Abschnitt 52

Kleinesche Decke

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Wird eine ebene Unteransicht gewünscht, lässt man die Steinplatte 1 bis 2 cm unter die Trägerunterkante () herabreichen und schließt die unter dem Trägerflansch entstehende Nut mit Zementmörtel. Dieser haftet bekanntlich fest am Eisen und verhindert dessen Rosten. An den Außenwänden des zu überwölbenden Raumes stemmt man entweder eine Nut zur Aufnahme der Deckensteine aus () oder schafft für diese ein Auflager, indem man einige Steinschichten auskragt ().

Fig. 365.: Querschnitt einer Kleineschen Decke mit unter der Trägerunterkante hervorragender Steinplatte zur Erzielung einer ebenen Unteransicht.

Soll die Platte aus einer flachen Ziegelschicht hergestellt werden, empfiehlt sich die Anordnung von $1/2$ Stein hohen Verstärkungsrippen in Abständen von etwa 40 cm ().

Für manche Nutzungszwecke (Keller-, Arbeits- und Lagerräume) wird häufig auf eine ebene Unteransicht verzichtet, um eine möglichst leichte Decke zu erhalten und ein größeres Luftvolumen in den Räumen zu erzielen. Die Unterstützung der Deckenplatten erfolgt dann durch Betonkonsolen () oder Winkeleisen ().

Fig. 366.: Technische Zeichnung eines Wandauflagers für eine Kleinesche Decke mit einer ausgestemmten Nut im Mauerwerk.
Fig. 367.: Detailzeichnung einer Kleineschen Decke mit auskragendem Mauerwerksauflager an einer Umfassungswand im Querschnitt (Fig. 367).
Fig. 368.: Querschnitt einer flachen Ziegeldecke (Kleinesche Decke) mit rechtwinkligen Verstärkungsrippen.
Fig. 369.: Technische Zeichnung (Querschnitt) einer eisernen Balkendecke mit Unterstützung der Deckenplatten durch eine Betonkonsole.
Fig. 370.: Schnittzeichnung einer Deckenkonstruktion (Kleinesche Decke) mit Unterstützung durch Winkeleisen an einem I-Träger.

Die große Feuersicherheit der Kleineschen Decke wurde durch behördlich durchgeführte Brandproben wiederholt nachgewiesen. Bei den Brandproben, die im Jahr 1893 auf Veranlassung der Feuerversicherungs-Verbände unter der Leitung von Branddirektor Stude in Berlin an verschiedenen Deckenarten durchgeführt wurden, widerstand eine mit rheinischen Schwemmsteinen hergestellte, von unten verputzte Kleinesche Decke der 75 Minuten lang einwirkenden, bis auf $1100^\circ\text{ C.}$ gesteigerten Brandglut. Nach dem Ablöschen blieb sie vollständig tragfähig. Sie wurde daher von den Preisrichtern als absolut feuersicher eingestuft, und dem Erfinder wurde der ausgelobte Preis zuerkannt.

Zur Ermittlung der Tragfähigkeit führte das Königliche Polizeipräsidium in Berlin verschiedene Belastungsprüfungen an 12 cm starken Deckenplatten durch. Eine 1,04 m weit gespannte Platte zeigte bei einer Belastung von $11300\text{ kg/qm}$ am ersten Tag keine Veränderung und nach 14 Tagen eine Durchbiegung von nur 2 mm. Eine andere, 2,08 m weit gespannte Decke wies dagegen bei einer Belastung von $4900\text{ kg/qm}$ am ersten Tag 8 mm und nach 14 Tagen 10 mm Durchbiegung auf. In der Provinzial-Irrenanstalt in Neuruppin wurden $1/2$ Stein starke Deckenplatten mit 2,75 und 3,13 m Spannweite nach dreiwöchiger Erhärtung einer Belastung von $2000\text{ kg/qm}$ ausgesetzt, ohne irgendeine Veränderung zu zeigen.

Die Tragfähigkeit und Sicherheit der Kleineschen Decke geht somit weit über die praktischen Anforderungen hinaus.

Datenansicht

Querschnitt einer Kleineschen Decke mit unter der Trägerunterkante hervorragender Steinplatte zur Erzielung einer ebenen Unteransicht.

Fig. 365.

Querschnitt einer Kleineschen Decke mit unter der Trägerunterkante hervorragender Steinplatte zur Erzielung einer ebenen Unteransicht.

Technische Zeichnung eines Wandauflagers für eine Kleinesche Decke mit einer ausgestemmten Nut im Mauerwerk.

Fig. 366.

Technische Zeichnung eines Wandauflagers für eine Kleinesche Decke mit einer ausgestemmten Nut im Mauerwerk.

Detailzeichnung einer Kleineschen Decke mit auskragendem Mauerwerksauflager an einer Umfassungswand im Querschnitt (Fig. 367).

Fig. 367.

Detailzeichnung einer Kleineschen Decke mit auskragendem Mauerwerksauflager an einer Umfassungswand im Querschnitt (Fig. 367).

Querschnitt einer flachen Ziegeldecke (Kleinesche Decke) mit rechtwinkligen Verstärkungsrippen.

Fig. 368.

Querschnitt einer flachen Ziegeldecke (Kleinesche Decke) mit rechtwinkligen Verstärkungsrippen.

Technische Zeichnung (Querschnitt) einer eisernen Balkendecke mit Unterstützung der Deckenplatten durch eine Betonkonsole.

Fig. 369.

Technische Zeichnung (Querschnitt) einer eisernen Balkendecke mit Unterstützung der Deckenplatten durch eine Betonkonsole.

Schnittzeichnung einer Deckenkonstruktion (Kleinesche Decke) mit Unterstützung durch Winkeleisen an einem I-Träger.

Fig. 370.

Schnittzeichnung einer Deckenkonstruktion (Kleinesche Decke) mit Unterstützung durch Winkeleisen an einem I-Träger.