Bei unseren Wohngebäuden werden wir in Verbindung mit der aufwendigen Werksteinarchitektur noch eine Hintermauerung benötigen; denn die Wände ganz aus Haustein zu errichten, wird niemandem einfallen. Diese Hintermauerung erfolgt mit Ziegelsteinen. Der Werkstein muss nun in gutem Verband mit dieser Hintermauerung aufgeführt werden. Daher lautet eine Hauptregel für die Bemessung der Höhe der Werksteine, dass diese immer einer bestimmten Anzahl von Ziegelsteinschichten entsprechen soll.
Im Gebäudesockel allerdings, unterhalb des Sockelgesimses, wo wir einen härteren Stein zu verwenden pflegen, können auch lagerhafte Bruchsteine zur Hintermauerung dienen. Man kann hier für den Werkstein auch eine hohe Schichtung wählen und muss sich nach der Dicke richten, in der die Steine im Bruch am besten gebrochen und bearbeitet werden können.
Oberhalb des Sockelgesimses wird bei Anwendung von Werksteinarchitekturen häufig die Wand mit Verblendsteinen bekleidet. Hier richten sich alle Werksteinschichten (Quader, Gesimse usw.) nach der Höhe der Ziegelsteinschichten. Für die Lagerfugen der Werksteine rechnet man dabei mit nur $5\text{ mm}$.
| Schichten | Fugen | Höhe | ||
|---|---|---|---|---|
| 1 Backsteinschicht | + | Fuge | = | 7,7 cm |
| 2 Schichten | + | 2 Fugen | = | 15,4 cm |
| 3 Schichten | + | 3 Fugen | = | 23,1 cm |
| 4 Schichten | + | 4 Fugen | = | 30,8 cm |
| 5 Schichten | + | 5 Fugen | = | 38,5 cm |
| 6 Schichten | + | 6 Fugen | = | 46,2 cm |
| 7 Schichten | + | 7 Fugen | = | 53,9 cm |
| 8 Schichten | + | 8 Fugen | = | 61,6 cm |
| 9 Schichten | + | 9 Fugen | = | 69,3 cm |
| 10 Schichten | + | 10 Fugen | = | 77,0 cm |
| 11 Schichten | + | 11 Fugen | = | 84,7 cm |
| 12 Schichten | + | 12 Fugen | = | 92,4 cm |
| 13 Schichten | + | 13 Fugen | = | 100,1 cm usw. |
Man rechnet immer von Oberkante Ziegelstein zu Oberkante Ziegelstein. Beispielsweise sind also Werksteinbänder von drei Ziegelschichten Höhe $= 23,1\text{ cm} - 0,5\text{ cm} = 22,6\text{ cm}$ hoch.
Ebenso sollen die Werksteine in die Mauer selbst nach Ziegelsteinmaß einbinden, sodass Flickwerk im Inneren der Mauer möglichst vermieden wird.
Selbstverständlich muss auch die Höhe eines Werksteines zu seiner Länge im richtigen Verhältnis stehen, damit er nicht zerdrückt wird, also die Länge zur Höhe etwa wie $1:2$ bis $1:3$, bei sehr starken Steinen $1:4$ bis $1:5$.