Abschnitt 63

a) Vorgriechisches Altertum

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324. Künstliche Gründungen. Die Städte des vorgriechischen Altertums waren zumeist Gründungen einzelner Despoten und zugleich ihre Residenzen. Von gewaltiger Ausdehnung, mit Ringmauern umgeben, enthielten sie in ihrem Inneren die Königsburg, die selbst wieder eine Festung für sich bildete, in deren Nähe die Tempel und öffentlichen Gebäude, rundum die Wohnungen der kriegsbereiten Stammesgenossen. Sie nahmen an der Gütererzeugung nicht teil, sondern bildeten die rein verzehrende Sammelstätte von Kriegsbeute und Tributleistungen.

325. Ägypten. So bei den Ägyptern, Assyrern, Babyloniern, Persern. Oft errichtete der nachfolgende Herrscher sich eine neue Stadt, und die alte verfiel rasch, da Lehmsteine, in Ägypten wenigstens, ihren Hauptbaustoff bildeten. Nur eine der ägyptischen Residenzstädte, Memphis, ist lange Zeiträume hindurch erhalten geblieben, daneben Theben als Hauptort der religiösen Heiligtümer. Vom Grundriss dieser ältesten Städte haben wir nur mangelhafte Kenntnisse.

326. Babylon. Babylon und Ninive, Susa und Ekbatana waren die Herrschersitze der Stämme, die sich in der Vorherrschaft über Vorderasien ablösten: der Assyrer, Babylonier, Meder und Perser. Von diesen Großstädten ist nur Ninive, dessen Ausdehnung nach dem Propheten Jonas drei Tagereisen betrug, völlig zerstört worden. Babylon bildete nach Herodot ein ungeheures Viereck, dessen Seiten je 22 km lang und von einer doppelten Mauer umfasst waren. Die Grundfläche hätte also 484 qkm, d. h. das Siebenfache des Flächenraums der Stadt Berlin, betragen. Die Straßen waren nach dem Rechteck in den Himmelsrichtungen angelegt; sie endigten an den sagenhaften 100 Toren und sollen mit drei- bis vierstöckigen Häusern besetzt gewesen sein. Vermutlich aber war keine zusammenhängende Bebauung vorhanden, sondern es waren lockere Häusergruppen mit geräumigen Feldern, Gärten und Weiden, die im Kriegsfalle der gesamten umwohnenden Bevölkerung mit ihrem Vieh Raum gewährten, während die Größe der Stadt die feindliche Einschließung erschwerte. Auf künstlichen Hügeln erhoben sich die Königsburg und das Hauptheiligtum: der Turm.

327. Übergang. Aber trotz bunter Farbenpracht entbehren jene Riesenstädte als Gesamtanlage des höheren Wertes. Erst Jerusalem und die phönizischen Ansiedlungen, natürlichen Bodenerhebungen angepasst, Schutz gewährend und dem Verkehr sich öffnend, scheinen zum kunstvollen hellenischen Städtebau überzuleiten.

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