Zur Abdichtung von Balkonen, Terrassen, Badezimmern, Kellerböden usw., wo es auf Feuchtigkeitsschutz ankommt, wird mit Vorteil Asphaltestrich eingesetzt. Im Inneren von Gebäuden kann ein flaches, in Sand verlegtes Ziegelpflaster als Unterlage dienen; im Außenbereich sollte dagegen stets eine 10 bis 12 cm starke Zementbetonunterlage verwendet werden, da sich der Asphalt sonst durch Frosteinwirkung von der Ziegelunterlage abhebt und bricht. Beim Aufbringen der heißen Asphaltmasse muss der Untergrund vollkommen trocken sein, da verdampfendes Wasser sonst Blasen in der Asphaltdecke bildet.
Man unterscheidet zwischen natürlichem und künstlichem Asphalt.
Der natürliche Asphalt, der bei uns gehandelt wird, stammt aus Kalksteinvorkommen, die von Asphaltadern durchzogen sind. Solche Asphaltlagerstätten befinden sich vor allem in Frankreich (Seyssel), in der Schweiz (Val de Travers), im Elsass bei Lobsann (wo der Asphalt über einem Braunkohlenlager liegt, unter dem sich Bergteer – Goudron – angesammelt hat) sowie in der Region Hannover (Limmer). Zudem kommt Asphalt im Toten Meer vor, wo nach Stürmen und Erdbeben Asphaltklumpen treiben, was auf ein Asphaltvorkommen am Meeresgrund schließen lässt. Ähnlich verhält es sich mit dem Asphaltvorkommen im Pechsee auf der Insel Trinidad. Der Trinidad-Asphalt wird besonders zur Herstellung von künstlichem Goudron verwendet, indem man ihm schwersiedende Öle aus den Rückständen der Erdölraffination zusetzt.
Das Rohprodukt aus den asphaltreichen Kalksteinlagern wird als Asphaltstein bezeichnet. Wird dieser nach dem mechanischen Zerkleinern auf etwa $130^\circ\text{ C.}$ erhitzt, erweicht das Bitumen (der Sammelbegriff für die verschiedenen mineralischen oder mineralisch gewordenen Harze) und der Stein zerfällt in eine feinkörnige, pulverförmige Masse. Dieser Rohasphalt wird entweder ohne Zusätze als „Asphalt comprimé“ (Stampf-Asphalt ) für die Befestigung von Straßen und Hofflächen verwendet, oder er wird zu Asphalt-Mastix (Gussasphalt) verarbeitet.
Beim Stampf-Asphalt wird das Asphaltmehl in einer Dicke von 6 bis 8 cm auf die vorbereitete feste Unterlage (geglätteter, völlig trockener Beton von 15 bis 20 cm Stärke, der mit feinem, trockenem Sand bestreut ist) aufgebracht. Durch das Komprimieren mit eisernen Rammen und beheizten Walzen wird die Schicht um 4 bis 6 cm verdichtet, sodass eine feste Asphaltdecke von etwa 2 cm Dicke übrig bleibt. Die fertige Fahrbahn kann bereits 4 bis 5 Stunden nach der Fertigstellung für den Verkehr freigegeben werden.
Der Guss-Asphalt , meist kurzweg Asphalt genannt, wird sehr häufig für Fußböden in Kellerräumen, Badezellen usw. sowie für Gehwege und Abdichtungen verwendet. Zu seiner Herstellung wird das pulverförmige Rohasphalt-Mehl unter Zusatz von 5 bis 7 % reinem Asphalt-Bitumen bei einer Temperatur von fast $200^\circ\text{ R.}$ (Réaumur) etwa 6 Stunden lang zu einem gleichmäßigen Brei verschmolzen und in längliche oder runde Formen gegossen. Diese Asphaltblöcke, kurz Brode genannt, wiegen meist etwa 25 kg. Sie werden in faustgroße Stücke zerschlagen, in fahrbaren oder tragbaren Eisenkesseln mit weiteren 3 bis 5 % reinem Asphalt-Bitumen (Goudron) aufgeschmolzen und unter ständigem Rühren mit fast 50 % gereinigtem, erbsengroß ausgesiebtem Kies gemischt. Je mehr Goudron dem Gussasphalt zugesetzt wird, desto elastischer und weicher bleibt der fertige Fußboden. Für den Außenbereich, wo Sonneneinstrahlung und Stoßbelastungen zu erwarten sind, gibt man dem Asphalt für eine größere Härte nur wenig Goudron bei. Wenn sowohl eine harte Oberfläche als auch Elastizität gefordert sind (wie etwa bei Kegelbahnen), lässt sich dies durch einen zweischichtigen Aufbau aus einer weicheren unteren und einer härteren oberen Lage erreichen.
Das Verlegen von Asphaltestrichen wird in der Regel von spezialisierten Facharbeitern, den „Asphalteure“, ausgeführt. Um eine gleichmäßige Schichtdicke zu gewährleisten, werden flache Eisenschienen von 10 bis 20 mm Höhe im Abstand von etwa 1 m auf die Unterlage gelegt. Dazwischen gießt man den heißen, flüssigen Asphaltbrei, zieht die Fläche mit einer Richtlatte ab und glättet sie mit dem Reibebrett. Gelegentlich wird der noch heiße Estrich mit feinem Sand bestreut, um der ansonsten glatten Oberfläche eine griffige, körnige Struktur zu verleihen. Sollen unter dem Asphalt liegende Räume gegen Feuchtigkeit geschützt werden, muss die Asphaltschicht an den Wänden mindestens 2 cm hochgezogen werden.
Künstlicher Asphalt wird durch das Eindampfen von Steinkohlenteer in Gaswerken gewonnen. Der Teer wird so lange eingedampft, bis eine zähe, pechartige Masse zurückbleibt, die etwa 70 % des Ausgangsstoffs ausmacht. Dieser Rückstand wird mit trockenem Sand, fein gemahlenem Kalkstein oder Kreide vermischt. Arbeiten mit künstlichem Asphalt sowie die unter verschiedensten Handelsnamen angebotenen Asphaltestriche (deren geheime Rezepturen von den Erfindern gehütet werden) haben sich oft nicht bewährt und den Ruf von Asphaltestrichen zeitweise beschädigt.^1