Das Quadermauerwerk mit gleichmäßig durchlaufenden Horizontalschichten und bossierten Steinen entwickelte sich im 14. Jahrhundert an der florentinisch-sienesischen Palastfassade. Man bezeichnet diese einfachste und strengste Fassadengestaltung als toskanische Rustika-Fassade. Sämtliche Wandflächen wurden hierbei durch mächtige Bossagen (am Palazzo Pitti in Florenz z. B. 8 m lange Werkstücke mit Bossen von 90 bis 100 cm Ausladung) belebt, die jedoch anfangs ungleich hohe Schichtenreihen bildeten (), später gleiche Höhe und regelmäßige Steinlagen zeigten. Danach wurden die Quaderschichten von unten nach oben stockwerkweise schwächer werdend ausgeführt (), bis sie sich der Anordnung von Wandpilastern unterordnen mussten. Hierbei wurden die Spiegel ganz glatt behandelt und nur noch die Fugen kamen belebend zur Geltung ().
Im 15. Jahrhundert wurde dann die stark ausladende Rustica ganz aufgegeben. Die Mauerflächen wurden durch Ziegelverblendung ruhiger behandelt und nur noch die Ecken durch Eckverzahnungen hervorgehoben ( und ).




