148. Beispiele: Zur Erkenntnis der Besonderheiten, Schattenseiten und Vorzüge mancher Anordnungen wird es zweckmäßig sein, eine Anzahl ausgeführter Straßenquerschnitte, welche in bis angegeben sind, kurz zu besprechen.
149. aus Norddeutschland. Von den drei Berliner Straßen in bis besitzt die Landgrafenstraße baumbesetzte Bürgersteige und Vorgärten, die Bülow-Straße eine Mittelallee und Vorgärten; die Straße »Unter den Linden« zeigte früher vier, jetzt nur noch zwei mittlere Baumreihen, welche in der Straßenachse einen prächtigen breiten Spazierweg, nördlich davon einen Reitweg einfassen. — Ein ganz modernes Straßenprofil besitzt die neue, 50 m breite Bismarck-Straße in Charlottenburg () mit einem Haupt- und zwei Seitenfahrwegen, abgetrenntem Reitweg und besonderem Straßenstreifen für zwei Bahngleise. Die Flächen zwischen und neben den Straßenbahnschienen sind berast. Unter dem Hauptfahrwege findet die elektrische Unterpflasterbahn ihren Platz.
Zwei Königsberger Straßenprofile zeigen u. . Beide sind für mäßige Verkehrsverhältnisse passend.
Die Palmaille zu Altona () ist nach dem früheren Profil von »Unter den Linden« angelegt, aber wenig mehr als halb so breit. Sowohl die nur 4 m breiten seitlichen Alleen als die Fahrwege und Bürgersteige sind entschieden zu schmal; eine gedeihliche Entwicklung der Bäume ist nicht zu erwarten.
Eine schöne Anlage, weniger für großen Fuhrwerksverkehr als für Spaziergänger, ist die Esplanade zu Hamburg (). Dem großen Verkehr dient der 15 m breite Hauptfahrweg der Reeperbahn () daselbst. Im Übrigen ist das Profil dieser Straße unsymmetrisch; die Nordseite zeigt die in Deutschland seltene Anordnung einer Gegenallee , deren äußere Baumreihe leider den Häusern bedenklich nahe rückt; die Südseite besitzt einen 12 m breiten, für Spiel- und Marktbuden vorbehaltenen Streifen.
Die Bahnhofstraße in Hannover () ist nach einem zu kleinlichen Profil angelegt; Mittelallee und Fahrstraßen sind zu schmal; die Bäume werden wegen der fehlenden Randsteine vielfach verletzt. Hier wäre eine mittlere Fahrstraße von beiläufig 18 m Breite mit baumbesetzten Bürgersteigen schöner und zweckmäßiger.
150. aus Westdeutschland. Der West- und Ostwall zu Dortmund () zeigen ein für den geringen Verkehr hübsches Profil; auch die Vereinigung der Baumreihen mit einer etwas eingesenkten Gartenfläche auf dem Westwall wirkt recht ansprechend.
Die Alleestraße zu Düsseldorf () besitzt einen breiten Hauptfahrweg auf der einen Seite, einen Nebenfahrweg auf der anderen; die geräumig angelegten Mittelalleen bilden eine ausgezeichnete Promenade. Der Macadam wurde inzwischen durch Asphalt ersetzt.
Auch auf der Monheimsallee, einem Teile der Ringstraße zu Aachen (), sind die
beiderseitigen Fahrwege, dem Verkehr entsprechend, ungleich. Die Gartenanlage in der Straßenmitte ist zwar eine Verschönerung; sie würde es aber in weit höherem Grade sein, wenn sie in Wirklichkeit unter die Ebene der Fußwege eingesenkt wäre.
Zwei schöne, unsymmetrische Querprofile besitzen in Wiesbaden die Wilhelm-Straße mit Reitweg und Spazierallee entlang des Kurparks () und die Röder-Straße mit Gegenallee und Vorgärten auf einer Seite (). Die Adolfs-Allee () zeigt die stattliche Teilung in drei Fahrwege mit zwei Mittelalleen, außerdem noch 8 m tiefe Vorgärten auf jeder Straßenseite, alles innerhalb einer Breite von 54 m; die angewendeten, nur für mittleren Verkehr ausreichenden Maße erreichen indes die für eine solche Anordnung zulässige untere Grenze.
Das unsymmetrische Profil der Ringstraße zu Frankfurt a. M. an der Untermainanlage () ist auf das zweckmäßigste durchgebildet; der Spazierweg liegt an der angenehmsten, der Reitweg an der am wenigsten störenden Stelle. Auch der Bürgersteig den Vorgärten entlang würde Platz für eine Baumreihe gewähren; dieselbe würde aber die Aussicht von den Häusern auf die Parkanlage und umgekehrt beeinträchtigen.

















