Diese römischen Formen fanden dann im 14. und 15. Jahrhundert auf italienischem Boden ihre Wiederbelebung durch geniale Architekten, die an massiven, mächtigen Wohnpalästen die moderne Formgestaltung begründeten, die wir die „italienische Renaissance“ nennen. Seit jener Zeit sind diese Bauformen im modernen Werksteinbau bei mehr oder weniger freier Behandlung üblich geblieben, sodass auch wir bei der modernen Gesimsausbildung dieselben am richtigen Ort zu verwenden haben, allerdings ohne in eine starre Nachbildung der sogenannten klassischen Vorbilder zu verfallen. Bestimmend für die moderne Gestaltung von Gesimsen und Gesimsteilen ist immer zunächst die Zweckmäßigkeit und vor allem ein ausgereifter Formensinn!
Die Platte. Die Grundform eines Gesimses bildet zunächst die Platte mit Wasserschräge, die die Mauer abdecken und vor zerstörerischer Nässe schützen soll. Soll das Wasser nicht an der Mauer herablaufen, muss es zum freien Abtropfen gezwungen werden. Hierzu erhält die Platte eine Unterschneidung oder eine Wassernase ( bis ).


















