Abschnitt 82

ν) Verschiedene andere künstliche Steine

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Über Gipsdielen und andere Gipsbaustoffe wird im späteren Abschnitt über Gips ausführlich berichtet.

In , , ist der Excelsior-Leichtstein dargestellt, ein leichter Stein für Gewölbe, Zwischendecken und Wände, der hart, feuersicher, schalldicht und billig ist. Diese Steine bilden einen Ersatz für Schwemmsteine und können überall leicht aus Gips, hydraulischem Kalk oder Zement und Kohlenasche, Sägemehl oder Gerberlohe hergestellt werden. Bei der Prüfung am 15. Juni 1897 durch die Königliche Versuchsanstalt Charlottenburg ergab sich ein Druckergebnis von 28,2 gegenüber 10,9 von Schwemmsteinen . Die Größe eines Steines beträgt $25 \times 12 \times 10\text{ cm}$, das Gewicht liegt bei etwa 2 kg. Die Fabrikationslizenz wird von Franz Steffens in Aachen, Friedrichstraße 89, erteilt.

Kunstsandstein aus rasch erstarrender Masse. Nach einem von J. Lampel in München patentierten Verfahren wird feiner Sand, Ziegel-, Schamotte- oder dergleichen Mehl mit Zement im Verhältnis $10 : 1$ gemischt und diese Mischung mit bis zu $\frac{1}{3}$ verdünntem Wasserglas zu einem dünnen Brei angerührt. Die Masse erstarrt während des Abformens und wird beim Brennen hart wie Sandstein . Zu beachten ist dabei noch, dass die ersten beiden über das Modell gestrichenen Schichten je 12 Stunden vollständig austrocknen müssen, ehe die weiteren, gröberen Schichten aufgetragen werden. (Baumaterialienkunde.)

Lapidit von Koepping & Graichen in Leipzig-Gohlis dient zur Herstellung von fugenlosem, feuersicherem, temperaturbeständigem, staubfreiem, gegen Säure und Fette widerstandsfähigem Fußboden für Krankenhäuser, Verkaufsläden, Kontore, Küchen, Badezimmer, Pissoirs und Balkone.

Der Lapiditbelag kann auf jeder festen Unterlage wie Eisen, Stein, Zementbeton, Pflaster, Holz, Glas, Asphalt usw. angebracht werden und ist nach 48 Stunden gebrauchsfähig.

Der Cordes-Leichtstein von Cordes & Co., Hannover, Artilleriestraße 15, ist ein außerordentlich leichter, dabei fester und haltbarer Stein, der sich zur Isolierung gegen Wärme und Schall vorzüglich eignet.

Papyristit oder Papierstein ist eine Kunststeinmasse aus pflanzlichen und mineralischen Stoffen, die entweder flüssig oder in Pulverform wie Zement vor Ort verarbeitet wird. Papyristit ist wasserfest, feuersicher, schalldämpfend und eignet sich zur Herstellung von fugenlosen Fußböden, Dächern und Wänden.

Kunststeinmasse Papyristit von Fritz Gehre in Zürich II, Lavaterstraße 6. Ähnlich wie Papyrolith ist der Papierstein dieser Firma, der in Pulverform oder als Flüssigkeit zum Versand kommt und ebenfalls für fugenlose Fußböden, Wände und Dächer (unter Benutzung von Eisenkonstruktionen oder Zementdielen) verwendet wird. Papyristit besitzt dieselben Eigenschaften wie Papyrolith. Die Masse wird wie Zement aufgetragen und nach dem Erhärten wie Terrazzoboden abgeschliffen und durch Ölen oder Bohnern instand gehalten.

Kunsttuffsteine. D. R. P. von Dr. L. Grote in Uelzen (Hannover), Inhaber Oskar Pistor.

Die Isolierwirkung aller bisher angewendeten Isoliermittel beruht auf der schlechten Wärmeleitfähigkeit der Luft, die zwischen den Isoliermaterialien (Haaren, Fasern, Korkstückchen, Kieselgur etc.) oder in diesen eingeschlossen ist.

Diese Tatsache führte zur Herstellung der Kunsttuffsteine, deren festes Gefüge aus den Wandungen unzähliger kleiner Luftzellen besteht, weshalb ihr poröser Körper durch diese Luftzellen – die als schlechteste Wärmeleiter wirken – eine hervorragende Isolierung bietet. Kunsttuffsteine werden je nach ihrem Verwendungszweck mit den entsprechenden spezifischen Gewichten von 0,20 bis 0,45 hergestellt. Sie werden bei einer Breite von 25 cm und einer Dicke von 4 bis 8 cm in Längen bis zu $2\frac{1}{2}\text{ m}$ geliefert und lassen sich wie Holz sägen und nageln.

Die patentierten Kunsttuffsteinplatten von Dr. L. Grote in Uelzen sind ein leichter Isolier- und Baustoff zur schnellen, feuersicheren Herstellung trockener, gesunder Wohn- und Fabrikräume sowie zur Durchführung leichter Bauten zu jeder Jahreszeit. Sie dienen ferner zur Errichtung von Wänden und Decken, zur Isolierung kalter oder warmer, feuchter oder dampfender Räume wie Stallungen, Trockenräumen, Heizkammern usw., zur Isolierung von Sheddächern, Wellblechdecken und -wänden, zur Verkleidung von Bretterwänden, zur Isolierung von Wasserbehältern sowie zur Umhüllung von Kesseln und Wärmeapparaten gegen Wärmeausstrahlung. Zur Isolierung feuchter Räume, Eiskeller, Eishäuser, Stallungen usw. verwendet man zweckmäßig asphaltierte Kunsttuffsteinplatten.

Kunsttuffsteinplatten der Firma Posnansky & Strelitz, Berlin Nr. 58, bilden einen geeigneten, feuersicheren Baustoff für Zwischenwände, zur Verschalung von Decken, Sheddächern usw. Die Isolierfähigkeit ist sehr groß, weshalb sich diese Kunsttuffsteinplatten hervorragend zur Umhüllung von Dampfkesseln und Rohren, zum Eindecken des Dampfraumes von feststehenden Kesseln usw. eignen. Das spezifische Gewicht dieser Platten beträgt 0,4.

Datenansicht

Technische Zeichnung einer Lehrbogenkonstruktion aus Holzsegmenten zur Unterstützung von Gewölben.

Fig. 182

Technische Zeichnung einer Lehrbogenkonstruktion aus Holzsegmenten zur Unterstützung von Gewölben.