Im Hochbau werden bearbeitete Werksteine meist nur für Außenwände als Vorsatzmauerwerk (Blendmauerwerk) mit einer Hintermauerung aus Ziegeln verwendet. Die Verbandregeln entsprechen denen des Ziegelmauerwerks: Entweder folgt auf jede Läuferschicht eine Binderschicht, sodass sich die Verblendung mit der Hintermauerung verzahnt (), oder in den Schichten wechseln Läufer und Binder ab (z. B. ein Binder auf zwei bis drei Läufer; die Binderlänge entspricht dem Zwei- bis Dreifachen der Steinhöhe, ). Die Fugenkanten der Quader werden bis zu einer Tiefe von etwa 3 cm exakt gerade und eben bearbeitet, während die restlichen Zwischenräume mit Mörtel verfüllt werden. Die Fugenbreite an der Sichtseite beträgt üblicherweise 4 bis 5 mm.
Da die Hintermauerung fest mit der Verblendung verbunden sein muss, sollte die Höhe der Werksteine stets einem Vielfachen der Ziegelsteinschichten entsprechen. So vermeidet man unschöne Ausgleichsschichten. Auch die Länge der Bindersteine sollte auf das Ziegelmaß abgestimmt sein, um Flickwerk im Mauerinneren zu verhindern.
Als Mörtel für die Hintermauerung empfiehlt sich Zementmörtel mit Kalkzusatz (verlängerter Zementmörtel). Vor dem Hintermauern sollten alle Werksteine – besonders solche aus Sandstein – an den Rückseiten und Kontaktflächen mit heißem Asphalt bestrichen werden,
damit keine Feuchtigkeit aus dem Werkstein in die Hintermauerung einzieht.
Zur Verbindung der Werksteine untereinander und mit der Hintermauerung werden eiserne Dübel, Klammern und Anker verwendet, die zum Schutz vor Rost verzinkt oder verbleit sind. Die 8 bis 10 cm langen Dübel () bestehen aus 2 bis 3 cm starkem Vierkanteisen. Die 20 bis 25 cm langen Klammern () und die 40 bis 50 cm langen Anker () werden aus 25 bis 30 mm breitem und 8 bis 10 mm starkem Flacheisen gefertigt. Besonders bei Gebäudesockeln, die oft nur mit 12 bis 15 cm dünnen Platten aus hartem Naturstein (Granit, Syenit) verblendet werden, ist eine sorgfältige Verankerung und Verklammerung der Platten untereinander und mit der Hin-
termauerung unverzichtbar (). An den Gebäudeecken sind stabilere Ecksteine vorzusehen, in die die Platten gefalzt eingelassen werden ().
Die Eisenteile werden in den Steinen mit Zement, Blei oder Schwefel vergossen. Da Blei beim Abkühlen schwindet, muss es nachträglich festgestemmt werden. Schwefel muss beim Erhitzen eine tiefbraune Farbe annehmen; andernfalls verbindet er sich mit dem Eisen zu Schwefeleisen, das sich ausdehnt und den Stein sprengt.
Besteht die Gefahr, dass Steine herausgedrückt werden (z. B. bei Kai- und Stützmauern, Brückenpfeilern usw.), verzahnt man die Läufersteine schwalbenschwanzförmig, hakenartig oder mit Spun-
dung untereinander und mit den Bindersteinen ( bis ). Spitze Winkel sollten vermieden werden, da sie leicht abbrechen. Um dies zu verhindern, bricht man bei geneigten Mauern oft die Kanten der Lagerflächen () oder der Stirnseiten (). Zudem können die Lagerflächen hakenförmig ausgebildet werden ( und ), um ein Herausschieben der Steine zu blockieren.
Bei aufwendigerer Quaderung legt man die waagerechten Fugen am besten an die Oberkante der Profilierung (vgl. bis und bis ) und nicht mitten auf eine glatte Fläche (vgl. und ). Dadurch sind die Fugen besser geschützt vor dem Eindringen von
Regen geschützt und kleine Unregelmäßigkeiten fallen weniger auf.



























