Abschnitt 98

2. Die Fichte oder Rottanne

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Dem Tannenholz sehr ähnlich, am frischen glatten Querschnitt durch die reichen sichtbaren Harzporen (im Längsschnitt als fein geritzte Linien) und durch die Markstrahlzellen leicht zu unterscheiden. Das Holz ist gelblich- bis rötlichweiß, weich, grob, glänzend, leicht spaltbar, harzig riechend und dauerhafter als Tannenholz. Es ist ein wichtiges Bau- und Nutzholz, brauchbar für Balken, Stützen, Bretter und Bohlen; engringige böhmische Sorten sind als Resonanzholz gut geeignet. Das Holz ist im Trockenen sehr haltbar, unter Wasser außerordentlich dauerhaft, im Witterungswechsel jedoch leicht stockend; es lässt sich gut bearbeiten. Fichtenholz lässt sich auch zur Herstellung von Holzstoff und Zellulose für die Papierfabrikation verwenden. Der Brennwert des Fichtenholzes beträgt etwa 75 Prozent von dem des Buchenholzes. Aus dem Fichtenharz wird das gelbe Pech durch Schmelzen gewonnen. Vorkommen hauptsächlich in Mitteleuropa.

Rotfichte oder Redwood. Unter den in letzter Zeit vielfach zur Bearbeitung gelangenden amerikanischen Holzarten ist das Redwood (Rotholz) wegen seiner schönen Farbe, seiner großen Polierfähigkeit und wegen seiner leichten Verarbeitung sehr gesucht; es findet besonders in der Möbelfabrikation Verwendung. Die größten Bestände dieser Holzart befinden sich in Kalifornien. Daher stammt auch der sonst gebräuchliche Name Kaliforniaholz. Diese Redwoodwälder scheinen, soweit die Natur dabei beteiligt ist, fast unverwüstlich, da die Baumstümpfe nicht absterben, sondern mit der Zeit wieder ausschlagen und neue Bäume treiben, wodurch sich die gefällten Bestände von selbst wieder ergänzen.

Unter dem Namen „Redwood“ ist in den letzten Jahren auch eine amerikanische Zedernart verarbeitet worden. Diese Holzart hat mit dem kalifornischen Redwood nichts gemein, sondern es handelt sich hier um den virginischen oder roten Wacholder (Juniperus virginiana) und die Floridazeder (Juniperus bermudiana). Der Kern dieser Holzarten ist braunrot, im Spätholz fast purpurrot. Das Holz riecht eigentümlich, ist weich, fast schwammig und gut spaltbar. Es wird ansonsten sehr viel für Bleistiftfassungen verwendet und trägt deshalb auch den Namen Pencilzeder. In Verbindung mit Eiche macht es als große Füllungen in Täfelungen und Türen einen sehr angenehmen Eindruck. (Rheinische Baufach-Zeitung 1898, S. 189.)

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