Fenster in liegender Rechteckform kommen im Sockel und im Fries unter dem Hauptgesims vor. Des guten Aussehens halber ist aber darauf zu achten, dass das Verhältnis der Höhe zur Breite annähernd mit $2 : 3$ angenommen wird. Breitere Fenster müssen durch einen kleinen Pfeiler getrennt werden. Wird aus besonderen Gründen, etwa der Architektur zuliebe, eine Bogenform für den Sturz des Fensters gewählt, so können im modernen Werksteinbau drei Bogenarten infrage kommen, nämlich der Segmentbogen, der Rundbogen und der Korbbogen.
Der Segmentbogen hat im Grunde genommen wenig Berechtigung im Werksteinbau; man sollte deshalb mit seiner Anwendung vorsichtig sein. Immer aber muss der Segmentbogen eine sehr große Stichhöhe bekommen (); ein flacher Segmentbogen ist durchaus nicht am Platz.
Aus der römischen Architektur stammt der Rundbogen, der auch in der italienischen Renaissance zuerst die Fensterform beeinflusste. Er ist im Werksteinbau konstruktiv durchaus berechtigt, eignet sich aber besonders für monumentale Bauten. Im Wohnhausbau ist er immer unpraktisch und verteuert der Architektur zuliebe unnötig das Gebäude. Außenjalousien sind fast gar nicht anzubringen, Rollläden im Inneren auch nur unvollkommen. Für die Beleuchtung
des Zimmers geht das Oberlicht des Fensters fast vollständig verloren, da es durch eine Drapierung verdeckt wird. Ist bei dem Rundbogenfenster der Bogen durch eine sogenannte Archivolte verkleidet, so müssen die Kämpferpunkte etwas unter dem Stichpunkt und nicht etwa in gleicher Höhe mit diesem angeordnet werden.
Der Korbbogen als Fenstersturz ist in seinen Vor- und Nachteilen dem Rundbogen gleichzusetzen. Die Hauptsache ist bei jedem Korbbogen, dass er so geformt ist, dass seine Rahmenenden an den Kämpfern gut aufliegen, d. h., dass sie zur Ruhe gekommen erscheinen und nicht schieben. Ein solcher arbeitender Bogen wirkt entschieden hässlich.





