(Hierzu die Figuren bis .)
Die Hauptgesimse erfüllen verschiedene Aufgaben. Wie die Sockel den Fuß, so bilden sie den Kopf, also den oberen, krönenden Abschluss eines Bauwerks. Sie haben ferner die Aufgabe, das Regenwasser von der Außenwand fernzuhalten, diese also zu schützen, und schließlich eine Traufrinne zu tragen, die das von den Dachflächen abfließende Regenwasser aufnimmt. Alle diese Anforderungen machen eine Ausladung der Hauptgesimse über die Mauerflucht notwendig.
Die Profilierung der Hauptgesimse ähnelt derjenigen der Gurtgesimse und setzt sich meist aus Viertelstäben, Rundstäben, Hohlkehlen und kleinen Platten zusammen. Der Wasserschlag und die Wassernasen fehlen fast nie; ersterer entfällt nur dann, wenn die Sparren bis an die Vorderkante der Gesimsstücke herantreten (vgl. ) oder sogar über diese hinausragen (überhängende Dächer).
Anfangs erscheinen die einzelnen Glieder (Rundstab und Hohlkehle) scharf voneinander getrennt ( bis ). Später fließen sie ineinander über und erzeugen überaus weiche, wenig markante Profillinien ( bis ). Um eine weite Ausladung der Gesimse bei verhältnismäßig geringer Bauhöhe zu erzielen, bedient man sich der Konsolen zur Unterstützung der vorgekragten Platten ( bis ). Dieses Hilfsmittel fand insbesondere bei zahlreichen romanischen Bauten in Frankreich Anwendung.
In Deutschland nutzte man die Konsolen zur Auflagerung von Rund-, Spitz- oder Kleeblattbögen, auf denen die vor der Mauerflucht vorspringenden, abdeckenden Gesimsstücke auflagen. Beispiele hierfür zeigen die und .
Die , und zeigen insofern von der Norm abweichende Formen, als die Gesimsprofilierung unterhalb der Abdeckung durch einzelne, konsolartig geformte, vorspringende Steinkörper unterbrochen wird. Hierdurch wird eine besonders markante Schattenwirkung erzielt.
zeigt ein sehr hohes Gesims mit verhältnismäßig geringer Ausladung, dessen mächtige, flach gehaltene untere Hohlkehle durch kräftiges Laubwerk geschmückt ist. Eine solche Verzierung mit Laubwerk findet sich auch in sowohl oberhalb der Rundbogenkonsolen als auch in der Hohlkehle der abdeckenden Werkstücke.
Bei dem in dargestellten Beispiel bildet das vor den Balkenköpfen befestigte Stirnbrett den oberen Abschluss des Gesimses. Das darauf angedeutete Ornament erzielt eine gute Wirkung, wenn es flach ausgearbeitet und durch eine dunkle Beizung farblich scharf vom Brett abgehoben wird.





















