Abschnitt 75

b) Türen mit architektonischer Umrahmung

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Türen mit architektonischer Umrahmung werden genau nach denselben Grundsätzen wie die Fenster behandelt. Da wir es hier jedoch mit breiteren Öffnungen zu tun haben, wird der Rahmen auf eine Breite von etwa 21 cm verstärkt. Soll er noch breiter und kräftiger erscheinen, so werden ihm sogenannte Konsolenstreifen hinzugegeben.

Fig. 489: Architektonische Zeichnung einer prunkvollen Haustürumrahmung im Stil der Neorenaissance nach einem Entwurf des Architekten Loeff für eine Villa in Graz.
Fig. 490: Historische Entwurfszeichnung einer reich verzierten Portalumrahmung im Stil der italienischen Spätrenaissance.
Fig. 491: Architektonische Umrahmung eines Renaissance-Portals mit reicher Ornamentik und Giebelaufbau (Fig. 491).
Fig. 492: Aufrisszeichnung einer architektonisch reich verzierten Haustürumrahmung im Stil der italienischen Renaissance.

Die Konsolen tragen dann eine Verdachung, die gerade oder giebelförmig gestaltet werden kann. Derartige Türumrahmungen bildete die italienische Renaissance nach antiken Vorbildern aus. In den bis sind solche Haustürarchitekturen dargestellt.

Fig. 493.: Technische Werkstein-Zeichnung eines klassischen Giebels (Fig. 493) mit Konstruktionsdetails.

Die moderne Architektur ist zu einer anderen Ausbildung der Türumrahmung gelangt. Wir bauen sowohl im freistehenden Einfamilienhaus als auch im geschlossenen städtischen Wohnhaus den Keller sehr häufig zu Wohn- oder zumindest zu Wirtschaftsräumen aus. Hierbei darf er laut baupolizeilicher Verordnung nur 50 bis 75 cm tief in die Erde hineingebaut werden und tritt somit über 2 m frei heraus. Das Haus erhält dadurch einen sehr hohen Sockel, und der Fußboden des Erdgeschosses liegt 10 bis 15 Stufen über dem Außengelände oder dem Bürgersteig. Diese Stufen verlegen wir meist bis auf eine oder nur sehr wenige nicht vor das Gebäude, sondern in dieses hinein.

Fig. 494.: Werksteinzeichnung eines steilen Renaissance-Giebels mit Kreuzfenster, Lichtschlitz und dekorativer Strahlensonne.

Wenn wir nun die Haustüröffnung einschneiden, würde sie, falls sie dieselbe Sturzhöhe wie die Fenster erhalten soll, ungeheuer schlank und hoch werden, sodass eine architektonische Lösung kaum noch möglich wäre ($2,0 + 0,85 + 2,0 = 4,85$). Man sieht daher heute von der Übereinstimmung der Fenster- und Türhöhen ab und behandelt die Haustür ganz individuell. Sie erhält zunächst ihre übliche lichte Höhe von 2,50 m, der innerhalb der Umrahmung in bekannter Weise ein Oberlicht hinzugefügt werden kann. Nun erscheint sie in ihrer äußeren Wirkung jedoch oft zu niedrig, und zudem liegt im Inneren des Hausflurs über ihrem Sturz noch zu viel ungegliedertes Mauerwerk.

Fig. 495.: Geometrische Konstruktionszeichnung eines geschweiften Giebels aus der Renaissance mit Werksteinelementen.
Fig. 496.: Geometrische Konstruktionszeichnung eines geschweiften Renaissance-Giebels mit Maßstab (Fig. 496).

Dieses nutzt man zur Anordnung eines zweiten Oberlichtes, das jedoch mit der äußeren Haustür-Umrahmung in eine geschickt gelöste Verbindung treten muss. Es erhält eine beliebige Form, die rund, oval, rechteckig usw. sein kann. Seine Umrahmung bildet einen Türaufsatz, der als Abschluss oder als Bekrönung der gesamten Türarchitektur auftritt.

Fig. 497.: Geometrische Konstruktionszeichnung einer Renaissance-Dachgaube (Lukarne) mit geschwungenen Volutenwangen und dazugehörigen Steinschnitt-Details.

Solche Lösungen sind in den , und dargestellt. entstammt einem vom Architekten Roetger entworfenen Berliner Haus (nach „Der innere Ausbau“ von Cremer und Wolfenstein). ist in Köln an einem von den Architekten Müller und de Voss erbauten Wohnhaus ausgeführt.

Fig. 498: Konstruktionszeichnung eines geschweiften Renaissance-Giebels mit Voluten, Kugelaufsätzen und einem Zwillingsfenster.

zeigt eine Haustür einer Villa in Graz vom Architekten Loeff, deren architektonische Rahmenausbildung an Vorbilder deutscher Renaissance-Architektur erinnert. und folgen derselben Stilrichtung, wobei mit ihrer Umrahmung aus Dreiviertelsäulen und dem durchbrochenen Giebel eher an die italienische Spätrenaissance anschließt. ist ganz im Sinne der italienischen Renaissance für moderne Verhältnisse gestaltet. Durch die in die Türöffnung gelegte Treppe konnte das zweite Oberlicht entfallen. Dennoch stellen die bis Haustürarchitekturen dar, die bereits ein ausgeprägtes Formenverständnis voraussetzen und zu den reichsten Lösungen gehören, die in der bürgerlichen Baukunst angewendet werden.

Fig. 499: Geometrische Konstruktionszeichnung eines geschweiften Werksteingiebels mit Zwillingsfenster.

Bei neueren Tür- und Torumrahmungen finden wir statt der Pfeiler oder Säulen ein einfaches, stehendes Gewände , das durch einige Bindersteine festgehalten scheint und rundbogig abgedeckt ist. Seine Profilierung erinnert an mittelalterliche Überlieferungen, wie sie in der Frührenaissance noch in einfacher Form aufzutreten pflegten. Die Profile sind dabei hinter die Front zurückgesetzt, gleichsam in eine Fase gearbeitet und mit Eierstäben, Zahnschnitten und Ähnlichem wirkungsvoll verziert (, , und ).

Hat die Tür einen streng architektonischen Rahmen aus Pfeilern oder Dreiviertelsäulen, so gehört dazu ein als Bekrönung vollkommenes Gebälk aus Architrav , Fries und Kranzgesims .

Das Verhältnis der Umrahmungsbreite zur Höhe bestimmt man am sichersten wieder, wie bei ähnlich reichen Fensterumrahmungen, durch das Ähnlichkeitsgesetz mit Hilfe von Diagonalen ().

Fig. 500: Konstruktionszeichnung eines geschweiften Renaissance-Giebels aus Werkstein mit geometrischen Konstruktionslinien.

Datenansicht

Technische Zeichnung einer Haustüröffnung im Werksteinmauerwerk mit Segmentbogen und verziertem Schlussstein.

Fig. 481.

Technische Zeichnung einer Haustüröffnung im Werksteinmauerwerk mit Segmentbogen und verziertem Schlussstein.

Architektonische Aufriss- und Profilzeichnung eines rundbogigen Portalrahmens im Renaissance-Stil (Fig. 482).

Fig. 482

Architektonische Aufriss- und Profilzeichnung eines rundbogigen Portalrahmens im Renaissance-Stil (Fig. 482).

Konstruktionszeichnung einer profilierten Renaissance-Türumrahmung aus Werkstein mit Detailschnitt (Fig. 484).

Fig. 484

Konstruktionszeichnung einer profilierten Renaissance-Türumrahmung aus Werkstein mit Detailschnitt (Fig. 484).

Aufrisszeichnung einer monumentalen Renaissance-Haustürumrahmung mit Bemaßung.

Fig. 485

Aufrisszeichnung einer monumentalen Renaissance-Haustürumrahmung mit Bemaßung.

Maßstabsgetreue Architekturzeichnung eines verzierten, sich nach unten verjüngenden Pilasters an einer Renaissance-Türrahmung.

Fig. 486 a.

Maßstabsgetreue Architekturzeichnung eines verzierten, sich nach unten verjüngenden Pilasters an einer Renaissance-Türrahmung.

Architektonischer Entwurf einer reich verzierten Renaissance-Haustür-Umrahmung mit zweistufigem Oberlicht für ein Berliner Wohnhaus, entworfen vom Architekten Roetger.

Fig. 487.

Architektonischer Entwurf einer reich verzierten Renaissance-Haustür-Umrahmung mit zweistufigem Oberlicht für ein Berliner Wohnhaus, entworfen vom Architekten Roetger.

Architekturzeichnung einer reich verzierten Haustür-Umrahmung im Renaissance-Stil nach einem Entwurf der Architekten Müller und de Voss in Köln (Fig. 488).

Fig. 488

Architekturzeichnung einer reich verzierten Haustür-Umrahmung im Renaissance-Stil nach einem Entwurf der Architekten Müller und de Voss in Köln (Fig. 488).

Architektonische Zeichnung einer prunkvollen Haustürumrahmung im Stil der Neorenaissance nach einem Entwurf des Architekten Loeff für eine Villa in Graz.

Fig. 489

Architektonische Zeichnung einer prunkvollen Haustürumrahmung im Stil der Neorenaissance nach einem Entwurf des Architekten Loeff für eine Villa in Graz.

Historische Entwurfszeichnung einer reich verzierten Portalumrahmung im Stil der italienischen Spätrenaissance.

Fig. 490

Historische Entwurfszeichnung einer reich verzierten Portalumrahmung im Stil der italienischen Spätrenaissance.

Architektonische Umrahmung eines Renaissance-Portals mit reicher Ornamentik und Giebelaufbau (Fig. 491).

Fig. 491

Architektonische Umrahmung eines Renaissance-Portals mit reicher Ornamentik und Giebelaufbau (Fig. 491).

Aufrisszeichnung einer architektonisch reich verzierten Haustürumrahmung im Stil der italienischen Renaissance.

Fig. 492

Aufrisszeichnung einer architektonisch reich verzierten Haustürumrahmung im Stil der italienischen Renaissance.

Technische Werkstein-Zeichnung eines klassischen Giebels (Fig. 493) mit Konstruktionsdetails.

Fig. 493.

Technische Werkstein-Zeichnung eines klassischen Giebels (Fig. 493) mit Konstruktionsdetails.

Werksteinzeichnung eines steilen Renaissance-Giebels mit Kreuzfenster, Lichtschlitz und dekorativer Strahlensonne.

Fig. 494.

Werksteinzeichnung eines steilen Renaissance-Giebels mit Kreuzfenster, Lichtschlitz und dekorativer Strahlensonne.

Geometrische Konstruktionszeichnung eines geschweiften Giebels aus der Renaissance mit Werksteinelementen.

Fig. 495.

Geometrische Konstruktionszeichnung eines geschweiften Giebels aus der Renaissance mit Werksteinelementen.

Geometrische Konstruktionszeichnung eines geschweiften Renaissance-Giebels mit Maßstab (Fig. 496).

Fig. 496.

Geometrische Konstruktionszeichnung eines geschweiften Renaissance-Giebels mit Maßstab (Fig. 496).

Geometrische Konstruktionszeichnung einer Renaissance-Dachgaube (Lukarne) mit geschwungenen Volutenwangen und dazugehörigen Steinschnitt-Details.

Fig. 497.

Geometrische Konstruktionszeichnung einer Renaissance-Dachgaube (Lukarne) mit geschwungenen Volutenwangen und dazugehörigen Steinschnitt-Details.

Konstruktionszeichnung eines geschweiften Renaissance-Giebels mit Voluten, Kugelaufsätzen und einem Zwillingsfenster.

Fig. 498

Konstruktionszeichnung eines geschweiften Renaissance-Giebels mit Voluten, Kugelaufsätzen und einem Zwillingsfenster.

Geometrische Konstruktionszeichnung eines geschweiften Werksteingiebels mit Zwillingsfenster.

Fig. 499

Geometrische Konstruktionszeichnung eines geschweiften Werksteingiebels mit Zwillingsfenster.

Konstruktionszeichnung eines geschweiften Renaissance-Giebels aus Werkstein mit geometrischen Konstruktionslinien.

Fig. 500

Konstruktionszeichnung eines geschweiften Renaissance-Giebels aus Werkstein mit geometrischen Konstruktionslinien.