Die haltbarste Art des Ausfugens ist das Mauern mit vollen Fugen. Hierbei werden die Steine voll in den Mörtel gesetzt. Der durch den Druck der Steine austretende Mörtel wird mit der Kelle abgestrichen oder auch gemäß mit der Kelle zugeschnitten.
Hohlfugen () verleihen dem Mauerwerk zwar ein saubereres Aussehen als Vollfugen, begünstigen jedoch das Eindringen und Ansammeln von Feuchtigkeit – besonders wenn sie tief hinter die Mauerflucht zurückgesetzt werden.
Besonders bei Verblendmauerwerk wird sehr häufig das nachträgliche Ausfugen angewendet, da sich das Mauerwerk so viel leichter sauber halten lässt als beim Verfugen direkt während des Mauerns. Hierbei wird das Auskratzen, Reinigen und Ausfugen entweder nach Fertigstellung von jeweils 4 bis 6 Schichten oder erst nach Vollendung der gesamten Verblendung vorgenommen. Letztere Methode ist die gebräuchlichere; sie liefert ein saubereres Mauerwerk und spart Zeit, da die Maurer nicht gleichzeitig zwei verschiedene Arbeiten ausführen müssen. Die erstgenannte Methode hat demgegenüber den großen Vorteil, dass sich der Fugenmörtel besser mit dem noch frischen Mauermörtel verbindet. Zu empfehlen ist in jedem Fall, das Auskratzen der Fugen sofort nach dem Mauern vorzunehmen, da durch das nachträgliche Aufhauen und Auskratzen des bereits erhärteten Mörtels die Steinkanten leicht beschädigt werden. Man muss jedoch darauf achten, dass ausgekratzte Fugen nicht über einen sehr langen Zeitraum – besonders nicht über die Wintermonate – offen bleiben, da eindringender Regen und Schnee das Mauerwerk schädigen können.
Das Auskratzen der Fugen geschieht entweder mit einem Fugholz (), dessen vordere Kanten entsprechend der Fugentiefe mit einer leichten Verjüngung eingeschnitten sind, oder mit einer eisernen Fugenkelle (). Das Fugholz ist vorzuziehen, weil es den Mauermörtel weniger glatt abreißt, sodass der Fugenmörtel besseren Halt findet.
Das Ausfugen erfolgt entweder mit der Fugenkelle, mit der die in dargestellten Fugenformen hergestellt werden können, oder mit speziell geformten Fugeisen, besonders für vorgelegte Fugen ().
Als Fugenmörtel kommen insbesondere Wasserkalk, verlängerter Mörtel und reiner Zementmörtel infrage. Kalkmörtel wird zweckmäßig mit gesiebtem Ziegelmehl gemischt, das aus hart gebrannten Steinen gewonnen wurde. Dadurch wird er zu einer Art hydraulischem Mörtel, der dem Wetter besser widersteht als gewöhnlicher, nur aus Kalk und Sand hergestellter Mörtel. Damit sich der nachträglich eingebrachte Mörtel mit dem in der Mauer befindlichen verbindet, müssen die Fugen zuvor durch Ausbürsten und Ausspülen mit Wasser von Staub gereinigt werden.






