Abschnitt 46

Platte und tragende Glieder

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Tragende Glieder. Soll diese Platte weit vorspringen, muss sie unterstützt oder getragen werden. Dies geschieht in einfachster Form durch Auskragung der Mauerschichten unter der Platte und durch Konsolen (). Einen künstlerischen Ausdruck erhielten diese Glieder – je nachdem, ob sie eine leichte oder schwere Last zu tragen haben – in jenen Gesimselementen, die wir als „tragende Glieder“ bezeichnen ( bis , und ).

Die einfachste und kräftigste Vermittlung von der senkrechten Wand zur ausladenden Platte zeigt der volle Viertelstab (), einen elastischen und zugleich zierlichen Ausdruck des Tragens vermittelt das Karnies oder die Blattwelle (), während der leichteste Übergang durch die ausgekehlte Form () gekennzeichnet ist. Alle drei Formen lassen, wie in den bis angedeutet, eine vielgestaltige Ausbildung zu, wobei die richtige Wahl dem künstlerischen Geschmack und Verständnis des Einzelnen überlassen bleibt.

Fig. 335.: Schematische Profilzeichnung einer stufenweise auskragenden Wandverdickung (Dossierung).
Fig. 336.: Schematische Profilzeichnung eines Sockelmauerwerks mit Dossierung.

Bekrönende Glieder. Die oberste Abdeckung der Umfassungsmauern eines Gebäudes nennt man das Hauptgesims . Es wird ebenfalls aus der weit vorspringenden Platte mit tragenden Untergliedern oder Konsolen gebildet und trägt über der Platte die Dachkonstruktion mit der Dachrinne.

Die Griechen schlossen ihre Hauptgesimse deshalb mit der Rinnleiste (Sima) ab ( bis ), und sowohl die Renaissance als auch die moderne Formgebung machten es ebenso.

Fußbildende Glieder. Der Sockel oder Fuß eines Gebäudes oder eines Bauteils muss durch Verbreiterung des Mauerkörpers nach unten hin ausgebildet werden, damit die Last der Mauer sicher auf dem Erdboden ruhen kann. Am einfachsten erreicht man dies wieder durch Abtreppung des Mauerwerks ( und ). Wenn aber auch hierfür eine künstlerische Form angewandt werden soll, so finden wir sie am einfachsten dadurch, dass wir die vorher besprochenen, nach oben überleitenden Glieder nun einfach umdrehen und nach unten führen lassen ( bis ). In der Tat entsprechen die hier üblichen Formen der umgekehrten Rinnleiste, des Karnieses, des Viertelstabes und der Kehlleiste mit einigen kleinen Änderungen der Linienführung jenen bereits unter bis besprochenen Gesimselementen.

Datenansicht

Profilzeichnung eines Werksteingesimses mit Wasserschräge, Tropfnut und stützender Konsole (Fig. 318).

Fig. 318.

Profilzeichnung eines Werksteingesimses mit Wasserschräge, Tropfnut und stützender Konsole (Fig. 318).

Profilschnitt eines klassischen Gesimsglieds (Hohlkehle mit Anlauf).

Fig. 319

Profilschnitt eines klassischen Gesimsglieds (Hohlkehle mit Anlauf).

Geometrische Konstruktion eines Werksteinprofils (Karnies) im Querschnitt.

Fig. 322

Geometrische Konstruktion eines Werksteinprofils (Karnies) im Querschnitt.

Querschnitt durch ein klassisches, S-förmig profiliertes Gesimsglied (Karnies).

Fig. 323

Querschnitt durch ein klassisches, S-förmig profiliertes Gesimsglied (Karnies).

Geometrische Konstruktionszeichnung eines klassischen Gesimsglieds (Hohlkehle oder Anlauf) im Querschnitt.

Fig. 328

Geometrische Konstruktionszeichnung eines klassischen Gesimsglieds (Hohlkehle oder Anlauf) im Querschnitt.

Querschnitt durch ein Werksteingesimsprofil mit Wulst und Unterschneidung.

Fig. 330

Querschnitt durch ein Werksteingesimsprofil mit Wulst und Unterschneidung.

Profilschnitt einer architektonischen Hohlkehle eines Werksteingesimses mit Konstruktionslinien.

Fig. 333

Profilschnitt einer architektonischen Hohlkehle eines Werksteingesimses mit Konstruktionslinien.

Profilzeichnung eines Steingesimses mit geometrischen Konstruktionslinien.

Fig. 334

Profilzeichnung eines Steingesimses mit geometrischen Konstruktionslinien.

Schematische Profilzeichnung einer stufenweise auskragenden Wandverdickung (Dossierung).

Fig. 335.

Schematische Profilzeichnung einer stufenweise auskragenden Wandverdickung (Dossierung).

Schematische Profilzeichnung eines Sockelmauerwerks mit Dossierung.

Fig. 336.

Schematische Profilzeichnung eines Sockelmauerwerks mit Dossierung.

Schematische Profilzeichnung eines Gesimses (Fig. 337) mit Hilfslinie zur Bestimmung der Auskragung.

Fig. 337.

Schematische Profilzeichnung eines Gesimses (Fig. 337) mit Hilfslinie zur Bestimmung der Auskragung.

Konstruktionszeichnung des Profils einer attischen Säulenbasis (Fig. 343) mit geometrischen Hilfslinien.

Fig. 343.

Konstruktionszeichnung des Profils einer attischen Säulenbasis (Fig. 343) mit geometrischen Hilfslinien.