Manchmal wird die untere Laibungsfläche der Tonnengewölbe durch hervortretende Längs- und Quergurte in einzelne, meist quadratische Felder, sogenannte „Kassetten“, unterteilt. Für den Bau solcher Gewölbe werden auf der Schalung entsprechend der Kassettenanordnung Holzkästen befestigt (), die als Schablone (Lehre) für das Mauerwerk dienen. Die vorspringenden Seitenflächen dieser Holzkästen müssen nach oben hin leicht verjüngt (abgeschrägt) sein, damit sie sich beim Ausschalen des Gewölbes nicht festklemmen. Die Querrippen werden im Verband mit der oberen Gewölbeschale – wie in dargestellt – „auf Kuf“ gewölbt. Die Längsrippen hingegen führt man als scheitrechte Bögen so aus, dass sie die Querrippen gegeneinander verspannen (). Mit dem Wölben kann auch hier ab der Kämpferlinie begonnen werden (), oder man stellt den unteren Teil bis zur Höhe der Bruchfuge durch waagerechtes Auskragen her ().
Da die Stirnwände der Tonnengewölbe oft nicht für den Einbau von Fenstern genutzt werden können, müssen diese Öffnungen in den Widerlagerwänden des Gewölbes vorgesehen werden. Bei beschränkter Konstruktionshöhe liegt der obere Abschluss der Fenster meist weit über dem Gewölbefuß. Daher muss das Gewölbe auf der Breite des Fensters unterbrochen werden. Als Widerlager für das Gewölbe im Bereich dieser Ausschnitte werden eigenständige Mauerbogen (sogenannte „Gewölbekränze“) in das Hauptgewölbe eingefügt. Gegen diese stützen sich auch jene Gewölbekappen, welche die Verbindung zu den Fenstern herstellen (die sogenannten „Stichkappen“). Der seitliche, senkrechte Abschluss der Stichkappenöffnung (die sogenannten „Ohren“) wird oft durch die Hintermauerung in den Gewölbezwickeln hergestellt. Wo diese Hintermauerung die Öffnung des Ohres nicht ganz schließt, werden darüber $1$ bis $1\frac{1}{2}$ Stein starke Wangenmauern aufgemauert, die der Stichkappe zugleich das nötige Widerlager bieten ().





