(Hierzu die Figuren bis .)
Die Höhenlage der Gurtungen entspricht meist der Gebälklage im Inneren der Gebäude; sie heißen dann Stockgurte oder Gurtgesimse . Sie können jedoch auch in Höhe der Fenstersohlbänke liegen und heißen dann Brüstungsgurte oder Brustgesimse. Kommen in ein und demselben Stockwerk beide Gurtarten zur Anwendung, so muss das auf Höhe der Balkenlage befindliche Gesims dominieren; es erhält die größere Höhe und die bedeutendere Ausladung.
Die romanischen Gurtgesimse bestehen meist aus einer einfachen Platte mit einer unteren Schräge oder Kehle ( bis ). Anfangs fehlte der Wasserschlag , also die abdeckende Wasserschräge. Die Erkenntnis, dass unser raues nordisches Klima und das verfügbare, meist wenig dichte Baumaterial ein schnelles Abfließen des Wassers von allen Teilen eines Bauwerks verlangen, sofern diesem eine längere Haltbarkeit gesichert werden soll, führte jedoch schon früh dazu, alle Vorsprünge und somit auch die hervortretenden Gesimse nach oben hin abzuschrägen. Diese Wasserschläge , die zunächst nur wenig von der Horizontalen abwichen, nähern sich mit der Zeit immer mehr der Vertikalen. Sie gewinnen dadurch erheblich an Höhe, bis sie schließlich fast die gesamte Gesimshöhe einnehmen (vgl. bis ). Häufig ist zwischen Platte und Hohlkehle bzw. Platte und Schräge durch eine Einkerbung ein Trennglied eingefügt (, und ), wobei die Hohlkehle durch hervortretende Rundstäbe () oder die Schräge durch eingekerbte quadratische Diamantquader () verziert ist. Reichere Gliederungen zeigen die Figuren und , bei denen zu Platte und Hohlkehle als unteres Glied noch der Rundstab hinzukommt.
Ebenso wie bei den Sockelgesimsen finden sich in der spätromanischen und gotischen Zeit auch bei den Gurtgesimsen Wassernasen , die entweder unter den Gesimsplatten ( bis ) oder unmittelbar unter den Wasserschlägen ( bis ) angeordnet sind. Die Gesimsplatten bieten ebenso wie die Kehlen und Schrägen vielfältige Möglichkeiten für mehr oder weniger reiche Verzierungen. Hierbei finden insbesondere der Diamantschnitt (, , und ) sowie der Rundstab ( und ) häufige Verwendung.
Die Figuren bis zeigen schließlich noch einige Beispiele für die Anwendung des vor allem in der romanischen Epoche beliebten Zickzackmusters. Die Figuren und zeigen die Ecklösungen zu den Figuren und in isometrischer Darstellung.

























