Hinsichtlich der unteren Begrenzung von Tür- und Toröffnungen kann auf die Ausführungen zu den Maueröffnungen aus Ziegelsteinen auf Seite 70 verwiesen werden. Es erübrigt sich daher, hier nur noch die Anordnung und Konstruktion der Fenstersohlbänke näher zu betrachten.
Diese müssen vor allem so gestaltet sein, dass das unmittelbar auf sie fallende und an den Fensterflächen herabfließende Regenwasser schnell und sicher nach außen abgeführt wird und nicht durch die Fugen zwischen der Sohlbank und dem Fensterrahmen in das Gebäudeinnere eindringen kann. Die Oberfläche der Sohlbank muss deswegen, soweit sie in der Fensteröffnung liegt, mit einem nach außen gerichteten Gefälle ausgearbeitet sein. Damit die Brüstungsmauer unter der Sohlbank möglichst vor dem abfließenden Wasser geschützt wird, gibt man der Sohlbank meist einen mit einer Wassernase versehenen Vorsprung (). Dieser Vorsprung wird gewöhnlich auch seitlich an den Gewänden angeordnet. Dies hat jedoch den Nachteil, dass das von den Kanten der Gewände herablaufende Wasser an der Brüstungsmauer weiterfließt und dort Schmutzstreifen verursacht. Diesem Übelstand begegnet man, indem man auf der seitlichen Schräge neben dem Gewändeaufstand eine kegelförmige Fläche () oder einen dreieckigen Keil () stehen lässt.
Auf die Abdichtung der Fuge zwischen Sohlbank und Fensterrahmen ist umso mehr Sorgfalt zu verwenden, je geringer das Gefälle des Wasserschlags ist. Zur Aufnahme des 35 bis 45 mm starken Futterrahmens wird daher bei Sohlbänken mit geringem Gefälle meist durch eine 1 bis 1,5 cm hohe Leiste ein Falz gebildet, der hinter dem Gewändeaufstand auf Anschlagbreite fortzuführen ist (vgl. ).
Unterhalb der Sohlbänke ist immer eine Entlastungsfuge über die Breite der lichten Fensteröffnung vorzusehen, wenn diese aus einem Stück hergestellt sind und von den Gewänden belastet werden. Im Mittelalter hat man den Sohlbänken meist so steile Wasserschläge ( und ) gegeben, dass auch ohne einen Falz zur Aufnahme des Futterrahmens ein Eindringen des Regenwassers in das Gebäudeinnere ausgeschlossen war. Es empfiehlt sich jedoch auch hier, das untere waagerechte Stück
des Futterrahmens mit einem Wasserschenkel zu versehen, um die Fuge zwischen diesem und der Sohlbank trocken zu halten.
Soweit man die Werksteine nicht an ihren Bestimmungsort tragen oder auf untergelegten Walzen transportieren kann, muss man Transportwagen zu Hilfe nehmen. Das Versetzen der Werksteine durch Umkanten ist nur zu ebener Erde und auch dort nur bei leichteren Stücken möglich. Bei schwereren Stücken und in größerer Höhe müssen Hebezeuge1 verwendet werden. Die gebräuchlichsten davon sind:
- Das Kranztau. Dieses wird besonders für weichere Steine ver-
wendet; man schlingt es zweimal um den Stein und hängt diesen in den Haken des von der Bauwinde herabhängenden Seils. Die Kanten des Steines schützt man durch untergelegte Strohbüschel oder Brettstücke ().
- Der kleine Wolf wird zum Heben härterer Steinen benutzt. Er besteht entweder aus einem keilförmigen Mittelstück und zwei
entsprechend geformten Seitenstücken () oder aus einem breiteren schwalbenschwanzförmigen und einem geraden Seitenstück (). Im ersten Fall wird zuerst das Mittelstück, im zweiten Fall das schwalbenschwanzförmige Seitenstück in das Loch eingesetzt, das in die obere
Lagerfläche des Steines eingearbeitet ist; darauf werden die übrigen Teile eingetrieben. Zur Erhöhung der Reibung bringt man trockenen, scharfen Sand in die Fugen zwischen dem Eisen und dem Stein.
- Der grosse Wolf empfiehlt sich zum Heben großer und schwerer Werkstücke. Das zu seiner Aufnahme konisch ausgearbeitete Loch muss mindestens 12 cm tief sein und sollte möglichst genau über dem Schwerpunkt des Werkstücks liegen. Nach dem Einsetzen der schwalben-
schwanzförmigen Seitenstücke wird das gerade Mittelstück eingeschoben und darauf der Bügel mittels des Splintbolzens befestigt (). Auch hier dient trockener Sand, der in die Fugen eingestreut wird, zur Erhöhung der Reibung.
- Die Teufelsklaue () fasst den Werkstein an seinen Seitenflächen mit zwei Spitzen, die in entsprechend eingehauene Löcher eingreifen. Die Angriffspunkte der Schere dürfen jedoch nicht tiefer als der Schwerpunkt des Steines liegen, da sich der Stein sonst in der Luft drehen würde.
Größere Werksteine hebt man mit der Bauwinde, kleinere mit dem Flaschenzug.
Vor dem Aufsetzen eines Werkstücks auf sein Lager legt man auf die vier Ecken des darunterliegenden, bereits versetzten Quaders mehrere Lagen kleiner Blei-, Zink- oder Teerpappestreifen, die zusammen die Fugenstärke bestimmen. Dann wird das neue Werkstück langsam abgesenkt. Das Hebezeug wird erst entfernt, wenn man sich mit Schnur und Lot vergewissert hat, dass der Stein exakt ausgerichtet ist. Danach werden die Ränder der Lagerfuge und die lotrechten Ränder der Stoßfugen mit Lehm verstrichen, und dünnflüssiger Mörtel wird aus einiger Höhe, also unter Druck, in die Stoßfugen eingegossen. Da besonders in der Lagerfuge oft mörtelfreie Hohlräume zurückbleiben, versucht man diese nachträglich zu füllen, sobald der Mörtel so weit erstarrt ist, dass er nicht mehr herausfließen kann. Dazu befestigt man ein Brett in der in gezeigten Weise an der Lagerfuge, bringt darauf Mörtel an und schiebt diesen mit der Mörtelsäge so lange in die Fuge und verteilt ihn darin, bis sie vollkommen ausgefüllt ist.
Footnotes
- *) Vgl. Opderbecke und Issel, Die Bauformenlehre. III. Werksteinbau. Verlag von Bernh. Friedr. Voigt in Leipzig. Preis 5 Mark. ↩















