere Wände, bestehend aus mehreren Rahmen mit Schwelle, Ständer und Holm. Über der Zarge ist die Unterkonstruktion für einen Entlastungsbogen dargestellt, die auf überstehenden Bohlen ruht, um den Druck des darüberliegenden Mauerwerks abzufangen.

Verankerte Winkeleisen

Bei Türen, die stark benutzt werden, z. B. in öffentlichen Gebäuden, empfiehlt sich zu ihrer sicheren Befestigung die in Fig. 4 angedeutete Konstruktion. Derartige Türen schlagen nicht in das Zimmer, sondern nach außen durch die Wand hindurch. Der Futterrahmen der Tür, 8 cm stark, wird aus zwei aufeinandergeschraubten Brettern gefertigt. Zu seiner Befestigung sind Winkeleisen von 4 cm Schenkelbreite aufgeschraubt, die mit den bei Aufführung des Mauerwerkes zugleich eingemauerten kleinen Ankern (Krähenfüßen) verschraubt werden. Eine Lockerung ist hierbei ausgeschlossen.

Fig. 4: Dieser technische Schnitt zeigt die Konstruktion einer stark beanspruchten Tür, wie sie in öffentlichen Gebäuden (hier eine Schulzimmertür) vorkommt. Zur sicheren Befestigung werden Winkeleisen verwendet, die mit im Mauerwerk verankerten 'Krähenfüßen' verschraubt sind. Das Futter ist hierbei als Wandtäfelung ausgeführt.

b) Die Verkleidung des Türgestells

Das Türfutter

Das Türfutter besteht aus Schwelle, zwei Seitenstücken und Kopfstück, die die ganze Laibungsfläche der Tür decken. Das Futter bleibt bei Wandstärken bis 25 cm glatt, in über 1 Stein starken Wänden wird es gestemmt. Die einzelnen Teile des Futters werden mittels Verzinkung verbunden; darauf wird das fertiggestellte Gestell in die Türöffnung eingesetzt, mit Keilen festgestellt und an den Dübeln oder an der Zarge festgenagelt oder festgeschraubt. Die Öffnung muss demnach 10 cm breiter und 5 cm höher angelegt werden, als das lichte Maß betragen soll.

Zwischen Futter und Wand schiebt man bei besseren Türen eine sogenannte Hinterfütterung ein, und zwar an den Stellen, wo später die Bänder ihren Platz finden sollen (Fig. 5).

Fig. 5: Diese technische Zeichnung zeigt einen horizontalen Querschnitt durch eine Türlaibung. Dargestellt ist das Türfutter, die Hinterfütterung an der Stelle der Türbänder zur stabilen Befestigung sowie der Übergang zum Türblatt (Thür) und zum Mauerwerk.

Gestemmtes Futter

Bei gestemmtem Futter wird auch die Schwelle mit Rahmenstücken und Füllungen von 3 bis 4 cm Stärke, die aber in ihrer Oberfläche genau bündig liegen, hergestellt (Fig. 6).

Fig. 6: Die Illustration zeigt die Frontalansicht eines gestemmten Türfutters. Es verdeutlicht die Konstruktion mit Rahmenstücken, Füllungen und der Schwelle, wobei alle Elemente oberflächenbündig gearbeitet sind, um einen sauberen Abschluss in der Laibung zu bilden.

Ausgegründetes Futter

Ausgegründetes Futter wendet man bei Wandtiefen von 25 cm an. Es wird dabei auf die glatte Futterfläche ringsum eine Verdoppelung mit Kehlstoß aufgeleimt (Fig. 54).

Das gestemmte Futter hat Rahmen und Füllungen, die sich in ihrer Anordnung nach der Einteilung der Türflügel richten. Das Kopfstück erhält gewöhnlich nur eine Füllung. Bei schmaler Türfutterbreite werden die aufrechtstehenden Rahmenstücke ebenfalls schmäler als die Türfriese.

Die Türbekleidung

Die Türbekleidung soll die Fuge zwischen Futter und Mauerwerk decken (Fig. 7 bis 14).

Fig. 7 bis Fig. 11: Diese Gruppe von Zeichnungen zeigt verschiedene Querschnittsprofile (Fig. 7 bis 11) für Türbekleidungen (Architrave). Die Profile sind mit präzisen Maßangaben in Millimetern versehen, die dem Handwerker als Vorlage für die Profilierung der Leisten dienen, die die Fuge zwischen Futter und Mauerwerk verdecken.

Ihre Breite ist gleich 1/7 bis 1/8 der lichten Türweite. Bei einflügeligen Türen ist sie meist 12 bis 15 cm, bei zweiflügeligen 16 bis 20 cm breit. Diese Verkleidung wird häufig auf schmale Latten, sogenannte Putzleisten genagelt, die dem anstoßenden Putz als Lehre dienen (Fig. 5).

Fig. 12: Diese technische Zeichnung zeigt ein detailliertes Profil einer Türbekleidung (Türverkleidung) im Querschnitt. Mit einer Gesamthöhe von 154 Einheiten und einer Breite von 15 Einheiten am Fuß dient dieses Profil dazu, die Fuge zwischen dem Türfutter und dem verputzten Mauerwerk dekorativ zu überdecken.

Fig. 13: Die Abbildung zeigt ein weiteres Beispiel für eine profilerte Türbekleidung. Es unterscheidet sich von Fig. 12 durch seine Maße (149 hoch, 13 breit am Fuß) und eine leicht abgewandelte Formgebung der Gliederung, was Architekten verschiedene gestalterische Optionen für den Innenausbau bot.

Fig. 14: Dieser Querschnitt zeigt ein drittes, etwas schmaleres Profil (129 hoch, 12 breit) für Türverkleidungen. Solche Profile wurden gemäß dem Text in Breiten von 1/7 bis 1/8 der lichten Türweite ausgeführt, was bei einflügeligen Türen meist 12 bis 15 cm entsprach.

Man unterscheidet Falzverkleidung an der Seite, wo die Tür sitzt, und Zierverkleidung an der anderen Seite der Wand (Fig. 6 und 15).

Fig. 15: Die Zeichnung verdeutlicht den konstruktiven Unterschied zwischen der 'Zierverkleidung' auf der Sichtseite und der 'Falzverkleidung' auf der Seite, in die das Türblatt einschlägt. Es zeigt das Zusammenspiel von Mauerwerk, Futter und den abdeckenden Bekleidungshölzern.

Feinere Türen erhalten zu der Verkleidung noch einen Sockel (10 bis 15 cm hoch, 1 cm stark) hinzu (Fig. 16).

Fig. 16: Bei hochwertigen Türen wird die vertikale Verkleidung am Boden durch einen sogenannten Sockel abgeschlossen. Dieser ist laut Text etwa 10 bis 15 cm hoch und 1 cm stark und bildet einen sauberen Übergang zum Fußboden bzw. zur Fußleiste.

Die einzelnen Teile der Verkleidung werden auf Gehrung überblattet oder gestemmt und verkeilt (Fig. 17).

Fig. 17: Diese Illustration zeigt die handwerkliche Verbindung der horizontalen Kopfverkleidung mit der vertikalen Seitenverkleidung. Die Teile werden auf Gehrung (45-Grad-Winkel) zugeschnitten und durch Überblattung stabil miteinander verbunden.

c) Die Türflügel

Einflügelige Türen

Einflügelige Türen bekommen eine solche Weite, dass Möbel bequem hindurchgebracht werden können, Personen aber hindurchgehen können, ohne dass man die Tür zu weit öffnen muss. Gewöhnliche Maße sind hierfür: 1 m breit, 2,20 bis 2,25 m hoch (im Futter gemessen). In Süddeutschland begnügt man sich mit kleineren Maßen, gewöhnlich 0,90 m für die Breite und 2,10 m für die Höhe. Aborttüren macht man 75 bis 80 cm breit. Die Türen ein und derselben Wohnung macht man untereinander gleich, damit die Tischlerarbeit nicht unnötig verteuert wird.

Gestemmte Türen

Gestemmte Türen bestehen aus Rahmen oder Friesen und aus Füllungen. Man unterscheidet Höhen-, Quer- und Mittelfriese. Die Rahmstücke sind bei gewöhnlichen Türen 3 bis 4 cm, bei größeren 5 cm stark. Ihre Breite beträgt 10 bis 20 cm, im Mittel 14 cm. Sie werden mit Fasen (Fig. 18 bis 21) oder mit angehobelten Kehlstößen, und zwar meist auf beiden Seiten, versehen (Fig. 22 bis 25).

Fig. 18-21: Diese Abbildungen zeigen verschiedene Arten von Fasen (abgeschrägten Kanten), mit denen die Rahmstücke von Türen versehen werden können. Sie dienen der dekorativen Gliederung der Kanten bei einfacheren Türkonstruktionen.

Fig. 22-25a: Die Zeichnungen zeigen Profile von Kehlstößen, die direkt an die Rahmhölzer angehobelt sind. Die Maßangabe '3-4 cm' bezeichnet die Breite der sichtbaren Abplattung 'a' der Füllung, wie sie im Text erläutert wird.

Die Verbindung der Rahmhölzer zeigen die Fig. 26 bis 31.

Fig. 26, 27: Technische Zeichnungen der Schlitz-und-Zapfen-Verbindungen für den oberen Querriegel (Fries) eines Türblatts. Gezeigt werden verschiedene Arten der Verzapfung zur stabilen Verbindung der Rahmenelemente.

Fig. 28-31: Detaillierte Schnitte und Ansichten der Zapfenverbindungen für obere und mittlere Querfriese. Diese Abbildungen verdeutlichten, wie die horizontalen Friese in die vertikalen Rahmstücke eingepasst werden, wobei auch Platz für Nut und Feder der Füllungen berücksichtigt ist.

Um ein Undichtwerden der auf Gehrung verbundenen Friese zu verhindern, werden vor dem Zusammenleimen der Türen an diesen Stellen Zinkplättchen oder Holzplättchen eingelegt (Fig. 32).

Fig. 32: Detailansicht einer Gehrungsverbindung, in die vor dem Verleimen ein Zink- oder Holzplättchen eingelegt wird. Dies dient dazu, ein Aufgehen der Fuge bei späterem Schwinden des Holzes zu verhindern und die Verbindung dicht zu halten.

Die Füllungen

Die Füllungen werden gewöhnlich 24 mm stark ausgeführt; ihre Breite beträgt 25 bis 30 cm. Je breiter eine Füllung wird, umso mehr schwindet das Holz. Besser ordnet man hier mehrere schmale als wenige breite Füllungen an. Die Höhe des Füllungsfeldes soll 1,50 m nicht überschreiten. Die Füllung ist mit den Rahmen durch Nut und Feder verbunden. Die Nuten müssen genügend tief sein, 1,5 cm, und noch Spielraum übrig lassen, damit sich die Füllung innerhalb derselben ausdehnen oder auch zusammenziehen kann, ohne dass zwischen Rahmen und Füllung eine durchsichtige Fuge entsteht. Dieser Spielraum beträgt 2 bis 4 mm. Die sichtbare Abplattung $a$ der Füllungen (Fig. 22 bis 25) hat meist eine Breite von 3 bis 4 cm.

Die Profilierung

Die an die Rahmen angehobelten Profile, die die Füllungen umsäumen, dürfen nur sehr zart sein, damit das Holz nicht zu sehr geschwächt wird. Immerhin muss die Profilierung im Wechsel von Licht und Schatten gut wirken. Zur Trennung der einzelnen Glieder dienen Nuten, die genügend breit auszustoßen sind, damit sie bei einem Ölfarben-Anstrich nicht zugedeckt werden. Karnies, Rundstab und Kehlleiste sind die gebräuchlichsten Profile. Die Gesamtbreite des Kehlstoßes beträgt 3 bis 4 cm (Fig. 22 bis 25 a).

Aufgeleimte Kehlstöße lassen das Profil kräftiger erscheinen und machen es breiter (Fig. 33 bis 35). Sie müssen stets an den Rahmhölzern befestigt werden, damit die Füllung sich frei bewegen kann.

Fig. 33 bis 35: Diese technischen Zeichnungen zeigen verschiedene Profile von aufgeleimten Kehlstößen für Zimmertüren. Sie dienen dazu, das Profil kräftiger und breiter erscheinen zu lassen. Wichtig ist ihre Befestigung ausschließlich an den Rahmhölzern, um die freie Bewegung (Schwinden und Quellen) der Türfüllung nicht zu behindern.

Eingeschobene Kehlstöße sind dauerhafter, werden daher stets bei äußeren Türen angewendet. Der Kehlstoß bildet ein getrenntes Stück, das zwischen Rahmen und Füllung eingeschoben wird. Die Verbindung geschieht dabei wieder auf Nut und Feder. Da diese Kehlstöße aber bei Zimmertüren weniger Verwendung finden, so verweisen wir an dieser Stelle auf das spätere Kapitel von den Haustüren (Fig. 36 bis 38).

Fig. 36 bis 38: Die Darstellungen zeigen eingeschobene Kehlstöße, die als separates Bauteil zwischen Türrahmen und Füllung mittels Nut-und-Feder-Verbindung eingesetzt werden. Diese Konstruktion ist besonders dauerhaft und wird daher bevorzugt bei Haustüren und anderen Außentüren verwendet.

d) Einflügelige und zweiflügelige Türen

Je nach der Anzahl der angeordneten Füllungen erhält die Tür eine genauere Bezeichnung, wie: Zweifüllungs-, Vierfüllungs-, Sechsfüllungs- etc. Tür (siehe Fig. 39 bis 44).

Anmerkung. Diese Türen werden von der Bauartikel-Fabrik A. Siebel in Düsseldorf geliefert zum Preis von 12,30 bis 16,90 Mark.

Fig. 39, 40, 41, 42, 43, 44: Diese Zusammenstellung zeigt sechs verschiedene Standarddesigns für Türflügel, die nach der Anzahl ihrer Füllungen (Paneele) klassifiziert werden. Dargestellt sind (von links oben nach rechts unten): eine Zweifüllungstür (Fig. 39), eine Vierfüllungstür (Fig. 40), eine Sechsfüllungstür (Fig. 41 und 42) sowie zwei Varianten von Achtfüllungstüren (Fig. 43 und 44). Laut Text wurden diese Modelle von der Bauartikel-Fabrik A. Siebel in Düsseldorf gefertigt.

Die Türbeschläge

Einflügelige Türen werden mit je zwei Fisch- oder Schippen- oder Paumelle-Bändern angeschlagen und mit einem überbauten oder einem eingesteckten Schloss mit Schließkolben oder Schließblech und mit beidseitigen Façondrückern versehen (siehe weiter unten unter „Türbeschläge“).

Flügeltüren

In großen und herrschaftlich ausgestatteten Räumen ordnet man breitere Türen an, die als Flügeltüren bezeichnet werden. Bei einer Lichtweite von 1,50 m kann dann jeder Flügel 0,75 m breit werden, was als Durchgangsöffnung genügt. Ist die Öffnung schmaler, so erhält der eine, zum Durchgehen bestimmte Flügel die Breite von 0,70 bis 0,75 m, der andere, gewöhnlich durch Riegel festgestellt, die Restbreite, z. B. bei 1,25 m Breite: 0,70 und 0,55 m. Das unschöne Aussehen einer solchen Tür muss durch Anbringung einer blinden Schlagleiste verdeckt werden. Die Höhe der Tür beträgt zumeist 2,50 m. Türen mit geringerer Höhe, z. B. 2,40 m, kann man durch hinzugefügte Aufbauten (Verdachung) wieder in ein gutes Verhältnis bringen (Fig. 45 bis 48).

Fig. 45: Diese Illustration zeigt eine Flügeltür mit einer lichten Breite von 1,50 m und einer Gesamthöhe von 2,50 m. Die Zeichnung verdeutlicht die klassische Aufteilung in Rahmenstücke (Friese) und symmetrisch angeordnete Füllungsfelder, wie sie für repräsentative Innenräume der Gründerzeit typisch war.

Fig. 46: Dargestellt ist eine Variante einer 1,50 m breiten Flügeltür, bei der die oberen Füllungsfelder mit kreisförmigen Ornamenten verziert sind. Solche dekorativen Elemente dienten dazu, die Ästhetik der Tür bei geringerer Bauhöhe oder in besonders prachtvoll ausgestatteten Räumen zu heben.

Fig. 47: Bei dieser 1,30 m breiten Tür wird durch die Anordnung einer zusätzlichen blinden Schlagleiste eine symmetrische, dreiteilige Optik erzeugt. Dies dient dazu, den Breitenunterschied zwischen dem Gehflügel (ca. 0,70 m) und dem schmaleren Standflügel ästhetisch zu kaschieren.

Fig. 48: Die Abbildung zeigt eine Flügeltür mit einer Breite von 1,40 m, bei der durch viele Querfriese und kleine Füllungen gearbeitet wurde. Laut Text wird diese kleinteilige Gliederung oft bei Türen mit geringer Bauhöhe angewandt, um die Proportionen optisch zu korrigieren.

Die Rahmstücke beider Flügel macht man gewöhnlich gleich breit; mithin müssen die Querfriese, die an beiden Seiten gekehlt sind, um das Kehlstoßprofil breiter hergestellt werden. Die unteren Querfriese erhalten häufig so viel mehr Breite, wie die Sockelhöhe beträgt.

Die Füllungen

Bei der Einteilung der Füllungen in Flügeltüren ist zu beachten, dass die Anordnung vieler Querfriese, also vieler kleiner Füllungen, in einem und demselben Flügel ungünstig wirkt. Die Tür erscheint zu sehr gedrückt. Besser wirken hier wenige langgestreckte Füllungen, die mehr die Höhenentwicklung betonen (Figur 45 bis 48).

Die Türverkleidung ist 16 bis 20 cm breit oder auch gleich 1/8 der Lichtweite.

Die Schlagleisten

Wo die senkrechten Rahmhölzer der beiden Türflügel zusammenstoßen, entsteht eine Fuge, die beim Schwinden der Rahmhölzer sich verbreitern wird. Sie wird durch eine auf beiden Seiten aufgesetzte „Schlagleiste“ verdeckt (Fig. 49 bis 53). Ihre Befestigung geschieht durch Aufleimen oder Aufschrauben. Die Breite der Leisten ist 3 bis 5 cm bei 2 bis 3 cm Stärke. Unten erhalten die Leisten oft einen einfachen Sockel (Fig. 52 und 53). Die Rahmhölzer selber werden da, wo sie zusammenstoßen, an den Kanten abgeschrägt. Man erhält so die Schlossschmiege für das eingesteckte Türschloss (Fig. 49 und 53).

Fig. 49: Diese technische Zeichnung zeigt das Profil einer einfachen Schlagleiste, die dazu dient, die Fuge zwischen den beiden Flügeln einer Doppeltür dekorativ zu verdecken und den Luftabschluss zu verbessern.

Fig. 50: Dargestellt ist ein Schlagleistenprofil mit ausgeprägten Kehlungen und Rundstäben, das bei aufwendiger gestalteten Türen zur Anwendung kommt, um den Zusammenstoß der Türflügel zu betonen.

Fig. 51: Dieses Diagramm zeigt eine weitere Variante einer Schlagleiste, deren Profil durch tiefe Hohlkehlen und scharfe Grate gekennzeichnet ist, um ein Spiel von Licht und Schatten zu erzeugen.

Fig. 52: Die Abbildung zeigt den unteren Abschluss einer Schlagleiste, die mit einem verbreiterten Sockel versehen ist, um einen harmonischen Übergang zum Fußboden oder dem Türsockel zu bilden.

Fig. 53: Dieser konstruktive Schnitt zeigt zwei Türflügel im geschlossenen Zustand. Sie schlagen in einen gemeinsamen Falz ein, wobei die Fuge durch eine aufgesetzte, sockelartig ausgebildete Schlagleiste verdeckt wird.

Doppelte Schlagleisten. Ist die Lichtweite der Flügeltür geringer als 1,40 m, so werden die Türflügel verschieden breit: 0,70 m + Restbreite. Eine symmetrische Ansicht gibt man dem Äußeren der Tür durch Anbringung von zwei Schlagleisten, einer am Zusammenstoß der Flügel und einer zweiten, die den breiteren Flügel gleich dem schmäleren erscheinen lässt. Hierdurch wird in der Türmitte ein senkrechter Fries von 10 bis 15 cm Breite gebildet (Fig. 47).

Dreiteilige Flügeltüren. Wenn der Unterschied zwischen den Flügelbreiten der Tür sehr groß wird, dann rücken die Schlagleisten so weit auseinander, dass die Tür scheinbar aus drei Teilen besteht, z. B. wenn bei 1,30 m Lichtweite der eine Flügel 0,70 m, der andere 0,40 m Breite erhält (Fig. 48).

Die Türverdachung

Die Flügeltür gewinnt an Höhenwirkung und auch an Gesamterscheinung, wenn man ihr eine Verdachung hinzufügt. Diese gleicht in der Form und Zusammensetzung der Glieder einem Gesims der Werkstein-Architektur. Der Eindruck der Schwere muss aber durch die zierliche und dabei äußerst scharfe Profilierung der Gesimsglieder sowie durch freie Ausladung der Formen, besonders durch die sehr gestreckte Form der bekrönenden Sima, vermieden werden (Fig. 54 und 55). Zwischen Gesims und Verkleidung tritt oft ein Fries, der mit aufgesetzten Leisten und mit Füllungen versehen ist (Fig. 54 bis 57).

Fig. 54: Die Abbildung zeigt den oberen Teil einer Tür mit einem dekorativen Gesims (Verdachung) und darunterliegendem Fries. Der dargestellte Rahmen besitzt eine 'ausgegründete Füllung', bei der eine Profilleiste auf die Futterfläche aufgeleimt ist.

Fig. 55: Dieses Detail zeigt eine Konstruktionsvariante, bei der die Holzfüllung bündig und glatt in den Rahmen (Fries) der Tür bzw. des Futters eingefügt ist, was eine schlichtere Optik ergibt.

Fig. 56: Dargestellt ist ein vertikaler Schnitt durch einen Türfries mit einer 'eingestemmten Füllung'. Hierbei ist die Füllung in eine Nut im Rahmen eingelassen, was für Stabilität bei gleichzeitiger Bewegungsfreiheit des Holzes sorgt.

Fig. 57: Diese Profilzeichnung verdeutlicht den oberen Anschluss eines Türrahmens an den Fries, wobei die dekorativen Kehlungen und die konstruktive Verbindung der Holzelemente gezeigt werden.

Das Gesims wird aus mehreren Brettstreifen und aus profilierten Leisten zusammengeleimt und an beiden Enden verkröpft, wobei sämtliche Profile auf Gehrung zusammengeschnitten erscheinen. Die Befestigung des Ganzen an der Wand erfolgt durch mehrere Bankeisen, die in die Wand eingeschlagen oder mit sauber aufgeschraubten Eisen eingegipst werden. Einfache und reichere Türverdachungen geben die Fig. 58 bis 63, die dem Holzbearbeitungsgeschäft von Ferdinand Bendix Söhne in Berlin entstammen.

Fig. 58: Diese Illustration zeigt eine schlichte Türverdachung mit einem glatten Fries und einem einfachen Gesimsprofil. Laut Text dient eine solche Verdachung dazu, die Höhenwirkung und Gesamterscheinung einer Flügeltür zu verbessern, wobei sie architektonisch einem Werksteingesims nachempfunden ist.

Fig. 61: Diese Zeichnung stellt eine klassizistische Türverdachung dar, die durch ein markantes Zahnschnitt-Gesims (Dentil) und profilierte Konsolen an den Seiten charakterisiert ist. Sie entstammt dem Musterbuch des Berliner Holzbearbeitungsgeschäfts Ferdinand Bendix Söhne.

Fig. 59: Dargestellt ist eine Türverdachung, deren Fries ein vertieftes Feld (Spiegel) mit einem zentralen quadratischen Ornament aufweist. Diese Form der Gestaltung bricht die Fläche des Frieses auf und verleiht der Tür eine reichere Wirkung.

Fig. 62: Die Illustration zeigt eine Verdachung mit einem gegliederten Kassettenfries. Sie wird an den Seiten durch geschwungene, dekorative Konsolen gestützt, was den Eindruck von architektonischer Schwere vermittelt, der durch feine Profilierung abgemildert werden soll.

Fig. 60: Dies ist ein Beispiel für eine besonders prachtvolle Türverdachung. Der Fries ist mit einem geometrischen Schnitzmuster (Sechsecke/Rauten) versehen und wird seitlich von großen, ornamental verzierten Voluten begrenzt.

Fig. 63: Diese Abbildung zeigt eine modernere Variante einer Türverdachung aus der Zeit um 1900. Sie weist ein flacheres Profil und ein schlichtes dekoratives Paneel im Fries auf, flankiert von reduzierten Zierelementen an den Enden.

Der Türbeschlag einer Flügeltür besteht aus je drei starken Fisch- oder Schippen- oder Paumellebändern, zwei Schiebe- oder Kantenriegeln sowie einem Einsteckschloss mit beidseitigen Façondrückern (siehe unter „Türbeschläge“).

e) Schiebetüren

Zur bequemen Verbindung aneinandergrenzender Gesellschafts- oder Wohnräume und unter besonderer Berücksichtigung der Raumersparnis gelangen innere Schiebetüren zu immer weitergehender Verwendung. Beide Flügel werden hierbei in die hohlen Seitenwände geschoben, nehmen also keinen Platz im Zimmer in Anspruch. Die Schiebetür kann die halbe Zimmerwand zur Breite erhalten. Sie ist wie eine gewöhnliche Tür, ohne stark vorspringende Architekturen, zusammengesetzt.

Die Türflügel

Die äußeren, aufrechten Rahmenstücke und die oberen Querfriese werden umso viel breiter als die übrigen gemacht, wie sie im Futter unsichtbar bleiben, also um einige Zentimeter. In der äußeren Ansicht sind sie untereinander gleich. Sie werden durch zwei angeschraubte Leisten gegen zu weites Herausziehen gesichert (Fig. 64).

Fig. 64: Diese technische Illustration zeigt im Horizontalschnitt, wie ein Schiebetürflügel im Wandfutter geführt wird. Besonders hervorgehoben wird die Sicherung gegen ein zu weites Herausziehen der Tür: Die äußeren Rahmenstücke sind breiter gefertigt und werden durch angeschraubte Leisten im Futter gestoppt.

Die Schlagleiste

Die Flügel stoßen in der Mitte mit rechtwinkeliger Kante stumpf zusammen; die Fuge kann durch eine beidseitige Schlagleiste gedeckt werden. Besser ist ein sogenannter Wolfsrachen-Verschluss (Fig. 65).

Fig. 65: Die Zeichnung stellt einen sogenannten Wolfsrachen-Verschluss dar, der am Zusammenstoß zweier Schiebetürflügel eingesetzt wird. Diese profilierte Verbindung bietet im Vergleich zum stumpfen Zusammenstoß einen besseren Abschluss gegen Licht und Staub und sorgt für eine präzise Führung der Flügel in der Mitte.

Das Türfutter

Man verwendet je nach der Wandstärke glattes oder gestemmtes Futter. Es enthält in seiner Mitte den Schlitz für das Hindurchschieben der Tür, wenn sich die Tür in der Mitte befindet. Am Kopfstück des Futters ist dabei die eine Hälfte durch Verzinkung verbunden, die andere aber beweglich. Sie hängt in Scharnierbändern, um das Einhängen der Tür zu ermöglichen. Anderenfalls kann die Konstruktion auch vereinfacht und nach Fig. 66 behandelt werden.

Die Schiebevorrichtung

Die Türflügel hängen mit je einem Paar Messingrollen auf der Laufschiene. Die Rollen laufen mit Zapfen in Bügeln, die an eine auf das obere Rahmenstück der Tür aufgeschraubte Schiene vernietet sind. Die Laufschiene wird durch Winkeleisen an ein starkes Überlagsholz angeschraubt (Fig. 66). Ein Anschlagstift am Ende der Laufbahn unter der Schiene hält den hineingeschobenen Flügel auf.

Fig. 66: Diese technische Zeichnung zeigt die obere Aufhängung eines Schiebetürflügels an einer Laufschiene, die an einem Holz- oder Eisenträger montiert ist. Es sind Maße für den benötigten Bauraum (ca. 13 cm Breite und 25 bzw. 35 cm Höhe) sowie Details der Rollenführung und der Befestigung am Türblatt dargestellt.

Die Führung im Fußboden

Die Flügel greifen mit einem Falz oder mit einer aufgeschraubten Schiene in einen Schlitz im Fußboden ein (Fig. 67 bis 69).

Fig. 67. Fig. 68. Fig. 69.: Die Abbildungen zeigen unterschiedliche Konstruktionen zur Führung des Türflügels im Fußboden: Fig. 67 mit einfachem Falz, Fig. 68 mit einer Nut im Bodenbelag und Fig. 69 mit einer im Schlitz laufenden Führungsschiene.

Weikum'sche Schiebetür

Statt der stark reibenden Rollen werden lose Kugeln aus Hartgummi, die nur an drei Punkten die Laufschiene berühren, benutzt. Für den ganzen Beschlag sind von Oberkante der Tür ab 10 cm gerechnet (Fig. 70 bis 72). Die Lagerung der Türen geschieht ebenfalls auf zwei Kugeln.

Anmerkung. Hergestellt in der Kunstschlosserei Peter Sipf in Frankfurt a. M.

Fig. 70. Fig. 71. Fig. 72.: Diese Darstellungen zeigen das patentierte System von Weikum, bei dem statt Rollen Kugeln aus Hartgummi verwendet werden, die die Laufschiene nur an drei Punkten berühren. Fig. 70 zeigt den oberen Beschlag im Vertikalschnitt, Fig. 71 die Lagerung im Profil und Fig. 72 die seitliche Führung.

Schiebetüren in Gipsdielenwänden. Es werden 2,5, 3, 4 oder 5 cm starke Gipsdielen zu beiden Seiten einer Spreng- oder Fachwerkswand befestigt, wobei der Hohlraum für die Schiebetür leicht erzielt werden kann.

Der Türbeschlag besteht außer der Schiebevorrichtung noch aus einem Einsteckschloss, aus je zwei Knöpfen an den mittleren Rahmenstücken zum Erfassen der Tür und außerdem an jedem Flügel aus einer durch eine Feder beweglichen, selbsttätig vorspringenden Ausziehvorrichtung.


2. Vorplatz- und Außentüren und Tore

a) Glastüren, Glasabschlüsse und Windfänge

Innere Glastüren

Innere Glastüren an Korridoren, Vorplätzen etc. werden meist aus Tannenholz angefertigt. Der untere Teil wird durch ein Querrahmenstück etwa in Brüstungshöhe begrenzt und erhält Holzfüllungen; der obere Teil hat eine oder mehrere Scheiben, die durch Sprossen abgeteilt und farbig oder matt und gemustert sein können. Die oberen Rahmenstücke sind oft schmäler als die unteren, um mehr Lichtfläche zu gewinnen (Fig. 73). Sie werden mit Falz, dem „Kittfalz“, versehen.

Fig. 73: Diese Zeichnung stellt eine typische zweiflügelige Glastür für Innenräume wie Korridore oder Vorplätze dar. Gemäß dem Text sind die oberen Rahmstücke oft schmäler ausgeführt, um eine größere Lichtfläche zu erzielen, während der untere Teil durch Querrahmenstücke begrenzt ist und klassische Holzfüllungen enthält.

Äußere Glastüren

Äußere Glastüren und Balkontüren werden in der oberen Einteilung mit den Fenstern übereinstimmend behandelt. Sie müssen kräftiger konstruiert werden als innere Türen, mit 5 cm starken Rahmhölzern. Auf der Außenseite des unteren Querfrieses wird eine etwa 5 cm vorspringende aufgeschraubte Leiste, ein sogenannter Wasserschenkel angebracht, der dicht über der Schwelle sitzt und die Fuge über derselben deckt (Fig. 74 bis 76).

Fig. 74. Fig. 75. Fig. 76: Diese Diagramme zeigen verschiedene Konstruktionsvarianten von Wasserschenkeln, die auf den unteren Querfries von Außentüren aufgeschraubt werden. Sie dienen dem Wetterschutz, indem sie Regenwasser von der Türschwelle wegleiten und die Fuge zwischen Türblatt und Schwelle abdecken, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern.

Glasabschlüsse und Windfänge

Im Übrigen ist die Tür an einen Futterrahmen angeschlagen. Glasabschlüsse und Windfänge bedeuten häufig dasselbe. Sie liegen zwischen Haustür und Vorplatz oder bilden den Abschluss von Treppenhäusern gegen die Wohnungen hin. Bei Öffnungen von über 2,5 m Höhe wird über den beweglichen Glastürflügeln noch ein feststehender Teil angeordnet, ein sogenanntes Oberlicht. Ein „Kämpfer“ oder „Losholz“, 10 bis 15 cm hoch, 6 bis 8 cm stark, wird mit dem Futterrahmen (Blindrahmen) durch Verzapfung verbunden und nimmt von unten die Türflügel und von oben den Oberlichtrahmen in je einem Falz auf (Fig. 77 bis 79).

Fig. 77: Dieser Vertikalschnitt zeigt einen Türrahmen mit einem 'Kämpfer' (auch Losholz genannt) von 150 mm Höhe. Der Kämpfer dient dazu, bei Öffnungen über 2,5 m Höhe einen feststehenden Teil (Oberlicht) vom beweglichen Türflügel zu trennen. Die Zeichnung enthält präzise Maßangaben in Millimetern für die verschiedenen Profilteile.

Fig. 78: Die Abbildung zeigt ein technisches Detail des oberen Abschlusses einer Glastür. Dargestellt ist die Verbindung des Kämpfers mit dem Futterrahmen (Blindrahmen) durch Verzapfung, wobei der Kämpfer nach oben den Oberlichtrahmen und nach unten den Türflügel in je einem Falz aufnimmt.

Fig. 79: Diese technische Zeichnung stellt den Querschnitt eines profilierten Türrahmens dar, der speziell für die Aufnahme von Glasflächen konstruiert ist. Sie verdeutlicht die Anordnung der Falze für den Türrahmen und das Oberlicht.

Die Glastür kann ein- oder zweiflügelig sein; im letzten Fall wird sie häufig als sogenannte „Pendeltür“ ausgebildet (Fig. 80 und 81). Den Türbeschlag bilden Zapfen und Pfannen an der Ober- und Unterkante der Tür. Eine Vorrichtung zum Zuwerfen der Tür ist meist im unteren Zapfenlager angebracht als „Türselbstschließer“ oder es werden „Zuwerfungsfedern“ angeschlagen.

Fig. 80: Die Zeichnung zeigt im Schnitt, wie die Rahmhölzer zweier Flügel einer Pendeltür am Zusammenstoß profiliert sind. Diese Formgebung ermöglicht das Aufschwingen der Türflügel in beide Richtungen, ohne dass die Kanten kollidieren.

Fig. 81: Dargestellt ist die Konstruktion eines Türbeschlags für eine Pendeltür, bestehend aus Zapfen und Pfannen. Solche Beschläge werden an der Ober- und Unterkante der Tür angebracht, wobei im unteren Lager oft ein Türselbstschließer oder eine Zuwerfungsfeder integriert ist.

Bei Glastüren besteht der Beschlag aus starken Fischbändern, zwei Schiebe- oder Kantenriegeln mit Schließblechen, einem Einsteckschloss und dem Beschlag der oberen Fensterflügel (siehe unter „Türbeschläge“).

b) Haustüren

Die Haustüren sind der Witterung ausgesetzt und müssen deshalb in ihren Konstruktionsteilen stärker sein. Am besten werden sie aus Eichenholz angefertigt, sonst aus Kiefernholz. Die Rahmstücke haben dann 5 bis 7 cm, die Füllungen 3 cm Stärke. Gewöhnliche gestemmte Arbeit auf Nut und Feder genügt aber hier nicht mehr, auch würde die Profilierung zu schwach erscheinen. Deshalb werden die Füllungen meist „überschoben“ und die Profilierungen „aufgesetzt“ oder besser „eingeschoben“ (Fig. 33 bis 38), wobei sie stets aus Eichenholz gemacht werden, während für die zugehörigen Rahmen auch gutes Kiefernholz genügt.

Futterrahmen

Am besten schlägt man die Tür an einen Futterrahmen an, der durch starke Steinschrauben im Anschlag so befestigt ist, dass er unter gewöhnlichen Verhältnissen noch 1,5 bis 2 cm in das Lichtmaß der Tür vorragt. Ist dieses Lichtmaß jedoch der Außenarchitektur zuliebe größer gemacht worden, als für die Tür notwendig ist, so kann man den Futterrahmen auch auf jeder Seite bis zu 10 cm vorspringen lassen. Allerdings muss er dann verziert werden (Fig. 82, 83, 88 und 89).

Fig. 82: Diese technische Zeichnung zeigt einen Horizontalschnitt durch einen Futterrahmen, der mittels Steinschrauben im Mauerwerksanschlag befestiert ist. Der Rahmen ragt typischerweise 1,5 bis 2 cm in das Lichtmaß vor, um einen sauberen Anschlag für den Türflügel zu bilden.

Fig. 83: Die Abbildung zeigt ein Konstruktionsdetail für Situationen, in denen die architektonische Öffnung breiter als die notwendige Türbreite ist. In solchen Fällen kann der Futterrahmen bis zu 10 cm verbreitert und dekorativ profiliert werden, um den Übergang ästhetisch ansprechend zu gestalten.

Die Stärke des Futterrahmens beträgt 4 bis 4,5 cm; er sitzt auf einer Putzschicht von Haarkalk und erhält einen Falz, in den die Tür eingelegt ist.

Die Türflügel

Die Türflügel haben entweder Füllungen gleich den Zimmertüren oder sind im unteren Teil bis etwa Brüstungshöhe abweichend vom oberen Teil behandelt. Ein Fries auf dem mittleren Querrahmen trennt dann beide Teile. Der obere Teil erhält häufig eine Verglasung mit verziertem Eisengitter (Fig. 84 bis 87).

Fig. 84: Diese Illustration zeigt eine Haustür mit vertikal betonten Füllungen und einem durch einen profilierten Kämpfer abgetrennten Oberlicht. Die Schlagleiste in der Mitte ist als Pilaster mit Basis und Kapitell gestaltet, was der Tür ein monumentales, klassisches Erscheinungsbild verleiht.

Fig. 85: Dargestellt ist eine Variante der zweiflügeligen Haustür, bei der die Flügel in mehrere quadratische Kassetten oder Füllungen unterteilt sind. Diese Gliederung erzeugt eine starke Reliefwirkung, die oft durch aufgesetzte oder eingeschobene Profilierungen (Kehlstöße) verstärkt wird.

Fig. 86: Diese Abbildung zeigt eine Haustür, deren obere Hälften verglast sind, um Licht in den Hausflur zu lassen. Zum Schutz und zur Zierde sind kunstvoll geschmiedete Eisengitter vor der Verglasung angebracht, die oft in einem Falz des Rahmen verschraubt sind.

Fig. 87: Die Zeichnung stellt eine Rundbogentür dar, bei der das Oberlicht durch einen Kämpfer abgetrennt ist, der unterhalb des Bogenmittelpunkts liegt. Sowohl das Oberlicht als auch die Türflügel sind mit filigranen Metallgittern versehen, die typisch für die historistische Architektur sind.

Doppelte Rahmstücke

Doppelte Rahmstücke wendet man bei besseren Haustüren an, um eine lebhaftere Reliefwirkung zu erzielen. Auf den breiten und starken äußeren Rahmen wird dabei ein zweiter schwächerer überschoben, der nun erst die Füllungen aufnimmt (Fig. 88 und 89).

Fig. 88, Fig. 89: Diese technischen Zeichnungen illustrieren die Konstruktion eines aufwendigen Haustürfutters und Rahmens. Fig. 88 zeigt den horizontalen Schnitt durch den verzierten Futterrahmen und das Rahmstück, während Fig. 89 ein Detail der Profilierung des Rahmens mit einer eingesetzten Füllung darstellt. Die gezeigte Konstruktion mit 'doppelten Rahmstücken' wird bei hochwertigeren Haustüren verwendet, um durch die Abstufung eine plastischere Reliefwirkung zu erzielen.

Wetterschenkel

Am unteren Ende der Tür wird zur Abhaltung des Regenwassers vom Hausflur ein Wetterschenkel in den unteren Querrahmen eingesetzt und festgeschraubt (Fig. 74 bis 76). Auch sonst können bei der Einteilung der Füllungen derartige Wetterschenkel an verschiedenen Stellen der Haustür angebracht werden.

Höhe der Haustür

Die Höhe der Haustür beträgt eigentlich nur 2,20 m. Des besseren Aussehens halber wird sie aber meist höher gemacht und erhält nun ein „Oberlicht“, das durch einen fest mit dem Futterrahmen verzapften Kämpfer abgetrennt ist. Die Flügel schlagen oben dagegen (Fig. 77). Der Kämpfer wird je nach der Schwere der Tür 10 bis 25 cm stark und hoch, manchmal aus mehreren Stücken zusammengesetzt und als Gesims profiliert. Er erhält oben eine Abwässerung (Fig. 77 bis 79).

Der Oberlichtrahmen wird 4 bis 6 cm stark und 5 bis 10 cm breit, einfach oder profiliert. Er legt sich mit einem „Deckfalz“ in den Falz des Kämpfers und erhält über demselben einen Wasserschenkel. Ist das Oberlicht durch einen Halbkreis begrenzt, so muss der Mittelpunkt stets in die Glasfläche fallen, d. h. der Kämpfer muss unter dem Mittelpunkt liegen (Fig. 87).

Verglasung in den Flügeln

Bei Verglasung in den Flügeln werden die Glasscheiben in einen beweglichen Rahmen eingesetzt. Dieser Rahmen liegt im Falz des Türrahmens und wird angeschraubt (Fig. 90 bis 92).

Fig. 90, Fig. 91, Fig. 92: Diese Serie von Schnitten zeigt verschiedene Möglichkeiten, Glasscheiben in bewegliche Rahmen innerhalb eines Türflügels einzusetzen. Fig. 90 stellt eine einfache Ausführung dar, Fig. 91 zeigt einen Rahmen mit beidseitiger Profilierung und Fig. 92 illustriert eine Glasaufnahme mit zusätzlichen Halteleisten. Solche Glasrahmen werden in den Falz des Türrahmens eingesetzt und angeschraubt, um den oberen Teil der Haustür zu verglasen.

Das eiserne Gitter liegt ebenfalls in einem Falz oder hat einen eisernen Rahmen aus Winkeleisen, die an der Innenseite des Rahmens angeschraubt, von außen also nicht abzunehmen sind (Fig. 93 bis 101).

Fig. 93-101: Diese Tafel präsentiert eine Auswahl von neun verschiedenen Designs für schmiedeeiserne Ziergitter, die zum Schutz und zur Dekoration von Glasfüllungen in Haustüren dienen. Die Entwürfe zeigen eine Vielfalt historistischer Motive, darunter florale Ranken, Voluten und streng geometrische Rautenmuster. Laut Begleittext stammen diese Entwürfe von der Firma Zippmann & Furtmann in Düsseldorf.

Anmerkung. Diese Füllungsgitter entstammen der Firma Zippmann & Furtmann in Düsseldorf.

Schlagleisten und Sockel

Die Schlagleisten bei Doppeltüren sind oft 8 bis 10 cm breit und außen als Pilaster oder Säulchen mit Schaft, Fuß und Kapitell ausgebildet (Fig. 84 bis 87). Der Sockel muss kräftig vorspringen und mit dem Rahmholz gut verbunden sein. Er deckt die Fuge an der Schwelle (Fig. 74 bis 76).

Der Türbeschlag besteht bei Haustüren aus starken Winkel- und Kreuzbändern, aus Kloben auf Platten, oberen und unteren Kantenriegeln sowie einem Einsteck- oder einem überbauten Schloss mit Eisen-, Bronze- oder Messingdrückern (siehe unter „Türbeschläge“).

c) Haustore

Für das Durchfahren mit Spritzen müssen die Haustore mindestens 2,50 m breit und 2,83 m hoch sein. Für Kutschwagen ist eine Breite von 2,40 m und eine Höhe bis zu 3,50 m erforderlich. Das vordere Haustor ist meist von der Portierwohnung aus zu öffnen durch mechanische, pneumatische oder elektromagnetische Apparate. Das Hintertor bleibt meist geschlossen und erhält eine Schlupftür. Die Torflügel müssen in geöffnetem Zustand durch besondere Vorrichtungen festgehalten werden (Fig. 102 bis 104).

Fig. 102: Diese technische Illustration zeigt einen mechanischen Torstopper, der im Boden befestigt ist. Er dient dazu, einen Torflügel in geöffnetem Zustand sicher festzuhalten, indem ein beweglicher Schnapper das Rahmholz des Tores umschließt und so ein unkontrolliertes Zuschlagen verhindert.

Fig. 103: Die Abbildung zeigt eine mechanische Vorrichtung zur Arretierung von Torflügeln in der Draufsicht. Ein bogenförmiger Feder arm ist so konstruiert, dass er gegen den Torflügel drückt und diesen durch mechanischen Widerstand in einer stabilen, geöffneten Position fixiert.

Fig. 104: In dieser Zeichnung ist ein massiver Wandhaken dargestellt, der dazu dient, einen Torflügel direkt an einer angrenzenden Mauer zu fixieren. Der Haken greift in eine entsprechende Vorrichtung am Torflügel ein, um diesen sicher gegen Windstöße zu arretieren.

Der Kämpfer wird bei Flügeltoren am besten so eingerichtet, dass er fest stehen bleibt; weniger günstig ist ein beweglicher Kämpfer. Über dem Kämpfer sitzt meist ein Oberlicht (Fig. 105 bis 107). Der Türbeschlag muss der Größe und dem Gewicht des Tores entsprechend stark sein. Zapfen und Pfannen sowie Kreuzbänder finden häufig Verwendung, ferner kräftige Schub- oder Kantenriegel. Zuweilen wird ein Baskülriegel gewählt. An jedem Flügel bringt man auch einen kräftigen Zuziehring oder einen Türklopfer an. Ein Einsteck- oder überbauendes Kastenschloss mit Eisen-, Bronze- oder Messingdrückern vollendet die Ausrüstung des Torbeschlages (siehe unter „Türbeschläge“).


3. Türen zu inneren Wirtschaftsräumen

a) Einfache Brett- und Lattentüren

Brett-Türen

Einfache Brett-Türen finden wohl in Speicher- und Kellerräumen Verwendung. Bretter von 2 bis 4 cm Stärke, senkrecht laufend, werden durch aufgenagelte Querleisten von etwa 10 cm Breite verbunden. Eine zwischen die Querleisten mit Versatz eingesetzte Strebeleiste verhindert ein „Senken“ der Tür. Die Bretter sind 15 bis 20 cm breit. Dieselben werden nur einfach gefügt oder auch gespundet und an den Kanten gehobelt. Besser werden die Fugen durch aufgenagelte Leistchen gedeckt (Fig. 108).

Fig. 108: Die Abbildung zeigt eine einfache Türkonstruktion aus vertikalen Brettern, bei der die Fugen durch aufgenagelte Leisten (Deckleisten) wetterfest verschlossen sind. Eine diagonale Strebe auf der Rückseite dient der Aussteifung gegen das Absacken der Tür.

Lattentüren

Statt der Bretter verwendet man auch Latten von 5 cm Breite, die mit etwas Zwischenraum aufgenagelt sind (Fig. 109).

Fig. 109: Diese Lattentür besteht aus schmalen Holzlatten, die mit Zwischenräumen auf Quer- und Strebeleisten genagelt wurden. Sie wird typischerweise in Kellern oder Speichern zur permanenten Belüftung eingesetzt.

Geleimte Türen mit Gratleisten

Geleimte Türen mit Gratleisten sehen besser aus. Die Bretter werden miteinander zu einer Tafel verleimt und in diese Querleisten von 6 bis 7 cm Stärke mit „Grat“ eingeschoben (Fig. 110).

Fig. 110: Dargestellt ist eine hochwertigere Brettertür, bei der die einzelnen Hölzer zu einer Tafel verleimt sind. Zur Stabilisierung und gegen das Werfen des Holzes sind auf der Rückseite schwalbenschwanzförmige Gratleisten in entsprechend ausgearbeitete Nuten eingeschoben.

Der Türbeschlag besteht aus eisernen Bändern und Haken oder aus Kloben, aus einem Riegel- oder Kastenschloss mit Eisendrückern.

Fig. 105: Diese technische Zeichnung stellt das monumentale Portal des Palazzo Magnifico in Siena dar. Die Türflügel sind in eine Vielzahl kleiner, quadratischer Kassetten unterteilt, die jeweils mit dekorativen Metallrosetten verziert sind.

Fig. 106: Dieses Detail zeigt die plastische und ornamentale Ausgestaltung einer Türrahmung. Zu erkennen sind fein ausgearbeitete Schnitzereien in Form von Wellenornamenten (Laufender Hund) sowie plastische Rosettenbeschläge an den Eckpunkten.

Fig. 107: Die Abbildung zeigt eine klassische florentinische Haustür mit einem charakteristischen Rundbogenabschluss. Die Türflügel weisen symmetrische, reliefartige Paneel-Verzierungen in Form von verschachtelten geometrischen Mustern auf.

Für Türen, die ins Freie führen, genügt eine solche Konstruktion noch nicht. Sie müssen dichter und fester sein und werden daher aus doppelten Bretterlagen hergestellt.

b) Verdoppelte Türen

Türen, die der Witterung ausgesetzt sind, stellt man aus zwei Bretterlagen her, von denen die innere gespundet oder gefedert, die äußere aber aufgenagelt ist. Die Holzfasern der äußeren Tür laufen dabei schräg zu denen der inneren. Als Keller- und Waschküchentüren kommen auch verdoppelte Türen vor, deren innere Fläche aus 3 cm starken, senkrecht laufenden Brettern besteht, die gespundet und durch Querleisten verbunden sind. Auf diese Blindtür wird als Außenseite eine Verschalung von schmalen Brettstreifen horizontal oder schräg laufend aufgenagelt. Ein Rahmen von 10 cm Breite wird hinzugefügt. Die Verdoppelungsbretter sind 2 bis 3 cm stark und 10 bis 15 cm breit und miteinander überfalzt (Fig. 111).

Fig. 111: Die Abbildung zeigt eine sogenannte verdoppelte Tür für Keller oder Waschküchen, bei der auf eine innere 'Blindtür' eine äußere Schicht aus schmalen, schräg laufenden Brettern aufgenagelt ist. Ein umlaufender Rahmen fasst die Konstruktion ein.


4. Türen und Tore zu äußeren Wirtschaftsräumen

a) Schlichte Brettertüren

Diese werden hergestellt wie oben beschrieben. Bei äußeren Türen befinden sich die Leisten aber auf der inneren Seite.

b) Verdoppelte Türen

Diese eignen sich ihrer Dauerhaftigkeit halber zu Eingangstüren von Arbeiterhäusern, Stallungen und anderen Wirtschaftsgebäuden. Die Verdoppelungen macht man hier gern aus Eichenholz und gestaltet die einzelnen Bretter keilförmig, sodass sie jalousieartig übereinandergreifen, wodurch das Eindringen des Regenwassers in die Fugen verhindert wird (Fig. 112).

Fig. 112: Diese Spezialform einer verdoppelten Tür ist für äußere Wirtschaftsgebäude wie Stallungen konzipiert. Die keilförmigen Bretter der Außenseite greifen jalousieartig übereinander.

c) Jalousietüren

In einen 12 bis 15 cm breiten Rahmen von 4 bis 5 cm Stärke wird eine größere Anzahl Brettchen (12 bis 15 cm breit und 2 bis 3 cm stark) als Füllung eingesteckt. Oft werden sie nur miteinander überfalzt und als Verdoppelung auf eine glatte Füllung aufgesetzt (Fig. 113 bis 115).

Fig. 113: Gezeigt wird eine Jalousietür, bei der in einen stabilen Holzrahmen schräg gestellte Lamellen als Füllung eingesetzt sind.

Fig. 114, Fig. 115: Diese technischen Detailschnitte zeigen die Profile von Jalousiebrettchen für Türen. Fig. 114 illustriert eine einfache Überfalzung, während Fig. 115 eine stärker profilierte Form darstellt.

Der Türbeschlag. Die eben beschriebenen Türen werden an zwei „Schippenbänder“ oder an zwei „Kreuzbänder“ gehängt. Die Kloben oder Haken für diese Bänder werden in den Futterrahmen mit ihrer Spitze eingeschlagen oder mit „Lappen“ aufgeschraubt. Bei schweren Türen wendet man „Winkelbänder“ an, die über den ganzen oberen und unteren Rahmen sich hinstrecken (siehe unter „Türbeschläge“).

d) Flügeltore

Einfahrts- und Scheunentore sind 3,8 bis 4 m hoch und 3,2 bis 3,8 m breit. Sie schlagen stets nach außen auf. Bei Fachwerkbauten kann die Hausschwelle nicht zugleich als Radeschwelle durchgehen; sie muss tiefer gelegt werden. Die Torflügel werden aus 3,5 bis 4 cm starken, rauhen, gespundeten Brettern mit übergenagelten Quer- und Strebeleisten hergestellt. Letztere sitzen an der Innenseite und sind 8 × 10 oder 10 × 12 cm stark. Der Pfosten, an dem die Tür angeschlagen ist, ist meist stärker. Die Flügel greifen mit Überfalzung übereinander (Fig. 116).

Fig. 116: Die Abbildung zeigt die Innenansicht eines zweiflügeligen Tors für Einfahrten oder Scheunen. Gut erkennbar ist das Konstruktionsprinzip aus gespundeten Brettern mit aufgenagelten Querleisten und diagonalen Strebeleisten zur Stabilisierung sowie die massiven Beschläge.

Anmerkung. Aus „Das Schreinerbuch“ von Krauth und Meyer.

Der Türbeschlag besteht aus je zwei starken, eingelassenen „Winkelbändern“ und aus je einem Kreuzband, einem oberen und unteren starken Schubriegel und einem drehbaren Überlagseisen mit Vorhängeschloss.

e) Schiebetore

Remisen- und Scheunentore werden mit Vorteil als Schiebetore konstruiert. Sie bewegen sich auf der äußeren Wandfläche und erhalten einen dichten, seitlichen Schluss durch einen schmalen Holzrahmen, an den die Torflügel mit starken Leisten oder Winkeleisen anstoßen (Fig. 117 und 118).

Fig. 117, Fig. 118: Diese Diagramme stellen Horizontalschnitte durch den seitlichen Abschluss eines Schiebetors dar. Sie verdeutlichten, wie die Torflügel mittels Winkeleisen oder starken Holzleisten dicht an einen schmalen Holzrahmen am Mauerwerk anstoßen.

Die Flügel hängen mit je zwei Rollen an einer Laufschiene, die über der Türöffnung liegt. Der Rollendurchmesser beträgt 10 bis 14 cm. Die Schiene ist etwa 10 mm stark und 5 bis 10 cm hoch, je nach dem Türgewicht, und hat die doppelte Länge der Türbreite. Sie wird durch starke Eisen getragen, deren äußerstes zugleich die Tür beim Rollen hemmt. Jeder Flügel erhält einen starken Bügel aus 10 bis 15 mm Rundeisen als Handgriff (Fig. 119 bis 122).

Fig. 119 bis 122: Diese Abbildungen zeigen die mechanischen Komponenten eines Schiebetorbeschlags. Fig. 119 zeigt die Ansicht einer Laufrolle auf der Schiene, während Fig. 120 den entsprechenden vertikalen Schnitt durch die Aufhängung darstellt. Fig. 121 und 122 erläutern die untere Führung der Torflügel.

An jedem Flügel befinden sich zwei derartige Führungen, und zwar an den beiden senkrechten Rahmenhölzern in der Mitte und am äußeren Ende. Weikum'sche Beschläge werden auch bei Außentoren angewendet, wobei die Kugeln aus Gussstahl bestehen (Fig. 123 bis 125). Als Zuhaltung dient ein Haken, der in eine Öse greift, und ein Vorhängeschloss, das mit zwei Ösen eingehängt wird.

Fig. 123 bis 125: Diese Figuren illustrieren die Weikum'schen Beschläge, bei denen statt Rollen Kugeln aus Gussstahl verwendet werden. Fig. 123 zeigt einen Schnitt durch die obere Kugellagerung, während Fig. 124 die Bodenführung mit Kugel darstellt.


5. Eiserne Türen

Wo ein feuersicherer Abschluss notwendig wird, z. B. bei Speichern gegen das Treppenhaus hin, bei Warenräumen, bei Öffnungen in Brandmauern usw., verwendet man Türen aus Eisenblech. Besser sind die sogenannten „Panzertüren“ von Spengler in Berlin (Fig. 126 bis 129). Sie bestehen aus einem Paar 2,5 bis 3,5 cm auseinanderstehenden Blechplatten mit dazwischengeschobenen einzelnen Holzklötzchen. Auf diesen sind die Beschlagteile, Besatzteile, Verzierungen und Fenstereinsätze ohne irgendeinen Niet, nur durch unsichtbare Nägel und Holzschrauben befestigt. Diese Türen schwitzen nicht, eignen sich daher auch für Küchen- und Korridorabschlüsse bei kalten Treppenhäusern.

Fig. 126, 127, 128, 129: Die Abbildungen zeigen verschiedene Varianten der sogenannten 'Panzertüren' von Spengler. Fig. 126 und 127 sind dekorativere Versionen mit Fenstereinsätzen, während Fig. 128 und 129 schlichtere Modelle darstellen.

Werden gewöhnliche Schwarzblechtafeln auf einer oder auf beiden Türseiten aufgenagelt und durch aufgenietete Schienen am Rand verstärkt und verstrebt, so genügt für kleinere Türen eine Blechstärke von 1 bis 1,5 mm. Die Schienen, die den Rahmen bilden, erhalten 3 bis 4 mm Stärke. Die Tür liegt in einem Futterrahmen von 5 mm Stärke und 50 mm Breite, der durch angenietete Lappen in der Laibung befestigt ist. Die Türbänder werden an den Futterrahmen aufgenietet. Größere Tore werden aus einem Gerippe von U-Eisen gebildet, das mit Blechtafeln oder Wellblech verkleidet ist.

Eiserne Türen von L. Mannstädt in Kalk bei Köln (Fig. 130 bis 135). Die Eigenschaft des Holzes, sich bei wechselnden Temperaturen zu werfen, und seine Unbeständigkeit gegen Witterungseinflüsse führten schon seit längerer Zeit dazu, für Außenkonstruktionen anstelle des Holzes Eisen zu verwenden. So werden Veranden, Pavillons, Erker, Fenster, Türen und Tore immer mehr aus Eisen hergestellt. Berlin z. B. weist eine ungemein große Anzahl von Tür- und Toranlagen aus Eisen auf. Dabei findet das Profil 194 besonders große Verwendung.

Fig. 130: Diese Illustration zeigt eine Zusammenstellung verschiedener Profile für eiserne Türen der Firma L. Mannstädt aus Kalk bei Köln.

Fig. 131: Die Abbildung zeigt weitere Profilvarianten für eiserne Türanlagen, wobei das Profil 194 laut Text besonders häufig verwendet wurde.

Fig. 132-135: Diese technische Zeichnung präsentiert eine Vielzahl von standardisierten Eisenprofilen (z. B. No. 194, 276, 302), die für die Konstruktion von dauerhaften Türrahmen verwendet werden.


6. Die Türbeschläge

a) Die Bänder

Gerade Bänder

Für einfache Leisten- und Brettertüren verwendet man „lange“ oder „kurze“ Bänder, die entweder über die ganze Breite der Tür oder nur über ein Drittel der Breite reichen. Ihre Stärke beträgt etwa 3 bis 5 mm und ihre Breite etwa 50 mm. Sie werden auf den Türflügel dort aufgenagelt, wo die Querleisten sitzen, und durch ein oder zwei Schraubenbolzen, die immer in nächster Nähe der Kloben sitzen, noch weiter befestigt (Fig. 136). Auf der Kante der Tür springen diese Bänder mit ringförmiger Öse vor, die auf den „Dorn“ oder „Kegel“ des Hakens oder Klobens passt. Ist das Türgewände in Fachwerk gelegen, so werden die Haken mit einer Spitze versehen (Fig. 138); in Haustein werden sie mit Steinschrauben eingegipst; in Backsteinmauerwerk werden sie bei der Aufführung mit vermauert (Fig. 139). Weit vorstehende Haken werden als sogenannte „Stützhaken“ ausgebildet (Fig. 137).

Fig. 136-139: Die Abbildungen zeigen verschiedene Befestigungsarten für Türangeln je nach Untergrund: Fig. 136 zeigt einen einfachen Kloben, Fig. 137 einen weit vorstehenden Stützhaken, Fig. 138 einen hölzernen Haken mit Spitze für Fachwerkbauten und Fig. 139 einen Kloben zum Einmauern in Backsteinwände.

Zapfen mit Pfanne und Halsband

Schwere Tür- und Torflügel laufen unten mit einem starken, durch Schienen befestigten eisernen Zapfen in einem Pfannenlager, das in einen Stein eingelassen ist. Oben ist ein rund gearbeitetes Halsband am Gewände eingesetzt (Figur 141 bis 143).

Fig. 141, 142, 143: Diese Abbildungen zeigen die Bestandteile eines Beschlags für sehr schwere Tür- oder Torflügel. Fig. 141 stellt die Gesamtansicht dar, während Fig. 142 den oberen Zapfen und Fig. 143 das untere Pfannenlager im Detail zeigt.

Schippenbänder

Bessere Türen für Wirtschaftsräume usw. werden an zwei Schippenbänder gehängt, die auf der Tür mit Schrauben befestigt sind. Die Kloben oder Haken für diese Bänder werden in den Futterrahmen mit ihrer Spitze eingeschlagen oder mit „Lappen“ aufgeschraubt (Fig. 140).

Fig. 140: Diese Illustration zeigt die Montage eines Schippenbandes an einem hölzernen Türfutter. Anstatt eingeschlagen zu werden, ist der Kloben hier mittels einer Metallplatte ('Lappen') direkt auf den Futterrahmen aufgeschraubt.

Winkelbänder

Bei gewöhnlichen Toren werden häufig Winkelbänder aufgesetzt, die auf die oberen und unteren Rahmen über die ganze Türbreite aufgeschraubt sind. Hohe und schwere Flügel erhalten drei Bänder (Fig. 116).

Kreuzbänder

Bei schweren Torflügeln werden Bänder verwendet, die mit Ösen auf einem Haken laufen, aber aus zwei Bandlappen bestehen. Ein Bandlappen wird in das Holz eingelassen, darauf werden zwei Leisten genietet oder angeschweißt, die das Lager für den zweiten Lappen bilden. Beide Teile werden vernietet und durch eine durchgreifende Mutterschraube verbunden (Fig. 144 u. 145).

Fig. 144 u. 145: Die Zeichnung illustriert die Konstruktion von Kreuzbändern, wie sie bei schweren Torflügeln zum Einsatz kommen.

Fischbänder

Die Türflügel von Zimmertüren werden meist an zwei oder drei Bänder gehängt, die aus zwei Teilen bestehen. Jeder Teil bildet eine zylindrische Hülse mit angesetztem Lappen. Im unteren Teil ist ein Dorn fest vernietet, der in den oberen Teil hineinragt. Das Band soll nicht auf den Rändern der Bandhülsen laufen, sondern auf den oberen verstählten Köpfen beider Zapfen. Neuere Türbänder dieser Art sind die „Spengler’schen Exaktbänder“ und die „Doppelstahl-Türbänder“.

Fig. 146: Die Abbildung zeigt das patentierte 'Exact'-Zimmertürband der Firma Franz Spengler aus Berlin, welches über eine integrierte Ölvorrichtung mit abnehmbarem Ölfang für geräuschlosen Lauf verfügt.

Scharnierbänder

Bei leichten Türen, besonders bei Tapetentüren, werden Bänder verwendet, deren Beschlagteile unsichtbar liegen. Sie bestehen aus zwei Teilen, die mit mehreren Hülsen ineinander fassen und durch einen gemeinschaftlichen Stift untereinander verbunden sind.

Pendeltür-Bänder

Bei Windfangtüren benutzte man vielfach Türbeschläge, die durch Federn aus Stahl getrieben wurden. Neuere Bänder nutzen als treibende Kraft das Gewicht der Tür selbst. Der eiserne Triebkasten wird in den Fußboden eingelassen. Das Gewicht der Tür bewirkt das Zufallen, indem die kreuzweise gestellten Stützstreben, die beim Drehen gerade standen und die Tür um etwa 25 mm hoben, wieder ihre schräge Lage einnehmen. Fig. 147 stellt Spenglers „Patent-Dauerpendel“ dar. Fig. 148 zeigt ein „Doppeltes Spiralfeder-Pendeltürband“.

Fig. 147: Diese Abbildungsgruppe erläutert das Funktionsprinzip des Patent-Dauerpendels.

Fig. 148: Die Abbildung zeigt ein 'Doppeltes Spiralfeder-Pendeltürband' der Firma Franz Spengler. Im Gegensatz zum gewichtsgesteuerten Modell arbeitet dieses Band mit Federkraft.

b) Die Türverschlüsse

Bei einfachen Bretter- und Lattentüren kommen als Verschlussvorrichtungen „Anwurf“ und „Krampe“ mit Splint oder Vorhängeschloss sowie der einfache „Riegel“ zur Anwendung. Zweiflügelige Tore schließt man durch einen „Schwengel“.

Schubriegel

In zweiflügeligen Türen und Toren wird einer der beiden Flügel durch zwei Schubriegel festgestellt. Kantenriegel werden auf der Kante angesetzt und sind bei geschlossener Tür nicht sichtbar (Fig. 149). Hebebascüls sind neue Vorrichtungen, die zwei Kantenriegel ersetzen (Fig. 150).

Fig. 149: Die Abbildung zeigt zwei Ausführungen des 'Exact-Kantenriegels' von Franz Spengler, Berlin.

Fig. 150: Diese technische Illustration zeigt einen Hebebascül-Verschluss, der herkömmliche Kantenriegel ersetzt.

Kastenschlösser und Einsteckschlösser

Das Kastenschloss liegt auf der Türfläche frei auf. Für bessere Zimmertüren wählt man unsichtbare Schlösser, deren Schlosskasten in das Friesholz eingestemmt oder eingesteckt ist. Der Verschluss wird bewirkt durch:

  1. den Schlussriegel,
  2. die Drückerfalle,
  3. den Nachtriegel.

Fig. 151 zeigt Spenglers Patent-„Zirkel“-Einsteckschloss.

Fig. 151: Diese technische Illustration zeigt das Innenleben des Patent-„Zirkel“-Einsteckschlosses der Firma Franz Spengler. Dargestellt sind die Drückerfalle, der Riegel und die Federmechanik.

Sicherheitsschlösser

Sicherheitsschlösser haben mehrere Zuhaltungen. Bekannte Konstruktionen sind die „Chubb-Schlösser“ sowie die „Yale- und Standard-Schlösser“ (Fig. 152).

Fig. 152: Die Abbildung zeigt ein Yale-Sicherheitsschloss, das als Kastenschloss mit einem markanten runden Zylindergehäuse ausgeführt ist.


II. Die Fenster

1. Gewöhnliche Zimmerfenster

a) Baustoff und Herstellung des Gestelles

Zimmerfenster bestehen aus Holz und Glas, manchmal auch aus Eisen und Glas. Das Fensterglas, auch Tafelglas genannt, wird nach Reinheit und Stärke unterschieden (4/4 bis 8/4 Glas). Das Gestell schließt sich der Maueröffnung an. Der Futterrahmen liegt in massiven Wänden hinter dem „Anschlag“. Die Befestigung erfolgt durch Bankeisen oder Steinschrauben.

Kämpfer (Losholz) versteifen bei größeren Fenstern den Futterrahmen (Fig. 153 u. 154). Setzhölzer sind feststehende, senkrechte Pfosten.

Fig. 153, Fig. 154: Diese Illustrationen zeigen die konstruktiven Bestandteile eines Fenster-Futterrahmens mit horizontalen Kämpfern und vertikalen Setzhölzern.

b) Die Fensterflügel

Fensterflügel können ein-, zwei- oder mehrflügelig sein (Fig. 155 bis 159). Billige Fenster erhalten kleine Scheiben durch Sprossen aus Holz oder Eisen (Fig. 160 bis 163).

Fig. 155-159: Zusammenstellung verschiedener Fensterformen vom Kellerfenster bis zum hohen Saalfenster mit Oberlicht.

Die Flügelrahmen sollen so schmal wie möglich sein. Sie erhalten einen „Kittfalz“ für die Verglasung. Der Falz am Futterrahmen muss luft- und wasserdicht sein (S-Falz oder Kneiffalz, Fig. 164 bis 167). Die Schlagleiste bewirkt einen dichten Verschluss der Flügel (Fig. 168 bis 170). Wetterschenkel am unteren Querrahmen befördern das Ablaufen des Regenwassers (Fig. 171 und 172).

Fig. 171, 172: Diese technischen Zeichnungen zeigen detaillierte Vertikalschnitte durch Fensterflügel und deren Rahmen mit Profilierungen der Wetterschenkel.

Verbesserte Dichtungen. Besondere Dichtungen nutzen Gummischläuche (System Dressler, Fig. 173) oder Filzverschlüsse (Fig. 175 und 176).

c) Die Fensterbrüstung

Die äußere Sohlbank wird durch eine Zinkabdeckung oder bei Haustein durch Falz und Kitt geschützt (Fig. 177 und 178). Das Lateibrett verdeckt im Innern das Mauerwerk (Fig. 179). Bei Fachwerkswänden sind spezielle Anschlüsse nötig (Fig. 180 bis 182).

Fig. 177-179: Konstruktionszeichnungen zum Anschluss des Fensterrahmens an die Sohlbank und das innere Lateibrett.


2. Dreiteilige Fenster

In modernen Häusern werden oft große Fenster von circa 2 m Breite mit drei Flügeln nebeneinander angeordnet, was eine einheitliche Lichtquelle schafft.

3. Doppelfenster

Bewegliche Winterfenster werden im Winter in der äußeren Laibung befestigt. Feststehende Doppelfenster bestehen aus einem äußeren (Eiche) und einem inneren (Kiefer) Fenster (Fig. 183 bis 185).

Siering’sche Fenster bieten einen besonders dichten Verschluss durch Filzstreifen und Eisenschienen (Fig. 186 bis 188). Spengler’sche Patent-Spangenfenster (Fig. 189) ermöglichen die gleichzeitige Drehung beider Flügelpaare. Spengler’sche Panzerfenster kombinieren Eisen- und Holzflügel (Fig. 190 bis 192).

4. Kippfenster

Flügel oberhalb des Kämpfers werden oft so eingerichtet, dass sie um eine horizontale Achse nach innen klappen (Fig. 196).

5. Schiebefenster

Das englische Schiebefenster (Fig. 197 bis 199) ist vertikal verschiebbar mit Gegengewichten. Spengler’sche Klapp-Schiebefenster (Fig. 200) kombinieren beide Mechanismen.

6. Schaufenster

Schaufenster sind feststehend und nutzen starkes Spiegelglas in Eichenrahmen (Fig. 201 bis 203). Zur Vermeidung von Beschlag wird oft eine Luftzirkulation vorgesehen.

7. Eiserne Fenster

Eiserne Fenster aus Guss- oder Schmiedeeisen werden in Fabriken und Schulen genutzt. Eiserne Schaufenster von L. Mannstädt (Fig. 204 bis 213) bieten durch integrierte Laufnuten für Rollläden Schutz gegen Einbruch.

8. Oberlichtfenster

Äußere Oberlichte (Dachfenster) werden aus Holz oder Eisen mit Zinkabdeckung gefertigt (Fig. 214). Dichtungen erfolgen durch Bleirippen (Fig. 215 bis 220). Spengler's Stürzel-Glasdach nutzt gebogene Glasscheiben ohne Quersprossen (Fig. 234).

9. Fensterbeschlag und Fensterverschlüsse

Fischbänder sind der gebräuchlichste Beschlag zum Aufhängen. Fensterverschlüsse reichen von einfachen Vorreibern bis zum komplexen Baskül-Verschluss (Fig. 243) und dem Espagnolette-Verschluss (Fig. 251).

10. Die Ladenverschlüsse

Klappladen können im Innern oder außen angebracht sein (Fig. 254 bis 256). Rollläden aus Holz, Eisen oder Stahlblech werden in Rollkästen über dem Fenstersturz aufgewickelt (Fig. 259 bis 280).


III. Wandvertäfelungen (lambris)

1. Geschichtliche Entwicklung

Wandvertäfelungen dienten schon im Mittelalter der Behaglichkeit und Wärmeisolierung. Von gespundeter Arbeit entwickelte sich die Technik zur gestemmten Tischlerarbeit. In der Renaissance traten architektonische Gliederungen (Pilaster, Gebälk) und Intarsien anstelle farbiger Bemalung. Der Barock steigerte die plastische Wirkung, während das 18. Jahrhundert Stuck bevorzugte. Heute ist der natürliche Holzton wieder beliebt.

2. Einfache Täfelungen

Die einfachste Form teilt die Wand in Sockel, Mittelteil und Abschluss. Bretter werden auf eine isolierende Lattung genagelt (Fig. 284 und 286).

3. Gestemmte Täfelungen

Höhere Täfelungen (80 cm bis 2 m) werden in gestemmter Arbeit ausgeführt (Fig. 287 bis 297). Sie nutzen Rahmen und Füllungen aus edlen Hölzern wie Eiche oder Nussbaum. Ein weit ausladendes Deckgesims bildet meist den oberen Abschluss.

4. Die Holz-Intarsia

Holz-Intarsien werden hergestellt, indem Ornamente aus dünnen Furnierblättern mit der Laubsäge ausgeschnitten und auf ein Blindholz geleimt werden.


IV. Hölzerne Flachdecken

1. Die geschichtliche Entwicklung

Die älteste Form war die Sparrendecke. Im Mittelalter entwickelten sich hölzerne Flachdecken mit sichtbarer Balkenlage und farbigen Verzierungen (Fig. 300 und 301). Die Renaissance brachte prachtvolle Kassettendecken mit Rosetten und Vergoldung (Fig. 302 bis 306).

2. Moderne Holzdecken

Moderne Decken zeigen entweder die reine Konstruktion der Balkendecke oder sind als Blinddecken an die Balkenlage angeschraubt. Zur Vermeidung von Rissen werden Balken oft mit gehobelten Bohlen verkleidet (Fig. 315 bis 317). Kassettendecken und Felderdecken nutzen heute geometrische Formen und werden oft auf den Raum exakt angepasst (Fig. 323 bis 330).


V. Die Treppen

1. Allgemeines

a) Das Steigungsverhältnis

Hauptgrundsatz ist die Bequemlichkeit. Das Steigungsverhältnis basiert auf dem menschlichen Gehschritt ($2 \cdot \text{Steigung} + \text{Auftritt} = 62 \text{ bis } 65 \text{ cm}$). Übliche Maße für Haupttreppen sind 17 : 29 oder 16 : 30 cm.

b) Die Grundrissform

Man unterscheidet einarmige gerade Treppen, gemischte Treppen mit Wendelungen (Fig. 4 bis 8), zweiarmige Podesttreppen (Fig. 9) und ganz gewundene Wendel- oder Spindeltreppen (Fig. 16 bis 21).

c) Das Verziehen (Wendeln) der Treppenstufen

Übergänge von geraden zu Spitzstufen müssen verzogen werden, um einen fließenden Wangenverlauf ohne Knicke zu erzielen. Methoden hierfür sind die Abwickelungs-Methode (Fig. 27), die Halbkreismethode (Fig. 28) oder die Proportional-Teilung (Fig. 31).

2. Die hölzernen Treppen

a) Die eingeschobenen Treppen

Einfache, „durchsichtige“ Treppen ohne Setzstufen (Fig. 34 bis 37).

b) Die eingestemmten Treppen

Die gebräuchlichste Form, bestehend aus Wangen, Tritt- und Setzstufen (Fig. 38 bis 54). Krümmlinge verbinden Wangen ohne Pfosten (Fig. 59 bis 61). Treppenpfosten bilden den Abschluss des Geländers (Fig. 64 und 65).

c) Die aufgesattelten Treppen

Die Stufen liegen oben auf den ausgeschnittenen Wangen auf (Fig. 80 bis 85). Diese Konstruktion ist teurer, wirkt aber eleganter.

d) Gewendelte Treppen

Nutzen verzogene Stufen und Krümmlinge. Bei Spindeltreppen laufen die Stufen in eine zentrale massive Spindel aus Holz (Fig. 112 bis 116).

3. Die Treppen aus Werkstein

Steinarten wie Granit, Sandstein oder Marmor werden verwendet. Stufen haben oft einen dreieckigen Querschnitt zur Gewichtsersparnis. Man unterscheidet Freitreppen, innere Wangentreppen (Fig. 128) und freitragende Treppen (Fig. 129), bei denen die Stufen in der Wand vermauert sind.

4. Eiserne Treppen

Leichte Treppen nutzen I-Träger als Wangen und Stufen aus Holz oder Eisenblech. Joly's patentierte feuersichere Treppen verwenden Gitterträger-Wangen mit ornamentierten Büchsen (Fig. 177 bis 182). Spindeltreppen und hängende Wendeltreppen (Fig. 195 und 196) werden ebenfalls in Eisen ausgeführt.


VI. Preisangaben für Bautischlerarbeiten des inneren Ausbaus

Die Preise basieren auf dem Stand von 1899 und variieren je nach Holzart (Tanne, Kiefer, Eiche) und Komplexität der Ausführung.

  • Innere Türen: Einfache Türen ab ca. 13 Mark, reiche Flügeltüren bis 75 Mark.
  • Haustüren: Einfache Modelle ab 100 Mark, prachtvolle Torwege bis über 1300 Mark.
  • Treppen: Preis pro Stufe zwischen 5,75 Mark (Tanne) und 15 Mark (Eiche, aufgesattelt).
  • Fenster: Preise je nach Größe und Holzart zwischen 4 und 62 Mark.

Zimmertüren aus schwedischem Kiefernholz

(Bau-Artikel-Fabrik A. Siebel, Düsseldorf)

Hier werden Standardmodelle für Zwei-, Vier-, Fünf- und Sechsfüllungs-Türen sowie Doppeltüren mit ihren jeweiligen Maßen, Profilen und Preisen aufgeführt (siehe Tabellen im Originaltext).


Tafeln

  • Taf. 1: Detaillierte Haustür mit Oberlicht und technischen Schnitten.
  • Taf. 2: Großformatiges Rundbogenfenster für einen Saalbau.
  • Taf. 3: Schlafzimmertür mit Wandtäfelung (Entwurf Ende & Böckmann).
  • Taf. 4: Konstruktive Details einer hölzernen Kassettendecke.
  • Taf. 5: Geometrische Austragung eines Treppenkrümmlings.
  • Taf. 6: Vertikalschnitt eines massiven Treppenhauses der Gründerzeit.
  • Taf. 7: Eiserne Treppenkonstruktionen nach System Joly.
Mit Gemini 3 Pro analysiert

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