151. aus Süddeutschland. Die Mainzer Kaiserstraße () ist der Aachener Monheimsallee ähnlich, aber symmetrisch; Fahr- und Fußverkehr können sich daher gleichmäßig verteilen. Die eingesenkte Lage der Gartenfläche wirkt vortrefflich; die tiefere Lage der rechtseitigen Fahrbahn ist nur vorläufig angeordnet, um die bleibende Straßendecke demnächst auf dieselbe aufbringen zu können.
Ähnlich ist das Profil der Ringstraße zu Mannheim (), deren Verhältnisse indes für einen größeren Verkehr zu beengt sind.
Zweckmäßige Straßenprofile von 30 m Breite zeigt die Straßburger Stadterweiterung in mit Mittelallee , angenehm für Spaziergänger, und in mit baumbesetzten Bürgersteigen und breiter Mittelstraße für großen Fahrverkehr. Von Interesse ist auch der Querschnitt der bedeutendsten Promenade in der Altstadt von Straßburg, des Broglie-Platzes (), welcher auf der einen Seite der breiten Wandelalleen einen Fahrweg, auf der anderen Seite aber ein 6 m breites Trottoir neben den Vorgärten der Kaffeehäuser zeigt.
Baumbesetzte Straßen von kleineren Verhältnissen hat Freiburg i. B. ( u. ). Die 21 m breite äußere Kaiserstraße zeigt die Teilung des Bürgersteiges in einen mit Platten belegten Gehweg und einen nur bekiesten Baumstreifen. Die 27 m breite Eisenbahnstraße besitzt auf jeder Seite 5,50 m breite Vorgärten, welche nur vor dem Postgebäude des Verkehrs wegen durch einen gepflasterten Vorplatz ersetzt sind.
Die 24,80 m breite Königstraße in Stuttgart () trägt keine Bäume; der starke Verkehr und die Nähe der Häuser würden dieselben nicht aufkommen lassen; wohl aber könnten die nur 4,40 m breiten Bürgersteige zweckmäßig auf 5,50 m bis 6,00 m verbreitert werden. Ein hübsches Profil für geringen Verkehr zeigt die mit Vorgärten geschmückte Olga-Straße (); dagegen sind die doppelten Seitenalleen der Hohenheimer Straße () bei nur 4 m Baumabstand nicht lebensfähig; bei der geringen Straßenbreite von 28,60 m hätte man sich mit je einer Baumreihe beiderseits begnügen, den Fahrweg aber etwas breiter anordnen dürfen.
Das Profil der 26 m breiten Ludwig-Straße zu Würzburg ist ein gutes; für die Vorgärten wäre aber eine größere Tiefe erwünscht ().
Der 23 m breite Teil der Maximilian-Straße zu München () ist ein oft vorkommendes Beispiel unrichtiger Baumpflanzung; die Bäume sind nicht auf den Fahrdamm, sondern auf den Bürgersteig in einen Abstand von 70 bis 120 cm von der Randsteinkante zu stellen, damit sie vom Fuhrwerk nicht zerstört werden und nicht zur Schmutzansammlung Gelegenheit geben. Prellsteine sind als Baumschutzmittel ungenügend und unschön und stören zudem den Verkehr. — Die unrichtige Baumstellung ist auch in der auf 83 m verbreiterten Strecke der Maximilian-Straße beibehalten, welche im Übrigen eine außerordentlich stattliche Querschnittsanordnung zeigt (). Die seitlichen Fahrwege sind durch zahlreiche Querfahrten mit dem Mittelweg verbunden; die ganze Straße würde noch freundlicher aussehen, wenn die Gartenanlagen etwas vertieft lägen.
152. aus Österreich-Ungarn. Die Ringstraße zu Wien () ist eine der großartigsten städtischen Straßen, die es gibt; das Profil, aus drei Fahrwegen und zwei Mittelalleen bestehend, ist stattlich und zweckmäßig. Die eine Allee dient für den Fußverkehr, die andere als Reitweg. Die Gesamtanlage wird näher besprochen werden.
Die Via dell' Acquedotto zu Triest () ist bei 21 m Breite eine der engsten Promenadenstraßen; die Fahrwege, welche im Gegensatz zu an den Seiten liegen, sind zu schmal, die Bäume daher sehr leidend.
Straßen-Querprofile
Die Ringstraße zu Budapest () hat baumbesetzte Bürgersteige, deren Breite im Interesse der Bäume zweckmäßiger auf ein größeres Maß als 6,50 m festgesetzt worden wäre, da der Fahrdamm reichlich breit ist. Dagegen zeigt die großartige Andrássy-Straße daselbst eine vortreffliche Querschnittsanordnung ().
Nicht zweckmäßig ist hingegen das Querprofil der Tisza-Lajos-Ringstraße zu Szegedin (), insofern als die äußeren Baumreihen der beiden Seitenalleen sowohl den Häusern als den inneren Baumreihen viel zu nahe stehen; sie müssen beseitigt werden, damit wenigstens die jungen Bäume der Innenreihen sich entwickeln können.
153. aus Dänemark. Die Kopenhagener Ringstraßen ( u. ) unterscheiden sich durch die Anordnung der Baumreihen, während die Gesamtbreite und die seitlichen Fahrwege in beiden übereinstimmen. Die Fahrwege dürften breiter sein; im Übrigen ist die Anordnung der neuen Ringstraße, wenn dem Reitvergnügen eine besondere Berücksichtigung zusteht, eine vortreffliche zu nennen. — Ungewöhnlich, aber stattlich sind die Profile der Friedrichsbergallee () und der Straße Osterbro-Gade (), deren Seitenalleen mit dem besprochenen Nachteile für die Häuserzugänge verknüpft sind.
154. aus Holland und Belgien. Die beiden Straßen aus Den Haag ( u. ) zeigen hübsche, jedoch nur für kleinen Verkehr zweckmäßige Anordnungen. Zum besseren Verständnis des unsymmetrischen Querschnittes ist in der Grundriss beigefügt.
Auch das in angegebene Profil der Wilhelm-Straße zu Breda, deren mittlere Gartenanlage mit den erforderlichen Querwegen durchbrochen ist, darf für den geringen Verkehr als recht zweckmäßig bezeichnet werden.
Eine unsymmetrische, durch den später wiederzugebenden Grundriss besser verständliche Profilierung zeigt die Chaussée de Malines in Antwerpen (Fig. 181 a u. b). Das Profil des Boulevard Léopold daselbst () hat sich als unzweckmäßig erwiesen; der 5 m breite Abstand der Bäume ist zu gering; die Kronen müssen deshalb von Zeit zu Zeit beschnitten und künstlich schlank gehalten werden; auch sind die Fahr- und Fußwege zu schmal. Die Absicht, das Profil in ein solches mit einfacher Mittelpromenade umzuändern, wird wohl inzwischen ausgeführt worden sein. — Sehr stattlich ist die Querschnittsanordnung der 60 m breiten Hauptringstraße (); der breite Mittelfahrweg, die beiden Alleen und schmaleren Seitenfahrwege entsprechen auf das beste dem großstädtischen Verkehr. — Zu bedauern ist, dass in Antwerpen wie in Wien das nämliche Ringstraßenprofil unverändert auf dem ganzen, mehrere Kilometer langen Straßenzug beibehalten wurde.
Von den 40 m breiten Querschnitten der Ringstraße von Gent ( u. ) ist der unsymmetrische der interessantere; die 15 m breite Mittelpromenade des anderen wird bis zur vollen Entwicklung der Baumkronen zu kahl sein, es sei denn, dass man bis auf Weiteres ein Rasenfeld mit Gesträuchgruppen und Blumenbeeten in der Straßenachse anlegt oder inzwischen bereits angelegt hat.
Brüssel besitzt einen reichen Wechsel an schönen Straßenprofilen. zeigt den durch die Altstadt gebrochenen Boulevard central oder Boulevard Anspach, 32 m breit, ohne Bäume, dessen Bürgersteige leicht etwas breiter hätten gewählt werden dürfen. , bis veranschaulichen die Mannigfaltigkeit der örtlichen Ringstraße. Spazierwege, Radfahrwege, Reitwege, Equipagenfahrwege ließen sich auf allen diesen Straßenstrecken von den Lastfuhrwerkstraßen und Bürgersteigen trennen.
Mehrere prächtige Straßenprofile Lüttichs, alle mehr oder weniger unsymmetrisch, sind schon auf der Tafel bei S. 74 mitgeteilt worden. Von Interesse ist die Anpflanzung einer engeren Allee junger Bäume neben den breiten alten Baumreihen des Quai Cockerill, ferner die Fortlassung der Baumreihen auf der neuen Ostseite des Square d'Avroi, um den Häusern eine freie Aussicht auf die Gartenanlage darzubieten.
155. aus der Schweiz. Ein freundliches Vorstadtstraßenprofil ist dasjenige aus Basel (); die Scheidung zwischen Fußweg und Fahrweg bildet hier ein gärtnerisch geschmücktes Rasenband unter der Baumreihe. Die Querschnitte der Basler Ringstraße werden bei der Besprechung dieser reizvollen Straßenanlage mitgeteilt werden. — aus Winterthur zeigt ein einfach hübsches Profil mit Mittelallee , aus Zürich eine etwas beengte Anordnung von Baumreihen auf den Bürgersteigen, aus Ragaz die engstmögliche, für größere Städte ungeeignete Anlage einer Alleestraße bei nur 12 m Straßenbreite mit beidseitiger offener Bebauung.
Unter den Genfer Straßenprofilen ( bis ) sind besonders bemerkenswert die selten vorkommende, in Genf sehr gut aussehende Anordnung eines mit einer Baumreihe besetzten Bürgersteiges in der Straßenachse () und das breite freie Corso-Profil in Fig. 197. selten vorkommende, in Genf sehr gut aussehende Anordnung eines mit einer Baumreihe besetzten Bürgersteiges in der Straßenachse (Fig. 196) und das breite freie Corso-Profil in .











































