3. Kreuzgewölbe mit Bogenstich.
Die Scheitellinien zweier gegenüberliegender Kappen bilden einen regelmäßigen Kreisbogen, dessen Mittelpunkt auf dem vom Gewölbescheitel zur Kämpferebene gefällten Lot liegt.
Nach den unter 1 und 2 beschriebenen Konstruktionsmethoden ergeben sich bei rechteckigen Grundrissen wie auch bei unregelmäßigen Vielecken an den meisten Wandseiten elliptische Randlinien, die ästhetisch unbefriedigend wirken. Gibt man zur Vermeidung dieses Nachteils allen Wandbögen eine Halbkreisform, müssen die schmalen Kappen eine sehr starke Steigung erhalten. In vielen Fällen liegen dann die Scheitellinien der schmalen Kappen (vgl. ) zum Gewölbescheitel hin unterhalb der Gratlinie. Dadurch hängt die Kappe in diesem Bereich muldenartig herab, wie in der Aufrisszeichnung () deutlich zu sehen ist. Diese unschöne und konstruktiv bedenkliche Muldenbildung lässt sich vermeiden, indem man anstelle des geraden Stichs einen Bogenstich wählt. Die Laibungsflächen der Kappen bilden dann keine zylindrischen Flächen mehr, sondern kuppelartig gewölbte Flächen; sie sind gebust. Wählt man für die Schildbogenlinien und die Gratlinien Halbkreise und für die Scheitellinien Kreisbögen, deren Radius dem der Gratlinien entspricht, so bilden die Kappenlaibungen eine Kugelfläche. Es entsteht dadurch kein Kreuzgewölbe, sondern eine Stutzkuppel. In diesem Fall ist es nötig, die Kappen so stark zu wölben (busen), dass sie außerhalb der Kugelfläche liegen, den Mittelpunkt der Scheitellinien also oberhalb der Kämpferebene anzuordnen. Das Mauern dieser Gewölbe erfolgt in der Regel aus freier Hand im Schwalbenschwanzverband.
In ist ein solches Gewölbe über einem rechteckigen Raum dargestellt, wobei als Stich für die Kappen der Längsseiten der Flachbogen $e,s_1,f$ gewählt wurde. Die Gratlinien ergeben sich durch dieselbe Projektionsübertragung, wie sie für das Gewölbe mit gerader Steigung in näher erläutert ist. Die Scheitellinie der Kappen für die Schmalseiten wird ermittelt, indem man die Höhen der Randlinie über $a,b$ von den Höhen der Gratlinie abzieht. Je stärker die Wölbung (Busung) der Kappenflächen ausgeführt wird, desto deutlicher treten die Grate hervor und desto ausgeprägter zeigt sich der Charakter des Kreuzgewölbes.




