(Findlinge, Gerölle und Geschiebe, Kies, Sand, Infusorienerde, Ton, Mergel , Dammerde.)
Felstrümmer, die durch verschiedene Ursachen vom anstehenden Gestein losgerissen wurden, wurden und werden nach ihrem Absturz durch Wasser, Gletscher und Eisberge fortgeführt. Ihre Größe ist sehr verschieden, von hausgroßen Stücken bis zum feinsten Sand und Staub.
1. Findlinge, erratische Blöcke
nennt man die von Gletschern abwärts getragenen und auf fremdem Boden abgelagerten, meist wenig abgerundeten Blöcke, welche eine bedeutende Größe von bis zu 1000 und mehr Kubikmetern Inhalt aufweisen können. Sie bestehen meist aus den härtesten und widerstandsfähigsten Gesteinen des Ursprungsgebietes der Gletscher (Granit , Syenit , Gneis , Porphyr, Quarzit , selten Kalkstein ). So sind beispielsweise von den skandinavischen Gebirgen in der Eiszeit (Diluvialzeit) solche erratischen Blöcke in die gesamte norddeutsche Tiefebene und nach Russland transportiert worden, wo sie heute als geschätztes und häufig einziges natürliches Bau- und Pflastermaterial Verwendung finden. Von den Alpen sind erratische Blöcke bis nach Oberbayern, in die Schweizer Täler, nach Frankreich und Italien gewandert. Diese Findlinge liefern einen vorzüglichen und dauerhaften Baustein.
2. Gerölle und Geschiebe, Kies und Grant.
Felstrümmer verschiedenster Art, die durch Wasser oder Gletscher vorwärts gerollt oder geschoben werden, werden entweder abgerundet (Gerölle) oder abgeplattet (tafelförmige Geschiebe).
Nach der Größe der Bruchstücke unterscheidet man:
- Kies oder Schotter aus größeren Stücken und
- Grant oder Grus aus kleineren Stücken (von Erbsen- bis Haselnussgröße).
Gerölle und Geschiebe quarziger Natur werden für Pflasterungen und Chausseen, größere Stücke für Bruchsteinmauern und Fundamente verwendet. Bestehen die Gesteinsstücke aus Kalk, so werden sie zum Kalkbrennen benutzt (Isarkalk). Spezifisches Gewicht des trockenen Kieses: 1,525.
3. Sand
besteht aus sehr kleinen Trümmerteilchen und ist entweder Quarzsand, Kalkstein -, Eisen- oder toniger Sand. Er wird nach seinem Fundort als Grubensand, Flusssand, Meeressand, Dünensand usw. bezeichnet. Der verbreitetste und wichtigste ist der Quarzsand, der meist schlicht als Sand bezeichnet wird.
Verwendung: reiner Quarzsand für Mörtel und zur Herstellung von Glas, etwas tonhaltiger Sand zum Formen in der Metallgießerei.
Übliche Bezeichnung der Trümmergesteine nach der Korngröße:
| Bezeichnung | Korngröße |
|---|---|
| Grobkies, | wenn die Körner mehr als 7 mm Durchmesser haben, |
| Mittelkies, | wenn die Körner 4 bis 7 mm Durchmesser haben, |
| Feinkies, | wenn die Körner 2 bis 4 mm Durchmesser haben, |
| Grobsand, | wenn die Körner 1 bis 2 mm Durchmesser haben, |
| Mittelsand, | wenn die Körner 0,3 bis 1 mm Durchmesser haben, |
| Feinsand, | wenn die Körner unter 0,3 mm Durchmesser haben. |
Als scharf wird ein Sand bezeichnet, wenn sich die einzelnen Körner beim Zusammenpressen in der Hand besonders eckig und spitz anfühlen.
4. Infusorienerde, Kieselgur
ist eine mehlartige graue oder weiße Masse, die aus den Kieselpanzern sehr kleiner Tierchen (Infusorien) besteht und deshalb im Wesentlichen Kieselsäurehydrat enthält.
Verwendung: für sehr leichte Steine, zum Magermachen von Ton, für Wärmeschutzmittel, für den Schallschutz in Decken und Wänden, zum Polieren usw. Vorkommen: Lüneburger Heide, Böhmen.
5. Bimssand
ist eine weißgraue, poröse Masse vulkanischen Ursprungs, die nur im Neuwieder Becken (Rhein) vorkommt und in Verbindung mit Kalk oder Zement für künstliche Steine verwendet wird. (Vergleiche Bimssandsteine.)
6. Ton und Lehm.
Ton ist durch Verwitterung von feldspatigem Gestein entstanden, das, verschiedensten chemischen Veränderungen unterworfen, vom Wasser fortgeschwemmt wurde und erdige Massen bildet. Die Hauptmasse bildet kieselsaure Tonerde, der verschiedenartigste Zusätze beigemengt sind. Spezifisches Gewicht: 1,8 bis 2,6. In trockenem Zustand ist er erdig, zerreiblich, klebt an der Zunge und gibt nach dem Anhauchen den eigentümlichen Tongeruch ab.
Man unterscheidet fette und magere Tone; zu den letzteren rechnet man den Lehm (Lehmton oder Grundlehm), der stark eisenhaltig ist.
Ferner gehören hierher die Mergelarten, die innige und gleichmäßige Mischungen von kohlensaurem Kalk oder Dolomit mit Ton oder Lehm bilden, sodass eine Trennung beider durch Abschlämmen nicht möglich ist.
Man kann die Tone auch einteilen in: feuerfeste, schmelzbare, kalkige und ockerige (eisenreiche) Tone.
Verwendung: Die feuerfesten Tone werden zum Bau von Hochöfen, für Schamottesteine und Schamottemörtel verwendet; die Töpfertone für Ofenkacheln, Wasserröhren, Verblendziegel und Terrakotten; der Tonmergel (über 25 Prozent Kalkgehalt) zum Magermachen anderer Tone und zur Herstellung von Klinkern ; Löss und Lehm für Ziegel, Mauersteinen und Klinkern , zum Füllen von Zwischendecken, Dichten von Uferbauten, zur Herstellung von Lehmsteinen, Lehmputz, für Lehmstampfbau (Lehmpisé), für Tennen, Kegelbahnen usw.
Vorkommen: Feuerfeste Tone: Großalmerode (hessische Schmelztiegel), Duisburg, Bendorf bei Koblenz. Töpfertone: Bunzlau, Koblenz, Hildburghausen. Ton für Verblender: Schlesien. Lehm für Klinker : Oldenburg, Schleswig, Holland.
Letten sind eisenreiche, im feuchten Zustand zähe, fette und schmierige, schwer austrocknende, oft kohlenhaltige, unreine Tone, die aus der Umwandlung von Schieferton hervorgehen. Sie sind beim Brennen nicht formbeständig (stehen nicht), werden rot und schmelzen leicht. Sie werden ebenso wie die nicht feuerfesten Tone verwendet.
Lehm ist ein durch Eisenoxidhydrat gelb oder braun gefärbter magerer Ton, der mindestens noch 10 Prozent Sand enthält. Er entsteht durch Verwitterung von Basalten, Melaphyren usw., von sandigen Schiefertonen und tonigen Sandsteinen. Lehm nimmt bis zu 50 Prozent Wasser auf und gibt es langsam wieder ab; im feuchten Zustand ist er knetbar, ohne jedoch sehr plastisch zu sein. Beim Brennen wird er zuerst rot und schmilzt dann zu einer blaugrauen oder schwarzen Schlacke. Die aus der Verwitterung von Basalt und Melaphyr hervorgehenden Lehme (Wacken oder Wackentone) sind die eisenreichsten und relativ fettesten Lehme.
Löss ist ein kalkreicher, feinsandiger Lehm . Löss zerfällt mit Wasser gemischt gänzlich, ist also nicht plastisch, dagegen sehr durchlässig, hat eine hellgelbe Farbe und reißt (berstet) beim Brennen.
Lehm dient zur Herstellung von Ziegeln (Ziegelerde, Ziegellehm). Untergeordnet ist die Verwendung von Lehm zu Lehmwänden (mit Stroh vermengt). Lehm dient ferner zur Dichtung gegen Wasserandrang an Grundmauern oder zur Dichthaltung von Abortgruben, als Lehmestrich für Fußböden von landwirtschaftlichen Gebäuden, besonders Scheunentennen.
7. Mergel.
Mergel ist ein mechanisches Gemenge von Kalk oder Dolomit mit Ton, wozu noch häufig Quarzsand, Glimmer usw. kommen. Die im frischen Zustand grauen oder grünlichen, manchmal auch roten Gesteine werden beim Verwittern gelb oder braun. Durch Bitumen werden sie dunkler und durch Kohlenteilchen schwarz gefärbt. Die Mergel sind erdig und weich oder fest und dicht, bisweilen auch geschiefert (Mergelschiefer). Die Tonbeimengung nimmt man durch den Geruch beim Anhauchen wahr. Man unterscheidet: Kalkmergel, Dolomitmergel, Tonmergel und Sandmergel.
Die Kalkmergel werden vielfach zur Herstellung von Zement- und Luftmörtel verwendet. Feste Mergel dienen auch als Bausteine oder können für Kleinschlag (Schotter) benutzt werden.