Die Bauformenlehre
Die Bauformenlehre
Umfassend: den Backsteinbau und den Werksteinbau für mittelalterliche und Renaissance-Formen
Autor
Adolf Opderbecke
Hans Issel
Jahr
1903
Zweite vervollständigte und berichtigte Auflage
Verlag
Bernh. Friedr. Voigt
Leipzig
Zusammenfassung
Dieses Fachbuch aus dem Jahr 1903, verfasst von Prof. Adolf Opderbecke, Direktor der Bauschule zu Zerbst, dient als umfassendes Lehr- und Nachschlagewerk für die Architektur des Historismus. Es ist in drei Hauptabschnitte unterteilt:
- Der Backsteinbau: Behandelt die Geschichte und die Renaissance des Ziegelbaus im 19. Jahrhundert (u.a. durch Schinkel und Hase). Es werden technische Aspekte wie Normalformate, Steinverbände, die Verwendung von Formsteinen für Gesimse und die Gestaltung komplexer neugotischer Staffelgiebel erläutert.
- Der Werksteinbau für mittelalterliche Formen: Dieser Teil analysiert die Entwicklung vom romanischen zum gotischen Stil. Der Schwerpunkt liegt auf der geometrischen Entwicklung von Profilen (Rundstab, Hohlkehle) und der konstruktiven Notwendigkeit von Wassernasen und Wasserschlägen bei Fenstern, Portalen und Hauptgesimsen.
- Der Werksteinbau für Renaissanceformen: Hier werden Materialien (Sandstein, Granit) und Werkzeuge der Steinmetze vorgestellt. Neben Hebezeugen wie dem „Wolf“ werden die italienische und die deutsche Renaissance gegenübergestellt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Rustika-Quaderung, Gebälkformen sowie aufwendigen Erker- und Giebelbildungen.
Das Werk zeichnet sich durch seinen didaktischen Ansatz aus, architektonische Formen stets aus ihrer konstruktiven Logik heraus zu erklären.
Glossar (129 Begriffe)
Vollständiger Inhalt
DAS HANDBUCH DES BAUTECHNIKERS
Eine übersichtliche Zusammenfassung der an Baugewerkschulen gepflegten technischen Lehrfächer. Zum Gebrauche für studierende und ausführende Bautechniker.
Unter Mitwirkung von erfahrenen Baugewerkschullehrern herausgegeben von Hans Issel, Architekt und Kgl. Baugewerkschullehrer.
III. Band: Die Bauformenlehre
Dieses Verlags-Signet zeigt einen Baum, Symbole des Handwerks wie Zirkel und Winkelmaß sowie einen Bienenkorb. Es trägt die Inschrift 'ARBEIT IST LEBEN', die Initialen 'B.F.V.' und den Hinweis auf das Gründungsjahr 'gegr. 1812'.
Leipzig 1903 Verlag von Bernh. Friedr. Voigt.
DIE BAUFORMENLEHRE
Umfassend: den Backsteinbau und den Werksteinbau für mittelalterliche und Renaissance-Formen.
Für den Schulgebrauch und die Baupraxis bearbeitet von Prof. Adolf Opderbecke, Direktor der anhaltischen Bauschule zu Zerbst.
Mit 537 Textabbildungen und 18 Tafeln.
Zweite vervollständigte und berichtigte Auflage.
Dieses Verlags-Signet (Vignette) zeigt einen Baum, einen Bienenkorb als Symbol für Fleiß sowie Zirkel und Winkelmaß als Zeichen des Bauhandwerks. Das Motto 'Arbeit ist Leben' und das Gründungsjahr 1812 umrahmen die Komposition, die typisch für die Selbstdarstellung technischer Verlage der Gründerzeit ist.
Stempel auf der Titelseite: INŻ. I. STELLA-SAWICKI
Leipzig 1903 Verlag von Bernh. Friedr. Voigt.
Vorwort zur zweiten Auflage
Der vorliegende III. Band des Handbuches des Bautechnikers – die Bauformenlehre –, dessen zweite, bedeutend verbesserte Auflage hiermit der Öffentlichkeit übergeben werden soll, hat durch die außerordentliche Anerkennung, die ihm schon in seiner ersten vor wenigen Jahren erschienenen Auflage zuteilgeworden ist, den Beweis erbracht, dass er einem Bedürfnis entgegengekommen ist.
Die „Bauformenlehre“ bildet im Allgemeinen in dem Unterrichtsplane an Baugewerkschulen ein vielumstrittenes Lehrfach. Der Verfasser ist deshalb bei der Bearbeitung des vorliegenden Handbuches seinen eigenen Weg gegangen, so, wie er ihn beim Unterrichten seit vielen Jahren mit Erfolg beschritten hat. Eine feste Grenze zu ziehen für die Betrachtung dieses Lehrstoffes ist aber sehr schwer, denn eine solche wird immer von der Begabung des einzelnen Schülers abhängen. Immerhin war der Verfasser bemüht, der Durchschnittsbegabung Rechnung zu tragen und vor allen Dingen die Form durch die Vorführung der zugehörigen Konstruktion zu erläutern.
Die Formen des Holzbaues und die Säulenordnungen sind hier nicht aufgeführt, da die ersteren im achten, die letzteren im zwölften Bande des Handbuches des Bautechnikers von Architekt Issel ausführlich abgehandelt worden sind; ebenso ist das ornamentale Beiwerk als den Rahmen dieses Lehrbuchs überschreitend außer Betracht geblieben.
Der Text wurde so knapp und so sorgsam als möglich zusammengestellt, so dass ich mit Hilfe der von der Verlagsbuchhandlung in anerkennenswerter Weise besorgten Textabbildungen dem studierenden Bautechniker ein Buch in die Hand gebe, das bei aufmerksamer Betrachtung in der Schule sowohl als auch beim häuslichen Studium seinen fördernden Zweck nicht verfehlen dürfte.
ZERBST, im Herbst 1902
Der Verfasser
I. Abschnitt. Der Backsteinbau.
Die Verwendung des Backsteins erstreckte sich ursprünglich auf eine massenhafte Anhäufung, während seine Verwendung zu Kunstbauten nur sehr langsam Eingang und Fortentwicklung fand. Seine Form ist zunächst immer die eines rechtwinkeligen vierseitigen Prismas.
Der ersten größeren Anwendung begegnen wir bei den Ägyptern; die Hellenen benutzten ihn nur in geringem Maße und erst bei den Römern gelangte er wieder zu höherer Geltung. Hier sehen wir zum ersten Mal Steine zur Anwendung gebracht, welche von der seither rechtwinkeligen Form abweichen und bei quadratischer oder sechsseitiger Form, meist über Eck stehend, angeordnet wurden. Auch Formsteine von mehr oder weniger reicher Profilierung kannten die Römer bereits. Auf welcher Höhe damals die Ziegeltechnik schon stand, bezeugen uns die bedeutenden Dimensionen der Steine — bis 42 cm Länge bei nur geringer Höhe — an vielen Bauten aus der Römerzeit und der Umstand, dass diese keine Spur von Krümmung aufweisen. Unter den Byzantinern erfuhr dann der Ziegelbau eine besonders sorgsame Pflege, und wir beobachten jetzt schon selbstständige Formen, welche wenig an die der Antike erinnern. Von hier aus wird der Backsteinbau weiter übertragen auf andere Völker, namentlich nach Oberitalien, und im Mittelalter sehen wir ihn endlich in unserer nordischen Tiefebene heimisch werden. Besonders zwischen Brandenburg und Hannover, von hier nordwärts über Lüneburg bis Bremen, entlang der Nord- und Ostsee, vor allem in Lübeck, in ganz Mecklenburg, in Stralsund und Stettin bis nach Königsberg und von dort über Berlin bis Magdeburg. Es darf uns diese Übertragung aus den südlichen Ländern mit Übergehung Süddeutschlands direkt nach unserem Norden um deswillen nicht wundernehmen, weil diese, im Gegensatz zu Süddeutschland, an natürlichen Bausteinen arme Gegend die für die Ziegelbereitung erforderlichen Rohstoffe, Lehm oder fetten Flussschlamm, in großen Mengen zur Verfügung hat.
In der letzten Hälfte unseres Jahrhunderts hat der Bau mit gebrannten Steinen einen bedeutenden Aufschwung genommen, und es wurden die Ziegeleitechniker gezwungen, Mittel und Wege zur vereinfachten und schnelleren Herstellung der Steine zu ersinnen, um den durch die massenweise Verwendung des Ziegelsteins hervorgerufenen höheren Anforderungen genügen zu können. Auch mussten dieselben bemüht sein, den Steinen ein besseres Aussehen, gleichmäßige Färbung und vor allem eine gleiche und scharf begrenzte Form zu geben.
Den ersten Anstoß zu dieser Wiederbelebung des Backsteinbaues gab Schinkel durch die ausschließliche Verwendung gebrannter Steine beim Bau der Bauakademie, des Werderschen und des Feilnerschen Hauses in Berlin. Seitdem ist in Berlin eine große Zahl Kirchen und anderer öffentlicher Gebäude sowie eine kaum zu übersehende Zahl von Privatbauten, besonders industrielle Etablissements, als Ziegelrohbau zur Ausführung gelangt. In Hannover war es in erster Linie der Altmeister Hase, in Kassel der geniale, leider zu früh verstorbene Ungewitter, welche die Wiederaufnahme des Backsteinbaues kräftig zu fördern suchten. Aber auch andere, wie Adler durch die Veröffentlichung verschiedener Aufnahmen unserer mittelalterlichen Bauwerke, trugen kräftig zur weiteren Förderung und Neubelebung des Rohbaues bei. Manche Anfeindungen hat der Backsteinbau über sich ergehen lassen müssen; heute ist die Überzeugung von seiner Gleichberechtigung mit anderen Bauweisen wohl überall durchgedrungen.
Bei Einführung von Maschinen in die Ziegeleibetriebe glaubte man die Fabrikation zu fördern und die Güte der Steine zu heben, indem man den Ton so konsistent wie nur immer möglich durch die Ziegelpresse gehen ließ. Die Steine erhielten wohl ein schöneres Aussehen als die bis dahin üblichen Handsteine, besaßen aber nur zu häufig nicht die gleichmäßige Spannung und das dichte Gefüge, das die nassere Verarbeitung mit der Hand ihnen früher gegeben hatte. Den Mangel dieser Herstellungsweise können wir an einer großen Zahl von Bauwerken beobachten, welche mit solchen Steinen verblendt sind. Erst mit Einführung des Hohl- oder Lochsteins sind die Blendziegel wieder zu einer vollkommeneren Bearbeitung gelangt. Die Fabrikation derselben erfordert ganz besonders gute und gut verarbeitete Rohstoffe, außerdem aber eine Vermehrung des Wasserzusatzes. Durch das verengte Mundstück der Ziegelpresse wird eine größere und gleichmäßigere Dichtigkeit der Steine und infolgedessen auch ein besseres und gleichmäßigeres Durchbrennen der Steine erzielt. Wesentlich gefördert wurde in den letzten Jahrhunderten die Verwendung des Backsteins durch die Einführung der schön und gleichmäßig geformten und fest gebrannten Blendsteine aus den Lausitzer und schlesischen — besonders den Siegersdorfer — Ziegelwerken, welche solche in den verschiedensten Färbungen auf den Markt brachten und namentlich auch wieder den Glasuren zu Ansehen verhalfen. Letztere, im Mittelalter vorzugsweise als konstruktives Schutzmittel für der Witterung in besonders hohem Maße ausgesetzte Bauteile verwendet, hat heute insofern eine viel größere Bedeutung erlangt, als ihre Verwendung in erster Linie auf das Erkennen ihrer dekorativen Wirkung zurückzuführen ist. Die Glasur nimmt in der Backsteinarchitektur gewissermaßen die Stelle ein, welche dem Golde in der malerischen Dekoration zugeteilt ist; sie belebt das Bild, sie trennt die Farbe und erhält diese frisch.
Viel Streit ist unter den Fachgenossen entbrannt über die Verwendung der Terrakotten beim Ziegelrohbau. Während die einen alle ornamentalen Teile, ja selbst die Gesimsstücke, die diese stützenden Konsolen, die bekrönenden und frei endigenden Bauteile usw. aus möglichst großen Werkstücken gebrannt verlangten, bekämpften andere dieses Streben aufs Heftigste und wollten nur dem gewöhnlichen Steinformate die Berechtigung zur Verwendung beim reinen Backsteinbau zugestehen. Im Allgemeinen dürfte als richtig gelten, jedes Bauglied als Terrakotten so zu gestalten, dass die Platten oder Steine — gleichviel in welcher Größe — natürliche Abschnitte des Ornamentes bilden, in welchem die Fugen als notwendige Trennungslinien wirken. Schon in früher Zeit scheint diese Auffassung befolgt worden zu sein, da wir sowohl an unseren nordischen Bauwerken des Mittelalters als an solchen aus der Renaissancezeit Oberitaliens nur verhältnismäßig wenige sogenannte frei fortlaufende Ornamente beobachten, in welchen allerdings die Fugen immer stören.
Wenn nun in der Antike und Renaissance dem einzelnen Profile und seiner richtigen, sinngemäßen Anwendung eine nicht unbedeutende Rolle für die Wirkung der Bauformen zugemessen werden muss, ist dies beim Backsteinbau viel weniger der Fall. Die Hauptsache ist und bleibt hier für den Entwerfenden die Bewältigung, Gruppierung und Gliederung der architektonischen Massen; und wer hierin Gutes leistet, braucht sich nicht zu arge Skrupel zu machen, wenn er einmal ein stilistisch nicht völlig passendes Profil verwendet.
Vor der Verwendung lasse man die Steine, sofern die Beschaffenheit derselben durch langjährigen guten Ruf der Fabrik, welche diese lieferte, nicht zur Genüge bekannt ist, darauf untersuchen, ob sie Natron, Kali, Magnesia, organische Stoffe oder Schwefel enthalten. Diese Stoffe bilden in erster Linie den Boden, auf dem die spätere Zerstörung Nahrung findet. Die noch notwendigen Stoffe, um mit diesen an und für sich ja unschuldigen Beimischungen schädliche hygroskopische Salze zu bilden, werden von außen her, durch den Erdboden, die Luft, das Wasser oder die Umgebung der Steine hinzugeführt. Wenn in dieser Weise konsequent seitens der Bauleitungen vorgegangen wird, so wird die Ziegelindustrie auf ein Mittel sinnen müssen, um ihre Erzeugnisse auch nach dieser Seite zu verbessern, um einen Ziegelstein zu liefern, in dem schädliche Salze überhaupt nicht mehr vorkommen. Wie viel in dieser Beziehung noch gesündigt wird, können wir leicht beobachten, wenn wir mit Aufmerksamkeit unsere zahlreichen Ziegelrohbauten, namentlich im Frühjahre, betrachten. Wer die traurigen, vielfach ja wahrnehmbaren Wirkungen sich vergegenwärtigt, den muss es schmerzen, dass oft so viele Mittel für ein bestechendes Äußeres verschwendet wurden, während der Kern doch krank ist.
So mannigfaltig die Formen des Backsteinbaues auch sein können, so ist der Techniker doch immer an den vorliegenden Baustoff und an die Masse des Steines gebunden. Er hat damit zu rechnen, die ihm hierdurch gewordenen Beschränkungen zu überwinden sowie die Regeln des Steinverbandes genau zu beachten, deren Nichtbeachtung höchst bedenkliche Folgen nach sich ziehen kann.
Gegenüber den Hintermauerungssteinen, für welche durch Vereinbarung zwischen Architekten und Ziegeleitechnikern die Normalgröße von 250 mm Länge, 120 mm Breite und 65 mm Höhe festgesetzt worden ist, sollen die 4/4 Blendsteine die Maße von $252 \times 122 \times 69 \text{ mm}$ aufweisen. Abweichungen bis zu 1 mm mehr oder weniger sind zulässig.
Die Verblendung mit 4/4 Steinen wäre nun die natürlichste und bequemste, da man dann auf der Baustelle, abgesehen von Profilsteinen, nur einer Sorte Steine bedürfte. Da jedoch der Versand solcher Steine auf größere Entfernungen bedeutende Kosten verursacht, auch zu denselben verhältnismäßig viel Material erforderlich ist, so gingen die größeren Ziegeleien schon bald dazu über, zur Flächenverblendung 1/4 und 1/2 Lochsteine, also möglichst leichte Steine für die Verschickung in entferntere Gegenden herzustellen.
Fig. 1: Diese Tafel zeigt die gebräuchlichsten Formate von Verblendsteinen, darunter Riemchen (1/4 Stein), Köpfe (1/2 Stein), verschiedene Ecksteinformate (1/4 bis 4/4), Rollschichtsteine sowie Läufer und Strecker. Die Zeichnungen verdeutlichten die typischen Hohlräume (Lochsteine), die zur Gewichtsreduzierung und für einen gleichmäßigen Brennvorgang integriert sind.
Der für die Verblendung mit 4/4 Steinen gebräuchlichste und beste Verband ist der Kreuzverband, während bei Verwendung von Riemchen und Köpfen nur der Kopfverband in Frage kommt. Bei der Verblendung mit Riemchen und Köpfen kann man diese in den eigentlichen Mauerkörper einbinden lassen, oder man verstärkt letzteren um die Riemchenstärke, legt also die Verblendung vor die Mauerfläche. Der ersteren Methode wird man bei stärkeren Mauern, der zweiten bei verhältnismäßig schwachen Mauern den Vorzug geben müssen. In Fig. 2 sind einige Beispiele für die Verblendung 1 Stein starker und $1 \frac{1}{2}$ Stein starker Mauern gegeben.
Fig. 2.: Diese technische Illustration zeigt fünf verschiedene Beispiele für Mauerwerksverbände bei der Verwendung von Verblendziegeln (Riemchen). Dargestellt sind sowohl 1 Stein starke als auch 1,5 Stein starke Mauern mit eingebundenen oder vorgesetzten Riemchen sowie eine beidseitig verblendete Wand.
Als Fugenstärke rechnet man beim Verblendbau meist 8 mm, also einen Kopf + Fuge = 130 mm und eine Schicht + Fuge = 77 mm, oder der Einfachheit halber auf jedes Meter Höhe 13 Schichten. Damit die Stoßfugen gleicher Schichten genau lotrecht übereinander zu liegen kommen, ist es erforderlich, alle Längenmaße genau nach Kopflängen festzustellen. Man kann sich hierfür der drei Formeln $x \cdot 13 - 1$, $x \cdot 13$ und $x \cdot 13 + 1$ bedienen, je nachdem man das Längenmaß zwischen zwei ausspringenden Ecken, oder zwischen einer ausspringenden und einer einspringenden Ecke, oder endlich zwischen zwei einspringenden Ecken ermitteln will. Aus Fig. 3 ist die Anwendung dieser Formeln auf die verschiedenen vorkommenden Fälle leicht zu ersehen. In denselben bedeutet $x$ die jeweilige Kopfzahl, die Zahl 13 das Kopfmaß + Fuge in Zentimetern ausgedrückt.
Fig. 3: Diese Abbildung verdeutlicht die im Text beschriebenen Formeln zur Maßermittlung in Backsteinrohbaufassaden.
Wenn nun mit den Steinen einfach rechteckigen Formates sich selbst reichere Fassaden ausbilden lassen, so stellen sich doch immer, namentlich bei den Gesimsen und insbesondere dort, wo diese bei freistehenden Gebäuden um die Ecken herumgeführt werden sollen, Schwierigkeiten heraus. Die Lösungen, zu denen man hier gezwungen wird, tragen meist den Stempel des Gesuchten, Gequälten.
Von dem Architektenverein zu Berlin und dem Deutschen Vereine für Fabrikation von Ziegeln, Tonwaren, Kalk und Zement ist aus diesem Grunde eine Anzahl sogenannter Normalformsteine festgelegt worden, welche von jeder größeren Ziegelei auf Lager gehalten oder doch wenigstens angefertigt werden. Neben diesen Normalformsteinen wird natürlich von den leistungsfähigen Ziegeleien jede beliebige andere Form nach Wunsch und Zeichnungen des Bestellers angefertigt, ja es wird von einigen Werken selbst eine größere Zahl solcher außernormaler Formsteine auf Lager gehalten.
Die wichtigste Stelle unter den Formsteinen gebührt den Schrägsteinen und den Wassernasensteinen für waagerechte, abdeckende Gliederungen. Zu stützenden Gliedern unter ausladenden Gesimsen sind die Kehlen und die Stäbe (Viertelstäbe, Wulste) zu verwenden. Die gebräuchlichsten Formsteine für senkrechte und bogenförmige Gliederungen (Fenster- und Türeinfassungen, Pfeiler- und Gebäudeecken) sind die Fasensteine, die Hohlkehlsteine und die Rundstabsteine.
In den Figuren 4, 5, 6 und 7 sind sowohl die Normalformsteine wie auch eine Anzahl außernormaler Formsteine dargestellt. Die Nummerbezeichnung der Normalformsteine ist die der Siegersdorfer Werke in Schlesien.
1. Normale Formsteine.
Fasensteine für senkrechte Gliederung sind durch die Figuren 1, 1a, 1b, 1f/g, 2, 2a und 2f/g (Fig. 4), Kehlsteine für senkrechte Gliederung durch die Figuren 4, 4a, 4b, 4f/g und Viertelstabsteine für senkrechte Gliederung durch die Figuren 5, 5a, 5b und 5f/g (Fig. 5) zur Darstellung gebracht.
Fig. 4: Diese Tafel zeigt eine Übersicht über normalisierte Formsteine, die speziell für horizontale Abdeckungen und profilierte Gesimse im Backsteinbau konzipiert sind.
Fig. 5: Die Abbildung illustriert standardisierte Kehl- und Stabsteine (Viertelstäbe, Wulste), die als stützende Glieder unter ausladenden Gesimsen verwendet werden.
Fig. 6: Diese Figur zeigt drei verschiedene Rundstabprofile, die für die vertikale Gliederung von Fassadenelementen wie Fenster- oder Türeinfassungen eingesetzt werden.
2. Außernormale Formsteine.
Diese sind der Mehrzahl nach dem Musterbuche der Dampfziegelei von H. B. Röhrs in Hannover entnommen (Fig. 7).
Fig. 7.: Diese umfangreiche Abbildung zeigt eine Vielzahl von Profilen für außernormale Formsteine, die im Backsteinbau für aufwendige Gesimse und dekorative Architekturgliederungen Verwendung finden.
Die nachstehenden Abbildungen (Fig. 8) machen uns mit einer Anzahl von Sockelgesimsen bekannt. Stehen nur Steine rechteckigen Formates zur Verfügung, so wird das Vortreten des Sockelmauerwerks gegen das aufgehende Mauerwerk am besten durch geneigt angeordnete, zweckentsprechend zugehauene Steine, welche auf zwei oder mehr Schichten Höhe eingefügt werden, vermittelt. Die Ausladung des Sockels beträgt in der Regel 1/4 bis 1/2 Stein. Sollen derartige Gesimse verkröpft werden, so müssen entweder besondere Ecksteine geformt werden, oder es ist die geneigte Abdeckung an den Gebäudeecken zu unterbrechen. Bei Verwendung von Formsteinen kommen für die Abdeckung namentlich die zwei Schichten hohen Fasensteine, Viertelstabsteine und Wassernasensteine sowie die eine Schicht hohen Schrägsteine, Hohlkehlsteine und Viertelstabsteine in Betracht.
Fig. 8: Diese Abbildung zeigt eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Ausbildung des Sockelgesimses, dem Übergangsbereich zwischen dem Sockelmauerwerk und dem aufgehenden Mauerwerk.
Zur Bildung der Fenstersohlbänke
finden ausschließlich die Schrägsteine und die Wassernasensteine Anwendung. Die Neigung der Schrägsteine ist so zu wählen, dass für 1/2 Stein Ausladung entweder 2, 3, 4, 5, 6 usw. Schichten erforderlich sind. Die Fig. 9 bis 15 geben hierfür den nötigen Anhalt.
Fig. 9: Diese technische Zeichnung illustriert eine Fensterschräge (Sohlbank), bei der eine Ausladung von einem halben Stein durch das Übereinanderschichten von zwei Ziegellagen erreicht wird.
Fig. 10: Die Abbildung zeigt eine alternative Ausführung einer Fenstersohlbank über zwei Schichten bei einer Ausladung von einem halben Stein.
Fig. 11: Diese Zeichnung stellt eine Fensterschräge dar, die sich über drei Schichten erstreckt, um eine Ausladung von einem halben Stein zu überbrücken.
Fig. 12: Hier wird eine Fenstersohlbank gezeigt, deren Schräge über vier Mauerwerksschichten verteilt ist.
Fig. 13: Diese Illustration zeigt eine dekorative Fenstersohlbank, die aus vier Schichten besteht. Anstelle einer glatten Schräge werden hier übereinanderliegende Viertelstabsteine verwendet.
Fig. 14: Das Diagramm zeigt den Aufbau einer Fensterschräge, die fünf Ziegelschichten benötigt, um die Standard-Ausladung von einem halben Stein zu erreichen.
Fig. 15: Diese Abbildung verdeutlicht eine sehr hohe Fenstersohlbank, die sich über sechs Mauerwerksschichten erstreckt.
Gurtgesimse
Die Gurtgesimse haben die Aufgabe zu erfüllen, die Trennung des Bauwerkes der Höhe nach in einzelne Geschosse an dem Äußeren zum Ausdruck zu bringen. Sie werden mithin folgerichtig in Höhe der Balkenlagen angeordnet. Bei Verwendung von Steinen rechteckigen Formates kann bei Gesimsen mit größerer Ausladung die Abdeckung durch Dachsteine (Biberschwänze) oder geneigt angeordnete Mauersteine bewirkt werden. Häufig wird die Trennung der Geschosse nur durch eine obere und eine untere um wenige Zentimeter gegen die Mauerfläche vortretende Flachschicht zum Ausdruck gebracht. Die zwei, drei oder mehr Schichten hohe Fläche zwischen diesen Bändern kann durch Stromschichten, sich unter $45^\circ$ kreuzende, in der Fläche liegende Steine oder durch geometrische Musterbildungen mit anders gefärbten Steinen hervorgehoben und belebt werden.
Fig. 16: Die Abbildung Fig. 16 zeigt diverse Ausführungen von Gurtgesimsen, die ohne spezielle Formsteine nur mit Ziegeln im Normalformat gestaltet wurden.
Die Anwendung von Formsteinen lässt naturgemäß weit mannigfaltigere, reichere und wirkungsvollere Bildungen zu. Für die Abdeckungen kommen hierbei lediglich die Schrägsteine und Wassernasensteine, für die stützenden Glieder der Viertelstab, die Kehle, der Bienenkorbfriesstein, ornamentierte Konsolsteine und Bogenfriessteine der mannigfachsten Art (Rundbogenstein, Spitzbogenstein, Dreipassstein usw.) in Betracht. Zu Friesbildungen werden vorteilhaft Dreipass- und Vierpasssteine sowie ornamentierte Platten verwendet.
Fig. 17: Die Abbildung Fig. 17 illustriert die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten von Gurtgesimsen durch den Einsatz von Formsteinen.
Formsteine und Terrakotten, welche zur Friesbildung und für die stützenden Gliederungen bei Gurt- und Hauptgesimsen Verwendung finden können (Fig. 18 bis 21).
Fig. 18.: Diese Tafel zeigt eine Vielzahl von Entwürfen für ornamentale Formsteine und Terrakotten, die speziell für die Gestaltung von Friesen an Gurt- und Hauptgesimsen vorgesehen sind.
Fig. 19: Diese Abbildung zeigt zwei Schichten hohe ornamentierte Platten, die zur dekorativen Gliederung von Fassaden eingesetzt werden.
Fig. 20: Die Zeichnung zeigt einen vier Schichten hohen Fries mit gotisierendem Maßwerk, bestehend aus Kreisformen und fünfblättrigen Rosetten.
Fig. 21: Dargestellt ist ein dekoratives Friesband, das aus vier Schichten hohen Platten besteht und ein Muster aus überschnittenen Rundbögen sowie eine Reihe von kleinen Rosetten aufweist.
Die Haupt- oder Traufgesimse
schließen die Außenwand eines Bauwerkes nach oben hin ab. Mit mehr oder weniger großer Ausladung, welche durch Auskragungen gebildet wird, treten sie vor die Mauerflucht vor und erhalten eine Abdeckung durch geneigt gestellte Steine gewöhnlichen Formates oder durch besonders geformte Schrägsteine. Auf dieser Abdeckung oder auf Konsolen, welche in Abständen von 25 cm bis 50 cm in die Wasserschräge eingefügt sind (siehe Fig. 22, 33, 34 und 36), ruht die Dachrinne, welche das von den Dachflächen abfließende Regenwasser auffängt und mittels Fallrohren nach dem Erdboden ableitet.
Fig. 22: Diese Illustration zeigt die konstruktive Durchbildung eines Haupt- oder Traufgesimses unter Verwendung von Normalziegeln.
Hauptgesimse unter Verwendung von Steinen gewöhnlichen Formates (Fig. 22 bis 24).
Fig. 23: Die Abbildung zeigt die Anwendung von dekorativen Ziegelverbänden zur Belebung der Gesimsfläche.
Fig. 24: Dieses Beispiel illustriert ein gestuftes Hauptgesims, das durch einen sogenannten Zahnschnitt gegliedert ist.
Hauptgesimse unter Verwendung von Formsteinen (Fig. 25 bis 36).
Fig. 25.: Die Abbildung zeigt die Vorderansicht und den zugehörigen Querschnitt eines Hauptgesimses, das durch einen Rundbogenfries gegliedert ist.
Fig. 26.: Dargestellt ist ein dekoratives Hauptgesims mit einer Reihe kleiner Arkadenbögen und darüberliegenden Dreiecksmotiven.
Fig. 27.: Diese Illustration zeigt ein Hauptgesims mit einer Abfolge von Segmentbögen in der Ansicht und einer deutlichen Auskragung im Profil.
Fig. 28.: Gezeigt wird ein besonders aufwendiges Gesims, das neben einem Vierpass-Fries auch figürliche Elemente in Form von Kopf-Konsolen aufweist.
Fig. 29.: Diese Zeichnung präsentiert ein schlichtes Hauptgesims, dessen architektonische Wirkung primär durch die mehrfache Abstufung der Steinlagen erzielt wird.
Fig. 30.: Die Abbildung illustriert ein Gesims mit einer Kombination aus einem Klötzchenfries und einem darunterliegenden Friesband mit Vierpass-Durchbrüchen.
Fig. 31.: Diese Illustration zeigt ein Hauptgesims (Traufgesims) im Aufriss sowie den dazugehörigen vertikalen Profilschnitt rechts.
Fig. 32.: Die Abbildung präsentiert ein reich dekoriertes Hauptgesims, bestehend aus mehreren horizontalen Zonen: einem Diamantquader-Fries oben und einem großflächigen Fries mit Vierpass-Maßwerk in der Mitte.
Fig. 33: Diese Illustration zeigt einen Ausschnitt einer Fassade mit einem spitzbogigen Fenster, das durch eine dekorative Mittelsäule geteilt wird.
Fig. 34: Die Abbildung zeigt die Ansicht eines Rundbogenfensters mit einem darüberliegenden Hauptgesims aus Formsteinen.
Fig. 35: Dargestellt ist ein dekorativer Fries aus sich kreuzenden Bögen (Kreuzbogenfries), der im oberen Bereich durch florale Blattornamente abgeschlossen wird.
Fig. 36: Die Zeichnung zeigt das Detail eines Gesimses mit einer Abdeckung aus Schrägsteinen und metallenen Zierelementen.
Fenster, Hauseingänge und Giebelbildungen (Fig. 37 bis 67).
Die Überdeckung der Fenster- und Hauseingänge kann geschehen durch den Flachbogen (Fig. 37, 39, 40, 41, 45, 53, 54, 55, 58, 63 und 65), den Rundbogen (Fig. 46, 50, 52, 60 und 66) oder den Spitzbogen (Fig. 38, 44, 47, 49, 51, 59, 62, 63 und 64), bei Öffnungen geringer Spannweite (bis 40 cm) auch durch horizontale Auskragungen oder durch besonders geformte Decksteine (Dreipasssteine, Rundbogen- oder Spitzbogensteine).
Fig. 37: Diese Illustration zeigt den Entwurf einer Hausfassade im neogotischen Stil, bei welcher der Giebel staffelartig aufsteigt. Die Gestaltung sieht eine Kombination aus Backstein für tragende Teile und Putz für dekorative Nischen- und Wappenflächen vor.
Sowohl die senkrechten Laibungskanten als auch die bogenförmigen Überdeckungen können durch Verwendung von Fasensteinen, Hohlkehlsteinen, Rundstabsteinen, gewundenen oder ornamentierten (siehe Fig. 51) Formsteinen mehr oder weniger reiche Profilierung erhalten.
Fig. 38.: Diese Abbildung zeigt die Detailansicht einer monumentalen Fassade im Stil der Backsteingotik, die durch eine große zentrale Spitzbogenöffnung mit darüberliegender Fensterrose charakterisiert ist. In der oberen linken Ecke ist eine ergänzende Übersichtsdarstellung des gesamten Giebelbaus in kleinem Maßstab eingefügt.
Je nach den mehr oder weniger großen Abständen der Fenster untereinander unterscheidet man Einzelfenster und gekuppelte Fenster sowie Fenstergruppen.
Auf eine gesonderte Besprechung und Darstellung von Fenster- und Eingangs-Bildungen glaube ich hier verzichten zu dürfen, da deren Vorführung in unmittelbarem Zusammenhange mit Giebellösungen und anderen Fassadenteilen für den Lernenden anschaulicher und anregender sein dürfte als eine Darstellung in Einzelbildern.
Bei den Hausgiebeln kommt die gerade Dachlinie entweder in einer parallel zu dieser verlaufenden Begrenzungslinie zum Ausdruck, oder es ist diese durch stufenartig angeordnete Abtreppungen (Treppengiebel, Staffelgiebel) verdeckt. Die Anstiegung ist meist eine steile (fast nie unter 45°) und es wird das Schlanke, Aufstrebende oft noch erhöht durch eine vertikale Gliederung mittels vorgelegter Pfeiler, welche in zierlichen Spitzen endigen und die Dachlinie meist bedeutend überragen.
Die Figuren 37 bis 67 stellen Giebelbildungen dar, welche meist Schülerentwürfen, die unter meiner Leitung entstanden, entnommen sind.
Fig. 37 macht uns mit einem Fassadenteil bekannt, bei welchem der Giebel staffelartig aufsteigt. Zur Überdeckung der Fensteröffnungen hat durchweg der Flachbogen Verwendung gefunden; als Baustoffe sind für die Staffelabdeckungen, die Fensterschrägen und die Gesimsabdeckungen glasierte Schrägsteine, für alle in vertikalen Flächen liegenden Teile gleichartig gefärbte Backsteine vorausgesetzt. Die Nischen zwischen den Konsolen des Hauptgesimses, die Flächen über den gekuppelten Fenstern des Giebels und die Wappenflächen im Giebel sind geputzt gedacht.
In den Figuren 38 und 39 ist ebenfalls ein Staffelgiebel zur Darstellung gebracht und zwar in Fig. 38 die eigentliche Giebelspitze und in Fig. 39 die unteren Stockwerke des Giebels mit vorgekragtem Balkon vor dem ersten Stockwerke.
Fig. 39: Diese Abbildung zeigt die Detailansicht eines Fassadenteils in Backstein-Architektur. Ein polygonaler Erker ruht auf einer reich profilierten Konsole. Die Fensteröffnungen sind mit Flachbögen überdeckt.
Die Wasserschrägen sind hier in glasierten, die Fenstereinfassungen abwechselnd in heller und dunkler gefärbten Steinen angenommen. Zur Überdeckung der Fensteröffnungen in der Giebelspitze ist der Spitzbogen, in den Stockwerken — der Flachbogen verwendet.
Fig. 40 stellt einen Hauseingang mit Giebel- (Wimperg) Bekrönung dar. Zu den unter $45^\circ$ schraffierten Teilen können glasierte (grüne, braune oder schwarze) Steine, zu den übrigen Teilen unglasierte Steine beliebiger Färbung Verwendung finden. Der Gebäudesockel ist hier in Werksteinen angenommen und dürfte dieser Baustoff überall dort dem Backsteine vorzuziehen sein, wo Gebäude unmittelbar an eine Straße herantreten, also die Gebäudesockel leicht Beschädigungen ausgesetzt sind.
Fig. 40: Diese Abbildung zeigt ein monumentales Portal, das von einem reich verzierten Wimperg mit Krabbenbesatz gekrönt wird. Die rechte Hälfte der Zeichnung zeigt einen detaillierten vertikalen Schnitt durch die Wandkonstruktion.
Fig. 41 zeigt den Aufriss sowie zwei Schnitte (Schnitt A-B und Schnitt C-D) einer Fenster- oder Portalarchitektur. Die Zeichnung verdeutlicht die Verwendung verschiedener Ziegelformate und dekorativer Verbandstechniken zur Gliederung der Wandfläche und der Bogenläufe.
Fig. 41: Diese technische Zeichnung zeigt die Frontansicht (Aufriss) sowie zwei detaillierte vertikale Schnitte einer komplexen Wandöffnung.
Auch bei Giebeln, welche die Dachlinie durch eine parallel zu dieser gerichtete Begrenzungslinie zum Ausdruck bringen, endigt letztere häufig staffel- oder stufenartig (vergleiche Fig. 42 bis 46, 49 und 64 bis 66), zuweilen auch in einer pfeilerartigen Bekrönung (Fig. 51).
Fig. 42: Diese Abbildung zeigt die detaillierte Ausarbeitung einer neugotischen Fiale oder eines kleinen Turmhelms.
Fig. 43: Dargestellt ist die Frontansicht eines Giebels mit einem zentralen Rundfenster (Rosette) über einem gekuppelten Spitzbogenfenster.
Fig. 44: Diese technische Darstellung zeigt die Vorderansicht eines reich gegliederten Staffel- oder Treppengiebels im Stil der Neogotik.
Der Giebelanfang (das Ohr des Giebels) kann in der mannigfaltigsten Weise gebildet sein; immer ist derselbe gegen die Mauerflucht derart vorzukragen, dass das die Dachrinne tragende Dachgesims sich gegen diese Auskragung totlaufen kann (vergl. Fig. 45, 46, 51, 57 und 64 bis 66), wenn nicht das Dachgesims an dem Giebel herumgeführt wird (vergl. Fig. 49).
Fig. 45: Diese technische Zeichnung zeigt eine Giebelspitze im neogotischen Stil.
Die Figuren 42 bis 44 zeigen Giebelendigungen in mehr oder weniger reicher Ausführung. Durch derartige Aufbauten, welche in der mannigfaltigsten Weise gestaltet sein können (siehe auch die Fig. 45 bis 51), wird das den Giebelen mittelalterlicher Bauweise eigene Schlanke und Aufstrebende noch erhöht. Zuweilen erfährt das Schlanke der Giebelendigung noch eine Steigerung durch auf den Aufbau befestigte schmiedeeiserne Bekrönungen (siehe Fig. 42). Das Starre, Gleichmäßige der gerade aufsteigenden Giebelkanten wird häufig gemildert beziehungsweise unterbrochen durch eingefügte Krabbensteine (siehe Fig. 43, 51 und 64).
Fig. 45 zeigt eine Giebelspitze mit oberer stufenartig aufsteigender Endigung. Es dürfte hier eine reiche Wirkung zu erzielen sein durch Verwendung glasierter Steine für die unter 45° schraffierten Teile, von unglasierten Steinen hellerer Färbung für die nicht schraffierten Teile und von Putz in den Nischen der Endigung.
Bei Fig. 46 sind für die obere Abdeckung des Giebelanfanges und der Giebelendigung Hohlziegel mit akroterienartigen Bekrönungen verwendet. Die Verwendung glasierter und verschiedenartig gefärbter Steine ist durch die Darstellung ohne weitere Beschreibung veranschaulicht.
Fig. 46: Diese Abbildung zeigt eine Sammlung von Details für Backsteinbauten im neugotischen Stil.
Durch Fig. 47 ist ein treppenartig ansteigender Giebel mit über Eck stehenden quadratischen Pfeilervorlagen veranschaulicht. Durch die Schnittzeichnung A-B ist der Mauerverband im Grundrisse klargelegt; zur Belebung der Nischenflächen sind Terrakottenplatten mit Lilienmuster verwendet.
Fig. 47: Diese Tafel zeigt den detaillierten Entwurf einer repräsentativen zweitürmigen Fassade im neugotischen Stil.
Fig. 48 stellt den oberen Teil eines Giebels mit parallel zur Dachlinie ansteigender Begrenzungslinie und gegen die Mauerflucht um 1/2 Stein vortretenden, 1 1/2 Stein breiten Pfeilervorlagen dar. Durch die Verwendung glasierter Steine für die Wasserschrägen und heller und dunkler gefärbten Steinen nach Maßgabe der ohne Schraffur belassenen beziehungsweise der durch Schraffur hervorgehobenen Steine und endlich durch weißen oder hell getönten Putz in den Nischenflächen dürfte eine sehr reiche, farbenprächtige Wirkung erzielt werden.
Fig. 48.: Diese technische Zeichnung stellt den oberen Teil eines Giebels dar, dessen Begrenzungslinien parallel zur Dachneigung verlaufen.
Fig. 49 zeigt insofern eine Abweichung von der üblichen Konstruktion, als hier das Dachgesims der Traufseiten an der Giebelwand herumgeführt ist. Die Überdeckung der Fenster mit Spitzbögen und namentlich das Zusammenfassen des mittleren Fensters mit den oberen Dachbodenfenstern in eine mit Spitzbogen überdeckte Nische lässt den Giebel in Gemeinschaft mit den steil ansteigenden Abdeckungslinien leicht und schlank erscheinen. Die Rosette oberhalb der Dachbodenfenster ist in größerem Maßstabe oben links, der Höhenschnitt durch den oberen Teil des Giebels oben rechts dargestellt.
Fig. 49.: Die Abbildung Fig. 49 illustriert die architektonische Gestaltung eines Giebels, bei dem das Dachgesims der Traufseiten um die Giebelwand herumgeführt wird.
Fig. 50 veranschaulicht einen Giebel, welcher durch über Eck stehende, in schlanker Spitze endigende Pfeiler in fünf schmale Mauerstreifen aufgelöst ist. Der Giebel erhält infolgedessen ein überaus schlankes, zierliches und reiches Aussehen. Erhöht wird letzteres noch durch die Verwendung glasierter und verschiedenartig gefärbter Steine sowie durch die Anordnung der reich gestalteten Rosetten in den Feldern zwischen den Pfeilern. Form und Konstruktion dieser Rosetten ist durch die größere Darstellung in der oberen linksseitigen Ecke klargelegt.
Fig. 50: Diese Abbildung zeigt die Fassade eines neogotischen Giebels, der durch fünf über Eck stehende, in schlanken Fialen endende Pfeiler gegliedert wird.
Der durch Fig. 51 dargestellte, mit geradliniger Abdeckung ansteigende Giebel wirkt besonders reich durch das die Dachlinie kennzeichnende Konsolengesimse sowie durch die eigenartige Anordnung verschieden gefärbter Steine. Die in die Giebelabdeckung eingefügten Krabbensteine, die Einfassungssteine der unteren Fenster und die Giebelendigung sind in größerem Maßstabe als Teilzeichnungen oben linksseitig beziehungsweise rechtsseitig dargestellt.
Fig. 51.: Diese Abbildung zeigt einen reich gegliederten neugotischen Giebel mit drei spitzbogigen Fenstern.
Durch die Figuren 52 bis 55 ist ein Gebäudegiebel dargestellt, bei welchem aus dem Zusammenwirken von glasierten Ziegeln für die Wasserschrägen, verschieden gefärbten Ziegeln für die Pfeiler-, Fenster- und Nischeneinfassungen mit dazwischen liegenden hell getönten Putzflächen eine lebendige, farbenprächtige und reiche Wirkung erreicht sein dürfte.
Fig. 52 zeigt links oben in kleinem Maßstabe die Gesamtansicht des Giebels mit anschließendem Seitenbau, rechts unten den oberen Teil des Giebels.
Fig. 52: Die Abbildung präsentiert verschiedene Details einer Ziegelfassade.
In Fig. 53 ist der untere Teil des Giebels und der obere Teil des I. Stockwerkes, in Fig. 54 der daran schließende untere Teil des I. Stockwerkes und das Erdgeschoss und in Fig. 55 endlich der Gebäudesockel nebst Horizontalschnitten durch den Giebel in verschiedenen Höhenlagen zur Anschauung gebracht.
Fig. 53.: Die Abbildung zeigt einen Ausschnitt einer prunkvollen Backsteinfassade.
Fig. 54.: Diese Abbildung zeigt einen Teil einer Backsteinfassade, spezifisch den Übergang vom Erdgeschoss zum ersten Stockwerk.
Fig. 55: Diese Illustration zeigt den untersten Teil einer Backsteinfassade im neugotischen Stil.
Horizontalschnitte zu Fig. 53-55
Unterhalb der Ansicht von Fig. 55 sind die korrespondierenden Grundrissschnitte der vorangegangenen Figuren abgebildet:
- Schnitt A–B (Fig. 53.): Zeigt die starke Abstufung der Fensterlaibungen und die Wandstärke des Mauerwerks.
- Schnitt C–D (Fig. 54.): Detail des Pfeilers und der Fensterpfosten.
- Schnitt E–F (Fig. 55.): Darstellung der Wandkonstruktion im unteren Bereich mit der Profilierung des Sockels.
Dieser technische Horizontalschnitt verdeutlicht die konstruktive Tiefe und die Wandstärken des in Fig. 53 gezeigten Fassadenabschnitts.
Die Zeichnung stellt einen horizontalen Querschnitt durch die Wand und die Fensterpfosten dar, wie sie in der Ansicht der Figur 54 gezeigt werden.
Dieser Schnitt bezieht sich direkt auf die darüber liegende Ansicht der Fig. 55.
Die Figuren 56 bis 58 stellen ebenfalls einen Gebäudegiebel dar, welcher auf Fig. 57 durch die Gesamtansicht und Teilzeichnungen des Gebäudesockels und des Gurtgesimses, auf Fig. 56 durch die Teilzeichnung der Giebelendigung in Vorder- und Seitenansicht sowie Höhenschnitt und auf Fig. 58 durch die Teilzeichnung des Giebelanfanges näher erläutert ist. Der an und für sich einfache und schlichte Aufbau des Giebels wird durch geschickte Verwendung von Steinen verschiedener Färbung Belebung und Reichtum erhalten können.
Fig. 56.: Diese Abbildung zeigt Details einer Giebelendigung im neugotischen Stil.
Fig. 57.: Die Abbildung Fig. 57 präsentiert oben links die Vorderansicht eines Wohnhauses mit einem charakteristischen Treppengiebel.
Fig. 58: Diese Tafel illustriert den Giebelanfang eines Backsteinbaus im neugotischen Stil.
Eine Giebellösung mit ausgesprochen vertikaler Teilung durch vorgelegte über Eck gestellte quadratische Pfeiler zeigen die Figuren 59 bis 61. Die Gesamtansicht in kleinem Maßstabe und einfachen Linien findet sich bei Fig. 59 in der oberen linksseitigen Ecke, während die Teilzeichnung den oberen Teil des Giebels im Aufrisse und Höhenschnitt veranschaulicht. Die obere Endigung der Pfeiler ist hier im Werkstein gedacht.
Fig. 59: Diese Abbildung zeigt eine Giebellösung mit starker vertikaler Gliederung.
Fig. 60 zeigt den unteren Teil des Giebels und das Erdgeschoss im Aufriss und Höhenschnitt.
Fig. 60.: Diese Tafel zeigt Details eines Monumentalbaus, speziell den unteren Teil eines Giebels und das Erdgeschoss.
Durch Fig. 61 ist bei A das Sockelgeschoss im Aufriss und Höhenschnitt, bei B der Fensterpfosten im Erdgeschosse in isometrischer Darstellung, bei C der Grundriss in Höhe a—b (vergl. Fig. 60) und bei E die Seitenansicht gegen den Eckpfeiler zur Darstellung gebracht.
Fig. 61: Diese Tafel zeigt verschiedene Aspekte eines Mauerwerksverbands im historistischen Stil.
Die Behandlung mit verschiedenartig gefärbten Steinen geht aus den Teilzeichnungen ohne Weiteres klar hervor. Eine ähnliche Giebellösung zeigt Fig. 62, da auch hier eine Teilung des Giebelfeldes durch senkrechte Pfeiler angenommen ist. Die Stangen der schmiedeeisernen Pfeilerbekrönung sind möglichst tief in das Mauerwerk der über die Giebellinie vortretenden Pfeiler einzulassen, um den einzelnen Schichten eine innige Verbindung zu geben.
Fig. 62.: Diese Abbildung zeigt den oberen Teil eines Gebäudes im neugotischen Stil.
Fig. 62 zeigt den oberen Teil und das II. Stockwerk des Giebelbaues mit anschließendem Seitenbau, Fig. 63 das Erdgeschoss und I. Stockwerk sowie Horizontalschnitte durch die Frontwand des Erdgeschosses und des I. Stockwerkes. Der mit Spitzbögen überdeckte Hauseingang befindet sich im Giebelbau; im Erdgeschosse des Seitenbaues sind Schaufenster für Verkaufsläden angeordnet.
Fig. 63.: Die Abbildung Fig. 63 zeigt das Erdgeschoss und das erste Stockwerk eines Gebäudeteils in der Vorderansicht.
Fig. 64 veranschaulicht einen Giebelbau in Gesamtansicht und Teilzeichnung des Giebelfeldes, in Verbindung mit dem II. Stockwerke. Durch mehr oder weniger kräftige Schraffierung ist die beabsichtigte verschiedenartige Färbung der Steine angedeutet, welche natürlich eine sehr abweichende sein kann. Um einen der vielen möglichen Fälle herauszugreifen, sei vorgeschlagen, für die hell belassenen Schichten lederfarbene Steine, für die hell schraffierten Schichten rote Steine und für die dunkler schraffierten Schichten grüne oder braune glasierte Steine zu verwenden. Die nicht durch Teilzeichnungen wiedergegebenen unteren Stockwerke müssen selbstverständlich eine der oberen analoge Behandlung erfahren, doch dürfte es sich empfehlen, je weiter nach unten umso mehr dunkle Färbungen überwiegen zu lassen, um dem Giebelbau nach oben ein lichteres und damit ein leichteres Aussehen zu geben.
Fig. 64: Die Abbildung zeigt einen Giebelbau in Verbindung mit dem zweiten Stockwerk.
Einen Giebel mit geradliniger Abdeckung und staffelförmiger Endigung zeigt Fig. 65. Sowohl im Giebelbau wie bei dem anschließenden Flügelbau ist das Aufstrebende dadurch zum Ausdruck gebracht, dass die Fenster zweier Stockwerke in Nischen mit oberer bogenförmiger Überdeckung zusammengefasst sind. Die Form dieser Überdeckungen ist eine von der bisher beobachteten abweichende. Vom streng konstruktiven Standpunkte ausgehend, muss die beim Giebelbau gewählte geschwungene Form als nicht zu Recht bestehend bezeichnet werden, da ein mit der Krümmung nach unten angeordneter Mauerbogen zur Aufnahme von Last ungeeignet ist. Dennoch begegnen wir dieser Form selbst bei alten Bauwerken nicht selten, da die Weichheit derselben angenehm im Gegensatz zu den starren und harten lotrechten Linien wirkt.
Fig. 65: Die Abbildung zeigt einen Giebelbau mit geradliniger Abdeckung und staffelförmiger Endigung im Ziegelrohbau.
Fig. 66 gibt den Ostgiebel der von Bauinspektor Teichmüller in Dessau entworfenen und ausgeführten Kirche zu Alten wieder, welche bei verhältnismäßig flacher Steigung dennoch schlanke und gute Verhältnisse zeigt und infolge glücklich gewählter Flächenverteilung eine überaus ruhige Wirkung hervorruft.
Fig. 66.: Die Abbildung zeigt den Ostgiebel der Kirche zu Alten bei Dessau, entworfen von Bauinspektor Teichmüller.
In Fig. 67 ist ein Staffelgiebel mit mittlerem Pfeileraufbau dargestellt. Die Wasserschrägen sind in grünen oder braunen glasierten Steinen, alle übrigen Teile in roten Steinen gedacht; die weiß belassenen Nischenflächen sollen licht gefärbten Putzbewurf erhalten.
Fig. 67: In Fig. 67 ist ein Staffelgiebel mit mittlerem Pfeileraufbau dargestellt.
Durch Fig. 68 ist ein vor die Frontwand vorgekragter Erkerausbau und durch Fig. 69 ein Dachfenstergiebel veranschaulicht, welcher das Hauptgesimse durchschneidet.
Fig. 68: Durch Fig. 68 wird ein vor die Fassade tretender Erkerausbau veranschaulicht.
Fig. 69: Diese Figur veranschaulicht einen Dachfenstergiebel, der im Gegensatz zu anderen Konstruktionen das Hauptgesims des Gebäudes unterbreicht.
Fig. 70 stellt wiederum einen Erkerausbau dar, welcher nach oben in einen Balkon endigt. Die unter 45° schraffierten Wasserschrägen sind hier von glasierten Steinen, alle übrigen Teile von roten oder gelben Steinen gedacht.
Fig. 70: Die Abbildung zeigt detailliert einen Erkerausbau.
Durch Fig. 71 wird ein Dachfenstergiebel wiedergegeben, welcher auf konsolenartigen Auskragungen, die durch kleeblattförmige Bögen miteinander verbunden sind, aufruht. Das etwa 1,20 m hohe, an den Giebelbau zu beiden Seiten herantretende Hauptgesims wirkt durch die Auflösung des Frieses in Dreipass- und Vierpassnischen besonders pikant und reich. Die Dachrinne ruht hier auf kleinen Pfeilerchen, welche kragsteinartig aus der Wasserschräge heraustreten. Die verschiedenartige Färbung der Steine dürfte durch die Art der Schraffierung zur Genüge gekennzeichnet sein.
Fig. 71: Diese Illustration zeigt die detaillierte architektonische Planung für einen Dachfenstergiebel.
Eine ähnliche, wenn auch weniger reiche Lösung zeigt Fig. 72. Zur Abdeckung der steilen Fensterschrägen und der Giebelohren sind, abweichend von den meisten vorgeführten Beispielen, Steine gewöhnlichen Formates, die im Auflager und an der oberen Endigung entsprechend zugehauen sind, gewählt worden.
Fig. 72: Die Abbildung zeigt die technische Darstellung eines Ziegelgiebels mit zwei Rundbogenfenstern.
Das durch Fig. 73 dargestellte Dachfenster tritt aus der steilen Wasserschräge des Hauptgesimses heraus; das letztere kann mithin, entgegen den durch die Fig. 69 und 71 vorgeführten Fällen, vor dem Dachfenster durchgeführt werden. Der reiche, aus Bogensteinen gebildete Fries mit den darunter auf Konsolen aufruhenden Flachbögen wird eine ganz besonders gute und reiche Wirkung abgeben. Dem Lernenden sei angeraten, eine farbige Darstellung dieses Bildes etwa in der Weise zu versuchen, dass er für alle nicht schraffierten Steine gelbrötliche (lederfarbene) Steine, für die Wasserschrägen braune glasierte, für alle übrigen schraffierten Teile grüne glasierte Steine und für die Zwickelflächen über den Fenstern des Obergeschosses hellgefärbten Putz wählt.
Fig. 73: Die Abbildung zeigt die Vorderansicht und den dazugehörigen vertikalen Profilschnitt eines reich verzierten, gotisierenden Giebelaufbaus.
Durch die Anordnungen, wie wir sie in Fig. 69, 71, 72 und 73 beobachten, wird eine Durchbrechung der Dachrinne hervorgerufen, so dass an diese Abfallrohre entweder unmittelbar zu beiden Seiten des Giebelbaues oder in mehr oder weniger größerem Abstände von diesem angeschlossen werden müssen. Soll dagegen die Dachrinne vor den Dachfenstern durchgeführt werden, so gelangt man zu Lösungen, wie sie durch die Figuren 75 und 76 veranschaulicht sind. Denselben mangelt die Schlankheit der ersteren Beispiele; auch ist zu bedenken, dass infolge des ausladenden Hauptgesimses mit der aufruhenden Dachrinne der untere Fuß des Aufbaues für den Beschauer unsichtbar bleibt. Es ist deshalb stets anzuraten, unterhalb der Fenstersohlbank eine möglichst hohe Aufmauerung vorzunehmen, um dem beredten Übelstande zu begegnen.
Fig. 75: Die Abbildung zeigt die bautechnische Lösung für ein Dachfenster, bei dem die Dachrinne vor dem Fenstergehäuse entlanggeführt wird.
Fig. 76: Diese Abbildung zeigt den Aufriss eines massiven Dachfenstergiebels aus Sichtziegelmauerwerk.
Viel häufiger als die in Fig. 69, 71 bis 73, 75 und 76 veranschaulichten Dachfenster mit massiven Frontwänden kommen solche in Holzkonstruktion vor. Dieselben treten dann gewöhnlich so weit gegen die Gebäudewand zurück, dass vor denselben die Dachrinne durchgeführt werden kann und somit das meist immer störend wirkende Herabführen vieler Abfallröhren vermieden wird. Beispiele beobachten wir bei den Figuren 37, 62 und 65. Im Übrigen muss auf Band VIII dieses Handbuches, Issel, Der Holzbau, verwiesen werden.
Die Figuren 74 und 77 bis 83 geben Beispiele von Pfeiler- und Giebelendigungen, welche zum größeren Teile von der bekannten Firma H. B. Röhrs in Hannover auf Lager gehalten werden. Um diesen Endigungen genügenden Halt zu geben, sind dieselben in geeigneter Weise mit dem Mauerkörper der Pfeiler beziehungsweise der Giebel zu verankern, wobei die Ankereisen, wie bei Fig. 78, über die Mauerendigungen hervorragen und mit Blättern, Ranken u. dergl. m. verziert werden können, oder durch den obersten Stein überdeckt sind.
Fig. 74: Diese Illustration zeigt eine dekorative Giebelendigung in Form einer Fiale.
Fig. 77: Diese Illustration zeigt eine gestufte Fiale als architektonische Pfeilerendigung.
Fig. 78: Dargestellt ist eine sehr hohe, schlanke Giebelspitze, die durch ein verziertes Ankereisen bekrönt wird.
Fig. 79: Diese Detailzeichnung zeigt einen quadratischen Pfeilerabschluss.
Fig. 80: Diese Abbildung zeigt eine komplexe, mehrstufige Fiale.
Fig. 81: Die Abbildung kombiniert einen schraffierten Horizontalschnitt der Basis mit einer Ansicht des darauf aufbauenden Zierelements.
Fig. 82: Dargestellt ist eine einfachere Variante einer Giebelbekrönung.
Fig. 83: Diese Figur zeigt eine schlanke Endigung, deren Schaft an eine Balusterform erinnert.
Eine größere Zahl von Rosetten und Radfenstern (von 45 bis 210 cm Durchmesser) ist durch die Figuren 84 bis 92 gegeben. Dieselben sind ebenfalls von Röhrs-Hannover in beliebig gewünschter Färbung, mit oder ohne Glasur, zu beziehen; sie werden natürlich auch von jeder anderen leistungsfähigen Ziegelei nach Zeichnung besonders angefertigt.
Fig. 84: Diese Abbildung zeigt ein detailliertes gotisches Maßwerkfenster mit profilierten Rippen.
Fig. 85: Dargestellt ist ein halbkreisförmiger Bogen mit einer schlichten Dreipass-Gliederung.
Fig. 86: Diese technische Zeichnung zeigt den Profilquerschnitt eines Gewändes oder Sims.
Ein einfaches Maßwerk-Element in Halbkreisform, das drei kreisförmige Durchbrüche zeigt.
Fig. 87: Diese Illustration zeigt eine komplette Fensterrose, bestehend aus einem großen Mittelkreis und sechs kreisförmigen Umrahmungen.
Fig. 88: Ein gotisierender Bogenabschnitt mit einer markanten Dreipass-Form im Inneren.
Fig. 89: Ein rundes Maßwerk-Element, das sowohl Drei- als auch Vierpasselemente vereint.
Fig. 90.: Diese Illustration zeigt einen Quadranten einer großen, komplexen gotischen Fensterrose.
Fig. 91.: Dargestellt ist ein Segment eines kreisförmigen Fensters, das mit einem gotisierenden Vierpass-Maßwerk verziert ist.
Fig. 92.: Die Abbildung zeigt einen großen bogenförmigen Fassadenabschnitt, der mit einer Reihung kreisförmiger Maßwerkformen gefüllt ist.
Fig. 93 gibt ein reicheres Hauptgesims wieder, mit welchem die Fensterpfeiler des Dachgeschosses durch Bogenstellungen in Verbindung gebracht sind. Die den Fensterpfeilern vorgelegten Dreiviertelsäulen sind in Fig. 94 durch Teilzeichnungen in Ansicht, Höhenschnitt und Grundrissen des Weiteren veranschaulicht.
Fig. 93.: Diese Abbildung zeigt die detaillierte Bauzeichnung einer Fassadenpartie im Ziegelrohbau.
Fig. 94: Diese Abbildung zeigt Details zu den in Fig. 93 verwendeten Fensterpfeilern.
Tafel 1/2 veranschaulichen einen Giebel in Aufriss-, Schnitt- und Grundrisszeichnungen mit geradliniger Abdeckung, welche von über Eck gestellten Pfeilern quadratischen Querschnittes durchschnitten werden. Um dem Lernenden ein Beispiel zu geben, wie man in der Praxis beim Entwerfen und Auftragen von Bauteilen in Ziegelrohbau vorgeht, ist linksseitig die Schichteneinteilung, unterhalb des Bildes die Einteilung nach Stein- oder Kopfbreiten angebracht. Außerdem sind die für die Ausführung nötigen Breiten-, Höhen- und Bogenmaße eingeschrieben.
Auf den Tafeln 3 bis 6 ist schließlich noch ein Giebel in Gesamtansicht und Teilzeichnungen wiedergegeben, bei welchem für einzelne Bauteile Werkstein zur Verwendung gelangt ist. Die Gesamtansicht sowie die Teilzeichnung des Giebelfeldes befindet sich auf Tafel 3, die Teilzeichnung des 1. Stockwerkes und der oberen Hälfte des Erdgeschosses auf Tafel 4, die Teilzeichnung des unteren Teiles des Erdgeschosses und des Sockelgeschosses auf Tafel 5. Schnittzeichnungen durch den über dem Hauseingange befindlichen Balkon sowie Grundrisse in verschiedener Höhenlage des Giebelbaues sind ebenfalls auf Tafel 5 zur Darstellung gebracht, während der Kragstein unter dem mittleren über Eck stehenden Giebelpfeiler, die Endigung dieses Pfeilers, Fuß und Kapitell der die Balkonkonsolen stützenden Säulen und die Zwickelfüllung über den oberen Giebelfenstern auf Tafel 6 in größerem Maßstabe veranschaulicht sind.
Dieser horizontale Querschnitt zeigt die präzise Anordnung der Ziegelsteine innerhalb eines Wandpfeilers oder einer Mauerecke.
Ein Profilschnitt, der die plastische Gliederung eines horizontalen Bauteils wie eines Gesimses oder einer Fenstersohlbank wiedergibt.
Der Horizontalschnitt zeigt die Konstruktion einer Fensteröffnung, der eine runde Dreiviertelsäule vorgelegt ist.
Dargestellt ist ein vertikaler Profilschnitt durch einen massiven Kragstein (Konsole), der die Brüstung eines Balkons trägt.
Die vorliegende Arbeit ist in der Absicht verfasst, den Schülern unserer Baugewerkschulen geeigneten Stoff für die Übungen im Entwerfen und in der Formenlehre an die Hand zu geben; sie will und kann hingegen keinen Anspruch auf erschöpfende Behandlung des Backsteinbaues erheben. Sie soll anregend auf den Lernenden, den Schüler wirken, und sofern dies in der einen oder anderen Weise geschieht, ist ihr Zweck erreicht.
Der Verwaltung der Siegersdorfer Werke sowie Herrn Dampfziegeleibesitzer H. B. Röhrs in Hannover für die freundliche Unterstützung durch Übersendung der Musterbücher ihrer Fabrikate sage ich hierdurch meinen Dank.
II. Abschnitt. Der Werksteinbau für mittelalterliche Formen.
Beeinflusst durch morgenländische Kultur, gingen nach dem Zusammensturz der Weltherrschaft Roms aus der entarteten römischen Kunst zwei neue Bauweisen, die altchristliche und die byzantinische hervor. Beide Stilarten, erstere vom weströmischen, letztere vom oströmischen Reiche ausgehend, übertrugen sich auf die Völker des übrigen Europas, zunächst nach Frankreich und Deutschland.
Der lebhafte Schifffahrtsverkehr des südlichen Frankreich mit Venedig und Byzanz, die Kriege mit den in Spanien eingedrungenen Arabern, deren Kunst daselbst schon im 8. Jahrhundert in voller Blüte stand, machten das Abendland mit einer großen Zahl neuer Bauformen und Konstruktionen bekannt, deren Einfluss wir deutlich an den Bauten der Karolingerzeit erkennen. Von da ab begegnen wir überall dem Streben der Bauleute, sich in Konstruktion und Dekoration möglichst frei von jeder Überlieferung der Vorzeit zu machen, eigene Wege zu suchen und Neues zu schaffen. 200 Jahre später findet denn auch die neue Zeit in einem neuen Baustil Ausdruck, dessen Eigenart gegenüber den bisherigen Bauweisen unverkennbar ist und den wir heute als den romanischen bezeichnen.
Besonders in Deutschland gelangte diese Stilrichtung zur vollen und schönsten Entwicklung, namentlich an den Ufern des Rheinstromes, wo zahlreiche hervorragende Bauwerke mit ihrem Zentrum Köln aus romanischer Zeit heute noch vorhanden sind. Die Träger der Kultur im Allgemeinen wie auch der Kunst im Besonderen waren zunächst die Klöster, wie denn auch in vielen Fällen Mönche die Baumeister waren. So kam es, dass in erster Hinsicht den neuen Stil die Kirchen- und Klosterbauten beschäftigten. Aber auch die Befestigung der vorhandenen und neu entstehenden, sich kräftig entwickelnden Städte, die Anlage von Burgen und Wohnsitzen der Reichen und Mächtigen des Landes stellten den Baumeistern bedeutende und lohnende Aufgaben. Das bürgerliche Wohnhaus scheint hingegen nur selten eine monumentale Steinarchitektur erhalten zu haben, wenigstens lassen hierauf die äußerst spärlich auf uns überkommenen Beispiele schließen.
In diese Zeit fällt die Gründung der nachmals so berühmten Bauhütten, auch begegnen wir schon vereinzelt den später allgemein üblichen Steinmetzzeichen, gewöhnlich in Form lateinischer Buchstaben. Das Auftreten und die Dauer des romanischen Stiles ist in den verschiedenen Ländern nicht gleichartig. Im Allgemeinen herrschte er jedoch von dem Jahre 1000 bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts. Um diese Zeit begann an den verschiedensten Orten eine Umänderung der seitherigen Bauweise, die wir als die Zeit des Übergangsstiles, welcher den Übergang zur gotischen Bauweise vermittelt, bezeichnen.
Um Missverständnissen zu begegnen, sei indes bemerkt, dass mit dem ersten Auftreten der Gotik an einzelnen Orten, so in Frankreich an der Abtei Saint Denis, in Deutschland an der 1227 begonnenen Liebfrauenkirche zu Trier, der romanische Stil keineswegs sein Ende erreicht hat, sondern dass die neue Richtung sich allmählich erst ihr Terrain erobern musste. Während in Frankreich die Zeit des Übergangsstiles etwa von 1120 bis 1140 dauerte, zeigt er sich in Deutschland zum ersten Male an dem Westchore des Domes zu Trier (begonnen um die Mitte des 12. Jahrhunderts) und dauerte bis 1250 fort, trotzdem die vollendete gotische Baukunst schon 1227 in der Liebfrauenkirche zu Trier auf deutschem Boden ausgeübt wurde. An einzelnen Orten wurde sogar bis zum Ausgange des 13. Jahrhunderts noch romanisch gebaut.
Von 1140 bis etwa 1220 herrschte in Frankreich der frühgotische Stil und erreichte bis dahin seinen Höhepunkt. Von da an beginnt die Zeit der weiteren Entwicklung im Sinne des Reichtums, während 1250 die Zeit der Nachblüte, die Zeit der Loslösung des Stiles von aller Gebundenheit anhebt, die schließlich im 14. und 15. Jahrhundert in die Zeit der Ungebundenheit und des Verfalles übergeht.
In Deutschland machte die Entwicklung der mittelalterlichen Bauweise ungleich langsamere Fortschritte als in Frankreich und es beginnen hier die einzelnen Kunstepochen um rund je ein halbes Jahrhundert später gegen diejenigen Frankreichs. Während bis zum Ausgange des 13. Jahrhunderts die Baukunst vorwiegend von der Geistlichkeit ausgeübt wurde, gingen im 14. Jahrhundert die Bauleute, die Steinmetzen und die Baumeister aus den Bauhütten hervor. Im 15. Jahrhundert fand eine Vereinigung dieser Bauhütten statt, es bildete sich eine Steinmetzzunft mit dem Vorsitze des Baumeisters des Straßburger Münsters. Ein praktisch hochwichtiges Konstruktionselement, der Steinschnitt, ist durch die gotischen Baumeister und Steinmetzen der Vollkommenheit nahegebracht worden.
Diese bedeutende Geschicklichkeit der Handwerker, welche eine künstlerische Bildung oft nicht besaßen, rief bei denselben bald das Streben hervor, sich gegenseitig durch allerhand Steinmetzkünsteleien zu überbieten. Hierdurch wurde der Niedergang der mittelalterlichen Kunst nicht unwesentlich beschleunigt, sie erreichte bald den toten Punkt, und die in Italien unterdessen geschaffene Renaissance hielt siegreichen Einzug.
Die Gesimse.
Diese bewirken die Gliederung einer Fassade in horizontaler Richtung; sie bringen die Teilung der Gebäude der Höhe nach in einzelne Geschosse äußerlich zum Ausdruck. Vor allem herrschen die Rundstäbe und Hohlkehlen vor (vergl. die Fig. 102 bis 106, 109 bis 111, 142 bis 163), welche in der romanischen und frühgotischen Periode durch Plättchen voneinander getrennt werden, in der späteren Zeit hingegen ohne dieses Zwischenglied unmittelbar ineinander übergehen.
Die Formen und Verhältnisse hängen im Allgemeinen von dem Zwecke ab, welchem die Gesimsgliederungen dienen, sowie von dem zur Verfügung stehenden Baustoffe. Auch die Stellung der Gliederungen gegen das Auge des Beschauers, also die Höhenlage derselben, beeinflussen die Form. So wird eine unterhalb der Augenhöhe liegende Gesimsgliederung — also in vielen Fällen die Sockelgesimse — in der Regel eine mehr der Horizontalen sich nähernde Profilierung, eine in der Höhe befindliche Gliederung — Gurtgesimse, Hauptgesimse — eine umso mehr der Vertikalen sich nähernde Profilierung erhalten können, je höher sie sich über dem Beschauer befindet (vergl. Fig. A und B).
Fig. A: Profil eines Gesimses für eine höhere Position, das eine kräftige, vertikale Gliederung aufweist.
Fig. B: Profil eines Gesimses für eine niedrigere Position mit stärker horizontaler Betonung.
Die Sockelgesimse.
(Hierzu die Figuren 95 bis 115.)
Der Sockel der Gebäude ist eine vor die aufgehende Mauerflucht vorspringende, aus einer oder mehreren Schichten bestehende Platte, welche den Fuß des Gebäudes bildet. Die Horizontalgliederung des Sockelgesimses — welche in Höhe des Fußbodens im Erdgeschoss liegt — zeigt meist eine einfache, kräftige Form.
Die Vermittelung zwischen vortretendem Sockel und aufgehendem Mauerwerk geschieht in der einfachsten Weise durch eine mehr oder minder steil gestellte Schräge (Fig. 95 u. 96). Um zu verhindern, dass das Wasser an dem Sockelmauerwerk herunterläuft, ordnet man zweckmäßig eine Wassernase (Fig. 99 und 100) an.
Fig. 95: Diese Zeichnung zeigt die einfachste Form eines Sockelgesimses.
Fig. 96: Variante eines einfachen Sockelprofils mit einer abgeschrägten Oberseite.
Fig. 97: Um das Wasser effektiver abzuführen, ist unter der abdeckenden Schräge eine rechtwinklig zurücktretende Schräge angeordnet.
Fig. 98: Diese technische Zeichnung illustriert einen Profilquerschnitt, der durch seine abgestufte Form das Regenwasser wirksam fernhält.
Fig. 99: Die Profilierung enthält hier eine sogenannte Wassernase in Form einer unterschnittenen Hohlkehle.
Fig. 100: Gezeigt wird eine optimierte Form der Wasserschräge mit einer tieferen Kehlung an der Unterseite.
Fig. 101: Eine dekorativere Variante des Sockelgesimses für repräsentativere mittelalterliche Bauformen.
Fig. 102: Dieses Profil zeigt eine Gliederung mit Rundstab und Kehle, die sich an der attischen Basis orientiert.
Fig. 103: Detailliertes Sockelgesims mit mehrfacher konvex-konkaver Profilierung.
Fig. 104: In der gotischen Bauweise fließen die Glieder oft unmittelbar ineinander über.
Fig. 105: Variante eines kräftig profilierten Sockelgesimses.
Fig. 106: Profil eines gegliederten Sockels mit betonter Hohlkehle.
Fig. 107: Dieses reichere Profil nutzt eine steile Schräge und schließt nach unten hin mit einem dekorativen Rundstab ab.
Fig. 108: Hier wird die technische Notwendigkeit des Wasserschutzes mit den ästhetischen Anforderungen harmonisch verbunden.
Fig. 109: Komplexes Sockelprofil in Anlehnung an die attische Basis.
Fig. 110: Diese Zeichnung zeigt die perspektivische Ansicht einer Gebäudeecke.
Fig. 111: Der Vertikalschnitt verdeutlicht den inneren Aufbau der Sockelzone.
Fig. 112: Diese Illustration zeigt den konstruktiven Querschnitt eines Sockelgesimses.
Fig. 113: Die Abbildung zeigt die architektonische Gliederung eines Gebäudesockels mit einer integrierten Kellerfensteröffnung.
Fig. 114: Diese Figur zeigt den Grundriss und den Aufriss einer Sockelecke.
Fig. 115: Die Zeichnung stellt eine aufwendigere Ecklösung eines Gebäudesockels dar.
Die Gurtgesimse.
(Hierzu die Figuren 116 bis 141.)
Die Höhenlage der Gurtungen entspricht meist der Gebälklage im Innern der Gebäude; sie heißen dann Stockgurte oder Gurtgesimse. Sie können jedoch auch in Höhe der Fenstersohlbänke liegen und heißen dann Brüstungsgurte oder Brüstungsgesimse. Kommen in ein und demselben Stockwerke beide Gurtarten zur Anwendung, so muss das in Höhe der Balkenlage befindliche Gesims dominieren; es erhält die größere Höhe und die bedeutendere Ausladung.
Die romanischen Gurtgesimse bestehen meist aus einer einfachen Platte mit einer unteren Schräge oder Kehle (Fig. 116 bis 118). Anfangs fehlte der Wasserschlag, die abdeckende Wasserschräge. Die Erkenntnis, dass unser raues nordisches Klima ein schnelles Abfließen des Wassers verlangt, führte indes schon frühzeitig dahin, alle Vorsprünge nach oben hin abzuschrägen.
Fig. 116: Diese Zeichnung zeigt ein einfaches romanisches Gurtgesims.
Fig. 117: Gurtgesims, bei dem die obere Abdeckung bereits eine leichte Abschrägung als Wasserschlag aufweist.
Fig. 118: Ein romanisches Gurtgesims-Profil mit einer Hohlkehle statt einer einfachen Schräge.
Fig. 119: Profil eines Gurtgesimses mit dekorativem Trennungsglied.
Fig. 120: Reicheres Gurtgesims-Profil mit Rundstab und Hohlkehle.
Fig. 121: Dieses Profil zeigt eine reichere Gliederung mit Platte, Hohlkehle und Rundstab.
Fig. 122: Detail eines reich profilierten Gurtgesimses der späteren Stilperiode.
Fig. 123: Dieses Profil ist durch eine Reihe von eingekerbten Diamantquadern verziert.
Fig. 124: Gesims mit dekorativem Diamantschnitt-Fries und Wassernase.
Fig. 125: Verzierung der Gesimsplatte durch Diamantschnitt.
Fig. 126: Dieses Gesimsprofil nutzt Rundstäbe als zentrales Zierelement.
Fig. 127: Gurtgesims, dessen Ansichtseite durch Rundstäbe und kreuzförmige Zierelemente gegliedert ist.
Fig. 128: Reich verziertes Gurtgesims mit rautenförmigen Diamantschnitten.
Fig. 129: Darstellung eines Gurtgesimses mit aufwendigem geometrischem Muster.
Grafische Maßstabsleiste am unteren Bildrand.
Diese Wasserschläge, zunächst wenig von der Horizontalen abweichend, nähern sich mit der Zeit immer mehr der Vertikalen, bis sie schließlich nahezu die ganze Gesimshöhe in Anspruch nehmen. Ebenso wie bei den Sockelgesimsen sehen wir in der späteren romanischen und der gotischen Zeit bei den Gurtgesimsen Wassernasen, entweder unter den Gesimsplatten (Fig. 124 bis 129) oder unmittelbar unter den Wasserschlägen (Fig. 136 bis 141), angeordnet.
Fig. 130: Diese Illustration zeigt ein Gurtgesims mit romanischem Zickzack- oder Dreiecksmuster.
Fig. 131: Variante der Gesimsverzierung mit scharfen, sägezahnartigen Dreiecksmotiven.
Fig. 132: Gurtgesims-Profil, dessen schräge Unterseite mit einem durchlaufenden Rautenmuster verziert ist.
Fig. 133: Beispiel für romanische Gesimsverzierung, bei der das Zickzackmuster sehr dicht angeordnet ist.
Fig. 134: Die Zeichnung verdeutlicht die konstruktive Ausführung einer Gebäudeecke.
Fig. 135: Diese isometrische Ansicht zeigt die Umsetzung des Gesimses an einer Mauerecke.
Fig. 136: Dargestellt ist der vertikale Querschnitt eines Gesimses mit Wassernase.
Fig. 137: Dieses Profil zeigt eine technische Lösung, bei der die Wassernase tiefer in den Stein eingeschnitten ist.
Fig. 138: Die Figur illustriert ein schlichtes, funktionales Gesimsprofil.
Fig. 139: Hier wird ein Gesimsprofil gezeigt, bei dem die Wassernase durch einen kleinen Rundstab ergänzt wurde.
Fig. 140: In dieser Profilvariante ist die Hohlkehle unter dem Wasserschlag besonders tief ausgearbeitet.
Fig. 141: Die Abbildung zeigt ein einfaches Gesimsprofil, bei dem die funktionale Seite im Vordergrund steht.
Die Hauptgesimse.
(Hierzu die Figuren 142 bis 163.)
Die Hauptgesimse haben verschiedenen Zwecken zu dienen. Wie die Sockel den Fuß, so bilden sie den Kopf, den oberen krönenden Abschluss eines Bauwerkes. Sie haben ferner das Regenwasser von der Außenwand abzuhalten und eine Traufrinne zu tragen. Alle diese Erfordernisse bedingen eine Ausladung der Hauptgesimse gegen die Mauerflucht. Der Wasserschlag und die Wassernasen fehlen fast nie.
Fig. 142: Diese Illustration zeigt den Querschnitt eines Hauptgesimses.
Fig. 143: Diese Detailzeichnung zeigt ein Gesimsprofil, das durch horizontale Einkerbungen gegliedert ist.
Fig. 144: Die Abbildung zeigt ein Hauptgesims, dessen schräge Fläche durch eingekerbte Diamantquader verziert ist.
Fig. 145: Dargestellt ist ein klassisches Schnittprofil eines mittelalterlichen Hauptgesimses.
Fig. 146: Im Gegensatz zu älteren Formen zeigt dieses Profil weichere Übergänge.
Fig. 147: Die Figur zeigt die präzise geometrische Herleitung der Profilkurven.
Fig. 148: Ähnlich wie in Fig. 147 wird hier die Methode zur geometrischen Bestimmung der Profilradien illustriert.
Grafische Maßstabsleiste für die Konstruktionszeichnungen.
Anfangs erscheinen die einzelnen Glieder (Rundstab und Hohlkehle) scharf voneinander getrennt (Fig. 142 bis 145), späterhin fließen sie ineinander über und erzeugen überaus weichliche, wenig energische Profillinien (Fig. 146 bis 149). Um eine weite Ausladung der Gesimse bei verhältnismäßig geringer Höhe derselben zu erzielen, bediente man sich der Konsolen zur Unterstützung der vorgekragten Platten (Fig. 153 bis 159).
Fig. 149: Diese Illustration zeigt ein Hauptgesims, bestehend aus einer Kombination von Rundstäben und Hohlkehlen.
Fig. 150: Dargestellt ist ein Gesimsprofil, bei dem der untere Bereich durch rhythmische Rücksprünge gegliedert ist.
Fig. 151: Die Abbildung zeigt ein Gesims mit einer kräftigen Profilierung und einem Fries.
Fig. 152: Gezeigt wird ein hohes Hauptgesims mit verhältnismäßig geringer Ausladung.
Fig. 153.: Diese Abbildung zeigt ein Hauptgesimsprofil und dessen Frontalansicht über einem Backsteinmauerwerk.
Fig. 154.: Die Zeichnung illustriert ein Gesims, bei dem der Friesbereich durch heraldische Elemente rhythmisiert wird.
Fig. 155.: Dargestellt ist ein Gesimsabschluss, bei dem der Fries durch T-förmige Gliederungselemente unterbrochen ist.
Fig. 156: Diese Abbildung zeigt die konstruktive Ausbildung eines Hauptgesimses, das von Kragsteinen getragen wird.
Fig. 157: Die Figur kombiniert eine technische Schnittzeichnung mit einer perspektivischen Detailansicht.
Fig. 158: Dargestellt ist ein Gesims, dessen Friesbereich durch geometrische Formen rhythmisiert wird.
Fig. 159: Diese Abbildung zeigt ein Hauptgesims im gotisierenden Stil mit einem Spitzbogenfries.
Fig. 160: Dargestellt ist ein Hauptgesims, dessen Profilierung durch einen Plattenfries unterbrochen wird.
Fig. 161: Dieses Hauptgesims weist im Friesbereich eine Verzierung aus tropfenförmigen Ornamentfeldern auf.
In Deutschland bediente man sich der Konsolen zur Auflagerung von Rund-, Spitz- oder Kleeblattbögen, auf denen die gegen die Mauerflucht vorgeschobenen abdeckenden Gesimsstücke aufruhten. Beispiele hierfür geben die Figuren 162 und 163.
Fig. 162: Diese Abbildung zeigt ein reich verziertes Hauptgesims im Profil und in der Vorderansicht.
Fig. 163: Diese technische Illustration zeigt den konstruktiven Aufbau eines Dachabschlusses im Schnitt und in der Teilansicht.
Die Fenster.
(Hierzu die Figuren 164 bis 207, 212, 213, 217 bis 219, 230, 237 bis 241, 259 bis 265.)
Als Fenster bezeichnet man heute sowohl die Öffnungen in den Außenwänden der Gebäude, welche den Räumen Licht zuführen sollen, als auch die verglasten Holz- oder Eisenrahmen, welche in jene Öffnungen eingesetzt werden. Die Fensterrahmen legen sich bei den Fenstern unserer modernen Profanbauten hinter den Fensteranschlag.
Unten ruht der Fensterrahmen (Futterrahmen) auf der Fenstersohlbank, welche einen nach außen geneigten Wasserschlag erhält, um das Eintreten des Regenwassers nach innen zu verhindern. Dem frühesten Mittelalter war eine Verglasung der Fensteröffnungen unbekannt. Die Abmessungen waren nur geringe, um dem Winde, dem Schnee und Regen möglichst wenig Eingang zu gestatten. Späterhin sehen wir dieselben mit durchbrochenen Steinplatten oder mit dünnen, durchsichtigen Hornplatten und schließlich mit Glas geschlossen. Die unmittelbare Folge war, dass die Höhe und die Breite der Fenster bedeutend zunahm.
Die Fenster des romanischen Stiles sind fast ausnahmslos rundbogig, diejenigen des Übergangsstiles nicht selten mit Kleeblattbögen, die gotischen vorzugsweise mit Spitzbogen überdeckt. Erst die Spätgotik verwendet den geraden Sturz bei Fenstern häufiger und er ist den Profanbauten dieser Zeit allgemein eigen.
Fig. 164 bis Fig. 169: Diese Abbildungen zeigen die grundlegenden Formen der mittelalterlichen Gewändegestaltung.
Fig. 170 bis Fig. 174: Diese Profile erzeugen durch die Verwendung von hervortretenden Rundstäben und begleitenden Hohlkehlen eine stärkere plastische Wirkung.
Fig. 175 bis Fig. 180: Im Gegensatz zu früheren Stilen zeigen diese Profile der spätgotischen Zeit weichere Übergänge.
Fig. 181 bis Fig. 186: Diese Reihe zeigt verschiedene Kombinationen aus tiefen Hohlkehlen und Rundstäben.
Fig. 187, 188, 189, 192, 193, 194: Diese Gruppe zeigt unter anderem das Birnstabprofil sowie verschiedene Arten, wie Gewändeprofile auslaufen können.
Fig. 190, 190a, 191, 191a, 191b: Diese komplexen Diagramme zeigen die präzise geometrische Konstruktion von Profilendigungen (Anläufen).
Die Figuren 195 und 196 stellen Fenster mit gerader Sturzüberdeckung dar. Bei Fig. 195 ist der Rundstab des Gewändes und des Sturzes, bei Fig. 196 die aus der Ansichtsfläche flach herausgearbeitete Hohlkehle über die Kreuzungsstellen verlängert; es entstehen mithin an diesen Stellen Durchschneidungen der Profile.
Fig. 195: Diese Zeichnung stellt ein rechteckiges Fenster mit einem geraden Sturz dar.
Fig. 196: Dargestellt ist ein Fenster mit geradem Sturz, bei dem eine Hohlkehle flach aus der Ansichtsfläche herausgearbeitet ist.
Fig. 197: Dargestellt ist die obere Hälfte eines zweiteiligen (gekuppelten) Rundbogenfensters im romanischen Stil.
Fig. 198: Diese Detailzeichnung zeigt den horizontalen Schnitt durch das Fenstergewände an der Stelle direkt über dem Kapitell.
Die Figuren 199 und 200 veranschaulichen Fenster mit gerader Sturzüberdeckung, Mittelpfosten und Steinkämpfer. Eine gleiche Lösung gibt auch Fig. 201a wieder.
Fig. 199: Die Zeichnung zeigt ein typisches Kreuzstockfenster der Spätgotik, eingebettet in eine Sichtziegelwand.
Die englische Gotik verwendet mit Vorliebe den sogenannten Tudorbogen (Fig. C), zuweilen auch den gebrochenen Spitzbogen (Fig. D), die belgische und holländische Gotik häufig den Korbbogen (Fig. E) zur Überdeckung der Fensteröffnungen. Die Spätgotik fügt zu diesen Formen noch den gebrochenen und ungebrochenen Eselrückenbogen (Fig. F, G, H, L und K) sowie den Vorhangfensterbogen hinzu (Fig. L und M).
Fig. C bis Fig. N: Diese Tafel illustriert die typologischen Variationen von Fensterbögen in der Spätgotik.
Fig. 200: Diese Abbildung zeigt die Außenansicht eines repräsentativen spätgotischen Fensters.
Fig. 200 a: Der Grundriss zeigt im Detail die spätgotische Profilierung des Fensters.
Fig. 200 b: Diese technische Zeichnung stellt den vertikalen Aufbau der Fensterkonstruktion dar.
Fig. 201: Diese umfassende Zeichnung zeigt ein großes, vierteiliges Fenster in einer Ziegelfassade.
Gekuppelte Fenster werden im romanischen Stile bisweilen durch eine rechtwinkelige Umrahmung als Gruppe besonders betont. Dreifach oder vierfach gekuppelte Fenster sind oft durch kombinierte Bogenüberdeckungen zu einer Gruppe zusammengefasst (vergl. Fig. 202, 204, 205 und 240).
Fig. 202: Die Abbildung zeigt den Aufriss eines dreiteiligen Fensters, das mit einem flachen Segmentbogen überdeckt ist.
Fig. 203.: Diese Abbildung zeigt den Aufriss eines gotischen Fensters mit einer Spitzbogen-Überdeckung.
Fig. 204: Die Abbildung zeigt den Aufriss eines dreifach gekoppelten Fensters mit Kleeblattbögen.
Fig. 205: Diese Abbildung zeigt ein vierfach gekuppeltes Fenster, dessen Einzelelemente durch Kielbögen abgeschlossen werden.
Fig. 206.: Diese detaillierte Werkzeichnung stellt ein großformatiges, zweiflügeliges Rundbogenfenster dar.
Ein gekuppeltes Fenster mit kleeblattförmiger Überdeckung, in spitzbogig abgeschlossener Nische liegend, zeigt Fig. 217; das Feld zwischen Fenster- und Nischenbogen ist in einfacher Weise durch Maßwerk geschmückt.
Fig. 207: Diese Abbildung zeigt die detaillierte konstruktive Durchbildung eines spätgotischen Fensterbogens.
Fig. 208: Diese Zeichnung zeigt die Vorderansicht eines Hauseingangs oder Fensters.
Die Hauseingänge (Portale).
(Hierzu die Figuren 208, 209, 210, 211 und 220 sowie auch Tafel 7 und 8.)
Die Bildung der Türumrahmungen unterscheidet sich nur unwesentlich von derjenigen der Fensterumrahmungen. Die Öffnungen der Hauseingänge unserer modernen Bauten sind stets durch Holz- oder zuweilen auch eiserne Türen zu verschließen. Zur Anbringung der Futterrahmen ist eine Anschlagbreite von 12 bis 15 cm erforderlich. Die Umrahmungen haben gewöhnlich bedeutend mehr Tiefe als die der Fenster, einesteils um ihnen eine reichere Profilierung geben zu können, anderenteils um die Tür gegen die Einflüsse der Witterung zu schützen.
Fig. 209: Diese Illustration zeigt den vollständigen Aufriss eines repräsentativen Hauseingangs.
Fig. 210: Diese architektonische Zeichnung zeigt die vertikale Gliederung eines Gebäudeteils.
Größere Sicherheit als die Überdeckung mit geradem Sturze gewährt die bogenförmige Überdeckung in Flachbogen-, Rundbogen- oder Spitzbogenform (vergl. Fig. 210 und Tafel 8). Für reichere Ausbildung findet häufig eine giebelartige Überdachung durch die sogenannten „Wimperge“ (Fig. 209) Anwendung.
Fig. 211: Diese technische Zeichnung verdeutlicht den steintechnischen Aufbau eines gotischen Spitzbogenportals.
Fig. 212: Diese technische Illustration zeigt links den Aufriss einer Maueröffnung in einer Ziegelfassade mit Werksteinelementen.
Fig. 213.: Diese technische Illustration zeigt ein gotisches Fensterbeispiel.
Fig. 214: Diese Illustration zeigt eine detaillierte Werkzeichnung eines Treppengiebels.
Fig. 215: Diese Zeichnung zeigt die Fassade eines Giebelhauses (Risalit), das durch einen ausgeprägten Treppengiebel charakterisiert ist.
Fig. 216: Diese großmaßstäbliche Teilzeichnung zu Fig. 215 verdeutlicht den konstruktiven Aufbau des Treppengiebels.
Fig. 217: Die Abbildung zeigt eine detaillierte architektonische Darstellung eines Fensters aus dem Obergeschoss des in Fig. 215 abgebildeten Giebelbaues.
Fig. 218: Die Abbildung zeigt eine detaillierte architektonische Aufriss- und Schnittzeichnung des Sockelbereichs und des Erdgeschosses eines Giebelbaues.
Fig. 219: Diese Abbildung zeigt verschiedene Werkzeichnungen zum Seitenbau des in Fig. 215 dargestellten Gebäudes.
Fig. 220: Diese Abbildung zeigt als Detailzeichnung zu Fig. 215 einen repräsentativen Hauseingang im neogotischen Stil.
Fig. 221.: Die Zeichnung stellt das 'Gesamtbild' eines Fassadenabschnitts dar, der durch einen Treppengiebel bekrönt wird.
Fig. 222.: Diese technische Zeichnung zeigt einen Vertikalschnitt durch die in Fig. 221 dargestellte Fassade.
Fig. 223.: Diese Illustration zeigt den detaillierten Aufriss eines Fensterbogens mit Angabe der Steinmetzzeichen.
Fig. 224.: Diese Teilzeichnung zeigt eine Säule in ihrer vollen Höhe (verkürzt) oder den oberen Teil mit einem ausgeprägten Kapitell.
Fig. 225.: Die Abbildung zeigt ein konstruktives Detail eines Bogens und dessen Übergang in das vertikale Mauerwerk.
Fig. 226: Diese Zeichnung zeigt die architektonische Ausarbeitung einer Giebelkante im neugotischen Stil.
Fig. 227: Die Abbildung zeigt ein profiliertes vertikales Bauelement, das als Schornsteinkopf oder dekorativer Fassadenaufsatz dient.
Fig. 228: Diese Detailstudie zeigt den oberen Teil einer rechteckigen Fensteröffnung.
Fig. 229: Die Zeichnung zeigt den Aufriss eines Seitengiebels, der durch einen ansteigenden Bogenfries an der Dachkante charakterisiert ist.
Fig. 230: Ein detaillierter Aufriss eines repräsentativen, mehrteiligen Fensterensembles mit spitzbogigem Maßwerk im Bogenfeld.
Giebelbildungen.
(Hierzu Fig. 210, 214 bis 236, 246 und Taf. 7 und 8.)
Die Giebelmauern schließen den Dachraum ab. Ein Giebel sollte nur da angebracht werden, wo er durch einen dahinter liegenden Raum begründet erscheint; wo er nur zur Dekoration dient (Ziergiebel), besitzt er keine Berechtigung.
Fig. 231: Die Abbildung zeigt eine präzise Werkzeichnung einer gotischen Fiale oder eines Turmaufbaus.
Fig. 232: Die Abbildung zeigt die technische Zeichnung einer Portal- oder Fensterumrahmung aus Werkstein.
Fig. 233: Diese Gesamtansicht zeigt die architektonische Gliederung einer Wohnhausfassade im Stil der Neugotik.
Fig. 234: Die Zeichnung zeigt zwei schlanke, spitz zulaufende Fialen.
Fig. 236: Diese Zeichnung zeigt ein konstruktives Detail, vermutlich eine Konsole oder einen Teil eines Pfeilers.
Fig. 235: Es handelt sich um eine vergrößerte Teilzeichnung zum Giebel aus Fig. 233.
Fig. 237: Diese Abbildung stellt eine detaillierte Werkzeichnung des unteren Teils des in Fig. 233 gezeigten Giebels dar.
Fig. 251: Diese Abbildung zeigt die konstruktive Durchbildung eines Erkers, der im Grundriss die Form eines halben regelmäßigen Achtecks aufweist.
Fig. 252: Die Abbildung zeigt den Aufriss einer mehrgeschossigen Wohnhausfassade.
Fig. 253: Diese vergrößerte Detailzeichnung zeigt die Aufrissansicht einer Balkonecke als Ergänzung zu Fig. 252.
Fig. 254: Die Zeichnung stellt einen horizontalen Schnitt der Balkonecke dar.
Fig. 255: Dieser Grundriss zeigt die Balkonecke in Höhe der Brüstungsöffnungen.
Fig. 256: Dargestellt ist die Aufsicht auf das profilierte Deckgesims an einer Balkonecke.
Fig. 257: Hierbei handelt es sich um einen vertikalen Höhenschnitt durch die Balkonkonstruktion.
Fig. 258: Die Abbildung zeigt das detaillierte Profil eines Gurtgesimses im Querschnitt.
Fig. 259: Diese Tafel zeigt die architektonischen Details der gekuppelten Fenster des ersten Obergeschosses.
Fig. 260: Diese Abbildung zeigt den oberen Abschluss eines gekuppelten Rundbogenfensters.
Fig. 261: Dieser Grundriss zeigt die Profilierung der steinernen Fensterpfosten.
Fig. 262: Die Zeichnung stellt den Querschnitt in der Ebene c-d dar.
Fig. 264: Diese Detailzeichnung zeigt das Profil des Mittelpfostens in fünffacher Vergrößerung.
Fig. 265: Diese Zeichnung zeigt die Profilierung der seitlichen Gewände in vergrößertem Maßstab.
Fig. 263: Dargestellt ist die Aufsicht auf die Basis des mittleren Fensterpfostens.
Diese unnummerierte Teilzeichnung ergänzt Fig. 260 und zeigt den Fußpunkt des Fensterpfostens.
Diese großformatige Zeichnung zeigt den Mauerwerksaufbau und die Profilierung des Wandpfeilers.
Die Erkerausbildung ist durch die Figuren 266 bis 270 klargelegt. Die Aufrisszeichnung (Fig. 266) zeigt im unteren Teile die Auskragung des Erkers. Die Auskragung des Erkers und der Übergang aus der Grundform eines regelmäßigen halben Zwölfeckes in die kreisrunde Grundform ist durch die Fig. 267, 268 und 270 des Weiteren veranschaulicht.
Fig. 266: Diese Illustration zeigt die vertikale Gliederung eines Erkers in der Vorderansicht.
Fig. 267: Diese Grundrissdarstellung veranschaulicht den geometrischen Übergang der Erkerbasis.
Fig. 268: Diese Hilfszeichnung zeigt die geometrische Konstruktion, die notwendig ist, um die Form der Auskragung zu bestimmen.
Fig. 269: Dargestellt ist ein vertikaler Profilschnitt der Erkerbasis im Maßstab 1:10.
Fig. 270: Diese Zeichnung zeigt den detaillierten horizontalen Schichtaufbau an einer Ecke der Erkerkonstruktion.
Die Abbildung zeigt links den Aufriss eines reich profilierten Rundbogenportals.
Dargestellt sind detaillierte Profilschnitte und Detailansichten mit Grundriss des Portalgewändes.
Die Zeichnung zeigt perspektivisch die Unterseite und den Querschnitt eines Fenstersturzes.
Dargestellt ist die Giebelspitze mit einer integrierten Dreipass-Öffnung als dekorativem Element.
Gezeigt wird das weit ausladende Hauptgesims in Ansicht und Schnitt.
III. Abschnitt. Der Werksteinbau für Renaissanceformen.
1. Allgemeines.
a) Das Werkstein-Material.
Im Werksteinbau finden sowohl harte als auch weiche Gesteinsarten Verwendung. Granit und Syenit bilden ein vorzügliches Baumaterial, lassen sich leicht polieren, aber nur schwer profilieren. Die ausgedehnteste Verwendung finden die weichen Gesteinsarten der Sand- und Kalksteine, sofern sie feines und dichtes Korn aufweisen.
b) Die Bearbeitung der Werksteine.
In der Praxis unterscheidet man je nach der verschiedenartigen Behandlung der Werksteine einfache oder glatte Arbeit, profilierte Arbeit, reich profilierte Arbeit und Bildhauerarbeit. Die erste rohe Form erhalten die Werksteine schon im Steinbruche durch das Bossieren mit dem Zweispitz (Fig. 271).
Fig. 271-277: Diese Abbildung zeigt eine Auswahl von Steinmetzwerkzeugen: den Zweispitz, das Schlageisen, das Spitzeisen, das Kröneleisen, das Scharriereisen, den Stockhammer und den Flachhammer.
d) Die Stärken der Werksteine.
Bei unseren Wohngebäuden geschieht die Hintermauerung zumeist durch Ziegelsteine. Der Werkstein muss nun in gutem Verbande mit dieser Hintermauerung aufgeführt werden. Daher ist eine Hauptregel für die zu bemessende Höhe der Werksteine die, dass sie immer gleich einer bestimmten Anzahl von Ziegelsteinschichten sein soll.
e) Das Versetzen der Werksteine.
Zum Versetzen schwererer Werkstücke in größerer Höhe sind Hebezeuge erforderlich. Die gebräuchlichsten derselben sind:
Das Kranztau. Weiche Steine hebt man, indem man ein Tau zweimal herumschlingt (Fig. 278). Der kleine Wolf. Zum Heben von härteren Steinen (Fig. 279 und 280). Der große Wolf. Für schwerere Stücke empfehlenswert (Fig. 281). Die Teufelsklaue fasst den Werkstein an seinen Seitenflächen (Fig. 282).
Fig. 278: Diese Abbildung zeigt die Verwendung eines Kranztaus zum Heben eines weichen Werksteins.
Fig. 279: Die Zeichnung zeigt den sogenannten 'Kleinen Wolf' im eingebauten Zustand innerhalb eines Werksteins.
Fig. 280: Diese Abbildung zeigt die Einzelteile, aus denen der 'Kleine Wolf' besteht.
Fig. 281: Das Diagramm illustriert den 'Großen Wolf', ein Hebewerkzeug für schwere Werkstücke.
Fig. 282: Dargestellt ist eine Teufelsklaue, ein zangenartiges Hebezeug.
Ist eine Ecke oder eine Kante eines Quaders vor oder während des Versetzens beschädigt worden, so muss eine Ausbesserung durch das Einsetzen einer sogenannten Vierung oder Führung (Fig. 284) vorgenommen werden.
Fig. 283.: Die Illustration zeigt eine Methode, um Hohlräume in den Lagerfugen nachträglich mit Mörtel zu füllen.
Fig. 284: Die Illustration zeigt das Verfahren der 'Vierung' oder 'Führung', bei dem ein passgenaues Ersatzstück eingesetzt wird.
2. Die Kunstform des Werksteines.
(Fig. 285 bis 294.)
Die italienische Renaissance. Unsere modernen Architekturformen, soweit sie sich nicht an die mittelalterlichen Stilarten anschließen, haben ihren Ursprung in der römischen Antike und sind uns durch die „italienische Renaissance“ übermittelt worden. Renaissance heißt „Wiedergeburt“.
Fig. 285: Diese Abbildung zeigt ein Beispiel der oberitalienischen Frührenaissance mit Rustika-Mauerwerk.
Fig. 286: Im Gegensatz zur massiven Rustika zeigt diese Zeichnung eine feinere Gliederung der Wandfläche durch Pilaster.
Fig. 287: Diese Illustration zeigt ein typisches Beispiel für die italienische Frührenaissance.
Fig. 288: Die Abbildung zeigt die Weiterentwicklung der Renaissance-Architektur mit feineren Gliederungselementen.
Fig. 289.: Diese Abbildung zeigt ein Beispiel für die italienische Hochrenaissance.
Fig. 290.: Die Zeichnung illustriert eine Fassadengestaltung, bei der die Wandfläche schlichter gehalten ist und nur die Ecken durch Quaderketten verstärkt werden.
Fig. 291: Diese technische Illustration zeigt das prachtvolle Kranzgesims des Palazzo Farnese, ein Schlüsselwerk der römischen Hochrenaissance.
Fig. 292: Die Zeichnung stellt das weit ausladende, klassisch gegliederte Hauptgesims des Palazzo Strozzi dar.
Die Renaissance in Deutschland
Nach Deutschland kam die Renaissance erst um die Zeit ihres beginnenden Verfalles, also gegen die Mitte des 16. Jahrhunderts. Ihren eigenartigsten Ausdruck gewann diese Renaissance in Deutschland in der Ausgestaltung des Giebels, der bei der eigentümlichen Bauart der deutschen Städte die Fassade des Hauses bilden musste.
Fig. 293: Diese Illustration zeigt die Vorderansicht des berühmten Pellerhauses in Nürnberg.
Fig. 294: Diese Illustration zeigt die prächtige Hofseite des Pellerhauses in Nürnberg.
3. Das profilierte Quadermauerwerk (Rustica).
a) Geschichtliches.
Das Quadermauerwerk mit gleichmäßig durchlaufenden Horizontalschichten und bossierten Steinen entwickelte sich im 14. Jahrhundert an der florentinisch-sienesischen Palastfassade. Man bezeichnet diese einfachste und strengste Fassadengestaltung als toskanische Rusticafassade.
b) Die Sichtflächen der Quader.
Die Trennung der einzelnen Quader voneinander ist häufig durch einen 2 bis 3 cm breiten geschlagenen Rand gekennzeichnet, der jeden Stein ringsum begrenzt.
Fig. 295: Diese Abbildung zeigt die einfachste Bearbeitung eines Quaders.
Fig. 296: Die Abbildung zeigt Quader, deren Kanten abgeschrägt sind, wodurch sogenannte Spitzfugen entstehen.
Fig. 297: Hier ist der Spiegel des Quaders glatt bearbeitet, wird jedoch von einem geschlagenen Rand ringsum begrenzt.
Fig. 298: Hier wird zur Rationalisierung der Zierschlag nur an der oberen und rechten Kante des Spiegels ausgeführt.
Fig. 299: Hier wird ein abgefaster Spiegel gezeigt, bei dem der Zierschlag nur an zwei Seiten angebracht ist.
Fig. 300: Bei dieser Form der Bearbeitung ist die Abfasung des Quaderspiegels konkav ausgeführt.
Fig. 301: Diese komplexere Quaderform zeigt einen im Zentrum rau bossierten Spiegel.
Fig. 302: In dieser Abbildung sind die Kanten des Quaderspiegels gleichmäßig abgerundet.
Fig. 303: Diese Variante zeigt eine abgerundete Abfasung des Spiegels, die durch ein kleines Plättchen ergänzt wird.
Fig. 304: Diese Abbildung zeigt Rustica-Bossen, bei denen die Steinoberfläche roh und unregelmäßig belassen wurde.
Fig. 305: Ein Diamantquader zeichnet sich durch eine pyramidenförmige Zuspitzung des Spiegels aus.
Fig. 306: Dies stellt eine Variation des Diamantquaders dar, bei der die Spitze abgeplattet und die Kanten fazettiert sind.
c) Die Sicherung des Quaderverbandes.
Quaderverkleidung und Hintermauerung sollen gut miteinander verbunden sein.
Fig. 307: Diese technische Zeichnung illustriert einen Querschnitt durch eine Wandkonstruktion der Gründerzeit.
Fig. 308: Die Abbildung zeigt den horizontalen Verband einer Quaderschicht im Grundriss.
Fig. 309: Dieser Grundriss verdeutlicht spezielle Sicherungstechniken für Werksteine.
Fig. 310: Die Zeichnung stellt einen schmiedeeisernen Gabelanker im Detail dar.
Fig. 311: Dargestellt ist eine Bauklammer, wie sie typischerweise aus Kupfer, Bronze oder verzinktem Eisen gefertigt wird.
Fig. 312.: Diese Illustration zeigt eine Form der Eckverzahnung.
Fig. 313.: Die Zeichnung stellt eine sogenannte Quader-Parostate dar.
Fig. 314: Diese Abbildung zeigt die konstruktiv und ästhetisch korrekte Ausführung einer Eckquaderung.
Fig. 315: In Fig. 315 wird ein Negativbeispiel für eine Eckquaderung illustriert.
4. Die Gesimse.
a) Die Profilierung der Gesimse (Gesimselemente).
Bestimmend für die moderne Gestaltung von Gesimsen und Gesimsteilen ist immer zunächst die Zweckmäßigkeit und dann vor allen Dingen ein ausgereifter Formensinn!
Die Platte. Die Grundform eines Gesimses bildet zunächst die Platte mit Wasserschräge. Hierzu erhält die Platte eine Unterscheidung oder eine Wassernase (Fig. 316 bis 318).
Fig. 316.: Diese technische Zeichnung stellt das Profil einer Gesimsplatte im Querschnitt dar.
Fig. 317.: Diese Illustration zeigt eine Gesimsplatte im Querschnitt, die an der Unterseite mit einer sogenannten Wassernase versehen ist.
Fig. 318.: Die Zeichnung stellt eine Gesimsplatte dar, die durch eine stufenförmige Auskragung unterstützt wird.
Fig. 319—322: Diese Figuren zeigen unterschiedliche Ausprägungen der Rinnleiste (Sima).
Fig. 323—326: Gezeigt werden S-förmig geschwungene Profile (Karnies).
Fig. 327—330: Diese Abbildungen illustrieren den Viertelstab bzw. Wulst.
Fig. 331—334: Dargestellt sind Kehlleisten, die eine nach innen gewölbte Form aufweisen.
b) Fußgesimse und Gebäudesockel
Niemals soll durch Kehlungen ein Unterschneiden stattfinden, sondern auch hier ist dafür zu sorgen, dass hinter der Kehle noch verbreiterter Mauerkern stehen bleibt.
Fig. 335, Fig. 336: Diese Illustrationen zeigen die einfachste Form der architektonischen Profilierung durch die Abtreppung von Mauerschichten.
Fig. 337: Diese Zeichnung zeigt ein fußbildendes Glied mit einer konvexen Rundung.
Fig. 338: Illustration eines einfachen abgetreppten Profils für den Sockelbereich.
Fig. 339: Darstellung eines Profils in Form eines umgekehrten Karnieses.
Fig. 340: Diese Figur zeigt ein komplexeres Fußgesims, das aus einer Kombination von Kehlen und verbindenden Bändern besteht.
Fig. 341: Ein Beispiel für ein Sockelprofil, bei dem ein kräftiger Wulst das tragende Element bildet.
Fig. 342: Darstellung eines Profils mit einer Kehle.
Fig. 343: Dieses Profil ähnelt einer attischen Basis.
Fig. 344: Die Abbildung zeigt die Fassadenansicht und einen seitlichen Schnitt eines Gebäudesockels.
Fig. 345: Dieses Diagramm zeigt im Grundriss die Eckausbildung eines Sockels mit Natursteinplatten.
Fig. 346: Diese Abbildung zeigt die konstruktive Einbindung eines Kellerfensters in ein profiliertes Sockelgesims.
Fig. 347: Dargestellt ist eine einfachere Variante der Sockelgestaltung unter Verwendung von Werksteinplatten.
Fig. 348: Die Zeichnung illustriert eine rustizierte Sockelgestaltung.
Fig. 349: Diese komplexe Detailzeichnung zeigt die Dreiteilung eines höheren Sockels in Fuß, Schaft und Krönung.
Fig. 350: Diese Abbildung zeigt die Vorderansicht eines hohen Gebäudesockels.
Fig. 351: Dargestellt ist der Grundriss der untersten Schicht (I) des in Fig. 350 gezeigten Sockels.
Fig. 352: Dieser Grundriss zeigt die Anordnung der Werkstücke in der zweiten Schicht (II).
Fig. 353: Der Plan für die dritte Schicht (III) zeigt die Fortführung des Mauerwerksverbandes.
Fig. 354: Diese Zeichnung zeigt die fünfte Schicht (V), in der die Fensteröffnungen überdeckt werden.
Fig. 355: Der kombinierte Plan für die Schichten VI und VII stellt den oberen Abschluss des Sockels dar.
Fig. 356: Diese technische Zeichnung illustriert den Aufbau eines höheren Gebäudesockels.
Fig. 357: Die Abbildung zeigt die konstruktive Gliederung eines hohen Werksteinsockels.
Fig. 358: Dieser Plan zeigt die Anordnung und den Verband der Werksteine in einer der oberen Lagen.
Fig. 359: Dargestellt ist der Steinschnitt für eine mittlere Lage (Schicht III).
Fig. 360: Die Zeichnung zeigt die Steinanordnung in einer der unteren Lagen (Schicht II).
Fig. 361: Dargestellt ist die Basis des Sockels mit den Werksteinen 1, 2, 1a und 3.
Fig. 362: Die Isometrie verdeutlicht die räumliche Form und Profilierung eines speziellen Ecksteins.
Fig. 363: Dargestellt ist ein komplex geformtes Werkstück, das als Mittelstück fungiert.
Fig. 364: Diese Illustration zeigt einen typischen profilierten Läufer.
Die Dossierung
Das aufsteigende Sockelmauerwerk wird manchmal schräg dargestellt, so dass es nach unten zu verstärkt erscheint. Man nennt dies eine Dossierung.
Fig. 365: Die Abbildung zeigt die konstruktive Durchbildung eines Sockels mit Dossierung.
Fig. 366: Diese technische Zeichnung stellt den horizontalen Steinschnitt der sechsten Schicht dar.
Fig. 367: Dargestellt ist die Anordnung der Werksteine in der fünften Schicht von unten gezählt.
Fig. 368: Diese Detailzeichnung zeigt den Steinschnitt der vierten Lage.
Fig. 369: Die Zeichnung illustriert die dritte Steinschicht des Sockels.
Fig. 370: Horizontalschnitt durch die vorletzte Schicht an der Basis des Sockels.
Fig. 371: Darstellung der Basisschicht des Sockels, welche die größte Ausladung aufweist.
Fig. 372: Die Abbildung zeigt eine technische perspektivische Zeichnung einer Gebäudeecke aus massivem Mauerwerk.
c) Gurtgesimse und Zwischengebälke
In der modernen Fassadenentwicklung muss ein gequadertes Erdgeschoss stets mit einem Gurtgesimse abgeschlossen werden.
Fig. 373: Diese Illustration zeigt die Vorderansicht eines Mauerwerksabschnitts mit einer Segmentbogenöffnung.
Fig. 374: Diese Zeichnung zeigt den Grundriss-Schnitt der obersten Schicht (VI) des in Fig. 373 dargestellten Mauerwerks.
Fig. 375: Diese Abbildung zeigt die Anordnung der Steine in der fünften Schicht (V).
Fig. 376: Der Schnitt durch die vierte Schicht (IV) zeigt die Verlegung der Quadersteine unterhalb des Bogenschwungs.
Fig. 377: Diese Zeichnung verdeutlicht den Verband in der dritten Schicht (III).
Fig. 378: Dieser Grundriss-Schnitt zeigt die zweite Schicht (II) des Sockelbereichs.
Fig. 379: Die unterste Schicht (I) bildet die Basis der Wandkonstruktion.
Fig. 380: Diese Illustration zeigt den konstruktiven Aufbau eines einfachen Gurtgesimses.
Fig. 381, 381 a: Diese Abbildungen zeigen die technische Umsetzung eines Gurtgesimses.
Fig. 382: Diese Zeichnung zeigt ein detailliertes Profil eines ausladenden Gesimses.
Fig. 383: Die Abbildung zeigt die plastische Wirkung eines Gurtgesimsprofils an einer Fassadenecke.
Zwischengebälke
Reichere Gurtgesimse bildet man als Gebälke aus, die aus Fries und Gesims oder besser und vollständiger aus Architrav, Fries und Gesims bestehen.
Fig. 384.: Diese Abbildung zeigt die Fassadenansicht (Aufriss) eines Fensters, das mit einem sogenannten Zwischengebälk bekrönt ist.
Fig. 385.: Dargestellt ist ein technischer Querschnitt (Profilschnitt), der den konstruktiven Aufbau des Gebälks aus Fig. 384 verdeutlicht.
Fig. 386.: Diese Abbildung zeigt ein Gurtgesims, das sich aus einer Platte mit Wasserschräge, tragenden Gliedern und einem Fries zusammensetzt.
Fig. 387.: Das dargestellte Profil zeigt ein reicheres Gurtgesims mit einer bekrönenden steigenden Kehle.
Fig. 388.: Dieses Beispiel illustriert ein Gurtgesims, bei dem ein Fries durch Verbindungsglieder mit dem Mauerkörper verknüpft ist.
Fig. 389.: Die Abbildung zeigt einen glatten Fries als Teil eines Gurtgesimses.
Fig. 390.: Dieses Ornament, auch als Griechischer Schlüssel bekannt, dient zur Belebung von Bandgesimsen.
Fig. 391.: Dargestellt ist ein einfaches Bandgesims, das als horizontale Teilung der Fassade fungiert.
Fig. 392.: Die Abbildung zeigt ein Friesfeld, das mit Meereswellen belebt ist.
Fig. 393.: Dieses reichere Gurtgesims enthält unter der Platte einen Zahnschnittkranz.
Fig. 394: Diese Abbildung zeigt ein klassisches Hauptgesimsprofil, bei dem ein Zahnschnitt als tragendes Glied dient.
Fig. 395: Ähnlich wie Fig. 394 zeigt dieses Beispiel eine Variation des Zahnschnitt-Gesimses.
Fig. 396: Diese Zeichnung illustriert ein Gesims, bei dem unter der Platte ein Eierstab als ornamentales Zwischenglied eingefügt ist.
Fig. 397: Die Abbildung zeigt ein hochdekoratives Gebälk in Aufriss und Profil.
Fig. 398: Diese technische Zeichnung zeigt den Profilschnitt eines ausladenden Hauptgesimses.
Fig. 399: Hier wird die Frontalansicht eines Gesimses gezeigt, bei dem Konsolen in regelmäßigen Abständen angeordnet sind.
Fig. 400: Die Zeichnung zeigt ein weniger stark ausladendes Gesims.
Fig. 401: Dieses Detail zeigt die plastische Ausarbeitung eines Frieses.
Fig. 402.: Diese technische Zeichnung zeigt einen detaillierten vertikalen Querschnitt durch das Hauptgesims des ehemaligen königlichen Eisenbahn-Direktions-Gebäudes in Kassel.
Fig. 403.: Diese Abbildung stellt den Grundriss zur Konstruktion in Fig. 402 dar.
Fig. 404: Diese technische Zeichnung stellt ein einfaches Hauptgesims im Querschnitt und in der Teilansicht dar.
Fig. 405: Die Abbildung zeigt ein monumentales Hauptgesims mit klassischer Ornamentik.
Fig. 406: Diese technische Zeichnung stellt die Konstruktion eines Hauptgesimses mit weit ausladenden Konsolen dar.
Fig. 407, 408, 409, 410: Diese Gruppe von Abbildungen illustriert die bauliche Sicherung weit auskragender Hauptgesimse.
Fig. 411: Diese Illustration zeigt die architektonische Ansicht eines reichen Hauptgesimses.
Fig. 412: Dieser konstruktive Schnitt zeigt die Verankerung der Werksteine im Mauerwerk.
Fig. 413: Die Zeichnung stellt einen Grundriss der obersten Lage des Gesimses dar.
Fig. 414: Dieser Grundriss zeigt die Anordnung der Konsolen und deren Befestigung im Mauerwerk.
Fig. 415: Die Abbildung zeigt die Untersicht des Hauptgesimses.
Fig. 416: Diese Zeichnung zeigt die perspektivische Ansicht eines monumentalen Hauptgesimses.
Fig. 417: Der Schnitt zeigt die interne Konstruktion der Mauer unter dem Hauptgesims.
Fig. 418: Dargestellt ist die Frontalansicht einer einzelnen Gesimskonsole.
Fig. 419: Die Illustration zeigt im Detail, wie die vertikalen Zuganker eines Gesimses an einem horizontalen I-Träger befestigt werden.
Fig. 420: Dieses Diagramm zeigt die konstruktive Ausbildung der Metallelemente an einer Gebäudeecke.
Der untere Bereich der Seite zeigt einen kombinierten Grund- und Aufriss eines Mauerabschnitts.
Fig. 421: Diese technische Zeichnung stellt ein monumentales Hauptgesims dar, bei dem die Höhenwirkung durch aufrecht stehende Konsolen im Fries betont wird.
Fig. 422.: Diese Illustration zeigt die architektonische Gliederung eines Hauptgesimses, das als vollständiges Gebälk ausgebildet ist.
5. Die Fenstergestaltung.
a) Die Form der Fensteröffnung.
Die gewöhnlichste und brauchbarste Form eines Zimmerfensters ist das aufrechtstehende Rechteck, bei dem sich die Breite zur Höhe annähernd oder genau wie $1 : 2$ verhält.
Fig. 423: Diese Illustration zeigt die detaillierte konstruktive und dekorative Ausbildung eines Fensters in einer Werksteinfassade.
Fig. 424: Diese Illustration zeigt eine monumentale Rundbogennische, die in ein schweres Rustika-Quadermauerwerk eingelassen ist.
Fig. 425: Diese technische Zeichnung stellt den vertikalen Schnitt der in Fig. 424 gezeigten Architektur dar.
Fig. 426.: Diese Abbildung zeigt die architektonische Gestaltung eines Fensters, das in ein schweres Quadermauerwerk eingebettet ist.
Fig. 427 & Fig. 427 a.: Diese Illustration zeigt eine detaillierte Fensteröffnung in einem rustizierten Quadermauerwerk.
Fig. 428: Diese Abbildung zeigt die architektonische Durchbildung eines monumentalen Fassadenabschnitts.
Fig. 429: Diese Illustration zeigt die Vorderansicht einer Fensteröffnung in einer Fassade aus Bossenquadern.
Fig. 430: Diese Zeichnung zeigt ein Fenstergewände mit einer architravierten Gliederung.
Fig. 431: Dargestellt ist eine Variante der architravierten Umrahmung, bei der das Profil teilweise in die Fensterleibung zurücktritt.
Fig. 432: Dieses Profil zeigt eine architravierte Fensterumrahmung, bei der die einzelnen Zonen durch deutliche Kehlen abgesetzt sind.
Fig. 433: Die Illustration zeigt ein Gewändeprofil, das fast vollständig in der Fensterleibung liegt.
Fig. 434: Diese technische Zeichnung verdeutlicht die Regel, dass die Faszien nach außen an Breite zunehmen sollten.
Fig. 435: Das Profil zeigt die Kombination von architravierten Zonen mit Übergangsgliedern.
Fig. 436: Die Abbildung illustriert insbesondere, wie die Profilglieder am unteren Ende auf der Sohlbank auslaufen.
Fig. 437: Diese Zeichnung zeigt ein komplexes Gewändeprofil im Grundriss.
Fig. 438: Diese Figur zeigt ein Fenstergewände mit einer einfachen 45-Grad-Fase.
Fig. 439: Dargestellt ist ein Werksteingewände mit einer Fase, die am unteren Ende in einer Rundung ausläuft.
Fig. 440: Die Abbildung zeigt die Ausbildung eines Gewändes mit einer konkaven Einziehung.
Fig. 441: Hier wird die Kante des Gewändes als konvexer Rundstab ausgeführt.
Fig. 442: Die Figur zeigt ein komplexeres Profil, bei dem die Kante des Gewändes rechtwinklig abgesetzt ist.
Fig. 443: In dieser Darstellung endet die Rundstab-Profilierung am Fußpunkt in einem tropfenähnlichen Zierelement.
Fig. 444: Dargestellt ist eine Profilierung, die am unteren Ende in eine kunstvolle Volute übergeht.
Fig. 445: Ähnlich wie Fig. 444 zeigt diese Abbildung eine dekorative Endigung des Gewändeprofils.
Fig. 448: Diese Illustration zeigt ein reich profiliertes Fenstergesims aus Werkstein.
Fig. 447: Die Zeichnung stellt eine aufwendige Fensterbekrönung dar.
Fig. 446: Diese komplexe Darstellung zeigt die technische Ausführung einer Fensterumrahmung.
Fig. 449: Die Abbildung zeigt ein einfaches rechteckiges Fenstergestell aus Werkstein.
Fig. 450: Diese Darstellung zeigt ein Fenster mit einer reicheren architektonischen Ausbildung.
Fig. 451: Dargestellt ist eine monumentale Fensteranlage mit zwei Öffnungen.
Fig. 452: Diese Detailgruppe enthält eine isometrische Darstellung eines Gewändesteins.
Fig. 453: Diese technische Zeichnung zeigt die Aufrissdarstellung eines Fenstergestells im Stil der italienischen Renaissance.
Fig. 454: Die Abbildung zeigt den vertikalen Profilschnitt einer Volutenkonsole.
Fig. 455: Diese Illustration zeigt ein Fenster mit einer architraivierten Umrahmung.
Fig. 456: Dargestellt ist eine Fensterumrahmung mit einem horizontalen Abschlussgesims.
Fig. 457: Diese Illustration zeigt eine reich gestaltete Fensteranlage für monumentale Bauten.
Fig. 458: Diese technische Zeichnung stellt den vertikalen Schnitt durch die Fassade und das Fenster aus Fig. 457 dar.
Fig. 459.: Diese Konstruktionszeichnung zeigt eine architravierte Fensterrahmung in der Vorderansicht.
Fig. 460.: Diese Abbildung zeigt die präzise konstruktive Durchbildung eines Fenster- oder Torbogens.
Fig. 461: Diese technische Zeichnung stellt eine aufwendige Fenstergestaltung dar.
Fig. 462.: Diese Illustration zeigt ein Beispiel für eine reiche Fensterausbildung nach klassischem Vorbild.
Fig. 463.: Die Abbildung zeigt den detaillierten Aufriss eines Fensters der Gründerzeit.
Fig. 464.: Diese technische Zeichnung stellt den Vertikalschnitt der in Fig. 465 abgebildeten Fenstergruppe dar.
Fig. 465.: Dargestellt ist eine komplexe architektonische Fensterkomposition.
Fig. 466: Diese technische Zeichnung illustriert ein Fenster mit einem flachen Segmentbogenabschluss.
Fig. 467.: Diese Illustration zeigt ein Beispiel für die architektonische Gestaltung aufeinander gestellter Fenster.
Fig. 468: Diese Illustration zeigt eine Fenstersohlbank sowohl im Aufriss als auch im Profilschnitt.
Fig. 469: Dargestellt ist eine hochentwickelte Fensterbrüstung, die als Balustrade ausgeführt ist.
d) Zusammengezogene Fenster.
Gekuppelte Fenster. Aus rein praktischen Gründen werden an der Fassade hier und da zwei und mehr Fenster nebeneinander so zusammengezogen oder gekuppelt, dass sie alles Übrige wie Sohlbank und Verdachung gemeinsam haben (Fig. 470 bis 473).
Fig. 470: Die Abbildung zeigt zwei zusammengezogene Fenster, die durch einen schmalen Mittelpfeiler getrennt sind.
Fig. 471: Diese technische Zeichnung illustriert eine paarweise Anordnung von Rundbogenfenstern.
Fig. 472: Diese Illustration zeigt die architektonische Durchbildung eines gekuppelten Fensters.
Fig. 473: Die Zeichnung zeigt ein gekuppeltes Fenster mit einer monumentalen, gemeinsamen Dreiecksgiebel-Verdachung.
Aufeinander gestellte Fenster. Die Fenster zweier aufeinander folgender Stockwerke zieht man manchmal in der Weise zusammen, dass sie aufeinander gestellt erscheinen. Man tut dies, um eine stärkere Betonung der Höhenentwicklung in der Architektur der Fassade herbeizuführen.
Fig. 474: Diese Abbildung illustriert das architektonische Konzept aufeinander gestellter Fenster.
Fig. 475.: Diese Illustration verdeutlicht die Praxis, untergeordnete Fenster in einen Fries unterhalb eines Hauptgesimses zu integrieren.
f) Verhältnisregeln.
Es gibt gewisse Regeln, nach denen sich in der Renaissance einzelne architektonische Aufbauten in ihren Dimensionen bestimmen lassen.
Fig. 476: Diese Zeichnung illustriert die architektonische Gestaltung eines Fensters in einem friesartig behandelten Fassadenstreifen.
Fig. 477: Die Zeichnung zeigt die geometrische Konstruktion eines Rundbogens mit Quaderung.
Fig. 478: Diese Illustration verdeutlicht die Regel für den Übergang von Bogensteinen in die horizontale Schichtung.
6. Die Loggia (Hauslaube).
Weit größere Öffnungen im Mauerwerk, als sie die Fenster bilden, werden bei der Anordnung von Loggien erforderlich.
Fig. 479.: Diese detaillierte Aufrisszeichnung zeigt eine monumentale Loggia-Lösung.
Fig. 480: Die Abbildung zeigt die vertikale Gliederung einer prunkvollen Fassade mit Loggien und Balkonen.
7. Die Haustür- und Haustor-Umrahmung.
Die geringste lichte Weite der Haustüröffnungen beträgt 1 m; sie wird für einflügelige Türen bis zu 1,20 m Breite vermehrt. Zweiflügelige Haustüren werden 1,30 bis 1,70 m, Tore zum Durchfahren 2,10 bis 2,50 m im Lichten breit angelegt.
a) Türen ohne besonderen Rahmen.
Die Haustüröffnung durchschneidet gewöhnlich den Gebäudesockel und das Mauerwerk des Erdgeschosses. Wenn dieses gequadert erscheint, kann die Türöffnung ohne Weiteres mit der Quaderung in Verbindung treten.
Fig. 481.: Diese Abbildung zeigt die architektonische Durchbildung einer Loggia-Öffnung.
Fig. 482: Diese Abbildung zeigt den Aufriss einer bogenförmigen Maueröffnung.
Fig. 483: Diese Illustration zeigt die Vorderansicht einer Haustüröffnung, die direkt in ein gequadertes Mauerwerk eingeschnitten ist.
Fig. 484.: Diese Abbildung zeigt die konstruktive Durchbildung einer Haustürumrahmung im Quadermauerwerk.
Fig. 485: Diese Zeichnung zeigt eine klassische Haustürumrahmung im Stil der italienischen Renaissance.
Fig. 486: Dargestellt ist eine Türumrahmung mit einer lichten Weite von 1,75 m.
Fig. 487: Die Abbildung zeigt ein Beispiel für eine reiche Portalumrahmung im Stil der Berliner Neorenaissance.
Fig. 488: Diese Abbildung zeigt den Entwurf einer monumentalen Haustürumrahmung im Stil der Neorenaissance.
Fig. 489.: Diese Abbildung zeigt eine klassische Haustürumrahmung im Stil der Renaissance.
Fig. 490.: Diese Darstellung folgt der italienischen Spätrenaissance.
Fig. 491.: Das Bild illustriert eine Türumrahmung, bei der die Verdachung von seitlichen Konsolen getragen wird.
Fig. 492.: Diese Portalarchitektur ist im Geist der italienischen Renaissance gestaltet.
Fig. 493: Diese großformatige Detailzeichnung zeigt die konstruktive Gliederung eines monumentalen Tempelgiebels.
Fig. 494.: Die Abbildung zeigt die schematische Darstellung eines Giebels mit einer verzierten Giebelspitze.
Fig. 495.: Die Illustration zeigt die architektonische Gliederung einer Haustür in einem Gebäude mit hohem Sockel.
Fig. 496.: Diese Illustration zeigt den architektonischen Aufriss eines geschweiften Giebels.
Fig. 497: Die Abbildung zeigt im oberen Teil eine Ansicht einer Dachlandschaft mit Pfannendeckung und integriertem Giebelfenster.
Fig. 498: Diese technische Illustration zeigt den Entwurf für eine prunkvolle Tür- oder Giebelbekrönung.
Fig. 499: Diese technische Illustration zeigt die geometrische Herleitung der Proportionen für ein Portal mit geschwungenem Abschluss.
Fig. 500: Diese technische Zeichnung stellt den Aufriss eines reich verzierten Giebels im Stil der Renaissance dar.
Fig. 501: Diese technische Illustration zeigt die Giebelfront eines städtischen Wohnhauses.
Fig. 502: Diese Illustration zeigt die Aufrisszeichnung einer städtischen Hausfront mit einem charakteristischen Schweifgiebel.
Fig. 503: Diese technische Illustration zeigt den Entwurf eines dekorativen Giebels im Stil der Neorenaissance.
Fig. 504: Diese Tafel zeigt eine Kollektion verschiedener architektonischer Elemente zur Giebel- und Fassadengestaltung.
Fig. 505: Diese Illustration zeigt die architektonische Anpassung eines gotischen Staffelgiebels an die Renaissance.
Fig. 506.: Diese Illustration zeigt einen phantastisch ausgestalteten Staffelgiebel im Stil der deutschen Renaissance.
Fig. 507: Diese Illustration zeigt einen Giebelaufbau im Stil der Renaissance mit Pilastern und einem zentralen Rundfenster.
Fig. 508: Diese technische Zeichnung stellt einen Aufriss und den dazugehörigen Profilschnitt eines Fassadenabschnitts dar.
Fig. 509 und 509a: Die Abbildung zeigt die detaillierte architektonische Ausbildung eines Giebelaufsatzes.
Fig. 510: Diese Abbildung zeigt einen reich verzierten Giebel- oder Fensteraufbau im Stil der deutschen Renaissance.
Fig. 511: Diese Abbildung zeigt eine Lukarne, die als vertikale Fortsetzung der Fassadenarchitektur in das Dach ragt.
Tafel 11 u. 12: Diese Tafel zeigt eine umfassende Detailstudie einer Fassade im Stil der Renaissance.
Fig. 512: Diese Illustration zeigt eine reich verzierte Dachgaube im Stil der französischen Renaissance.
Fig. 513: Dargestellt ist die architektonische Fassung einer Lukarne, die durch seitliche Pilaster verbreitert wird.
Fig. 514: Diese detaillierte Zeichnung zeigt einen monumentalen Giebelaufbau für ein Dach.
Fig. 515.: Diese Illustration zeigt einen Giebelabschluss im Stil der deutschen Renaissance mit gekuppelten Rundbogenfenstern.
Fig. 516.: Dargestellt ist ein dekorativer Dachaufbau, der an eine Ädikula erinnert.
Fig. 517.: Diese technische Zeichnung zeigt das seitliche Profil und einen Schnitt durch einen Giebelaufbau.
Fig. 518.: Ein prachtvoller Volutengiebel mit reichhaltiger barocker Ornamentik der deutschen Renaissance.
Fig. 519.: Dieser breite Giebelaufbau weist einen Segmentbogen-Abschluss auf und ist im Zentrum mit einer Ädikula-Nische versehen.
Fig. 520.: Ein Beispiel für einen kleineren Giebelaufbau mit Treppencharakter.
Fig. 521.: Diese Abbildung zeigt ein Zwerchhaus mit zwei gekoppelten Rundbogenfenstern.
Fig. 522.: Dargestellt ist ein Treppengiebel, der über einer Fenstergruppe aus drei Teilen angeordnet ist.
Fig. 523: Diese detaillierte Aufrisszeichnung zeigt einen reich verzierten Zwerchgiebel mit einer Ädikula-Umrahmung des Fensters.
Fig. 524: Die Zeichnung zeigt eine architektonische Fensterrahmung im Stil der Neorenaissance.
9. Vorbauten.
Erker.
Erker sind Ausbauten vor der Flucht der Gebäudefront, die als herausgeschobene Fensterarchitekturen betrachtet werden können. Der Erker verdankt seine Entstehung der bürgerlichen Baukunst des späteren Mittelalters. Die Architektur des Erkers muss genau im Einklang mit den übrigen Fensterarchitekturen des Hauses stehen. Die Unterstützung geschieht durch Kragsteine, welche man als „Konsolen“ bezeichnet.
Fig. 525.: Diese Illustration zeigt im oberen Teil den Aufriss einer Außenwand und im unteren Teil den horizontalen Schnitt.
Fig. 526: Diese technische Illustration kombiniert eine Aufrissansicht eines runden Erkers mit einem dazugehörigen vertikalen Schnitt.
Fig. 527: Die Abbildung zeigt detaillierte Planungsunterlagen für einen dreiteiligen Erker.
Fig. 528: Diese Abbildung zeigt die detaillierte Konstruktion eines Erkers.
Die Balkone
Weniger günstig als der geschlossene Erker ist der offene Balkon. Er gewährt Raum zum Sitzen im Freien, aber alles dieses doch nur bei günstiger Witterung. Da er ungedeckt ist, muss bei der Wahl des Materials sehr auf wetterbeständige Gesteinsart gesehen werden. Zu diesem Zwecke gibt man der Balkonplatte zunächst eine geringe Abwässerung ($1 : 30$).
Fig. 529: Diese Abbildung zeigt die Gestaltung einer Galerie oder eines Balkons im Stil der Renaissance.
Fig. 530: Diese Detailstudien zeigen zwei wichtige Zierelemente der Architektur der Gründerzeit.
Fig. 531.: Die Abbildung zeigt die Gestaltung einer Balkonbrüstung, bei der anstelle von Docken eine durchbrochener Werksteinplatte verwendet wird.
Fig. 532.: Diese technische Zeichnung verdeutlicht den konstruktiven Aufbau eines Balkons.
Docken aus Werkstein
Docken aus Werkstein gearbeitet sind in der bürgerlichen Baukunst wenig im Gebrauch. Sie sind als gedrückte Säulchen zu betrachten. Sollen Docken aus Werkstein bestehen, werden sie am einfachsten vierkantig gearbeitet.
Fig. 533 bis Fig. 537: Diese Illustration zeigt eine Reihe von Balustern für Balkonbrüstungen.