Lacke, Lackfirnisse, Firnislacke sind Auflösungen von Harzen in Fetten, ätherischen Ölen, Alkohol, Benzin usw. Durch Überziehen mit Lack erhalten Luxus- oder Gebrauchsgegenstände eine schützende Decke und gleichzeitig ein gefälliges Äußere.
Die Lacke unterteilen sich in:
- Fette Lacke, d. h. Lösungen von Kopal, Bernstein, Asphalt und anderen Harzen in trocknendem Öl und Terpentinöl. Beim Aufstreichen verdunstet das Lösungsmittel, während das Harz mit dem trocknenden Öl zurückbleibt und ein Trocknen erfolgt, da das trocknende Öl Sauerstoff aus der Luft aufnimmt.
- Terpentinöllacke, Benzinlacke usw. sind Lösungen von Harzen in den genannten Lösungsmitteln.
Benzinlacke sind Lösungen von Asphaltpech aus der Gasfabrikation oder von Rückständen der Petroleumdestillation, von Kolophonium oder anderen billigen Harzen in Petroleumbenzin oder Steinkohlenteerbenzin. Benzinlacke ergeben einen schwarzen, in dünnen Schichten dunkelbraunen Überzug für Eisen und auch für Holz, wenn man nicht der Billigkeit wegen Teer oder Karbolineum vorzieht. Benzinlacke bleiben lange weich und klebrig und sind nicht von langer Dauer. Bernsteinlacke sind Lösungen von Bernstein in trocknendem Öl und Terpentinöl. Dies sind dauerhafte und sehr hart werdende Lacke. Vielfach werden die Bernsteinlacke mit Kopallacken verfälscht und gemischt.
- Ätherische Lacke, Spiritus- oder Weingeistlacke sind Lösungen von Harzen in Äther, Alkohol usw.
Bei den beiden letzten Sorten verdunstet das Lösungsmittel vollkommen und es bleibt nur das Harz als dünne, glänzende Schicht zurück.
Nur die fetten Lacke, die als Bernstein-, Kopal-, Wagen-, Luft-, Außenlacke usw. bezeichnet werden, vermögen nach ihrer Zusammensetzung (festes Harz und trocknendes Öl) eine feste elastische Decke zu bilden und den Einflüssen der Witterung, der Abnutzung usw. erfolgreichen Widerstand entgegenzusetzen.
Asphaltlack für Gusseisen. In eine Glasflasche gibt man 40 Teile Benzol und 60 Teile gestoßenen Asphalt, stellt die Flasche in ein Sand- oder Wasserbad und lässt die Auflösung bei gelinder Wärme erfolgen. Hierauf lässt man die Verunreinigungen an einem Ort mit gewöhnlicher Zimmertemperatur sich absetzen, worauf die klare Lösung abgezogen und mit einer Lösung von $2\frac{1}{2}$ Teilen Kopaivabalsam und 5 Teilen hartem Elemiharz, in Benzol gelöst, vermischt wird. Dieser Lack ist von großer Haltbarkeit und wird durch Zusatz von Benzol streichfähig gemacht, falls er zu dickflüssig werden sollte („Kraft und Licht“, Düsseldorf, IV. Jahrgang, S. 71). a) Terpentinölfirnisse. Diese stellt man durch Auflösen von Harzen, Mastix, Damar, Asphalt usw. in Terpentinöl her. Terpentinölfirnisse sind nicht so spröde wie Weingeistfirnisse, aber auch nicht so beliebt wie letztere, schon des Geruchs wegen. b) Weingeistfirnisse. Zu ihrer Herstellung verwendet man starken, meist 90-prozentigen Alkohol und gepulverte Harze wie Schellack, Kopal, Mastix, Sandarak, Damar usw.