Abschnitt 35

Mauern aus bearbeiteten Steinen

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Im Hochbau werden bearbeitete Werksteine meist nur für Außenwände als Vorsatzmauerwerk (Blendmauerwerk) mit einer Hintermauerung aus Ziegeln verwendet. Die Verbandregeln entsprechen denen des Ziegelmauerwerks: Entweder folgt auf jede Läuferschicht eine Binderschicht, sodass sich die Verblendung mit der Hintermauerung verzahnt (), oder in den Schichten wechseln Läufer und Binder ab (z. B. ein Binder auf zwei bis drei Läufer; die Binderlänge entspricht dem Zwei- bis Dreifachen der Steinhöhe, ). Die Fugenkanten der Quader werden bis zu einer Tiefe von etwa 3 cm exakt gerade und eben bearbeitet, während die restlichen Zwischenräume mit Mörtel verfüllt werden. Die Fugenbreite an der Sichtseite beträgt üblicherweise 4 bis 5 mm.

Da die Hintermauerung fest mit der Verblendung verbunden sein muss, sollte die Höhe der Werksteine stets einem Vielfachen der Ziegelsteinschichten entsprechen. So vermeidet man unschöne Ausgleichsschichten. Auch die Länge der Bindersteine sollte auf das Ziegelmaß abgestimmt sein, um Flickwerk im Mauerinneren zu verhindern.

Fig. 278.: Technische Zeichnung im Querschnitt eines Blendmauerwerks aus Werksteinen mit einer Hintermauerung aus Ziegelsteinen.

Als Mörtel für die Hintermauerung empfiehlt sich Zementmörtel mit Kalkzusatz (verlängerter Zementmörtel). Vor dem Hintermauern sollten alle Werksteine – besonders solche aus Sandstein – an den Rückseiten und Kontaktflächen mit heißem Asphalt bestrichen werden,

Fig. 279: Die technische Zeichnung zeigt die Außenansicht sowie zwei horizontale Schnitte eines Blendmauerwerks aus Werksteinen mit einer Hintermauerung aus Ziegelsteinen.

damit keine Feuchtigkeit aus dem Werkstein in die Hintermauerung einzieht.

Zur Verbindung der Werksteine untereinander und mit der Hintermauerung werden eiserne Dübel, Klammern und Anker verwendet, die zum Schutz vor Rost verzinkt oder verbleit sind. Die 8 bis 10 cm langen Dübel () bestehen aus 2 bis 3 cm starkem Vierkanteisen. Die 20 bis 25 cm langen Klammern () und die 40 bis 50 cm langen Anker () werden aus 25 bis 30 mm breitem und 8 bis 10 mm starkem Flacheisen gefertigt. Besonders bei Gebäudesockeln, die oft nur mit 12 bis 15 cm dünnen Platten aus hartem Naturstein (Granit, Syenit) verblendet werden, ist eine sorgfältige Verankerung und Verklammerung der Platten untereinander und mit der Hin-

Fig. 280.: Isometrische Darstellung eines eisernen Steindübels aus Quadrateisen mit Widerhaken.
Fig. 281.: Perspektivische Zeichnung einer eisernen Bauklammer zur festen Verbindung von Werksteinen.
Fig. 282.: Eine technische Zeichnung eines eisernen Ankers zur Verbindung von Werksteinen mit der Hintermauerung.
Fig. 283.: Horizontalschnitt einer verblendeten Sockelmauer mit Verankerung der Platten untereinander und in der Hintermauerung.
Fig. 284.: Technische Zeichnung eines Gebäudesockels an einer Ecke im Auf-, Vertikal- und Horizontalschnitt.

termauerung unverzichtbar (). An den Gebäudeecken sind stabilere Ecksteine vorzusehen, in die die Platten gefalzt eingelassen werden ().

Die Eisenteile werden in den Steinen mit Zement, Blei oder Schwefel vergossen. Da Blei beim Abkühlen schwindet, muss es nachträglich festgestemmt werden. Schwefel muss beim Erhitzen eine tiefbraune Farbe annehmen; andernfalls verbindet er sich mit dem Eisen zu Schwefeleisen, das sich ausdehnt und den Stein sprengt.

Fig. 285: Technische Zeichnung im horizontalen Schnitt eines Quadersteinmauerwerks mit formschlüssiger Verzahnung der Steine.

Besteht die Gefahr, dass Steine herausgedrückt werden (z. B. bei Kai- und Stützmauern, Brückenpfeilern usw.), verzahnt man die Läufersteine schwalbenschwanzförmig, hakenartig oder mit Spun-

Fig. 286: Zwei schematische Horizontalschnitte durch das abgerundete Ende eines Brückenpfeilers oder einer Kaimauer mit verzahnten und verdübelten Werksteinen.
Fig. 287: Technische Zeichnung einer Steinverzahnung am gerundeten Pfeilerkopf oder Mauerende.
Fig. 288: Schematische Zeichnung einer hakenförmig ineinandergreifenden Quadersteinverbindung zur mechanischen Verankerung im Mauerwerk.
Fig. 289: Technische Zeichnung einer formschlüssigen Steinverbindung mit Spundung zur Verankerung im Mauerwerksbau.
Fig. 290: Schematische Querschnittszeichnung einer abgeböschten Natursteinmauer mit gebrochenen Kanten an den Lagerflächen.
Fig. 291: Querschnitt einer abgeböschten Mauer mit gebrochenen Kanten an den Stirnflächen der Quadersteine.
Fig. 292: Schnittzeichnung einer abgeböschten Mauer mit hakenförmig gestalteten Lagerflächen der Quadersteine.
Fig. 293: Querschnitt einer abgeböschten Mauer mit hakenförmig gestalteten Lagerflächen zur Verhinderung des Herausschiebens der Steine.

dung untereinander und mit den Bindersteinen ( bis ). Spitze Winkel sollten vermieden werden, da sie leicht abbrechen. Um dies zu verhindern, bricht man bei geneigten Mauern oft die Kanten der Lagerflächen () oder der Stirnseiten (). Zudem können die Lagerflächen hakenförmig ausgebildet werden ( und ), um ein Herausschieben der Steine zu blockieren.

Bei aufwendigerer Quaderung legt man die waagerechten Fugen am besten an die Oberkante der Profilierung (vgl. bis und bis ) und nicht mitten auf eine glatte Fläche (vgl. und ). Dadurch sind die Fugen besser geschützt vor dem Eindringen von

Fig. 294: Fig. 294.
Fig. 295: Fig. 295.
Fig. 296: Fig. 296.
Fig. 297: Fig. 297.
Fig. 298: Detailzeichnung eines profilierten Quadersteines mit gefasten Kanten im Mauerverband.
Fig. 299: Eine schematische Detailzeichnung zur Fugenausbildung bei einer profilierten Quaderung.
Fig. 300: Fig. 300.
Fig. 301: Fig. 301.
Fig. 302: Fig. 302.
Fig. 303: Fig. 303.
Fig. 304: Fig. 304.
Fig. 305: Fig. 305.

Regen geschützt und kleine Unregelmäßigkeiten fallen weniger auf.

Datenansicht

Technische Zeichnung im Querschnitt eines Blendmauerwerks aus Werksteinen mit einer Hintermauerung aus Ziegelsteinen.

Fig. 278.

Technische Zeichnung im Querschnitt eines Blendmauerwerks aus Werksteinen mit einer Hintermauerung aus Ziegelsteinen.

Die technische Zeichnung zeigt die Außenansicht sowie zwei horizontale Schnitte eines Blendmauerwerks aus Werksteinen mit einer Hintermauerung aus Ziegelsteinen.

Fig. 279

Die technische Zeichnung zeigt die Außenansicht sowie zwei horizontale Schnitte eines Blendmauerwerks aus Werksteinen mit einer Hintermauerung aus Ziegelsteinen.

Isometrische Darstellung eines eisernen Steindübels aus Quadrateisen mit Widerhaken.

Fig. 280.

Isometrische Darstellung eines eisernen Steindübels aus Quadrateisen mit Widerhaken.

Perspektivische Zeichnung einer eisernen Bauklammer zur festen Verbindung von Werksteinen.

Fig. 281.

Perspektivische Zeichnung einer eisernen Bauklammer zur festen Verbindung von Werksteinen.

Eine technische Zeichnung eines eisernen Ankers zur Verbindung von Werksteinen mit der Hintermauerung.

Fig. 282.

Eine technische Zeichnung eines eisernen Ankers zur Verbindung von Werksteinen mit der Hintermauerung.

Horizontalschnitt einer verblendeten Sockelmauer mit Verankerung der Platten untereinander und in der Hintermauerung.

Fig. 283.

Horizontalschnitt einer verblendeten Sockelmauer mit Verankerung der Platten untereinander und in der Hintermauerung.

Technische Zeichnung eines Gebäudesockels an einer Ecke im Auf-, Vertikal- und Horizontalschnitt.

Fig. 284.

Technische Zeichnung eines Gebäudesockels an einer Ecke im Auf-, Vertikal- und Horizontalschnitt.

Technische Zeichnung im horizontalen Schnitt eines Quadersteinmauerwerks mit formschlüssiger Verzahnung der Steine.

Fig. 285

Technische Zeichnung im horizontalen Schnitt eines Quadersteinmauerwerks mit formschlüssiger Verzahnung der Steine.

Zwei schematische Horizontalschnitte durch das abgerundete Ende eines Brückenpfeilers oder einer Kaimauer mit verzahnten und verdübelten Werksteinen.

Fig. 286

Zwei schematische Horizontalschnitte durch das abgerundete Ende eines Brückenpfeilers oder einer Kaimauer mit verzahnten und verdübelten Werksteinen.

Technische Zeichnung einer Steinverzahnung am gerundeten Pfeilerkopf oder Mauerende.

Fig. 287

Technische Zeichnung einer Steinverzahnung am gerundeten Pfeilerkopf oder Mauerende.

Schematische Zeichnung einer hakenförmig ineinandergreifenden Quadersteinverbindung zur mechanischen Verankerung im Mauerwerk.

Fig. 288

Schematische Zeichnung einer hakenförmig ineinandergreifenden Quadersteinverbindung zur mechanischen Verankerung im Mauerwerk.

Technische Zeichnung einer formschlüssigen Steinverbindung mit Spundung zur Verankerung im Mauerwerksbau.

Fig. 289

Technische Zeichnung einer formschlüssigen Steinverbindung mit Spundung zur Verankerung im Mauerwerksbau.

Schematische Querschnittszeichnung einer abgeböschten Natursteinmauer mit gebrochenen Kanten an den Lagerflächen.

Fig. 290

Schematische Querschnittszeichnung einer abgeböschten Natursteinmauer mit gebrochenen Kanten an den Lagerflächen.

Querschnitt einer abgeböschten Mauer mit gebrochenen Kanten an den Stirnflächen der Quadersteine.

Fig. 291

Querschnitt einer abgeböschten Mauer mit gebrochenen Kanten an den Stirnflächen der Quadersteine.

Schnittzeichnung einer abgeböschten Mauer mit hakenförmig gestalteten Lagerflächen der Quadersteine.

Fig. 292

Schnittzeichnung einer abgeböschten Mauer mit hakenförmig gestalteten Lagerflächen der Quadersteine.

Querschnitt einer abgeböschten Mauer mit hakenförmig gestalteten Lagerflächen zur Verhinderung des Herausschiebens der Steine.

Fig. 293

Querschnitt einer abgeböschten Mauer mit hakenförmig gestalteten Lagerflächen zur Verhinderung des Herausschiebens der Steine.

Fig. 294.

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Fig. 294.

Fig. 295.

Fig. 295

Fig. 295.

Fig. 296.

Fig. 296

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Fig. 297.

Fig. 297

Fig. 297.

Detailzeichnung eines profilierten Quadersteines mit gefasten Kanten im Mauerverband.

Fig. 298

Detailzeichnung eines profilierten Quadersteines mit gefasten Kanten im Mauerverband.

Eine schematische Detailzeichnung zur Fugenausbildung bei einer profilierten Quaderung.

Fig. 299

Eine schematische Detailzeichnung zur Fugenausbildung bei einer profilierten Quaderung.

Fig. 300.

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Fig. 301.

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Fig. 302.

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Fig. 303.

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Fig. 304.

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Fig. 305.

Fig. 305

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