Gekuppelte Fenster. Aus rein praktischen Gründen, öfter aber aus Rücksicht auf eine bessere und lebendigere architektonische Wirkung, werden an der Fassade hier und da zwei oder mehr Fenster nebeneinander so zusammengezogen oder gekuppelt, dass sie zwischen sich als Trennung nur noch einen schmalen Pfeiler, alles Übrige aber, wie Sohlbank und Verdachung, gemeinsam haben (, , bis ).
Wird der schmale Mittelpfeiler ebenso wie die Gewände architraviert, so muss er annähernd die Breite zweier Gewände oder wenigstens die $1\frac{1}{2}$-fache Breite eines dieser erhalten.
Sehr häufig bildet man ihn aber selbstständig aus, z. B. als nach unten verjüngten Pfeiler, als sogenannte „Herme“ (). Diese wird am besten auf einen Pfeiler von gleicher Breite aufgearbeitet. Niedrige Fenster, z. B. in einem Fries, stellt man gern gekuppelt dar, wodurch mehr Lichtfläche gewonnen wird. Der Teilungspfeiler kann dann eine Form erhalten, wie sie in dargestellt ist.
Schließlich kann man die Trennungspfeiler so schmal ausführen, dass sie nur die Abfasung des Gewändes mit einem geringen zusätzlichen Zwischenraum aufnehmen, also etwa 12 cm Breite erhalten. Solche dünnen Gewände versteift man dann durch massive Querrahmen beim Kämpfer (, , und ). Dieser Querrahmen geht als besonderes Werkstück durch die Außengewände des Fensters hindurch und bindet meist noch in die Wand daneben ein. Er erhält an seiner Oberfläche eine Wasserschräge mit angearbeitetem Ansatz für den Oberlichtschenkel und schließt sich an seiner Unterseite an das Abfasungsprofil des Fensters an (). Andernfalls kann er auch ein eigenes Profil erhalten (). Die Verdachung erstreckt sich als gemeinsame über die gekuppelten Fenster – mit oder ohne Entlastungsbogen und mit oder ohne Konsolen; über dem Trennungspfeiler kann man sie nochmals durch eine Konsole unterstützen ().
Über gekuppelte Fenster eine gemeinsame Giebelverdachung zu setzen, empfiehlt sich meist nicht; sie wird zu hoch und erhält eine unschöne Form. Dies ist besonders zu beachten. Im Übrigen gibt ein Beispiel dafür.
Aufeinandergestellte Fenster. Die Fenster zweier aufeinanderfolgender Stockwerke zieht man manchmal so zusammen, dass sie aufeinandergestellt erscheinen.
Man tut dies, um eine stärkere Betonung der Höhenentwicklung in der Architektur der Fassade herbeizuführen. Hierbei ist aber zu beachten, dass gleichzeitig auch für die nötige Horizontalverbindung mithilfe von durchlaufenden Brüstungsgesimsen, Bändern zwischen den Verdachungen usw. gesorgt werden muss (, und ).
Die Verdachung des unteren Fensters trägt in diesem Fall die obere Brüstung oder schneidet zum Teil in diese hinein.
Über mehr als zwei Stockwerke sollte man die Fensterarchitekturen für gewöhnlich jedoch nicht zusammenziehen; denn die ausgeprägte Höhenbetonung liegt nicht im Sinne der Renaissance, wohl aber der Gotik. Die Renaissance-Architektur betont im Allgemeinen mehr die Horizontalentwicklung durch Trennungsgesimse, Bänder und schließlich durch das horizontal abschließende Hauptgesims .













