Der Maurer
Der Maurer
Umfassend: Die Gebäudemauern, Deckenkonstruktionen, Fußböden, Die Putz- und Fugarbeiten
Autor
Adolf Opderbecke
Hans Issel
Jahr
1900
Verlag
Bernh. Friedr. Voigt
Leipzig
Umfang
251 Seiten
Zusammenfassung
Adolf Opderbeckes 'Der Maurer' aus dem Jahr 1900 ist ein Schlüsselwerk der deutschen Baukonstruktionslehre für Bautechniker und Architekten. Das Werk ist Teil des 'Handbuchs des Bautechnikers' und zeichnet sich durch seine empirische Herangehensweise aus, die bewährte handwerkliche Regeln über komplexe statische Berechnungen stellt.
Das Buch gliedert sich in vier Hauptbereiche:
- Gebäudemauern: Hier werden systematisch Ziegelverbände (Block-, Kreuz-, Stromverband), Natursteinmauerwerk sowie damals innovative Stampf- und Gussmassen (Erd- und Zementstampfbau) erläutert. Ein Fokus liegt auf der konstruktiven Ausbildung von Ecken, Schornsteinen und Maueröffnungen.
- Decken: Opderbecke beschreibt den Stand der Technik bei feuerfesten Decken, darunter eiserne Balkendecken mit Steinausfüllung (Kleine- und Schürmann-Systeme) sowie frühe Betondecken wie die Koenensche Voutenplatte.
- Gewölbe: Dieser umfangreiche Teil lehrt die Geometrie und Ausführung verschiedenster Wölbformen – von einfachen Tonnen und preußischen Kappen bis hin zu anspruchsvollen Kreuzrippen-, Stern- und Fächergewölben der Spätgotik.
- Ausbau: Den Abschluss bilden Kapitel über Fußböden (Pflaster, Mosaik, Estrich, Asphalt) sowie eine detaillierte Putzlehre inklusive der Untergrundvorbereitung (Berohrung, Rabitz-Gewebe) und der Herstellung von Gesimsen.
Das Werk ist durch seine 625 Textabbildungen und 17 Tafeln ein unschätzbares Dokument für die Restaurierung historischer Bausubstanz und das Verständnis der kaiserzeitlichen Architektur.
Glossar (88 Begriffe)
Vollständiger Inhalt
Das Handbuch des Bautechnikers
Dieses Werk bietet eine strukturierte Übersicht über die technischen Fachgebiete, wie sie an Baugewerkschulen unterrichtet werden. Es ist als Leitfaden sowohl für Studierende als auch für in der Praxis tätige Bautechniker konzipiert.
Die Erstellung erfolgte unter Beteiligung versierter Lehrer von Baugewerkschulen.
Herausgegeben von Hans Issel
Architekt und königlicher Lehrer an einer Baugewerkschule.
Zweiter Band: Baukonstruktionslehre, Teil II
Der Maurer
Bild 1: Diese dekorative Vignette ist das Signet des Verlags Bernh. Friedr. Voigt aus Leipzig. Es zeigt einen Baum mit zwei Schilden, die die Initialen 'B.F.V.' und das Gründungsjahr '1812' tragen, umgeben von einem Schriftbanner mit dem Motto 'ARBEIT IST LEBEN'.
Leipzig 1900
Verlag von Bernh. Friedr. Voigt.
Der Maurer
Umfassend:
- Die Gebäudemauern
- Deckenkonstruktionen
- Fußböden
- Die Putz- und Fugarbeiten
Das Buch ist für die Verwendung im Unterricht sowie für die tägliche Baupraxis bestimmt.
Bearbeitet von Adolf Opderbecke
Professor an der Baugewerkschule in Kassel.
Das Werk enthält 625 Abbildungen im Text sowie 17 Tafeln.
Bild 2: Das Signet des Verlags zeigt einen Baum zwischen zwei Schilden mit der Inschrift „ARBEIT IST LEBEN“. Darunter befinden sich die Initialen des Verlegers „B.F.V.“ sowie die Jahreszahl 1812, die auf das Gründungsjahr des Verlags hinweist.
Leipzig 1900
Verlag von Bernh. Friedr. Voigt.
Dem Regierungs- und Baurat im Ministerium für Handel und Gewerbe, Herrn Alfred Weber in Berlin, in tiefer Verehrung vom Autor gewidmet.
Vorwort
Bei der Erstellung dieses Bandes war mein Ziel, ähnlich wie bei meinen vorherigen Arbeiten, den Schülern technischer Lehranstalten sowie jungen Baugewerksmeistern ein praktisches Lehr- und Nachschlagewerk zur Verfügung zu stellen. Es soll die wesentlichen Konstruktionen, praktischen Erfahrungen und Regeln des Steinbaus in einer leicht fassbaren Form vermitteln.
Daher habe ich mich besonders auf jene Bauweisen konzentriert, die im Hochbau in Stadt und Land alltäglich vorkommen. Ebenso wurden Konstruktionen berücksichtigt, die durch die enormen Fortschritte bei der Herstellung künstlicher Baustoffe in den letzten vier Jahrzehnten entstanden sind.
Aus den gleichen Überlegungen heraus, die schon für den ersten Band über die Arbeiten des Zimmermanns galten, habe ich auf tiefgreifende statische Untersuchungen verzichtet. Solche sind meist nur bei größeren Gewölbekonstruktionen zwingend erforderlich. Stattdessen beschränke ich mich auf die Vermittlung bewährter, empirischer Regeln aus der Praxis.
Der Text wurde bewusst knapp gehalten. Das Hauptaugenmerk liegt auf den zahlreichen und qualitativ hochwertigen Illustrationen, da diese das Verständnis für das Wesen, den Wert und den Zweck einer Konstruktion oft besser fördern als langatmige Beschreibungen.
Möge dieses Buch ein hilfreicher Begleiter für Lehrende und Lernende sein.
Kassel, im Februar 1900.
Der Verfasser.
Allgemeines
Die Arbeiten des Maurers erstrecken sich auf diejenigen Konstruktionen, zu deren Herstellung als Hauptstoff natürliche Steine oder solche Baustoffe erforderlich sind, welche durch Brennen oder durch die Einwirkung der Luft oder des Wassers die erforderliche Härte erlangt haben.
Von den natürlichen Steinen werden zumeist die verschiedenen Sand- und Kalksteine, dann aber auch Granit, Syenit, Porphyr, Diorit, Lava, Gneis, Trachyt und viele andere Felsarten (vergl. Band XII „Die Baustofflehre“ dieses Handbuches) verwendet.
Aus Ton gebrannte Steine, sogenannte Backsteine oder Ziegelsteine, dienen namentlich zur Herstellung von Mauern, massiven Decken (Gewölben), Fußböden und Gesimsen. Gegenüber den natürlichen Steinen kennzeichnen sie sich durch ihre regelmäßige prismatische Form und geringen Abmessungen, welche in ganz bestimmten Verhältnissen zueinander stehen müssen, um einen regelrechten Mauerverband herstellen zu können. Die meisten deutschen Staaten haben für ihre Bauausführungen das sogenannte Normalformat — $250 \times 120 \times 65$ mm — vorgeschrieben (vergl. Fig. 1).
Fig. 1: Die Abbildung zeigt einen Ziegelstein im sogenannten Normalformat von 250 x 120 x 65 mm. Diese standardisierten Abmessungen wurden für Bauausführungen in den meisten deutschen Staaten vorgeschrieben, um einen präzisen und regelmäßigen Mauerverband zu ermöglichen.
Besonders in Norddeutschland (Hamburg, Bremen, Oldenburg u. a. O.) werden indes noch heute Steine anderer Abmessungen verwendet.
Gebrannte Tonplatten werden vielfach zur Ausführung von Fußböden (Fliesen) und zur Verkleidung innerer Wände (Wandplättchen) verwendet, während poröse, durchlochte oder wasserdichte, glasierte Tonröhren zur Herstellung von Entwässerungsanlagen dienen.
Soll Backsteinmauerwerk eine äußere Verblendung mit anderem besserem Material erhalten, so können hierfür natürliche Steine oder Backsteine, welche aus besonders gutem und sorgfältig vorbereitetem Ton hergestellt sind, die sogenannten Verblendsteine, Verwendung finden. Die den inneren Kern des Mauerwerkes bildenden Steine bezeichnet man dann als Hintermauerungssteine. Je nachdem diese mit der Hand oder durch Maschinen geformt worden sind, spricht man auch von Handsteinen und Maschinensteinen.
Um den Verblendsteinen eine bestimmte und gleichmäßige Färbung zu geben, kann man verschiedene Tonarten mischen, welche sich heller oder dunkler brennen, oder dem Ton gewisse Mineralien beimengen. Diese Herstellungsweisen ergeben Steine, welche außen und innen, also durch und durch, eine gleichmäßige Färbung zeigen. Ein anderes Verfahren besteht darin, dass man die lufttrockenen Verblender mit den Sichtflächen in dünnflüssigen, durch chemische Beimengungen gefärbten Tonbrei eintaucht und sie dann brennt. Auf diese Art gefärbte Steine bezeichnet man als „engobierte Verblendsteine“.
Glasursteine werden auf ähnliche Weise gewonnen, indem man die bereits gebrannten Steine mit einer Glasurmasse (welche in jeder beliebigen Färbung hergestellt werden kann) überzieht und sie dann nochmals brennt. Eine gelbliche oder bräunliche Glasur kann man den Steinen auch dadurch geben, dass man in die in Weißglut stehenden Kammern des Brennofens Kochsalz streut.
Das Format der Verblendsteine ist meist ein etwas größeres ($252 \times 122 \times 69$ mm) als das der gewöhnlichen Mauersteine, damit, des besseren Aussehens wegen, die Fugen schwächer als die der Hintermauerung werden.
Zur Herstellung profilierter senkrechter, waagerechter oder bogenförmiger Gliederungen dienen besonders gestaltete Steine, welche von den meisten größeren Ziegeleien hergestellt werden und von denen gewisse Formen unter der Bezeichnung „Normalformsteine“ von den Werken und größeren Baumaterialienhändlern auf Lager gehalten werden. Die Abmessungen und Formen derselben (vergl. Fig. 2 bis 4) sind von dem Architekten-Verein zu Berlin und dem Deutschen Vereine für Fabrikation von Ziegeln, Tonwaren, Kalk und Zement festgelegt worden. Neben diesen Normalformsteinen wird natürlich von den leistungsfähigen Ziegeleienwerken auch jede beliebige andere Form nach Wunsch und Zeichnungen des Bestellers angefertigt (vergl. Band III dieses Handbuches „Der Backsteinbau“ vom gleichen Verfasser).
Fig. 2: Diese Abbildung präsentiert eine Übersicht verschiedener Normalformsteine (Nummern 1 bis 12 sowie Typen A bis N), wie sie vom Architekten-Verein zu Berlin und dem Deutschen Vereine für Fabrikation von Ziegeln festgelegt wurden. Gezeigt werden isometrische Skizzen von Profilsteinen, die für die dekorative Gestaltung von Mauerwerksecken und Gesimsen verwendet werden, wobei die Maße auf das im Text erwähnte größere Verblendsteinformat von 252 x 122 x 69 mm abgestimmt sind.
Fig. 3: Als Fortsetzung von Fig. 2 zeigt diese Illustration weitere spezialisierte Formsteine (Variationen der Nummern 4 bis 10) für komplexe architektonische Gliederungen. Die Profile umfassen Hohlkehlen, Rundstäbe und andere geometrische Formen, die zur Herstellung profilierter senkrechter, waagerechter oder bogenförmiger Gliederungen im Backsteinbau dienen und von Ziegeleien oft als Lagerware vorgehalten wurden.
Fig. 4: Diese Abbildung zeigt Profile und isometrische Ansichten von sogenannten Normalformsteinen, wie sie zur Herstellung von profilierten architektonischen Gliederungen (z. B. Gesimsen) verwendet werden. Die oberen Zeichnungen zeigen die Querschnitte der Steine, während die unteren Zeichnungen die plastische Ausformung der Steine mit ihren Hohlkehlen und Rundungen verdeutlichen.
Stoffe, welche die zur Herstellung von Maurerarbeiten erforderliche Härte durch die Einwirkung der Luft oder des Wassers erlangen, sind der Lehm, Kalk, Zement, Trass und Gips. Der Lehm wird meist für sich mit Wasser zu einem mehr oder weniger strengflüssigen Brei angerührt und in diesem Zustande zur Herstellung von Mauerwerk (Lehm-Pisé), Staakwänden und Mauerputz verwendet oder er wird zu Steinen geformt, welche in lufttrockenem Zustande vermauert werden. Die übrigen Stoffe werden meist mit anderen Stoffen (Quarzsand, zerkleinertem Granit, Kalkstein, Basalt, Schilf, Korkabfällen, Haaren usw.) vermischt und zu sogenannten Kunststeinen geformt oder unmittelbar auf der Baustelle zur Aufführung von Mauerwerk (Kalk-Pisé, Zementbeton), Decken, Fußböden oder Mauerputz verwendet.
Der Hauptsache nach erstreckt sich die Tätigkeit des Maurers bei Hochbauausführungen auf die Herstellung der Gebäudemauern, gemauerter, gestampfter oder gegossener Fußböden und Decken und das Ausfugen und Verputzen des Mauerwerks.
A. Gebäudemauern
Der Höhenlage nach unterscheidet man Grund- oder Fundamentmauern, Sockel- oder Plinthenmauern, Geschoss- und Kniestockmauern. Mit Bezug auf die Umgrenzung und innere Teilung eines Gebäudes durch Mauern spricht man von Umfassungs- oder Außenmauern und Innenmauern. Die letzteren nennt man, je nach ihrer Lage zur Längs- oder Querachse des Gebäudes, Längs- oder Querscheidewände.
Haben die Mauern Balkenlagen oder andere senkrecht wirkende Lasten zu tragen, so bezeichnet man sie als Tragwände; sind sie seitlichem Drucke ausgesetzt, so gibt man ihnen den Namen Stütz- oder Widerlagsmauern.
Ist eine Mauer ihrer Höhe nach aus mehreren Steinschichten zusammengesetzt, so wird sie umso widerstandsfähiger sein, je ebener die Berührungsflächen zwischen den einzelnen Steinen sind. Da nun vollkommen ebene Flächen nur mit großem Zeit- und Kostenaufwande und bei manchen Baustoffen überhaupt nicht hergestellt werden können, so bringt man zwischen die Lagerflächen der Steine solche Stoffe (Moos, Erde, Filz, Blei), welche die Eigenschaft besitzen, die Unebenheiten der Steinflächen mit wachsendem Drucke immer vollkommener auszugleichen und so den Druck eines oberen Steines auf einen unteren gleichmäßig überzuleiten. Derartige Stoffe werden in trockenem Zustande zwischen die Steine eingebracht und man bezeichnet demnach solches Mauerwerk als Trockenmauerwerk.
Die Festigkeit und Widerstandsfähigkeit des Mauerwerks kann aber noch wesentlich erhöht werden, wenn man an Stelle der genannten Stoffe einen solchen zur Ausfüllung der Hohlräume zwischen den Steinen verwendet, welcher die letzteren zu einem Ganzen verkittet, indem er sich mit denselben verbindet und mit der Zeit eine gleiche oder auch größere Festigkeit annimmt wie das verwendete Steinmaterial. Solche Stoffe heißen Mörtel und werden in mehr oder weniger flüssigem Zustande verwendet. Einen von Mörtel ausgefüllten Hohlraum nennt man Lagerfuge, wenn derselbe sich zwischen zwei übereinander liegenden Steinen und Stoßfuge, wenn er sich zwischen zwei nebeneinander liegenden Steinen befindet.
Je nach den Stoffen, aus welchen Mauern hergestellt werden, unterscheidet man:
- Mauern aus Ziegelsteinen,
- Mauern aus natürlichen Steinen und zwar a) Mauern aus unbearbeiteten Bruchsteinen, b) Mauern aus bearbeiteten Werksteinen,
- Mauern aus Stampf- oder Gussmassen,
- Leichte Mauern aus verschiedenen Baustoffen.
1. Mauern aus Ziegelsteinen
Die Festigkeit der Mauern ist, abgesehen von der Güte der verwendeten Steine und des Mörtels, wesentlich von der Art und Weise abhängig, wie die Steine seitens des Maurers neben- und aufeinander gelegt werden. Dieses Neben- und Aufeinanderlegen der Steine bezeichnet der Maurer als den Verband des Mauerwerks.
Zur Herstellung des Mauerverbandes sind neben den ganzen Steinen auch Teilsteine erforderlich, welche für gewöhnlich durch Zerteilen der ganzen Steine seitens der Maurer auf der Baustelle gewonnen werden. Solche Teilsteine sind:
- Dreiquartiere oder Dreiviertelsteine (Fig. 5), welche die gleiche Breite, aber nur $3/4$ der Länge eines ganzen Steines zeigen;
Fig. 5: Die Zeichnung zeigt einen Dreiviertelstein (Dreiquartier), der die volle Breite eines Normalformat-Ziegels besitzt, aber auf drei Viertel seiner ursprünglichen Länge gekürzt wurde. Die gestrichelten Linien verdeutlicht den weggenommenen Teil des ganzen Steins.
- Halbe Steine oder Köpfe (Fig. 6). Diese haben die gleiche Breite und die halbe Länge eines ganzen Steines;
Fig. 6: Diese technische Illustration stellt einen halben Ziegelstein dar, der in der Fachsprache als 'Kopf' bezeichnet wird. Er hat die volle Breite, aber nur die halbe Länge eines Standardziegels, was für bestimmte Mauerverbände essenziell ist.
- Riemchen (Fig. 7 bis 9), welche entweder die ganze, die dreiviertel oder die halbe Länge und in jedem Falle die halbe Breite eines ganzen Steines haben. Riemchen, welche nur die halbe Länge eines ganzen Steines haben (Fig. 9), bezeichnet man auch als Viertelsteine oder Quartierstücke.
Fig. 7: Die Abbildung zeigt ein ganzes Riemchen, welches die volle Länge, aber lediglich die halbe Breite eines normalen Backsteins aufweist. Solche Formate dienen der Verfeinerung des Fugenbildes an Fassaden.
Fig. 8: Dargestellt ist ein Riemchen mit dreiviertel der Originallänge und der halben Breite eines Standardsteins. Riemchen werden oft für spezielle dekorative Verbände oder Verblendmauerwerk verwendet.
Fig. 9: Dieses Diagramm zeigt einen Viertelstein, also ein Riemchen mit nur der halben Länge und halben Breite eines ganzen Steines. Im Text wird er auch als Quartierstück bezeichnet.
Im Mauerwerk bezeichnet man die ganzen Steine als Läufer, wenn sie die Langseite, und als Strecker oder Binder, wenn sie die Breit- oder Kopfseite in der Ansicht zeigen. Demzufolge spricht man auch von Läufer- oder Streckerschichten, je nachdem in der Ansichtsseite die Lang- oder Breitseiten der Steine sichtbar sind (vergl. Fig. 10 und 11).
Fig. 10: In dieser Figur wird eine Läuferschicht illustriert, bei der die Ziegel mit ihrer Längsseite nach außen im Mauerwerk liegen. Die obere Zeichnung zeigt die Ansicht der Fassade, die untere die Aufsicht auf die Schicht.
Fig. 11: Die Abbildung verdeutlicht eine Streckerschicht, bei der die Kopf- oder Breitseiten der Steine in der Ansicht sichtbar sind. Dies ist ein grundlegendes Element für tragfähige Mauerverbände wie den Block- oder Kreuzverband.
Liegen die Steine einer Schicht derart auf einer Langseite, dass in der Ansicht die Kopfseiten sichtbar sind und die Schichthöhe gleich der Steinbreite ist, so nennt man die Schicht eine Rollschicht (Fig. 12). Eine Schicht, in der die mit der Flachseite aufliegenden Steine eine solche Richtung haben, dass ihre Stoßfugen in schräger Richtung (meist 45°) gegen die Mauerflucht verlaufen (Fig. 13), bezeichnet man als Stromschicht, Strom- oder Kreuzlage.
Fig. 12: Hier wird eine Rollschicht gezeigt, bei der die Steine auf ihrer Langseite hochkant vermauert werden, sodass die Kopfseiten sichtbar sind. Diese Technik wird oft für Fensterbänke oder obere Mauerabschlüsse verwendet.
Fig. 13: Die Zeichnung illustriert eine Stromschicht, bei der die Steine im Inneren einer dicken Mauer in einem 45-Grad-Winkel zur Außenflucht verlegt sind. Dies dient der besseren Verzahnung und Festigkeit bei massiven Bauwerken.
Während die Länge und Höhe einer Mauer in Meter und Zentimeter ausgedrückt wird, gibt man die Mauerstärke meist in Backsteinbreiten an, so dass eine Mauer, welche eine Steinbreite zur Stärke hat, eine $1/2$ Stein starke, eine solche, welche eine Steinlänge zur Stärke hat, eine 1 Stein starke Mauer genannt wird usw. Die Stärke der Stoßfugen ist schon durch das Steinmaß bestimmt, weil zwei Steinbreiten einschließlich einer Stoßfuge gleich einer Steinlänge sein müssen. Da die Steinbreite 12 cm, die Steinlänge 25 cm beträgt, so muss die Stoßfuge 1 cm weit sein. Hiernach ergeben sich folgende Mauerstärken:
| Mauerstärke (in Steinen) | Maß in cm |
|---|---|
| Für eine Mauer, $1/2$ Stein stark | = 12 cm |
| Für eine Mauer, 1 Stein stark | = 25 cm |
| Für eine Mauer, $1\ 1/2$ Stein stark | = 38 cm |
| Für eine Mauer, 2 Stein stark | = 51 cm |
| Für eine Mauer, $2\ 1/2$ Stein stark | = 64 cm |
| Für eine Mauer, 3 Stein stark | = 77 cm |
| Für eine Mauer, $3\ 1/2$ Stein stark | = 90 cm usw. |
je 13 cm mehr für jede Steinbreite. Die Stärke der Lagerfugen nimmt man etwas größer als die der Stoßfugen, meist zu 12 mm, an, oder man rechnet auf 1 m Höhe 13 Mauerschichten.
Um Mauerlängen nach Steinbreiten zu berechnen, kann man sich der drei Formeln $x \cdot 13 - 1$, $x \cdot 13$ und $x \cdot 13 + 1$ bedienen, je nachdem man das Längenmaß zwischen zwei ausspringenden Ecken, oder zwischen einer ausspringenden und einer einspringenden Ecke, oder endlich zwischen zwei einspringenden Ecken ermitteln will. Aus Fig. 14 ist die Anwendung dieser Formeln auf die verschiedenen vorkommenden Fälle leicht zu ersehen. In denselben bedeutet $x$ die jeweilige Kopfzahl, die Zahl 13 das Kopfmaß + Fuge in Zentimetern ausgedrückt.
Fig. 14: Dieses technische Diagramm veranschaulicht die Anwendung der Formeln x·13-1, x·13 und x·13+1 zur präzisen Berechnung von Mauerlängen nach Steinbreiten. Gezeigt werden verschiedene Kombinationen von ausspringenden und einspringenden Ecken, wobei 'x' die Anzahl der Köpfe und '13' das Kopfmaß inklusive Fuge in Zentimetern darstellt.
Bei Aufführung einer Mauer hat der Maurer vor allem darauf zu achten, dass weder im Innern noch auf den Sichtflächen die Fugen zweier aufeinander folgender Schichten zusammenfallen und dass in den einzelnen Schichten die Stoßfugen geradlinig durchlaufen oder — wie der Maurer sagt — es muss Schnittfuge gehalten werden. Des Weiteren ist dahin zu streben, dass im Innern einer Mauer so viel als möglich ganze Steine vorhanden sind und tunlichst so verlegt werden, dass sie sich in zwei aufeinander folgenden Schichten um das halbe Längen- und das halbe Breitenmaß überdecken.
Bei Mauern von $1/2$ Steinstärke liegen die Stoßfugen jeder Schicht über der Mitte der Steine der vorhergehenden Schicht. An einer rechtwinkeligen Mauerecke beginnt man deswegen jede Schicht mit einem ganzen Stein, welcher abwechselnd als Läufer und Strecker auf der gleichen Außenseite sichtbar ist (Fig. 15). Da alle Schichten Läuferschichten sind, so bezeichnet man den Verband als Läuferverband.
Fig. 15: Die Abbildung zeigt die konstruktive Ausbildung einer rechtwinkeligen Ecke bei einer Mauer von 1/2 Steinstärke. Jede Schicht beginnt mit einem ganzen Stein, welcher abwechselnd als Läufer und Strecker (Kopf) an der Außenseite erscheint, um einen stabilen Verband zu gewährleisten, bei dem die Stoßfugen versetzt übereinander liegen.
Den Gegensatz zum Läuferverband bildet der Binderverband (Fig. 16), bei welchem alle Schichten Streckerschichten sind. Da die Steine sich nur um ihre halbe Breite überdecken, so besitzt dieser Verband keine große Festigkeit. Er kommt jedoch ausnahmsweise bei 1 Stein starken Mauern vor und wird besser durch den haltbareren Blockverband (Fig. 17) ersetzt, bei welchem Läuferschichten und Binderschichten derart wechseln, dass die Stoßfugen aller Läuferschichten beziehungsweise die Stoßfugen aller Binderschichten lotrecht übereinander liegen.
Fig. 16: Diese Illustration zeigt den Binderverband, bei dem alle Mauerschichten als Streckerschichten (Binderschichten) ausgeführt sind. Laut Text besitzt dieser Verband eine geringere Festigkeit, da sich die Steine nur um ihre halbe Breite überdecken, und wird daher meist nur ausnahmsweise bei einsteinigen Mauern verwendet.
Fig. 17: Die Abbildung zeigt den Blockverband, bei dem Läufer- und Binderschichten abwechseln, sodass die Stoßfugen der jeweiligen Schichtarten lotrecht übereinander liegen. Zusätzlich sind an den Enden des Mauerabschnitts Konstruktionsmerkmale für spätere Verlängerungen dargestellt: links eine regelmäßige Verzahnung und rechts eine Abtreppung.
Soll eine Mauer an einer Stelle einen lotrechten Abschluss erhalten, so ist hier ein Endverband herzustellen. Dieser wird erreicht unter Benutzung von Dreiquartieren oder unter Verwendung von Riemchen. Sind bei einer Mauer zwei solcher Endverbände zu bilden, so muss die Strecke zwischen diesen Mauerabschlüssen durch Steinbreiten teilbar sein, oder die Teilung muss einen Rest von $1/4$ Steinlänge ergeben. Im ersteren Falle (vergl. Fig. 18 bis 22 und Fig. 28 bis 30) ist der Endverband an beiden Mauerenden der gleiche, im letzteren Falle (vergl. Fig. 23 bis 27 und Fig. 31 bis 33) ist an der einen Mauerendigung der Verband umzuwerfen, d. h. es geht hier die Läuferschicht in eine Binderschicht und umgekehrt die Binderschicht in eine Läuferschicht über. Diese verschiedene Behandlung der Mauerendigungen, welche namentlich bei Außenmauern wegen des ungleichen Aussehens stört, lässt sich leicht vermeiden, wenn man beim Entwerfen der Gebäudegrundrisse die Längen der Mauerkörper zwischen ihren Endigungen (also zwischen den Tür-, Fenster- und anderen Mauerecken) unter Anwendung der durch Fig. 14 veranschaulichten Formeln genau nach Steinbreiten berechnet. Da indes erfahrungsgemäß in der Praxis häufig eine solche Berechnung vernachlässigt wird und demzufolge der Maurer nicht selten vor die Aufgabe gestellt wird, auch Mauerendigungen auszuführen, deren gegenseitiger Abstand beispielsweise $5\ 1/4, 5\ 3/4, 6\ 1/4, 6\ 3/4$ Steinlängen beträgt, so halte ich nicht für überflüssig, Verbände für solche Fälle hier wiederzugeben.
Figurengruppe 18-27: Diese Pläne zeigen die präzise Anordnung der Ziegel an Mauerabschlüssen für Stärken von 1 bis 3 Steinen. Dargestellt sind sowohl reguläre Verbände als auch solche bei unregelmäßigen Längenmaßen, bei denen eine Umkehrung der Schichtfolge notwendig wird.
Der Verband mit Dreiquartieren ist dem mit Riemchen unbedingt vorzuziehen, weil das Aufspalten der ganzen Steine in Riemchen nur selten gelingt und deshalb gewöhnlich Brocken zur Herstellung des Verbandes vermauert werden. Dennoch wird dieser Verband in der Praxis vielfach verwendet, weil zu seiner Herstellung weit weniger Dreiquartiere benötigt werden und infolgedessen auch weniger Abfall (Klamotten) an Steinen entsteht.
Aus der Betrachtung der Figuren 18 bis 33 lassen sich folgende Regeln ableiten:
- Beim Endverbande mit Dreiquartieren liegen am Ende jeder Läuferschicht so viel Dreiquartiere wie die Mauer Steinbreiten zur Stärke hat, während in den Binderschichten (abgesehen von 1 Stein starken Wänden) je zwei Dreiquartiere auf der äußeren und inneren Wandseite liegen.
- Jede Schicht einer Mauer, deren Stärke eine gerade Anzahl Steinbreiten zeigt (vergl. Fig. 18, 20 und 22), hat auf beiden Wandseiten Läufer beziehungsweise Binder, während bei Mauern, die eine ungerade Anzahl Steinbreiten zur Stärke haben (vergl. Fig. 19 und 21), in der gleichen Schicht auf der einen Wandseite Läufer, auf der anderen Binder liegen.
- Beim Endverbande mit Riemchen beginnt die Läuferschicht mit ganzen Steinen; die Riemchen liegen in der Binderschicht neben dem ersten Binder.
Will man eine Mauer nachträglich verlängern, so führt man sie auf der Seite, nach welcher die Verlängerung beabsichtigt ist, mit Verzahnung oder mit Abtreppung aus. Beim Blockverbande zeigt die Verzahnung (vergl. Fig. 17 linke Seite) ganz regelmäßige $1/4$ Stein breite Vor- und Rücksprünge, während die Abtreppung (vergl. Fig. 17 rechte Seite) abwechselnd breitere und schmälere Absätze zeigt.
Wird in jeder ersten, dritten, fünften ... oder in jeder zweiten, vierten, sechsten ... Läuferschicht neben dem Dreiquartier an der Mauerecke ein Kopf eingeschoben, so geht der Blockverband in den Kreuzverband über.
Fig. 34: Diese Abbildung zeigt die charakteristische Ausbildung des Kreuzverbandes. Durch das Versetzen der Köpfe in jeder zweiten Läuferschicht entstehen in der Ansicht deutlich erkennbare Kreuzmuster.
Es liegen dann ebenso wie beim Blockverbande die Stoßfugen aller Binderschichten, in den Läuferschichten jedoch nur die Stoßfugen der ersten, dritten, fünften ... beziehungsweise der zweiten, vierten, sechsten ... Schicht lotrecht übereinander. In der äußeren Ansicht macht sich der Unterschied zwischen dem Block- und Kreuzverbande dadurch bemerklich, dass die Stoßfugen, welche beim Kreuzverbande über und unter den durch den Mauerverband sich bildenden Kreuzen liegen (vgl. Fig. 34), beim Blockverband (vergl. Fig. 17) fehlen.
Auch die Verzahnung und Abtreppung zeigt im Gegensatz zum Blockverbande Abweichungen (vergl. Fig. 35 linke Seite), da die erstere nur in jeder fünften Schicht Vorsprünge mit dazwischen liegenden Rücksprüngen, die letztere (vergl. Fig. 35 rechte Seite) dagegen ganz regelmäßige Vorsprünge von $1/4$ Stein Breite zeigt.
Weit weniger im Gebrauche wie der Block- und Kreuzverband sind: a) Der holländische Verband (Fig. 36), b) der polnische oder gotische Verband (Fig. 37), c) der Strom- oder Festungsverband (Fig. 38).
Bei dem holländischen Verband ist in der Läuferschicht neben jedem Läufer ein Binder eingeschoben, während die Binderschichten die gleichen wie beim Block- und Kreuzverbande sind.
Der gotische Verband, welcher wegen seines guten Aussehens im Mittelalter viel zur Anwendung gelangte, zeigt in jeder Schicht abwechselnd Binder und Läufer, weshalb nicht zu vermeiden ist, dass an manchen Stellen Fuge auf Fuge trifft. Aus diesem Grunde ist seine Verwendung nicht zu befürworten.
Der Stromverband kann nur bei sehr starken Mauern Anwendung finden; er zeigt die meisten Fugenwechselungen, erzeugt deswegen ein sehr festes Mauerwerk und wurde aus diesem Grunde früher viel bei Wasser- und Festungsbauten angewendet. Der Verlust bei den Diagonalschichten, welche dort, wo sie gegen die äußere im Block- oder Kreuzverbande gemauerte Verblendung anstoßen, zugehauen werden müssen, ist jedoch so bedeutend, dass dieser Verband heute nur noch selten zur Ausführung gelangt.
Sollen Mauern in den Sichtflächen mit Verblendsteinen verkleidet werden, so stellen die Ziegeleien meist nur noch $1/2$ und $1/4$ Lochsteine für Flächenverblendung her. Zu diesen treten dann noch für die Eckbildungen $4/4, 3/4, 1/2$ und $1/4$ Ecksteine, sowie zur Bildung von Rollschichten die zwei Schichten hohen Rollschichtsteine (vergl. Fig. 39).
Bei der Verblendung mit Köpfen und Riemchen kann man diese in den eigentlichen Mauerkörper einbinden lassen oder man verstärkt den letzteren um die Riemchenstärke, legt also die Verblendung vor die Mauerfläche. Der ersteren Weise wird man bei stärkeren Mauern, der zweiten bei verhältnismäßig schwachen Mauern den Vorzug geben müssen. Durch Fig. 40 sind einige Beispiele für die Verblendung 1 Stein starker und $1 \frac{1}{2}$ Stein starker Mauern gegeben.
Wenn Mauern aufeinander treffen, so können hierbei folgende Fälle vorkommen:
- Zwei Mauern bilden eine Ecke;
- eine Mauer ist in eine andere eingebunden;
- zwei Mauern durchkreuzen sich.
Hierbei ist dann weiter zu unterscheiden, ob der Winkel, welchen die Mauern miteinander bilden, ein rechter oder ein anderer Winkel ist.
a) Zwei Mauern bilden eine rechtwinkelige Ecke
Hierbei gehen die Innenkanten der Mauern mit den einzelnen Schichten abwechselnd als Schnittfuge durch (vergl. Fig. 41) und zwar entweder in der Läuferschicht oder in der Binderschicht, je nachdem der Endverband mit Dreiquartieren (vergl. Fig. 42 bis 45) oder mit Riemchen (vergl. Fig. 46 bis 49) gebildet wird. Aus der Betrachtung der Figuren erhellt, dass jeder Eckverband falsch ist, bei dem sich in der einspringenden Ecke die Fugen kreuzen, weil dann unbedingt Fugen zweier übereinander liegender Schichten aufeinanderfallen.
Figurengruppe 42-49: Die Zeichnungen illustrieren die exakte Ziegelanordnung für Mauerecken von 1 1/2 bis 3 Steinen Stärke. Es wird unterschieden zwischen der Verwendung von Dreiquartieren (Fig. 42-45), die einen robusteren Verband ermöglichen, und dem Einsatz von Riemchen (Fig. 46-49).
b) Eine Mauer bindet rechtwinkelig in eine andere ein
Es ist auch hier auseinanderzuhalten, ob der Verband unter Verwendung von Dreiquartieren oder von Riemchen hergestellt werden soll. Im ersteren Falle (Fig. 50) ist die durchbindende Schicht immer eine Läuferschicht, im zweiten Falle (Fig. 51) eine Binderschicht. Beispiele für den Verband mit Dreiquartieren geben die Figuren 52 bis 57, solche für den Verband mit Riemchen die Figuren 58 bis 61.
Figurengruppe 50-61: Diese technischen Details zeigen die fachgerechte Verzahnung einer einbindenden Mauer mit einer Hauptmauer. Die wechselnde Anordnung der Ziegel in der ersten und zweiten Schicht garantiert die statische Stabilität der Verbindung.
c) Zwei Mauern durchkreuzen sich unter rechtem Winkel
Sind beide Wände gleich einer geraden Anzahl halber Steine stark, so binden die Läuferschichten (vergl. Fig. 62 und 63) durch. Ist eine der Mauern gleich einer geraden, die andere gleich einer ungeraden Anzahl Steinbreiten stark, so muss die durchbindende Schicht der ersteren Wand eine Läuferschicht sein (vergl. Fig. 64). Sind beide Mauern gleich einer ungeraden Anzahl Steinbreiten stark, so ist es gleichgültig, welche von diesen Wänden wechselweise durchbindet (vergl. Fig. 65 und 66).
d) Zwei Mauern bilden eine spitz- oder stumpfwinkelige Ecke
Für solche Fälle ist ein normaler Verband nicht anwendbar und die Durchführung der angegebenen Regeln nicht mehr möglich. Man achte hier auf folgendes:
- Die äußere Läuferreihe einer Läuferschicht ist stets bis zur Ecke durchzuführen und der die Ecke bildende Läuferstein muss entsprechend dem spitzen oder stumpfen Winkel der Ecke zugehauen werden.
- An der ausspringenden Mauerecke dürfen keine Fugen auftreten.
- Die Stoßfugen sind rechtwinkelig zu den Mauerfluchten anzuordnen.
- Es sind möglichst viel ganze Steine zu verwenden.
Die Figuren 67 bis 74 veranschaulichen eine Reihe von Beispielen, aus denen zu ersehen ist, dass der Verband sich ändert, sobald der Winkel, den die Mauerfluchten bilden, ein kleinerer oder größerer wird.
e) Eine Innenmauer bindet unter schiefem Winkel in eine Außenmauer ein (Fig. 75)
Man achte darauf, dass der Verband der Sichtfläche der Außenmauer nicht gestört wird, dass also die Läufer und Binder in den Schichten regelrecht abwechseln.
f) Zwei Mauern durchkreuzen sich unter schiefem Winkel (Fig. 76)
Hier sind die unter c) angegebenen Regeln unverändert anzuwenden.
g) Es treffen mehrere Mauern unter schiefen Winkeln zusammen
Es ist gleichgültig, welche der Mauern einbindet; man achte jedoch darauf, dass möglichst viele ganze Steine vermauert werden und dass kleinere Teilstücke namentlich an den Sichtflächen der Mauern vermieden werden. Die Fig. 77 bis 80 erweisen, dass der zu wählende Verband auch hier von den Winkeln, welche die Mauerfluchten miteinander bilden, abhängig ist.
Um die Festigkeit einer Mauer zu erhöhen, ordnet man zuweilen an den Ecken oder im Zuge derselben Lisenen oder Pfeilervorlagen an. Zur Erzielung eines regelrechten Verbandes ist erforderlich, dass sowohl die Breite $b$ als auch der Vorsprung $v$ und der Abstand $l$ der Vorlagen (vergl. Fig. 81) voneinander durch Steinbreiten teilbar ist. Um die Abmessungen dieser Mauerteile nach Zentimetern zu berechnen, bedient man sich mit Vorteil der wiederholt erwähnten Formeln $x \cdot 13 - 1$, $x \cdot 13$ und $x \cdot 13 + 1$.
Als Verbandregel für Mauern mit Pfeilervorlagen ist zu merken:
In den Läuferschichten sind die Kanten der Mauer durch den Pfeiler und in den Binderschichten die Kanten der Pfeiler durch die Mauer zu führen.
Abweichungen von dieser Regel müssen jedoch eintreten:
- Wenn der Pfeilervorsprung nur $1/4$ Steinlänge beträgt. Man haut dann in der Läuferschicht (vergl. Fig. 82) die Ecksteine der Pfeilervorlage so zu, dass die von der einspringenden Ecke ausgehende Stoßfuge mit der Mauerflucht 45° bildet und die Ecksteine um je $1/4$ Steinlänge in die Mauer einbinden.
- Wenn die Seitenflächen der Pfeilervorlagen unter $45^\circ$ gegen die Mauerflucht vortreten (Fig. 84). Ein regelrechter Verband mit Läufer- und Binderschichten ist dann nicht mehr durchführbar und man hat nur darauf zu sehen, dass in den aufeinander folgenden Schichten die Stoßfugen nicht zusammenfallen.
Die Schwierigkeit, guten Verband zu halten, wächst, wenn sich weitere Pfeilervorlagen von $1/4$ Stein Vorsprung an die über Eck gestellten Pfeiler anschließen. In solchem Falle ist selbst dem geübten Maurer anzuraten, den Verband nur nach reiflichster Überlegung und auf Grund eines Schichtenplanes zur Ausführung zu bringen.
Häufig werden an Stelle der durchgehenden Mauern aus Gründen des besseren Verkehrs einzelne freistehende Pfeiler angeordnet, welche an ihrer oberen Endigung durch gewölbte Mauerbögen oder Balken von Holz, Stein oder Eisen in Verbindung gebracht werden. Die Grundform derselben kann das Quadrat, Rechteck, Achteck, der Kreis oder das Kreuz sein. Bei Pfeilern mit quadratischem, rechteckigem oder kreuzförmigem Querschnitte findet ein zweimaliger Fugenwechsel statt, indem die gleichgestalteten Schichten um $90^\circ$ gedreht werden (vergl. Fig. 93 bis 96).
Haben die Pfeiler achteckigen oder runden Querschnitt, so wird der Verband sich ändern je nachdem, ob die Pfeiler im Innern und Äußeren mit Steinen gewöhnlichen Formates hergestellt werden sollen, oder ob zur Ausführung der Sichtflächen Formsteine zur Verfügung stehen. Im ersteren Falle sind bei achteckigen Pfeilern die Steine an den Ecken beziehungsweise bei runden Pfeilern alle Steine der Sichtflächen zu verhauen (vergl. Fig. 97 und 100). Sollen die Pfeiler im Ziegelrohbau ausgeführt werden, so hat man zur Ersparung unnötiger Kosten den Verband so einzurichten, dass möglichst wenig verschiedene Arten von Formsteinen erforderlich werden.
Für die Standfestigkeit der Pfeiler ist von Wichtigkeit, dass ein möglichst häufiger Fugenwechsel in den einzelnen Mauerschichten stattfindet. Bei achteckigen und kreisrunden Pfeilern wird dies gewöhnlich dadurch erreicht, dass jede Schicht um $45^\circ$ gegen die vorangehende gedreht wird, so dass ein viermaliger Fugenwechsel entsteht (vergl. Fig. 97 bis 101).
Den kreuzförmig gestalteten oder runden Pfeilern werden häufig runde Vorlagen angegliedert. Wenn solche Pfeiler sich auch mit Ziegelsteinen gewöhnlichen Formates ausführen lassen, so empfiehlt sich dieses doch nur, wo es sich um die Herstellung einiger weniger zu verputzender Pfeiler handelt. Sollen dagegen die Pfeiler unverputzt bleiben, so sind immer Formsteine anzuwenden. Beispiele hierfür geben die Figuren 102 bis 105.
In den Gebäudemauern müssen häufig Hohlräume zur Unterbringung von Schornsteinröhren und Lüftungsschächten ausgespart werden, welche meist wesentliche Abweichungen von den für alles Mauerwerk geltenden Verbandregeln bedingen. Diese lassen sich unter der Bezeichnung „Verbände für Schornsteine“ zusammenfassen.
Mit Bezug auf die Lage der Schornsteinröhren lassen sich folgende Fälle unterscheiden:
- Das den Hohlraum begrenzende Mauerwerk (die Schornsteinwangen) tritt nicht gegen die Mauerfluchten vor (Fig. 107 und 108);
- das Wangenmauerwerk tritt auf einer Seite gegen die Mauerflucht vor (Fig. 109);
- das Wangenmauerwerk tritt auf zwei Seiten gegen die Mauerfluchten vor (Fig. 110);
- der Schornstein ist ein freistehender (Fig. 111).
Hinsichtlich der Abmessungen der Schornsteinröhren sind auseinander zu halten:
- Weite oder besteigbare Schornsteine.
- Enge oder russische Schornsteine.
Die ersteren sollen nach den gesetzlichen Bestimmungen mindestens $42 \times 47$ cm weit sein. Als kleinster Querschnitt für russische Röhren ist ein Quadrat von $1/2$ Stein Seitenlänge, als größter ein Quadrat von 1 Stein Seitenlänge anzusehen.
Die gesetzlichen Bestimmungen lauten unter anderem:
- Alle Schornsteine müssen aus unverbrennlichem Material hergestellt und von Grund auf fundamentiert sein.
- Eine andere als die senkrechte Richtung darf nur gegeben werden, wenn sie ringsum zwischen massiven Wänden liegen oder sicher unterstützt sind.
- Reinigungsöffnungen sind in der Regel unten und oben anzuordnen.
- Die Schornsteine müssen mit vollen, dichten Fugen gemauert werden.
- Die Zungen und Wangen müssen mindestens $1/2$ Stein stark sein.
- Schornsteinwangen von weniger als 25 cm Stärke müssen von Holzwerk mindestens 10 cm entfernt bleiben.
Verbände einfacher Schornsteinkasten mit Röhren verschiedener Weite veranschaulichen die Figuren 113 bis 117, solche für besteigbare Schornsteine die Figuren 120 bis 129.
Hinsichtlich der Ausführung und Güte der Schornsteinverbände können wir als Richtschnur festhalten:
- Viertelsteine sind sowohl im Innern als im Äußern tunlichst zu vermeiden.
- Ein Schornsteinverband ist um so besser, je mehr ganze Steine zur Verwendung gelangen und je weniger Stoßfugen innerhalb der Wangen und Zungen sich befinden.
- Jeder Schornsteinverband ist falsch, bei welchem in den aufeinanderfolgenden Schichten Fuge auf Fuge trifft.
Mit Vorliebe legt man die Rauchröhren in die Kreuzungsstellen der Innenwände, weil in den Raumecken die Schornsteinvorlagen weit weniger hindern und die Öfen hier den besten Aufstellungsort finden. Auch sind die in den Innenwänden liegenden Röhren besser gegen Temperaturschwankungen geschützt.
Namentlich für solche freistehende Gebäude, welche in hohem Grade den Einflüssen der Witterung ausgesetzt sind, wurde früher vielfach die Anordnung von Luft- oder Isolierschichten in den Außenmauern empfohlen. In neuester Zeit hat man sich jedoch mehr der Ansicht zugeneigt, dass die Luft in den Hohlräumen sich nicht im ruhenden Zustande befindet und dazu beiträgt, die Übertragung der Temperaturunterschiede zu beschleunigen und Schwitzwasser zu bilden.
Der königliche Landbauinspektor Astfalck schreibt hierzu, dass bei scharfem Frost die nur einen halben Stein starke äußere Mauerverblendung so schnell durchkühlt, dass Kondenswasser erzeugt wird, welches die Mauern durchnässt. Regierungsbaumeister Janssen weist hingegen nach, dass eine Umlaufluft-Isolierung (Fig. 147), bei welcher die Luftschichten mit dem Gebäudeinnern im Keller und Dachgeschoss verbunden sind, durchaus gute Ergebnisse liefern kann.
Wir können hiernach folgende Regeln aufstellen:
- Für Hohlmauern, welche durch Balkenlagen belastet sind, mache man den inneren Teil der Mauer mindestens 1 Stein stark.
- Für nicht balkentragende Hohlmauern mache man den äußeren Mauermantel mindestens 1 Stein stark.
Bei der Ausführung von Hohlmauern ist eine besonders strenge Bauaufsicht auszuüben, da herabfallender Mörtel die Isolierung überbrücken kann. Man lasse daher am Fuß der Mauer Reinigungsöffnungen (Fig. 148), um den Mörtel regelmäßig zu entfernen.
Die einfachste Verbindung der beiden Mauerteile erfolgt durch Ankersteine, welche in Entfernungen von $1\ 1/2$ bis 2 Steinlängen in die Schichten eingefügt werden.
Statt durch Ankersteine kann die Verbindung der beiden Mauerteile auch durch Eisenanker aus Flacheisen erfolgen (Fig. 153). Sind die Hohlräume $1/2$ Stein breit, so führt man dieselben gewöhnlich in Zickzackform aus (Fig. 154). In England werden anstelle der gewöhnlichen Ankersteine vielfach schräg gestellte Steine aus Steingut verwendet, damit herabfallender Mörtel oder Wasser zur äußeren Schale abgeleitet wird (Fig. 155).
Zur Einführung von Licht und Luft oder zur Verbindung der Räume dienen die Maueröffnungen. Seitlich werden diese von den lotrechten Laibungen, nach oben durch einen Mauerbogen oder durch Eisenbalken begrenzt. In Außenmauern erhalten sie oft einen Anschlag, einen mindestens $1/4$ Stein breiten Vorsprung zur Befestigung der Rahmen. Da $1/4$ Stein breite Anschläge die Verwendung von Viertelsteinen bedingen, sind sie im Ziegelrohbau entweder ganz zu vermeiden oder mit Formsteinen auszuführen.
Für die Überdeckung der Öffnungen durch Mauerbögen kommen hauptsächlich der scheitrechte Bogen, der Segmentbogen (Flachbogen), der Rundbogen, der Spitzbogen und der Korbbogen in Frage.
Hüftige oder einhüftige Bögen werden angewendet, wenn die Mauerkörper in ungleicher Höhe endigen. Ihre Form wird meist durch Vergatterung (Fig. 190) oder durch andere geometrische Konstruktionen (Fig. 191, 192) ermittelt.
Bei jedem Mauerbogen unterscheidet man:
- Die innere Laibung;
- die äußere Laibung (den Rücken);
- die Widerlager;
- die Stirn;
- die Kämpferlinie;
- die Scheitellinie;
- den Scheitelpunkt;
- die Spannweite;
- die Pfeilhöhe (Stich);
- die Bogenstärke;
- die Wölbsteine (Anfänger und Schlusssteine).
Scheitrechte Mauerbögen sollten vorzugsweise für Putzbauten zugelassen werden, da sie sich fast immer etwas setzen. Man gibt ihnen stets etwas Stechung (etwa 2 cm auf 1 m Spannung). Die Bogenstärke bemesse man bei Öffnungen bis 1,10 m Weite auf mindestens eine Steinlänge. Die Überdeckung weit gespannter Öffnungen über 2 m durch scheitrechte Bögen ist tunlichst zu vermeiden; hier sind Entlastungsbögen (Fig. 195) oder Eisenträger vorzuziehen.
Als Lehrgerüst benutzt man meist starke Bohlen oder Bretter, die durch Keile in die richtige Höhe gebracht werden (Fig. 196). Tür- und Fensterüberdeckungen erhalten meist Anschläge zur Aufnahme der Blindrahmen (Fig. 197).
Flachbögen erfordern bei Ziegelrohbauten ein Verhältnis zwischen Pfeilhöhe und Spannweite von mindestens 1 : 8, um ungleichmäßiges Setzen optisch auszugleichen. Bei Rund-, Korb- und Spitzbögen führt man die Laibung oft senkrecht bis zum Scheitel des äußeren Bogens hoch und überwölbt die innere Mauernische durch einen Flachbogen, damit sich die Fensterflügel vollständig öffnen lassen (Fig. 204 bis 206).
Sollen in Fensternischen Rollläden angebracht werden, muss die Anschlagbreite über dem Scheitel des äußeren Bogens entsprechend der Höhe des Rollladenkastens vergrößert werden.
Bei Überwölbungen mit $1/2$ Stein breitem Anschlage lassen sich die inneren und äußeren Bögen stets in Verband bringen. Zur Ausführung der gekrümmten Mauerbögen bedient man sich der Wölbscheiben oder Lehrbögen. Diese ruhen auf Keilen (Fig. 219), um sie nach Ausführung der Wölbung leicht absenken („ausrüsten“) zu können.
Bögen von 1 bis 1,5 m Spannweite können schon nach 1 bis 2 Tagen ausgerüstet werden, größere Bögen nach 4 bis 6 Tagen. Beim Wölben ist darauf zu achten, dass alle Schichten normal zur Laibungsfläche stehen und die Fugen möglichst schwach gehalten werden. Zur Ausführung sind mindestens zwei Maurer nötig, die an den Widerlagern beginnen und gleichmäßig zur Mitte fortschreiten. Das Annässen der Steine ist unbedingt erforderlich.
Früher bevorzugte man langsam erhärtenden Kalkmörtel, heute wird wegen der kontrollierbaren Festigkeit meist Zementmörtel oder verlängerter Zementmörtel verwendet. Nach Vollendung wird der Bogenrücken mit dünnflüssigem Mörtel übergossen.
Wenn stark belastete Bögen sehr hoch sind, setzt man sie aus mehreren Ringen (Fig. 224) oder Rollen (Fig. 225) zusammen. Da die Mauern meist in waagerechten Schichten aufgeführt werden, müssen bei Flachbögen die Steine der Widerlagsfläche schräg zugehauen werden (Fig. 228) oder man verwendet Kämpfer aus Werkstein (Fig. 229, 230).
Für stark belastete und weit gespannte Bögen muss die Scheitel- und Widerlagerstärke statisch ermittelt werden. Bei gewöhnlichen Lasten gelten folgende Erfahrungswerte:
a) Für die Scheitelstärke:
| Spannweite | Flachbögen (1/8 bis 1/6 Pfeil) | Halbkreisbögen | Spitzbögen |
|---|---|---|---|
| bis 1,80 m | $1\ 1/2$ Stein | 1 Stein | $1/2$ Stein |
| 1,80 bis 3,0 m | $1\ 1/2$ bis 2 Stein | $1\ 1/2$ Stein | 1 Stein |
| 3,0 bis 5,5 m | 2 bis $2\ 1/2$ Stein | $1\ 1/2$ bis 2 Stein | $1\ 1/2$ Stein |
b) Für die Widerlagerstärke:
- Für scheitrechte Bögen: $2/3$ der Spannweite
- Für Flachbögen: $1/3$ bis $1/4$ der Spannweite
- Für Halbkreisbögen: $1/4$ bis $1/5$ der Spannweite
Müssen Widerlager schwach ausgeführt werden, sind Anker anzubringen (Fig. 238, 239).
Überdeckung der Öffnungen mit Eisenbalken
Hierzu verwendet man meist gewalzte I-Träger. Zwei oder mehr Träger werden durch Stehbolzen (Fig. 242) oder Bundringe (Fig. 248) verkuppelt. Der Raum zwischen den Trägern sollte mit Beton ausgefüllt werden, um ein Schiefstellen zu verhindern und den Brandschutz zu erhöhen. Zum Schutz gegen Rosten und Feuer können die Träger mit Zementputz auf Drahtgewebe umhüllt werden (Fig. 245).
Träger müssen auf gusseisernen Platten oder Werksteinlagern ruhen, um den Druck gleichmäßig zu verteilen. Vor den Köpfen muss für die Wärmeausdehnung ein Spielraum verbleiben (1 cm pro Meter Trägerlänge).
Die untere Begrenzung von Maueröffnungen
Fensteröffnungen in Außenmauern erhalten eine Sohlbank, die entweder aus zugehauenen Ziegeln oder speziellen Formsteinen (Nasensteinen, Fig. 253 bis 259) besteht. Eine geneigte Rollschicht aus gewöhnlichen Steinen ist wegen der vielen Stoßfugen und mangelnden Stabilität verwerflich.
In Türöffnungen wird eine Schwelle aus wetterbeständigem Naturstein eingelegt. Diese darf zwischen den Endauflagern nicht untermauert werden, um Brüche bei Setzungen zu vermeiden; eine Entlastungsfuge (Fig. 260) ist vorzusehen.
2. Mauern aus natürlichen Steinen
Natürliche Steine sollen nicht zu den Tagsteinen gehören (Verwitterungsgefahr), frei von Bergfeuchtigkeit sein und hinreichende Festigkeit besitzen. Die Gewinnung erfolgt durch Spalten oder vorsichtiges Abtreiben; Sprengungen sind nur für grobe Massen zulässig.
Die Bearbeitung beginnt mit dem Bossieren durch den Zweispitz. Die weitere Verfeinerung geschieht mit dem Schlageisen, Spitzeisen, Kröneleisen oder Scharriereisen. Harte Steine wie Granit werden gestockt.
a) Mauern aus unbearbeiteten Bruchsteinen
Lagerhafte Steine werden so verlegt, dass ein guter Fugenwechsel entsteht. In jeder Schicht sind Durchbinder (Fig. 271) einzulegen. Unregelmäßige Steine werden alle 1 bis 1,5 m waagerecht abgeglichen. Feldsteine oder Findlinge werden oft gespalten und zu Zyklopenmauerwerk verarbeitet, wobei die Ecken meist aus Werksteinen oder Ziegeln bestehen (Fig. 274, 275).
b) Mauern aus bearbeiteten Steinen
Werksteinmauerwerk kommt meist als Blendmauerwerk mit Ziegel-Hintermauerung vor. Die Schichthöhen der Werksteine sollten einem Vielfachen der Ziegelformate entsprechen, um einen guten Verband zu gewährleisten. Hintermauerungen sollten mit verlängertem Zementmörtel ausgeführt werden. Die Rückseiten der Werksteine (besonders Sandstein) sind oft mit Asphalt zu streichen, um Feuchtigkeitsübertragung zu verhindern.
Zur Verbindung dienen Dübel, Klammern und Anker (Fig. 280-282), die verzinkt oder verbleit sein müssen. Bei schweren Stützmauern werden Steine oft schwalbenschwanzartig oder hakenförmig verzahnt (Fig. 287, 288).
Bei profilierten Quaderungen sollten die waagerechten Fugen an den oberen Rand der Profilierung gelegt werden (Fig. 294), um den Regenschutz zu erhöhen.
Überdeckungen erfolgen als Steinbalken oder Bögen. Da Steinbalken geringe Biegungsfestigkeit besitzen, werden sie oft durch Hohlfugen (Fig. 307) oder Entlastungsbögen (Fig. 308) geschützt.
Bögen aus Werkstein können scheitrecht, segmentförmig oder als Rundbögen ausgeführt werden. Bei Flachbögen sollte die erste waagerechte Lagerfuge mindestens 5 cm über dem Scheitel liegen (Fig. 321), um spitze Keile zu vermeiden. Sehr gebräuchlich sind fünfeckig gestaltete Wölbsteine, die einen rechtwinkligen Anschluss an die waagerechten Mauerschichten ermöglichen (Fig. 315).
Eine in konstruktiver Hinsicht verwerfliche Anordnung sind Hakensteine (Fig. 328), da diese bei Belastung leicht an den Absätzen abbrechen.
Die seitliche Begrenzung der Öffnungen, das Gewände, wird bei großen Höhen oft durch Dübel oder Stichanker gesichert (Fig. 336). Um Schmutzstreifen an der Brüstung zu vermeiden, erhalten Sohlbänke oft kegelförmige Flächen oder Keile neben dem Gewände (Fig. 338, 339).
Zum Heben schwerer Werksteine werden Hebezeuge wie das Kranztau, der Wolf (Fig. 343, 345) oder die Teufelsklaue (Fig. 346) verwendet. Beim Versetzen werden Bleistreifen zur Sicherung der Fugenstärke untergelegt. Die Fugen werden mit hydraulischem Mörtel oder einer Mischung aus Ziegelmehl und Fettkalk ausgefüllt. Zement sollte bei Sandsteinen mit schwefelsaurem Kalkbindemittel vermieden werden. Beschädigte Kanten werden durch das Einsetzen einer Vierung (Fig. 348) mittels Glycerinkitt ausgebessert.
3. Mauern aus Stampf- oder Gussmassen
Der Erdstampfbau
Hierfür eignet sich besonders Lehm. Die Masse wird in Lagen von 10 bis 15 cm in Formkasten gefüllt und festgestampft. Da Erdmauern sehr feuchtigkeitsempfindlich sind, müssen Grundmauern und Sockel massiv (Stein/Ziegel) ausgeführt werden. Ein Putz darf erst nach vollkommener Austrocknung (nach etwa einem Jahr) aufgebracht werden.
Der Kalksand-Stampfbau
Hier dient ein magerer Kalkmörtel (Mischung 1:8 bis 1:12) als Material. Das Verfahren gleicht dem Erdstampfbau.
Zement-Stampfbau (Betonbau)
Als Bindemittel dient Portland-Zement, als Füllstoffe Sand, Kies, Steinschlag oder Schlacken. Die Festigkeit hängt wesentlich von der Mörtelmischung und der Menge des verwendeten Wassers ab. Der Beton sollte „erdfeucht“ eingebracht und so lange gestampft werden, bis er an der Oberfläche „schwitzt“.
Für die Stockwerkswände werden Formgerüste aus Leitständern und Formtafeln verwendet. Eine einfache Konstruktion ist das System von Ph. Tölpe (Fig. 348b), bei dem Holzschienen direkt in die Mauer eingestampft werden.
Die günstigen Jahreszeiten für Betonbauten sind Frühjahr und Herbst. Ein äußerer Zementputz ist meist als Schutz gegen Schlagregen erforderlich. Beton eignet sich besonders für Fundamentplatten bei schlechtem Baugrund oder für wasserdichte Behälter.
4. Leichte Mauern aus verschiedenen Baustoffen
Rabitz-Wände sind dünne, feuersichere Trennwände aus einem beidseitig verputzten Drahtgewebe (Fig. 349). Sie sind nur etwa 5 cm stark.
Brucknersche Gipsplattenwände bestehen aus hohlen Gipsplatten, die mittels Nut und Feder sowie Vergussmörtel verbunden werden (Fig. 350). Zur Erhöhung der Stabilität können Gasrohre in die Kanäle eingegipst und zwischen Boden und Decke verspannt werden (Fig. 356).
Für Außenwände fertigt Bruckner auch Zementplatten. Eine Kombination aus einer äußeren Zementplattenschale und einer inneren Gipsplattenschale mit Hohlraum bietet gute Isolierung.
Monier-Wände nutzen die Druckfestigkeit des Zements und die Zugfestigkeit des Eisens. Das Eisengerippe aus 6 bis 10 mm starken Rundeisen wird mit Zementmörtel beworfen. Versuche haben gezeigt, dass der Zement das Eisen dauernd vor Rost schützt.
Monierplatten und Monierhohlsteine werden oft dort eingesetzt, wo schnelles Bauen und geringes Gewicht gefordert sind. Magnesit-Bauplatten dienen zur Verkleidung eiserner Fachwände (Fig. 364).
B. Decken
1. Eiserne Balkendecken mit Ausfüllung der Deckenfelder durch Steine oder Mörtelkörper
Die Kleinesche Decke besteht aus einer ebenen Steinplatte (Ziegel, Lochsteine), in deren Lagerfugen hochkant gestellte Flacheisen eingebettet sind (Fig. 365). Die Decke gilt als sehr feuersicher.
Die Schürmannsche Decke verwendet sogenannte Buckelschienen (Fig. 371), die in Abständen von 3 bis 5 Schichten eingelegt werden. Die Steine bilden flach gekrümmte Gewölbekappen. Zur Einschalung dienen oft anziehbare Verschalungshalter (Fig. 375).
Die Förstersche Massivdecke nutzt spezielle Lochsteine mit hakenförmigen Widerlagern (Fig. 376), die im Läuferverband zwischen den Trägern verlegt werden.
Die Horizontaldecke (Czarnikow & Komp.) verwendet poröse Lochsteine, die auf $\perp$-Eisen gelagert werden.
Betondecken werden meist bogenförmig eingestampft (Fig. 383), da Zement eine hohe Druck-, aber geringe Zugfestigkeit besitzt. Sollen sie verputzt werden, dienen Rohrgewebe an eingebetteten Holzklötzchen als Putzträger (Fig. 394).
Die Koenensche Voutenplatte ist eine Zementplatte, bei der die Eiseneinlagen dem Verlauf der Biegemomente folgen (am Auflager oben, in der Mitte unten, Fig. 398).
Das System Terrast besteht aus einem durch Drahtgewebe armierten Estrich. Stoltes Stegzementdielen sind fertige Hohlraum-Platten mit Bandeiseneinlagen (Fig. 401).
2. Gewölbe
a) Tonnengewölbe
Die Laibungsfläche entsteht durch eine Erzeugende (meist Halbkreis), die sich auf einer Leitlinie fortbewegt. Bis 3 m Spannweite werden sie meist $1/2$ Stein stark ausgeführt. Bei größeren Weiten sind Verstärkungsgurte (Fig. 406) erforderlich.
Zur Stabilisierung müssen die Gewölbezwickel bis auf $2/3$ der Höhe mit Mauerwerk oder Beton hintermauert werden, um ein Heben der Bruchfuge (bei ca. 30°) zu verhindern. Die Widerlager können durch Auskragungen verstärkt werden (Fig. 415).
In Tonnengewölbe können Stichkappen (Lünetten) eingefügt werden, um Fensteröffnungen zu ermöglichen. Als Widerlager dient hier ein Gewölbekranz (Fig. 424).
Die Ausmittelung der Durchdringungslinien zwischen Hauptgewölbe und Stichkappe erfordert präzise geometrische Projektionen (Fig. 426, 428).
b) Kappengewölbe (preußische Kappen)
Diese haben eine flache Wölbung (Pfeilhöhe $1/7$ bis $1/12$ der Spannweite). Sie werden zwischen Gurtbögen oder Eisenträgern gespannt. Die Einwölbung kann auf Kuf, auf Schwalbenschwanz oder in Ringschichten erfolgen.
Beim Schwalbenschwanzverband wird ein Teil des Schubes auf die Stirnmauern übertragen, was die Ausführung ohne volle Schalung ermöglicht (Fig. 442). Bei Ringschichten verwendet man oft einen Rutschbogen.
Die Mollersche Wölbungsart (Fig. 443) verbindet die Wölbung so mit der Hintermauerung, dass statisch eine Platte entsteht, die fast nur senkrechten Druck ausübt.
c) Klostergewölbe
Ein Klostergewölbe entsteht durch das Zusammenfügen von Gewölbewangen (Walmen), die an den Widerlagern ansetzen und im Scheitelpunkt zusammentreffen. Die Schnittlinien nennt man Kehllinien. Die Einwölbung erfolgt meist auf Kuf mit versetzter Steinanordnung in den Kehlen (Fig. 451).
Klostergewölbe mit Segmentbogenquerschnitt werden oft auf Schwalbenschwanz zwischen Diagonalgurten gewölbt (Fig. 459). Offene Klostergewölbe (mit Abstumpfungen) erlauben Fensteröffnungen ohne Stichkappen (Fig. 464).
Haubengewölbe (Walmkuppeln) über achteckigem Grundriss werden oft durch Lünetten ergänzt.
Muldengewölbe
Diese entstehen durch das Einfügen von Wangen an den Schmalseiten eines Tonnengewölbes (Fig. 483).
Spiegelgewölbe
Hier wird der obere Teil eines Klostergewölbes durch eine waagerechte Fläche, den Spiegel, ersetzt. Wegen des starken Schubes sind oft kräftige Eisenanker (Fig. 486) oder Tragegerüste (Fig. 488) nötig.
d) Kuppelgewölbe
Die Laibung ist eine Umdrehungsfläche. Die Einwölbung geschieht in Ringschichten mittels einer Leier (Richtscheit). Im Scheitel kann eine Laterne zur Belichtung angeordnet werden.
Hänge- oder Stutzkuppeln
Diese ermöglichen den Übergang von einem quadratischen Grundriss zur Kreisform der Kuppel mittels Gewölbezwickeln (Pendentifs).
Wird eine volle Halbkugel aufgesetzt, entsteht die byzantinische Kuppel. Bei Einfügung eines zylindrischen Mauerkörpers spricht man von einer Tambour- oder Renaissancekuppel (Fig. 503).
Über rechteckigem Grundriss verwendet man oft das elliptische Gewölbe.
Die Gewölbestärke für Kuppeln beträgt bei 4 m Spannweite $1/2$ Stein, bei 8 m bis zu $1\ 1/2$ Stein am Kämpfer.
Böhmische Kappengewölbe (Platzelgewölbe)
Hier liegt der Kugelkreis außerhalb der Grundrissfigur, sodass die Stirnbogen als Flachbogen erscheinen. Dies ermöglicht große Wandöffnungen.
Die Einwölbung erfolgt oft auf Rutschbogen oder auf Schwalbenschwanz (Fig. 512, 513).
e) Kreuzgewölbe
Es entsteht durch die Durchdringung zweier gleicher Tonnengewölbe. Die Schnittlinien heißen Gratlinien. Der Gewölbeschub wird hier auf die vier Eckpunkte konzentriert. Man unterscheidet einfache und mehrteilige Gewölbe (Stern- und Netzgewölbe).
Einfache Kreuzgewölbe können waagerechte Scheitellinien oder einen geraden Stich haben. Bei größeren Spannweiten werden die Grate oft als Rippen aus profilierten Ziegeln oder Werkstein ausgeführt.
Der unterste Stein, der Anfänger (Fig. 538), wird oft aus Haustein gefertigt, um die verschiedenen Bogenanläufe stabil aufzunehmen.
Gebuste Kreuzgewölbe
Hier sind die Kappen kuppelartig gebaucht (gebusst), was meist durch einen Bogenstich der Scheitellinien erreicht wird. Bei ungleichen Seitenlängen müssen die Schildbögen oft gestelzt werden (Fig. 544).
Die geometrische Austragung der Kappenflächen basiert auf der Annahme von Kugelflächen oder komplexeren Umdrehungsflächen (Fig. 547-550).
Rippengewölbe besitzen im Scheitel oft einen Schlussring oder Schlussstein (Fig. 556, 557). Die Kappenstärke beträgt bis 6 m Weite $1/2$ Stein.
Sterngewölbe und Netzgewölbe
Diese entstehen durch zusätzliche Zwischenrippen (Tiercerons). Man unterscheidet Haupt-, Scheitel-, Wand-, Gurt- und Nebenrippen.
f) Fächer- oder Trichtergewölbe
Diese (auch angelsächsische Gewölbe genannt) haben eine trichterförmige Gestalt, wobei die Rippen fächerartig von einer Stütze ausgehen (Fig. 572).
C. Fußböden
1. Fußböden aus natürlichen Steinen
Hierzu gehören Pflasterungen (Reihen-, Würfel- oder Mosaikpflaster) sowie Plattenbeläge aus Schiefer, Sandstein, Kalkstein oder Marmor.
Platten werden meist quadratisch verlegt, entweder parallel zu den Wänden oder diagonal (unter 45°). Mosaik- und Terrazzoböden bestehen aus kleinen Steinwürfeln oder unregelmäßigen Steinchen, die in ein Mörtelbett eingewalzt und später abgeschliffen und mit Leinöl getränkt werden.
2. Fußböden aus künstlichen Steinen
Ziegelsteinpflaster kann flachseitig oder hochkant (Rollschicht) in Sand oder Mörtel verlegt werden. Tonplatten (z. B. Mettlacher Fliesen) sind besonders hart und witterungsbeständig. In neuerer Zeit finden auch Zementfliesen verbreitete Anwendung.
3. Estrich-Fußböden
Lehmestrich wird oft in Dreschtennen verwendet. Gipsestrich dient vor allem dem feuersicheren Abschluss von Dachbalkenlagen. Er wird in Feldern eingegossen und nach dem Erstarren verdichtet.
Zementestrich (1 Teil Zement zu 2-3 Teilen Sand) wird auf eine Betonunterlage aufgebracht. Er eignet sich für Keller, Waschküchen und Lagerräume.
Asphaltestrich wird aus natürlichem oder künstlichem Asphalt hergestellt. Der Gussasphalt (Asphalt-Mastix) wird heiß eingegossen, abgezogen und geglättet. Er ist vollkommen wasserdicht und wird oft für Badezimmer oder Isolierungen verwendet.
D. Putz- und Fugearbeiten
Putz schützt das Mauerwerk und verbessert das Aussehen. Vor dem Verputzen müssen die Fugen ausgekratzt und die Flächen gereinigt werden.
Holzwerk muss durch Rauhhacken, Berohren (Schilfrohr) oder durch Leistengeflechte (Fig. 595) vorbereitet werden, um dem Putz Halt zu geben.
Als moderne Putzträger dienen auch Gipsdielen, Ton-Verputzplatten (Fig. 605), Drahtziegel oder einfaches Drahtgewebe. Letzteres wurde von Rabitz entwickelt.
Man unterscheidet verschiedene Putzarten:
- Rappputz (Berapp): Einmaliger, grober Bewurf.
- Besenputz (gestippt): Mit dem Besen strukturiert.
- Ordinärer Putz: Zweilagiger Auftrag.
- Spritzbewurf: Dreilagig, die oberste Schicht wird angespritzt.
- Glatter Putz: Dreilagig, sorgfältig mit dem Reibebrett geglättet.
Zur Erzielung einer lotrechten Fläche werden Lehrstreifen (Putzlehren, Fig. 612) angelegt.
Besonders glatter Putz im Innern wird als Filzputz oder Stuckputz ausgeführt. Mauerecken werden mithilfe von Führungslatten scharfkantig geputzt.
Putzmörtel besteht meist aus Fettkalk und Sand (1:3 bis 1:5). Für Außenflächen wird hydraulischer Kalk oder verlängerter Zementmörtel (Kalk-Zement-Mischung) bevorzugt. Reiner Zementputz wird für wasserdichte Anlagen verwendet.
Die Dicke des Putzes sollte zwischen 10 und 25 mm liegen.
Gesimse werden mithilfe von Schablonen auf einem Schlitten gezogen (Fig. 617). Bei großen Ausladungen wird der Kern vorgemauert oder aus Holzlatten geformt.
Beim Ausfugen von Sichtmauerwerk unterscheidet man Vollfugen (bündig) und Hohlfugen (zurückliegend). Das Auskratzen erfolgt mit dem Fugholz oder der Fugenkelle. Nachträglich eingebrachter Fugenmörtel sollte aus Wasserkalk oder Zementmörtel unter Zusatz von Ziegelmehl bestehen.
Tafel 1 u. 2.
Die Kleine'sche Decke
Tafel 1 u. 2: Diese Tafel aus Adolf Opderbeckes Werk 'Der Maurer' illustriert die Konstruktion der Kleine'schen Decke. Sie besteht aus I-Stahlträgern, deren Zwischenräume mit Ziegeln in Zementmörtel ausgefacht werden. Die Abbildung umfasst einen Grundriss im Maßstab 1:15 sowie eine großformatige perspektivische Darstellung der Baustelle.
Tafel 3 u. 4.
Gewölbeträgerdecke (Schürmannsche Decke)
Taf. 3 u. 4.: Diese Tafel zeigt eine detaillierte technische Zeichnung der 'Schürmannschen Decke'. Die Illustration veranschaulicht den Aufbau der gewölbten Ziegelausfachungen zwischen den Trägern, deren Einbindung in das umgebende Mauerwerk sowie den mehrschichtigen Fußbodenaufbau.
Tafel 5 u. 6.
Konstruktionszeichnungen von Bögen und Gewölben
Tafel 5 u. 6: Diese Zeichnungen zeigen die detaillierte Planung eines Korbogens aus Werkstein, einschließlich Fugenplan, perspektivischer Ansichten und der isometrischen Darstellung komplex zugeschnittener Wölbsteine.
Tafel 7
Tafel 7: Illustriert verschiedene bautechnische Ansichten von Gewölben. Der obere Teil zeigt gotische Spitzbogenöffnungen, der mittlere einen Längsschnitt durch einen großen Rundbogen, und der untere einen bemaßten Grundriss mit geometrischen Hilfslinien.
Tafel 8 u. 9
Tafel 8 u. 9: Diese Tafel zeigt die Ausführung einer Treppenanlage über gewölbten Kellerräumen, einschließlich Längs- und Querschnitten.
Tafel 10 u. 11
Tafel 10 u. 11: Widmet sich den hölzernen Hilfskonstruktionen für den Bau von Gewölben, von der Gesamtansicht des Gerüsts bis zu isometrischen Details der Steinfügung auf der Schalung.
Tafel 12 u. 13
Tafel 12 u. 13: Zentral ist eine große Isometrie einer Kelleranlage im Rohbau, ergänzt durch Details zu Kellerfenstern, Lichtschächten und speziellen Schalungsaufhängungen.
Tafel 14 u. 15
Tafel 14 u. 15: Zeigt die Rippenführung, Längs- und Querschnitte sowie die komplexe geometrische Austragung zur Ermittlung der Steinformen für gotische Rippengewölbe.
Tafel 16 u. 17
Tafel 16 u. 17: Diese Tafel enthält technische Vorlagen für den Steinmetz, insbesondere für Anfängersteine verschiedener Typen (A-C), Gurtbogensteine und verzierte Schlusssteine.
Quelle: Opderbecke, Der Maurer.