Abschnitt 196

Die Mörtelmaschinen

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In neuerer Zeit werden vielfach Mörtelmaschinen verwendet, um für größere Bauten den Bedarf an Mörtel bereitzustellen sowie eine möglichst gleichmäßige Mischung der verwendeten Stoffe zu erzielen. Die Bauart der Mörtelmaschinen ist sehr verschieden:

  1. Beim ältesten Verfahren werden mit Zinken beschlagene Balken, Eggen oder Ketten durch Pferdekraft vor- und rückwärts oder kreisförmig durch die in einem Behälter befindliche Mörtelmasse bewegt.
  2. In einem mit Mörtelmasse gefüllten Kanal werden Räder durch Pferde im Kreis bewegt.
  3. Für kleine Mörtelmengen benutzt man Trommeln, die an den Enden mit vorspringenden Flanschen und am Umfang mit einer Klappe zum Befüllen und Entleeren versehen sind. Bei der Fortbewegung der Trommel rollt diese auf den Flanschen ab; zur zweckmäßigen Durchmischung sind entweder an der Trommelwelle oder an der Innenseite der Trommel geeignete Vorsprünge, Zinken und dergleichen angebracht.
  4. Die neueren Mörtelmaschinen sind meist nach Art der Tonschneider gebaut und bestehen im Wesentlichen aus einem zylindrischen Gefäß, in dem sich eine mit Armen oder Messern versehene Welle dreht. Bei diesen Maschinen kann die Trommel waagerecht, senkrecht oder schräg liegend angeordnet sein. Kleine Maschinen liefern etwa 5 cbm täglich, größere mit Maschinenbetrieb etwa 5 cbm stündlich.

Bei den Mörtelmaschinen unterscheidet man drei Arten: 1. Maschinen mit Zinken, 2. mit Quetschwerk und 3. mit Messern.

  1. Mörtelmaschinen mit Zinken sind sehr einfach konstruierte Maschinen; alle Zwischenteile wie Räder, Riemen usw. fallen weg, da an einem der die Zinken tragenden Arme in dessen Verlängerung Pferde angespannt werden können; die Mischung erfolgt allerdings nicht in vollkommen ausreichender Weise. Die Zinken sind an einem Querarm gut verankert und tragen schaufelartige Fortsätze, wodurch ein fortlaufendes Umwenden und Mischen erzielt wird.
  2. Mörtelmaschinen mit Quetschwerk. Entweder wird die Mischung in einer offenen Pfanne durch umlaufende Quetschwalzen bewirkt, oder die Pfanne wird zusätzlich in Bewegung gesetzt.
  3. Mörtelmaschinen mit Messern sind ganz ähnlich wie die Tonschneider konstruiert und stellen heute die verbreitetsten Mischmaschinen dar. In einer Trommel, die sich in senkrechter, waagerechter oder schräger Lage befindet, sind Messer angebracht; die Mischung der Mörtelbestandteile wird bewirkt, indem eine in der Achse liegende Welle, die ebenfalls mit radial gestellten Messern besetzt ist, in Umdrehung versetzt wird. Die bekannteste Mörtelmischmaschine ist wohl die Mörtelmaschine von Schlickeysen in Berlin.

Die und , , zeigen Betonmaschinen von C. Schlickeysen in Berlin SO., und zwar die Betonmaschine Nr. 2 ohne Elevator und die Betonmaschine Nr. 3 mit Elevator.

Fig. 244: Historische Darstellung einer mechanischen Mischmaschine (Fig. 244) mit Riemen- und Zahnradantrieb.
Fig. 245: Historische Darstellung eines mechanischen Schrägbecherwerks (Elevators) mit Riemenantrieb zur Materialförderung.

Die hiermit zum ersten Mal angebotene Anwendung des Tonschneiders zum Bereiten von Beton bietet gegenüber den bisherigen Herstellungsweisen, die alle nur aus einem Durcheinanderschütteln des fertigen Mörtels mit Kies und Steinbrocken bestehen, folgende Vorteile:

  1. Eine viel bessere und gleichmäßigere Mischung durch die kräftige Wirkung der Schaufeln und das gleichmäßige Füllen aller einzelnen Elevatorkästen.
  2. Eine schnellere Bereitung, da vom Einschütten des trockenen Zements und Sandes bis zum Ausschütten des fertigen Betons aus dem Elevator nur etwa eine Minute vergeht.
  3. Ersparnis an Raum, Dampfkraft und Arbeitskräften infolge der Zusammenfassung sämtlicher bisher einzeln ausgeführter Arbeiten in einer einzigen Maschine, die imstande ist, täglich bis zu über 300 cbm direkt in die Wagen zu liefern.
  4. Die Möglichkeit, mit diesem Gerät sowohl jede Sorte von Mörtel , die beim Bauen überhaupt vorkommen kann, als auch Beton herzustellen.

Gauhes trichterförmige Mörtelmaschine für Hand- und Maschinenbetrieb von der Firma: Maschinenfabrik Rhein und Lahn, Gauhe, Gockel & Co., Oberlahnstein a. Rh.

, , zeigt eine solche Maschine. Die Trichterform ermöglicht eine rationelle Anordnung der Mischarme, d. h. die Mischhebel sind unten, wo der Druck des Rohstoffes am größten ist, kurz, dagegen oben, wo der Druck geringer ist, länger; hierdurch wird ein verhältnismäßig leichter Gang der Maschine erzielt. Die sich nach unten verengende Querschnittsform des Trichters begünstigt ferner die innige Mischung der sinkenden Stoffe. Wesentlich ist die Kalkersparnis. Für einen gleichmäßigen Betrieb und eine gute Mischung ist ein beständiger und leicht zu regulierender Wasserzufluss erforderlich. Leistung bei Handbetrieb in der Stunde $1\frac{1}{2}$ bis 2 m³ gut gemischter Mörtel , bei maschinellem Betrieb 4 bis 5 m³ bzw. so viel, wie zwei bis drei Einwerfer aufgeben können.

Fig. 246: Historische Darstellung einer trichterförmigen Mörtelmischmaschine (Trichtermühle) für Handbetrieb in zwei Ansichten.

Die sämtlichen Antriebsräder sind durch einen geschlossenen Lagerkasten geschützt und können mit dem Mischgut nicht in Berührung kommen. Dieser dient gleichzeitig als Wasserverteiler und behindert das Einfüllen des Mischgutes nicht, da er nur wenig Raum einnimmt. Diese Maschinen können auch mit einer Fahrvorrichtung versehen werden.

, , zeigt Gauhes schrägliegende Trog-Mörtelmaschine für Hand- und maschinellen Betrieb. Die Kalkersparnis ist dieselbe wie bei den Trichtermühlen. Leistung in der Stunde $1\frac{1}{2}$ bis 2 m³ Mörtel , bei maschinellem Betrieb 4 bis 5 m³ bzw. so viel, wie zwei bis drei Einwerfer aufgeben können. Diese Maschine eignet sich besonders zur Bereitung von Kalkmörtel unter Verwendung schweren Sandes, von trockenem Kalkmörtel bei geringem Wasserzusatz sowie von Schlacken- und Bimssandmörtel zur Herstellung von Schlacken-, Bimssand- oder ähnlichen Steinen. Für die vorgenannten Zwecke eignet sich die trichterförmige Mörtelmaschine, namentlich bei Handbetrieb, erfahrungsgemäß nicht so gut, da sich diese Materialien auf dem Boden des Trichters festsetzen und nur langsam aus der Schieberöffnung austreten, wodurch der Betrieb erschwert und die Leistung verringert wird.

Fig. 247: Historische Darstellung von Gauhes schrägliegender Trog-Mörtelmaschine (Fig. 247) zur mechanischen Mörtelbereitung.

Besondere Vorzüge dieser Konstruktion (D.-R.-G.-Musterschutz) sind:

  1. Leichter Gang.
  2. Lösbarkeit der Spindel mit wenigen Handgriffen, was die Reinigung der Maschine außerordentlich erleichtert und sie auch für häufig unterbrochenen Betrieb sehr geeignet macht.
  3. Doppelte Lagerung der Spindel am oberen Ende, wodurch ein Verschleiß der Spindel fast ausgeschlossen ist.
  4. Einfachste Form der Mischflügel, die bei Beschädigung von jedem Schmied leicht ersetzt werden können.

Die Maschine ist kräftig gebaut und mit einem Schutzkasten um die Räder, Schmiervorrichtungen usw. versehen, ebenso mit einem Einwurftrichter und einem schweren Schwungrad von 1300 mm Durchmesser.

Kipptrog-Mischmaschine für Hand- und Riemenbetrieb. und , , zeigen Kipptrogmaschinen der Maschinenfabrik Rhein und Lahn, Gauhe, Gockel & Co. in Oberlahnstein a. Rh. Während die vorhergehenden Mischmaschinen für den kontinuierlichen Durchgang des Mischgutes (Dauerbetrieb) gebaut sind, dienen diese Kipptrogmaschinen dem periodischen, abgeschlossenen Betrieb. Ihre Leistungsfähigkeit bleibt naturgemäß hinter derjenigen der erstgenannten zurück, dafür kommen sie überall dort bequem zur Geltung, wo es weniger auf große Mengen als auf größte Zuverlässigkeit beim Mischen ankommt. Bei geringer Leistung bietet dieser Betrieb den Vorteil, dass ein einziger Arbeiter zur Bedienung genügt, der abwechselnd das Füllen, Mischen und Entleeren der Maschine übernimmt.

Fig. 248: Historische Darstellung einer Kipptrog-Mischmaschine für Hand- und Riemenbetrieb (Fig. 248).
Fig. 249: Historische Darstellung einer fahrbaren Kipptrog-Mischmaschine der Maschinenfabrik Rhein und Lahn, Gauhe, Gockel & Co.
Fig. 250: Technische Zeichnung einer stehenden Mörtelmischmaschine (Fig. 250) mit oberem Zahnradantrieb und Riemenscheibe.
Fig. 251: Technische Zeichnung einer mechanischen Sandwasch- und Sortiermaschine mit Förderschnecke.
Fig. 252: Schematische Darstellung einer rotierenden Ringvorrichtung (Fig. 252) in einem Trog mit Flüssigkeit.
Fig. 253: Historische Darstellung einer Sandwaschmaschine 'Excelsior' der Firma Carl Martini.
Fig. 254: Historische Darstellung einer maschinellen Kies- und Sandwaschmaschine (Modell 'Excelsior' von Carl Martini, Halle a. S.) mit Transportschnecke und Siebtrommel.
Fig. 255: Technische Zeichnung und schematische Schnittdarstellung eines verstellbaren Sandsiebs (Durchwurfsiebs) zur Aufbereitung von Mörtelsand.
Fig. 256: Historische technische Zeichnung einer rotierenden Trommel- oder Mischmaschine (Mörtelmaschine) mit Trichtereinlauf auf einem Holzgestell (Fig. 256).

Tafel taf-26 (noch nicht verfügbar)

Taf. 26. Fig. 244–257. (Nöthling, Baustofflehre.)

:: erhöht die Festigkeit des Mörtels. Die Erhärtungszeit eines Mörtels hängt wesentlich von der Beschaffenheit des Kalks ab, das heißt von der Menge der im Kalk enthaltenen Silikate. Je größer der Anteil an Silikaten ist, desto magerer ist der Kalk und umso langsamer verläuft das Abbinden und umgekehrt.

Die Härte des Mörtels lässt sich erhöhen, indem man statt gewöhnlichen Wassers Zuckerwasser zum Anrühren verwendet; 5 bis 6 kg Zucker auf 100 l Wasser dürften genügen. Um eine schnellere Erhärtung herbeizuführen, verwendet man in Amerika auch vielfach Ochsenblut, und zwar 3 Teile Blut auf 1 Teil Wasser. Es sollen hierdurch bemerkenswerte Erfolge erzielt worden sein, wodurch der Mörtel durch die rasche Erhärtung bedeutend an Widerstandsfähigkeit gewinnt.

Datenansicht

Historische Darstellung einer mechanischen Mischmaschine (Fig. 244) mit Riemen- und Zahnradantrieb.

Fig. 244

Historische Darstellung einer mechanischen Mischmaschine (Fig. 244) mit Riemen- und Zahnradantrieb.

Historische Darstellung eines mechanischen Schrägbecherwerks (Elevators) mit Riemenantrieb zur Materialförderung.

Fig. 245

Historische Darstellung eines mechanischen Schrägbecherwerks (Elevators) mit Riemenantrieb zur Materialförderung.

Historische Darstellung einer trichterförmigen Mörtelmischmaschine (Trichtermühle) für Handbetrieb in zwei Ansichten.

Fig. 246

Historische Darstellung einer trichterförmigen Mörtelmischmaschine (Trichtermühle) für Handbetrieb in zwei Ansichten.

Historische Darstellung von Gauhes schrägliegender Trog-Mörtelmaschine (Fig. 247) zur mechanischen Mörtelbereitung.

Fig. 247

Historische Darstellung von Gauhes schrägliegender Trog-Mörtelmaschine (Fig. 247) zur mechanischen Mörtelbereitung.

Historische Darstellung einer Kipptrog-Mischmaschine für Hand- und Riemenbetrieb (Fig. 248).

Fig. 248

Historische Darstellung einer Kipptrog-Mischmaschine für Hand- und Riemenbetrieb (Fig. 248).

Historische Darstellung einer fahrbaren Kipptrog-Mischmaschine der Maschinenfabrik Rhein und Lahn, Gauhe, Gockel & Co.

Fig. 249

Historische Darstellung einer fahrbaren Kipptrog-Mischmaschine der Maschinenfabrik Rhein und Lahn, Gauhe, Gockel & Co.

Technische Zeichnung einer stehenden Mörtelmischmaschine (Fig. 250) mit oberem Zahnradantrieb und Riemenscheibe.

Fig. 250

Technische Zeichnung einer stehenden Mörtelmischmaschine (Fig. 250) mit oberem Zahnradantrieb und Riemenscheibe.

Technische Zeichnung einer mechanischen Sandwasch- und Sortiermaschine mit Förderschnecke.

Fig. 251

Technische Zeichnung einer mechanischen Sandwasch- und Sortiermaschine mit Förderschnecke.

Schematische Darstellung einer rotierenden Ringvorrichtung (Fig. 252) in einem Trog mit Flüssigkeit.

Fig. 252

Schematische Darstellung einer rotierenden Ringvorrichtung (Fig. 252) in einem Trog mit Flüssigkeit.

Historische Darstellung einer Sandwaschmaschine 'Excelsior' der Firma Carl Martini.

Fig. 253

Historische Darstellung einer Sandwaschmaschine 'Excelsior' der Firma Carl Martini.

Historische Darstellung einer maschinellen Kies- und Sandwaschmaschine (Modell 'Excelsior' von Carl Martini, Halle a. S.) mit Transportschnecke und Siebtrommel.

Fig. 254

Historische Darstellung einer maschinellen Kies- und Sandwaschmaschine (Modell 'Excelsior' von Carl Martini, Halle a. S.) mit Transportschnecke und Siebtrommel.

Technische Zeichnung und schematische Schnittdarstellung eines verstellbaren Sandsiebs (Durchwurfsiebs) zur Aufbereitung von Mörtelsand.

Fig. 255

Technische Zeichnung und schematische Schnittdarstellung eines verstellbaren Sandsiebs (Durchwurfsiebs) zur Aufbereitung von Mörtelsand.

Historische technische Zeichnung einer rotierenden Trommel- oder Mischmaschine (Mörtelmaschine) mit Trichtereinlauf auf einem Holzgestell (Fig. 256).

Fig. 256

Historische technische Zeichnung einer rotierenden Trommel- oder Mischmaschine (Mörtelmaschine) mit Trichtereinlauf auf einem Holzgestell (Fig. 256).