Türen mit architektonischer Umrahmung werden genau nach denselben Grundsätzen wie die Fenster behandelt. Da wir es hier jedoch mit breiteren Öffnungen zu tun haben, wird der Rahmen auf eine Breite von etwa 21 cm verstärkt. Soll er noch breiter und kräftiger erscheinen, so werden ihm sogenannte Konsolenstreifen hinzugegeben.
Die Konsolen tragen dann eine Verdachung, die gerade oder giebelförmig gestaltet werden kann. Derartige Türumrahmungen bildete die italienische Renaissance nach antiken Vorbildern aus. In den bis sind solche Haustürarchitekturen dargestellt.
Die moderne Architektur ist zu einer anderen Ausbildung der Türumrahmung gelangt. Wir bauen sowohl im freistehenden Einfamilienhaus als auch im geschlossenen städtischen Wohnhaus den Keller sehr häufig zu Wohn- oder zumindest zu Wirtschaftsräumen aus. Hierbei darf er laut baupolizeilicher Verordnung nur 50 bis 75 cm tief in die Erde hineingebaut werden und tritt somit über 2 m frei heraus. Das Haus erhält dadurch einen sehr hohen Sockel, und der Fußboden des Erdgeschosses liegt 10 bis 15 Stufen über dem Außengelände oder dem Bürgersteig. Diese Stufen verlegen wir meist bis auf eine oder nur sehr wenige nicht vor das Gebäude, sondern in dieses hinein.
Wenn wir nun die Haustüröffnung einschneiden, würde sie, falls sie dieselbe Sturzhöhe wie die Fenster erhalten soll, ungeheuer schlank und hoch werden, sodass eine architektonische Lösung kaum noch möglich wäre ($2,0 + 0,85 + 2,0 = 4,85$). Man sieht daher heute von der Übereinstimmung der Fenster- und Türhöhen ab und behandelt die Haustür ganz individuell. Sie erhält zunächst ihre übliche lichte Höhe von 2,50 m, der innerhalb der Umrahmung in bekannter Weise ein Oberlicht hinzugefügt werden kann. Nun erscheint sie in ihrer äußeren Wirkung jedoch oft zu niedrig, und zudem liegt im Inneren des Hausflurs über ihrem Sturz noch zu viel ungegliedertes Mauerwerk.
Dieses nutzt man zur Anordnung eines zweiten Oberlichtes, das jedoch mit der äußeren Haustür-Umrahmung in eine geschickt gelöste Verbindung treten muss. Es erhält eine beliebige Form, die rund, oval, rechteckig usw. sein kann. Seine Umrahmung bildet einen Türaufsatz, der als Abschluss oder als Bekrönung der gesamten Türarchitektur auftritt.
Solche Lösungen sind in den , und dargestellt. entstammt einem vom Architekten Roetger entworfenen Berliner Haus (nach „Der innere Ausbau“ von Cremer und Wolfenstein). ist in Köln an einem von den Architekten Müller und de Voss erbauten Wohnhaus ausgeführt.
zeigt eine Haustür einer Villa in Graz vom Architekten Loeff, deren architektonische Rahmenausbildung an Vorbilder deutscher Renaissance-Architektur erinnert. und folgen derselben Stilrichtung, wobei mit ihrer Umrahmung aus Dreiviertelsäulen und dem durchbrochenen Giebel eher an die italienische Spätrenaissance anschließt. ist ganz im Sinne der italienischen Renaissance für moderne Verhältnisse gestaltet. Durch die in die Türöffnung gelegte Treppe konnte das zweite Oberlicht entfallen. Dennoch stellen die bis Haustürarchitekturen dar, die bereits ein ausgeprägtes Formenverständnis voraussetzen und zu den reichsten Lösungen gehören, die in der bürgerlichen Baukunst angewendet werden.
Bei neueren Tür- und Torumrahmungen finden wir statt der Pfeiler oder Säulen ein einfaches, stehendes Gewände , das durch einige Bindersteine festgehalten scheint und rundbogig abgedeckt ist. Seine Profilierung erinnert an mittelalterliche Überlieferungen, wie sie in der Frührenaissance noch in einfacher Form aufzutreten pflegten. Die Profile sind dabei hinter die Front zurückgesetzt, gleichsam in eine Fase gearbeitet und mit Eierstäben, Zahnschnitten und Ähnlichem wirkungsvoll verziert (, , und ).
Hat die Tür einen streng architektonischen Rahmen aus Pfeilern oder Dreiviertelsäulen, so gehört dazu ein als Bekrönung vollkommenes Gebälk aus Architrav , Fries und Kranzgesims .
Das Verhältnis der Umrahmungsbreite zur Höhe bestimmt man am sichersten wieder, wie bei ähnlich reichen Fensterumrahmungen, durch das Ähnlichkeitsgesetz mit Hilfe von Diagonalen ().


















