Abschnitt 70

Klostergewölbe über quadratischem Raum

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Anschließend behaut man den nächsten Kehlstein der zweiten Wange so, dass er an die um eine Schicht tiefer liegende Lagerfuge der ersten Wange anschließt (vgl. ), wobei der Kehlstein mit einer Ecke ($a-b-c$) über den Rücken der ersten Wange vorsteht.

Fig. 454.: Technische Zeichnung des Querschnitts eines speziell zugeschnittenen Kehlsteins für ein unverputztes Klostergewölbe.
Fig. 455.: Querschnitt eines speziell geformten Kehlsteins für ein unverputztes Klostergewölbe.

Die an den Kehlen der Laibungsflächen fehlenden, kleinen pyramidenförmigen Lücken (Zwickel) werden beim Verputzen des Gewölbes mit Mörtel ausgefüllt. Bleibt das Gewölbe unverputzt (Sichtmauerwerk), müssen speziell geformte Kehlsteine ( und ) verwendet werden. Deren Herstellung ist jedoch aufwendig, da fast jeder Stein eine individuelle Form erfordert.

Das Wölben auf Kuf erfordert ein Lehrgerüst mit vollständiger Einschalung. Die Lehrbögen werden jedoch anders aufgestellt als beim Tonnengewölbe . Bei einer regelmäßigen Grundrissform wird ein Diagonalbogen als ganzer, eigenständiger Lehrbogen errichtet, während die übrigen Diagonalbögen aus zwei Hälften zusammengesetzt werden. Der Kreuzungspunkt der Diagonalbögen ist durch einen kräftigen Pfosten, den sogenannten Mönch oder Mäkler , abzustützen. Je nach Spannweite des Gewölbes stellt man weitere Zwischenbögen $a$ rechtwinklig zu den Umfassungswänden auf, entweder nach , oder . Deren Anzahl wird so gewählt, dass die freie Spannweite der 25 bis 40 mm starken Schalbretter nicht mehr als 1,0 bis 1,5 m beträgt. Die Lagerung aller Lehrbögen an den Enden ihrer Schwellen erfolgt wie beim Tonnengewölbe auf Doppelkeilen, die auf pfostengestützten Längsschwellen aufliegen.

Fig. 456.: Schematischer Grundriss eines Lehrgerüsts für ein quadratisches Klostergewölbe mit diagonalen Hauptbögen und rechtwinklig verlaufenden Zwischenbögen (a).
Fig. 457.: Grundriss eines Lehrgerüsts für ein quadratisches Klostergewölbe mit diagonalen Lehrbögen und rechtwinkligen Zwischenbögen.
Fig. 458.: Grundriss eines Lehrgerüsts für ein Klostergewölbe über quadratischem Grundriss mit diagonalen Lehrbögen und rechtwinklig angeordneten Zwischenbögen (a).

Klostergewölbe mit segmentbogenförmigem Querschnitt werden in der Regel im Schwalbenschwanzverband gemauert. Bei Gewölben mit halbkreisförmigem oder spitzbogigem Querschnitt ist diese Methode weniger geeignet, da die Schichten an den Gewölbeschenkeln stark keilförmig ausfallen. Hier empfiehlt es sich, eigenständige Diagonalgurte von 1 bis $1\frac{1}{2}$ Stein Breite und Höhe einzuziehen, gegen welche die Gewölbewangen stumpf anstoßen.

In den bis ist das Aufmauern eines halbkreisförmigen Klostergewölbes im Schwalbenschwanzverband zwischen Diagonalgurten von $1\frac{1}{2}$ Stein Breite dargestellt.

Datenansicht

Schematische Schnittzeichnung (Schnitt G-H) zur Darstellung der Steinfügung an der Kehllinie eines Klostergewölbes.

Fig. 453.

Schematische Schnittzeichnung (Schnitt G-H) zur Darstellung der Steinfügung an der Kehllinie eines Klostergewölbes.

Technische Zeichnung des Querschnitts eines speziell zugeschnittenen Kehlsteins für ein unverputztes Klostergewölbe.

Fig. 454.

Technische Zeichnung des Querschnitts eines speziell zugeschnittenen Kehlsteins für ein unverputztes Klostergewölbe.

Querschnitt eines speziell geformten Kehlsteins für ein unverputztes Klostergewölbe.

Fig. 455.

Querschnitt eines speziell geformten Kehlsteins für ein unverputztes Klostergewölbe.

Schematischer Grundriss eines Lehrgerüsts für ein quadratisches Klostergewölbe mit diagonalen Hauptbögen und rechtwinklig verlaufenden Zwischenbögen (a).

Fig. 456.

Schematischer Grundriss eines Lehrgerüsts für ein quadratisches Klostergewölbe mit diagonalen Hauptbögen und rechtwinklig verlaufenden Zwischenbögen (a).

Grundriss eines Lehrgerüsts für ein quadratisches Klostergewölbe mit diagonalen Lehrbögen und rechtwinkligen Zwischenbögen.

Fig. 457.

Grundriss eines Lehrgerüsts für ein quadratisches Klostergewölbe mit diagonalen Lehrbögen und rechtwinkligen Zwischenbögen.

Grundriss eines Lehrgerüsts für ein Klostergewölbe über quadratischem Grundriss mit diagonalen Lehrbögen und rechtwinklig angeordneten Zwischenbögen (a).

Fig. 458.

Grundriss eines Lehrgerüsts für ein Klostergewölbe über quadratischem Grundriss mit diagonalen Lehrbögen und rechtwinklig angeordneten Zwischenbögen (a).

Geometrische Konstruktion und Steinschnitt (Stereotomie) für die Einwölbung eines halbkreisförmigen Klostergewölbes auf Schwalbenschwanz mit Diagonalgurten.

Fig. 459.

Geometrische Konstruktion und Steinschnitt (Stereotomie) für die Einwölbung eines halbkreisförmigen Klostergewölbes auf Schwalbenschwanz mit Diagonalgurten.

Geometrische Detailzeichnung (Fig. 462) zur Ermittlung der Lagerfugenkanten und der wahren Gestalt der Steine bei einem Klostergewölbe.

Fig. 462.

Geometrische Detailzeichnung (Fig. 462) zur Ermittlung der Lagerfugenkanten und der wahren Gestalt der Steine bei einem Klostergewölbe.