Hierbei ist besonderer Wert darauf zu legen, dass die Deckplatte oder Hängeplatte als Hauptglied zur vollen Geltung kommt, das heißt, dass sie deutlich hervortritt.
Die unter der Platte befindlichen Glieder spielen eine untergeordnete Rolle, da sie vollständig im Schatten liegen. Es ist deshalb darauf zu achten, dass sie so einfach wie möglich gehalten werden. Eine Anhäufung von vielen feinen Gliederungen hat hier gar keinen Zweck, verteuert nur die Herstellung und kommt gar nicht zur Wirkung. In hätte als Unterglieder, sobald das Gesims ziemlich hoch sitzt, auch ein einfacher Viertelstab mit Plättchen genügt. Sehr gut ist die Wirkung in . Dieses Gesims bekrönt ein hohes, monumental gestaltetes Gebäude. Seine Wirkung ist bei aller Einfachheit hervorragend, für eine feine Architektur ist es jedoch zu schwer.
Zwei- und dreiteilige Hauptgesimse . Ähnlich wie die Gurtgesimse kann man auch die Hauptgesimse bereichern und hervorheben, indem man den Übergang von der senkrechten Wand zum abdeckenden Gesims architektonisch auflöst. Am einfachsten geschieht dies durch ein Absetzen der Mauer, wie in ."
Zur vollen Wirkung bringt man das Gesims jedoch, wenn man es als Gebälk ausbildet. Es tritt also wieder zum eigentlichen Kranzgesims ein Fries und ein Architrav hinzu.
In den , , , , sowie in den italienischen Renaissance-Gesimsen (, bis ) ist dies dargestellt. Die Höhe des Frieses kann hierbei gleich der Gesimshöhe oder auch etwas geringer sein. Der Architrav muss entsprechend niedriger gehalten werden. Bei einer Hintermauerung mit Ziegelsteinen stellt sich das Verhältnis von Architrav zu Fries zu Kranz etwa so dar: $3 : 6 : 6$ () oder $4 : 5 : 6$ ().
Einen einzonigen Architrav zeigt , zweizonige zeigen die und . Hierbei ist wieder darauf zu achten, dass die einzelnen Zonen des Architravs von unten nach oben an Höhe zunehmen.
Hauptgesimse mit Zahnschnittkranz. Soll das Hauptgesims eine größere Höhe erhalten, ohne dass die einzelnen Gliederungen an sich höher werden können, so kann man unter die Hängeplatte, und mit ihr verknüpft, eine zweite, etwas weniger hohe Platte einschieben. Diese kann ohne Weiteres als Zwischenglied so stehen bleiben (, und ). Gewöhnlich gibt man aber dieser zweiten Platte eine Verzierung durch einen sogenannten Zahnschnittkranz . Dieser Zahnschnitt besteht aus einer Reihenfolge von kleinen Kragsteinchen, deren Breite gleich ²/₃ ihrer Höhe und deren Zwischenraum gleich der halben Breite oder auch gleich der halben Höhe der „Zähne“ ist. Auf der Ecke sitzt gewöhnlich ein Zahn (vgl. in der Unteransicht). Zwischen diese Zähne können noch kleinere Gliederungen eingeschoben werden (, , und ). Eine andere Art der Darstellung dieses Zahnschnittes ist die, dass er aus der zugehörigen Platte herausgeschnitten erscheint (vgl. , und ), wobei die Platte in ihrem oberen Teil noch sichtbar bleibt.














