Abschnitt 1

Allgemeines

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Die Arbeiten des Maurers umfassen Konstruktionen, deren Hauptstoff natürliche Steine oder Baustoffe sind, die durch Brennen oder durch Einwirkung von Luft oder Wasser ihre erforderliche Härte erhalten.

Von den natürlichen Steinen werden vor allem verschiedene Sand- und Kalksteine sowie Granit, Syenit, Porphyr, Diorit, Lava, Gneis, Trachyt und viele andere Gesteinsarten verwendet (vgl. Band XII „Die Baustofflehre“ dieses Handbuches).

Fig. 1: Perspektivische Darstellung eines Ziegelsteins im deutschen Normalformat mit den Maßangaben 250, 120 und 65 mm.

Aus gebranntem Ton entstehen Backsteine oder Ziegelsteine. Sie dienen vor allem für Mauern, massive Decken (Gewölbe), Fußböden und Gesimse. Gegenüber Natursteinen zeichnen sie sich durch ihre regelmäßige prismatische Form und geringe Abmessungen aus, die in festen Verhältnissen zueinander stehen müssen, damit ein regelrechter Mauerverband entsteht. Die meisten deutschen Staaten schrieben für öffentliche Bauausführungen das sogenannte Normalformat — $250 \times 120 \times 65\text{ mm}$ — vor (vgl. Fig. 1).

Besonders in Norddeutschland (Hamburg, Bremen, Oldenburg u. a.) werden teils noch heute Steine anderer Abmessungen verwendet.

Gebrannte Tonplatten werden häufig für Fußböden (Fliesen) und zur Verkleidung innerer Wände (Wandplättchen) genutzt, während poröse, durchlochte oder wasserdichte, glasierte Tonröhren Entwässerungsleitungen liefern.

Soll Backsteinmauerwerk eine äußere Verblendung aus besserem Material erhalten, können dafür Natursteine oder besonders sorgfältig vorbereitete Backsteine als Verblendsteine dienen. Die den inneren Kern bildenden Steine heißen Hintermauerungssteine. Je nach Herstellung spricht man von Handsteinen und Maschinensteinen.

Um Verblendsteinen eine gleichmäßige Färbung zu geben, mischt man verschiedene Tonarten mit unterschiedlicher Brandfärbung oder fügt dem Ton Mineralien bei. So entstehen durch und durch gleich gefärbte Steine. Alternativ taucht man lufttrockene Verblender mit gefärbtem Tonbrei ein und brennt sie danach — das sind engobierte Verblendsteine.

Glasursteine entstehen ähnlich: bereits gebrannte Steine werden mit einer Glasurmasse überzogen und erneut gebrannt. Eine gelbliche oder bräunliche Glasur kann man auch erzielen, indem man Kochsalz in die in Weißglut stehenden Brennkammern streut.

Das Format der Verblendsteine ist meist etwas größer ($252 \times 122 \times 69\text{ mm}$) als das gewöhnlicher Mauersteine, damit die Fugen optisch schwächer wirken als die der Hintermauerung.

Fig. 2: Eine Übersichtsdarstellung verschiedener Formate und Profile von Verblend- und Formsteinen für den Backsteinbau.
Fig. 3: Eine Übersichtstafel mit verschiedenen Formaten und Profilen von historischen Formsteinen (Verblendsteinen).

Für profilierte senkrechte, waagerechte oder bogenförmige Bauteile liefern viele größere Ziegeleien besonders geformte Steine. Gewisse Standardformen führt man als Normalformsteine; Werke und größere Baustoffhändler halten sie vor. Abmessungen und Formen (vgl. Fig. 2 bis 4) legten der Architekten-Verein zu Berlin und der Deutsche Verein für Fabrikation von Ziegeln, Tonwaren, Kalk und Zement fest. Darüber hinaus fertigen leistungsfähige Ziegeleien jede gewünschte Sonderform nach Zeichnung des Bestellers an (vgl. Band III dieses Handbuches „Der Backsteinbau“ vom gleichen Verfasser).

Fig. 4.: Technische Zeichnung von Profilquerschnitten und perspektivischen Ansichten profilierter Formsteine.

Stoffe, die für Maurerarbeiten durch Luft oder Wasser härten, sind Lehm, Kalk, Zement, Trass und Gips. Lehm wird meist mit Wasser zu einem mehr oder weniger steifen Brei angerührt und für Lehmpisee-Mauerwerk, Staketwände und Mauerputz verwendet oder zu lufttrocken vermauerten Steinen geformt. Die übrigen Stoffe werden meist mit Zuschlagstoffen (Quarzsand, Granit, Kalkstein, Basalt, Schilf, Kork, Haare u. a.) vermischt und als Kunststeine geformt oder direkt auf der Baustelle für Mauerwerk (Kalk-Pisé, Zementbeton), Decken, Fußböden oder Putz eingebaut.

Im Hochbau beschränkt sich die Maurerarbeit im Wesentlichen auf Gebäudemauern, gemauerte, gestampfte oder gegossene Fußböden und Decken sowie das Ausfugen und Verputzen des Mauerwerks.

Datenansicht

Perspektivische Darstellung eines Ziegelsteins im deutschen Normalformat mit den Maßangaben 250, 120 und 65 mm.

Fig. 1

Perspektivische Darstellung eines Ziegelsteins im deutschen Normalformat mit den Maßangaben 250, 120 und 65 mm.

Eine Übersichtsdarstellung verschiedener Formate und Profile von Verblend- und Formsteinen für den Backsteinbau.

Fig. 2

Eine Übersichtsdarstellung verschiedener Formate und Profile von Verblend- und Formsteinen für den Backsteinbau.

Eine Übersichtstafel mit verschiedenen Formaten und Profilen von historischen Formsteinen (Verblendsteinen).

Fig. 3

Eine Übersichtstafel mit verschiedenen Formaten und Profilen von historischen Formsteinen (Verblendsteinen).

Technische Zeichnung von Profilquerschnitten und perspektivischen Ansichten profilierter Formsteine.

Fig. 4.

Technische Zeichnung von Profilquerschnitten und perspektivischen Ansichten profilierter Formsteine.