Abschnitt 269

Asphaltisolierungen und Platten

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Asphaltkitt oder bituminöser Kitt.

Dieser ist leicht schmelzbar und in geschmolzenem Zustand dünnflüssig, wodurch selbst die kleinsten Hohlräume ausgefüllt werden. Asphaltkitt ist eine Mischung aus Erdharz und gepulvertem Kalkstein oder Kreide (etwa 100 Teile Kalkstaub auf 6 bis 8 Teile Erdharz). Die Asphaltkitte eignen sich namentlich zum Dichten der Fugen bei Röhren und Tonrohrleitungen, zum Ausfugen von Pflasterungen, zum Verkitten von Fugen und Rissen im Holz usw.

Asphaltmörtel.

Als Asphaltmörtel kann man Gussasphalt benutzen. Nachdem die Asphaltbrote bei einer Temperatur von 150 bis 200 °C flüssig geworden sind, wird eine möglichst große Menge reinen Quarzsandes zugesetzt, der vorher auf dem Deckel des Kessels, in dem die Asphaltbrote geschmolzen werden, stark erwärmt worden ist. Die mit Asphaltmörtel zu vermauernden Steine müssen vorher hinreichend erwärmt werden; man taucht sie bisweilen auch vorher in flüssigen Asphalt . Der Preis für Asphaltmörtel ist höher als der von gewöhnlichem Mörtel . Es lassen sich mit diesem Mörtel z. B. alte Jauchegruben verputzen, deren Zementputz bereits durchfressen ist. Zweckmäßig ist es, vorher den Zementputz mit einem dünnflüssigen, heißen Asphaltanstrich zu versehen und darauf zu putzen.

Asphaltmörtel ist eine Verbindung von Asphalt mit Sand, die sich als Wandputz in Pissoir- und Kellerräumen eignet; ferner wird Asphaltmörtel für undurchlässige Gossen, Kanäle, Düngergruben, Jauchebassins usw. benutzt.

Der Asphaltmörtel des Asphaltwerkes von Hoppe & Roehming in Halle a. S. ist ein mit öl- und säurefestem Isolierasphalt hergestelltes Mischprodukt, das noch schneller als Zementmörtel bindet und dabei genügend Bindekraft und Elastizität besitzt, sodass bei ordnungsgemäßer Verwendung die Kohäsion größer als die Festigkeit des gewöhnlichen und gleich der des besten Backsteinmaterials ist.

Die mit Asphaltmörtel hergestellten und verputzten Mauerkörper sind absolut wasserdicht und werden durch faulende und säuernde Stoffe, auch durch Öle, nicht angegriffen. Sie übertreffen den gegen solche Einflüsse widerstandslosen Zement und lassen in besonderen Fällen bei rau belassener Oberfläche auch eine Verbindung mit Kalk-, Gips- und Zementmörtel zu.

Die Anwendung des Asphaltmörtels beschränkt sich wegen seiner relativen Wärmeempfindlichkeit auf unterirdische und gegen hohe Temperaturen geschützte oberirdische Anlagen. Asphalt wird auch als Bindemittel für Bausteine verwendet. Poröse Bausteine, gebrannte wie natürliche, in Asphalt getränkt, werden dadurch vollkommen dauerhaft, widerstehen den Einwirkungen von Nässe und erhalten eine bedeutend größere Festigkeit.

Asphaltbeton und Asphaltmauerwerk. Asphaltbeton wird hergestellt, indem man den auf 180 bis 200 °C erhitzten Asphaltmastix mit 50 bis 60 Prozent seines Gewichts an grobem Kies oder Steinschlag aus Kieselsteinen vermengt und das Ganze unter Umrühren weiter sieden lässt. Nach dem Erkalten erhält man eine elastische Masse, die sich besonders für Fundamente von Maschinen, Dampfhämmern usw. eignet, bei denen starke Erschütterungen auftreten. Da Asphalt auch den Schall schlecht leitet, wird durch derartige Asphaltbetonfundamente eine größtmögliche Geräuschlosigkeit erzielt.

Asphaltpappe (RollenAsphalt ) wird hergestellt, indem gute Pappe in heiße Asphaltmasse eingetaucht und mit dieser getränkt wird. Bei rationeller Fabrikation des Rollenasphalts gehen chemische Veränderungen der verschiedenen Rohstoffe vor sich, die bewirken, dass sich die heiße Asphaltmasse mit den übrigen Rohstoffen zu einer nahezu unbrennbaren Masse verbindet. Außer für Bedachungszwecke eignen sich Asphaltpappen zur Herstellung von dunstsicheren Stalldecken, für Spließen bei Ziegeldächern, als Unterlage für Schieferdächer, zum Bekleiden der Wetterseiten von Gebäuden, zur Verkleidung feuchter Wände zwecks Tapezierung derselben, zur Herstellung wasserdichter Rinnen usw.

Asphaltfilz besteht aus Filz, der mit heißem Asphalt imprägniert wird. Guter Asphaltfilz besitzt die notwendige Biegsamkeit und Schmiegsamkeit, Beständigkeit gegen die Einflüsse von Wärme, Kälte, Trockenheit und Feuchtigkeit sowie Festigkeit.

Verwendung von Asphalt für Schutzanstriche auf Eisen, Wänden usw. Für den Anstrich auf Eisen benutzt man Asphaltlack, auch Eisenlack genannt, um den Eisengegenständen Schutz gegen Rost zu bieten. Zum Anstrich auf feuchten Wänden verwendet man Goudron oder Asphaltfirnis. Letzterer wird hergestellt, indem man mit Öl zerriebenen Asphalt mit siedendem, fettem Öl (Leinöl) tränkt, dann mit einem Viertel mit Leinöl geriebenem Bleiweiß sowie mit einem Zehntel Silberglätte und einem Zehntel Mennige vermischt. Die Mischung wird so dünnflüssig gemacht, dass sie sich mit dem Pinsel gut verstreichen lässt.

Asphaltlacke sind Lösungen von natürlichem oder künstlichem Asphalt (hergestellt aus Steinkohlenteer- und Petroleumdestillationsrückständen) in Terpentinöl, Benzin, Teeröl, Petroleum usw.; die feineren Sorten erhält man durch das Lösen in Terpentinöl, vermischt mit einem trocknenden Öl. Die Asphaltlacke finden besonders Anwendung zum Überziehen von Eisengegenständen. In dünnen Schichten erscheinen diese Asphaltlacküberzüge durchscheinend braun; auf dunklem Grund oder bei zweifachem Auftrag wirken sie tiefschwarz, hochglänzend und sind von ziemlicher Widerstandsfähigkeit. Die guten Sorten werden sehr hart, die gewöhnlichen und billigen bleiben lange Zeit weich und klebrig.

Adiodon der Firma Reh & Comp., Asphaltgesellschaft San Valentino in Berlin NW ist ein kaltflüssiger, säure- und wetterbeständiger Anstrich, der im Wesentlichen aus Asphalt besteht und deshalb auch den elektrischen Strom nicht leitet. Adiodon lässt sich auf Holz, Eisen, Kupfer, Stein, Gips usw. leicht aufstreichen – unabhängig davon, ob der Stoff trocken oder feucht ist –, haftet gut, blättert später nicht ab und durch Zusatz von Terpentinöl kann die Anstrichmasse beliebig verdünnt werden. Adiodon eignet sich besonders zum Schutz von Anlagen unter der Erde und im Wasser, wie z. B. Kanälen, Rohrleitungen, Spundwänden, Bohlwerken, Schiffsrümpfen usw.; zum Schutz von Eisen- und Holzkonstruktionen, Dächern, Brücken; zur Isolierung von Fußböden, feuchten Wohnräumen, Dampfleitungen, zum Anstrich der Rauchkammern, der Lokomotivschornsteine, zum Überzug von Telegraphendrähten, zur Imprägnierung von Leinen- und Baumwollstoffen, Segeln, Tauen, Pappen, Packpapier usw.

Der Adiodonanstrich trocknet in einigen Stunden; er bleibt bei großer Sommerhitze fest und haftet auch an erhitzten Flächen, ebenso zeigt er bei großer Kälte keine Risse und bleibt gummiartig zäh. Adiodon dient auch als sichere Grundierung für dunklere Ölfarbenanstriche und bildet einen brauchbaren Ersatz für Mennige und Verzinkung; darauf lassen sich Tapeten usw. leicht aufkleben.

Asphaltröhren. Wasserdichte Röhren für Gas- und Wasserleitungen, für Säuren und ätzende Flüssigkeiten usw. werden in neuerer Zeit vielfach aus Asphalt unter Zuhilfenahme von Papier hergestellt und mit Vorteil verwendet. Ihre Vorzüge sind: Preiswürdigkeit, Haltbarkeit, geringes Gewicht, schlechte Leitfähigkeit für Wärme und Elektrizität sowie Ausdehnbarkeit und Nachgiebigkeit der Rohrwandungen. Die Herstellung der Asphaltrohre geschieht auf folgende Weise: Starkes Maschinenpapier wird von einer Rolle abgewickelt, durch ein Gefäß mit geschmolzenem Asphalt geleitet und durch Gewichte, Federn oder Presswalzen in der richtigen Lage gehalten. Das auf beiden Seiten mit Asphalt überzogene Papier wird nun auf eine Walze gerollt, deren Durchmesser so groß ist, wie der innere Durchmesser des Rohres werden soll. Damit sich das Papier gleichmäßig aufrollt und der überflüssig daran haftende Asphalt entfernt wird, ist über der letztgenannten Walze wieder eine Presswalze angeordnet. Um das Rohr gebrauchsfertig zu machen, wird es im Innern nochmals mit Asphalt überzogen, was entweder durch einen Pinselaufstrich oder durch Eintauchen des Rohres in Asphalt geschehen kann. An der Außenseite erhält das Rohr einen mehrfachen Überzug aus Sand und Asphalt . In neuerer Zeit werden von der Firma Martenstein & Josseaux in Offenbach Zementröhren mit einer säurebeständigen Asphaltauskleidung hergestellt, wodurch die Zementröhren gegen die Angriffe saurer Abwässer (Kanalwässer) usw. geschützt werden. Die Auskleidung mit Asphalt kann sowohl am gesamten inneren Umfang als auch nur an der Kanalsohle vorgenommen werden.

Verschiedene andere Verwendungen des Asphalts.

Kunststeine aus Asphalt . Aus Bitumen (natürlichem Asphalt ), pulverisiertem Schiefer, Graphit und Schwefelpulver wird eine innige Mischung in einem Kessel hergestellt. Hierzu werden unter Umrühren Petroleumrückstände der Erdölraffinerien zugesetzt, die auf ca. 180 °C erhitzt wurden. Die geschmolzene Masse wird nun in Formen geschöpft und unter hohem Druck zu Platten und Blöcken gepresst. Die Platten sind sehr dicht und elastisch und erinnern an geschliffene Schieferplatten; sie können auch anstelle dieser verwendet werden. Für freistehende Platten kann man während der Arbeit ein weitmaschiges Eisengerippe einlegen und in die Platte mit einpressen.

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