Gipsbeton besteht aus scharf gebranntem und gemahlenem Gips, reinem, scharfkantigem Sand und erdfreien Steinen (Bruchsteinabfällen, kleingeschlagenen Ziegelsteinen usw.). Die feste oder bewegliche Schalung wird zuerst mit Steinstücken gefüllt, und anschließend werden die Zwischenräume mit einer Mischung aus 2 Teilen Gips, 1 Teil Sand und $1\frac{1}{2}$ Teilen Wasser (Fluss- oder Regenwasser) ausgefüllt.
Die Gipsbetonmauern müssen gut gegen aufsteigende Erdfeuchtigkeit isoliert werden. Das Fundament stellt man zweckmäßigerweise aus Bruchsteinen in hydraulischem Mörtel oder aus Zementbeton her.
Gipsgussmauerwerk, auch Annalith genannt, besitzt eine große Wetterbeständigkeit und Haltbarkeit.
Stampfbeton aus Gips. Zur Herstellung von Stampfbeton empfiehlt Ludwig Mack in der „Tonindustrie-Zeitung“ anstelle von Zement den Estrichgips , der stärker gebrannt ist als gewöhnlicher Gips und das Wasser beim Erhärten langsamer aufnimmt als Zement. Er wurde bisher für den weniger hart werdenden Gussbeton verwendet. Die Herstellung eines Stampfbetons aus Estrichgips unterscheidet sich nicht von der eines Zementstampfbetons. Anders verhält es sich jedoch mit der Eignung der verschiedenen mineralischen Füllstoffe. Während sich für Zementstampfbeton glatte Kieselsteine recht gut eignen, bewähren sich bei Estrichgips-Stampfbeton poröse Füllstoffe mit rauer, muscheliger Oberfläche wie z. B. ausgesiebte Kohlenschlacken weitaus besser. Ein Raumteil Estrichgips vermag bei stampfbetonartiger Verarbeitung sieben Raumteile Füllstoff zu binden, während bei Gipsgussmörtel höchstens ein Verhältnis von 1:3 erreicht wird. Es leuchtet daher ein, dass die Herstellung von Gegenständen aus Estrichgips-Stampfbeton mit einer großen Gipsersparnis verbunden ist. Da der überbrannte Gips nicht so hart wird wie Zement, lassen sich Gegenstände aus Estrichgips-Stampfbeton mechanisch viel leichter bearbeiten als solche aus Zementstampfbeton. Wird als Füllstoff für Estrichgips-Stampfbeton Bimssand verwendet, können die daraus hergestellten Gegenstände sogar leicht geschnitten und gesägt werden. Zudem ist zu erwähnen, dass Estrichgips-Stampfbeton auch ohne den Zusatz von abbindebeschleunigenden Mitteln rascher erhärtet als Zementstampfbeton. Soll die Erhärtung jedoch besonders beschleunigt werden, bedient man sich eines geringen Zusatzes schwefelsaurer Salze. (Technische Rundschau 1901, S. 123.)