Das Gurtgesims kann in seiner einfachsten Ausbildung nur aus einer kräftigen Platte bestehen, die, mit einer Wassernase versehen, nur wenig über das Untergeschoss vorspringt. So wurden die Gurtgesimse an den Palastbauten der Frührenaissance behandelt, wobei die Platte allerdings meist ein Füllungsfeld erhielt, das mit Mäanderzügen oder mit Meereswellen belebt erschien (, , ).
Derartig breite, wenig ausladende Gesimse nennt man auch Bandgesimse .
Besser wird der Übergang zur unteren Mauer durch Hinzufügung tragender Glieder vermittelt ( bis ). Dabei wird selbst ein solch einfaches Gurtgesims deutlicher hervorgehoben, wenn ihm ein Fries beigegeben ist, der mit der Mauer durch einige verbindende Gliederungen verknüpft werden muss (, , ).
Reichere Gurtgesimse nehmen zur Platte und den tragenden Gliedern noch eine Bekrönung hinzu, die an die Platte angearbeitet wird. Diese besteht aus einem Karnies mit Deckplättchen (), aus einer Blattwelle () oder aus einer steigenden Kehle (), die immer mit einem einfachen oder doppelten Deckplättchen abschließen. In den , und ist zur besseren Trennung der oberen Glieder eine Nut dazwischengeschoben, die eine kräftige Schattenwirkung herbeiführt.
Oft sieht man das Gurtgesims statt der gezeigten Bekrönungen auch mit einer Rinnleiste bekrönt. Wir betrachten diese jedoch als ausschließlich zum Hauptgesims gehörig und empfehlen ihre Anwendung an Gurtungen nicht.
In ist schließlich dem Gurtgesims noch ein Zahnschnittkranz hinzugefügt worden. Er zeigt die Gestalt einer Platte, die in bestimmten Abständen ausgeschnitten ist. Ihre Größe ist stets so zu bemessen, dass sie etwas kleiner als die Hauptplatte gehalten wird. Dieses Gurtgesims ist fünk Backsteinschichten hoch, wird also nur bei einem hohen Erdgeschoss Verwendung finden können.
Alle in den , , und gezeigten Gurtgesimse haben über der notwendigen Wasserschräge einen Ansatz erhalten, der besser zum darüberliegenden Mauerwerk überleitet.
In ist dem Gurtgesims außerdem ein Mauerfuß beigegeben worden, der wieder den Übergang zum oberen Mauerwerk vermitteln soll. Er tritt hier vor die Flucht des eigentlichen Mauerwerks vor, was streng genommen nicht ganz richtig ist. Er müsste vielmehr in der Flucht des unteren Mauerwerks liegen, wie wir dies über dem Sockelgesims gesehen haben ( und ). Dann müsste freilich das obere Mauerwerk auch nach außen abgesetzt sein. Bei einem freistehenden Haus könnte man das so ausführen, dass die obere Wand um je $1/4$ Stein von innen und von außen abgesetzt wird, sodass das Haus von unten nach oben verjüngt erscheinen würde ().















