636. Raseninseln und Rasenbänder. Das Leben der Bäume wird gefördert, wenn man die unmittelbare Umgebung des Stammes nicht bloß nach zur Aufnahme des Regenwassers etwas muldenförmig gestaltet, sondern außerdem mit einer Grasnarbe versieht, welche die Feuchtigkeit fest und das Erdreich locker hält. So entstehen Raseninseln um jeden Baum, wie auf der Wiener Ringstraße (), oder Rasenbänder unter ganzen Baumreihen, wie in Breslau, Basel, Zürich, Straßburg und auf verschiedenen Strecken
der Ringstraße zu Köln ( u. ; vgl. auch S. 100, sowie u. S. 112). Die Raseninseln werden, wenn überhaupt, so nur mit einem stehenden Flacheisen umrahmt; die Rasenbänder können, da sie den Querverkehr überhaupt unterbrechen, mit einer entschiedeneren Einfassung, z. B. Eisenstangen oder Gusseisenbogen ( bis ), versehen werden. Die einzelnen gusseisernen Bogenstäbe werden untereinander mittels Draht verbunden. Statt der Gusseisenbogen werden auch andere Gusseisenmuster oder schmiedeeiserne Bogenformen aus starkem Draht angewendet. Innerhalb dieser Schutzeinfriedigung wird die Raseninsel oder das Rasenbeet oft noch mit einem Kranz oder einem Streifen aus Efeu oder sonstigen Kriechpflanzen umrändert.
637. Girlanden. Die auf einem Rasenbande stehende Baumreihe kann in sehr ansprechender Weise dadurch verschönert werden, dass zwischen je zwei Bäume eine Schlingpflanze (Weinrebe, Klematis usw.) gepflanzt wird, welche an Drähten, die nach der Kettenlinie von Baum zu Baum gezogen sind, emporwächst. Die ganze Baumreihe ist dann schnell, mit Ausnahme der Durchgangslücken, girlandenartig verbunden, und der Weg ist mit Gartengrün auf das angenehmste eingerahmt ().
638. Stutzen der Baumkronen. Eine andere Art von Alleeverschönerung wurde früher vielfach und wird heute noch zuweilen durch das Stutzen der Baumkronen beabsichtigt. Dem geradlinigen Gartenstil des XVII. Jahrhunderts und dem Geschmack Lenôtres widersprach die freie Entfaltung des Baumwuchses. Drei Sorten künstlichen Beschneidens zeigen bis , zwei Baumhecken aus dem Parc zu Brüssel, die rechteckige Zustutzung der Baumgänge auf dem Carrière-Platz zu Nancy und eine nur in den unteren Teilen der Krone beschnittene Allee des Parks zu St.-Germain-en-Laye darstellend. In neuerer Zeit scheint das künstliche Zustutzen der Bäume, besonders die Bildung geometrisch regelmäßiger Kronenformen, in bestimmter künstlerischer Absicht wieder mehr aufzuleben. Auch aus praktischen Gründen mag in manchen Fällen das Zurückschneiden der Zweige und die künstliche Erzeugung einer niedrigen Laubdecke über Baumreihen oft gerechtfertigt sein, besonders wenn man den Obergeschossen der Häuser die freie Aussicht sichern will, wie man dies in Kurorten und in vielen Städten am Rheinufer mannigfach beobachten kann.
















