Abschnitt 33

α) Sandstein

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Sandstein ist in Deutschland der wichtigste Stein für Kirchen- und Profanbauten. Sandsteine werden unter den natürlichen Bausteinen am meisten verwendet und zeigen in den Brüchen stets eine geschichtete Struktur. Sie sind dort in Bänke mit deutlichen Fugen getrennt; in einzelnen Brüchen trifft man Blöcke von 1 bis 2 m Schichthöhe und bis zu 10 m Länge an. Durch quer auf die Schichtflächen gerichtete Klüfte werden sie in große Quader zerlegt.

Sandstein ist ein Schichtgestein, das aus kleinen bis erbsengroßen und untereinander verkitteten Körnern eines oder mehrerer Minerale besteht. Die Körner sind gewöhnlich Quarz und andere ebenso harte oder härtere Minerale, seltener Feldspat oder Kalkstein . Nach den neben dem Quarz vorhandenen Gemengteilen unterscheidet man die Sandsteine als: Quarzsandstein, Feldspatsandstein, Glimmersandstein, Grünsandstein usw. Nur die durch Wind fortgetragenen Sandkörner sind rund und abgeschliffen; die vom Wasser transportierten sind umso eckiger, je kleiner sie sind.

Das Bindemittel (Zement) der Sandsteine kann aus Ton, kohlensaurem Kalk, Kieselsäure, Eisenoxid, Eisenoxidhydrat usw. bestehen. Meist bestimmt das Bindemittel auch die Färbung des Sandsteins; rote, braune und gelbe Farben deuten auf eisenhaltige Bindemittel usw. hin.

Die Festigkeit des Sandsteins wird zunächst durch die Beschaffenheit und Menge des Bindemittels bedingt. Glimmer, nicht als Bindemittel, sondern in Form von Schüppchen oder Körnern, fördert die Spaltbarkeit und Schiefrigkeit, verringert dagegen die Festigkeit. Ebenso schädlich wirkt das Vorhandensein von tonigem Bindemittel. Kalkiges Bindemittel (Kalksandstein ) in reichlicher Menge erhöht die Festigkeit, unterliegt aber dem lösenden Einfluss von Regen, Schnee, Kohlensäure usw. und kann im Freien den Zerfall des Sandsteins zur Folge haben. Sehr eisenreiche Sandsteine sind fest, aber selten. Ist das einzelne Sandkorn nur von einer dünnen Hülle aus Rot- oder Brauneisenerz umgeben, ohne dass eine vollständige Ausfüllung der Zwischenräume erfolgt ist, so ist die Festigkeit meist sehr gering und die Sandsteine sind wie jene mit tonigem Bindemittel leicht zerreiblich. Sandsteine mit kieseligem Bindemittel widerstehen der Zertrümmerung und Verwitterung am besten, und zwar umso mehr, je reichlicher das kieselige Bindemittel vorhanden ist. Hinsichtlich der Bearbeitbarkeit stehen Ton- und Feldspatsandsteine obenan; kieselige Sandsteine sind sehr schwer zu bearbeiten.

Die Sandgesteine entstehen durch die Ablagerung von Sand durch Flüsse, an der Meeresküste oder in seichten Meeresbecken sowie durch Dünenbildung aus vom Wind verwehtem Sand. Die Zufuhr des Bindemittels ist meist später erfolgt, oder dieses ist durch Umlagerung löslicher Beimengungen oder (wie beim Kalksandstein) durch Verdunstung des kalkhaltigen Wassers entstanden. Sandsteine kommen in fast allen geologischen Formationen vor, namentlich in der Steinkohlenformation, im Rotliegenden, Buntsandstein, Keuper, in der oberen Kreide und im Tertiär.

Die Verwendung des Sandsteins erstreckt sich namentlich auf das Hochbauwesen und die Bildhauerei und richtet sich nach Festigkeit, Witterungsbeständigkeit, Farbe, Bearbeitbarkeit usw. Für den Straßenbau werden nur schwer bearbeitbare, kieselige Sandsteine als Pflaster, Kleinschlag oder Packlage benutzt. Grobkörnige, sehr harte Sandsteine werden zum Mahlen, feinkörnige, tonig-kieselige als Schleifsteine verwendet. Alle Sandsteine, namentlich die kieseligen, nehmen infolge ihrer Porosität – teils auch infolge ihrer Zerklüftung – Wasser auf und bilden demnach reichhaltige unterirdische Wasserreservoirs.

Nach dem geognostischen Alter unterscheidet man die Sandsteine in:

1. Die Grauwacke oder Grauwackensandstein

Grauwacke ist ein klastisches oder Trümmergestein, welches Quarz, Feldspat, Glimmer und kleine Bruchstücke anderer Gesteinen (Kieselschiefer, Tonschiefer ) in fester Verkittung durch ein kieseliges Bindemittel enthält. Diese Gesteine sind grau, rötlich oder auch grünlichgrau gefärbt und ähneln den Sandsteinen.

Durch das kieselige Bindemittel erreichen die Grauwacken einen hohen Festigkeitsgrad, nämlich bis zu 3000 kg auf 1 cm². Ist der Feldspat noch einigermaßen frisch und noch nicht in Kaolin umgewandelt, so sind die Grauwacken mit kieseligem Bindemittel sehr widerstandsfähig gegen Verwitterung und eignen sich ganz besonders für den Straßenbau (Rheinische Mühlsteine). Die Bearbeitung ist allerdings schwierig und die Herstellung von Pflastersteinen oft kostspielig. Vorteilhaft lassen sich die festen Grauwacken als Bausteine, namentlich auch für Wasserbauten, verwenden. Grauwacken, die Kaolin und ein toniges oder kalkiges Bindemittel enthalten, sind ohne besondere Bedeutung.

2. Kohlensandstein

Kohlensandstein besteht aus Quarzkörnern, die durch ein toniges, glimmerhaltiges Bindemittel mit Feldspatstücken verkittet sind. Gewöhnlich liegt er unter Steinkohlenflözen. Die Farbe ist meist hellgrau, rötlich oder gelblich. Der Kohlensandstein ist deutlich geschichtet und schließt vielfach Versteinerungen ein. Im Allgemeinen besitzt er wegen seines tonigen Bindemittels nur mäßige Härte und Wetterbeständigkeit, zuweilen aber größte Härte und Festigkeit. Spezifisches Gewicht 2,6 bis 2,85. Druckfestigkeit auf 1 cm² 500 bis 1200 kg. Die harten Sorten werden im Wasserbau, für Straßenpflaster (Berlin, Hamburg, Magdeburg, Leipzig, Hannover), jene aus dem Nahetal für Quadersteine und einige Sorten des Ottweiler Kreises für Feuerungsanlagen usw. verwendet.

Braunkohlensandstein und Braunkohlenquarzit gehören der Braunkohlenformation an und bilden große Blöcke von hellgelbem oder hellgrauem Sandstein von außerordentlicher Härte. Ihre Außenfläche ist meist glatt und poliert; sie bestehen aus Quarzsand, dessen einzelne Körner durch ein kieseliges Bindemittel (Kieselsäure in Form von Quarz oder Opal) verkittet sind. Sie sind deshalb zäh und schwer zu bearbeiten, gehen auch mit Mörtel nur schwer eine Verbindung ein und werden deshalb für Bauzwecke wenig verwendet, liefern aber einen vorzüglichen Kleinschlag zur Beschotterung.

3. Totliegendes oder älterer totliegender Flözsandstein ist ein Gemenge verschiedener Konglomerate (Urgesteinstrümmer), Quarz, Porphyr, Granit , die durch verschiedene Bindemittel zusammengehalten werden. Beim Rotliegenden ist eisenhaltiger Ton das Bindemittel, wodurch eine braunrote Färbung entsteht; der Grau- oder Weißliegende hat seine Färbung von dem aus verwittertem Feldspat bestehenden Bindemittel, mit dem Quarzkörnchen, Porphyr, Gneis und Granit verbunden sind. Ein porphyrartiges Aussehen hat das Totliegende, wenn größere Quarz- und Feldspatkörner mittels feinen Quarzsandes sowie Glimmer- und Feldspatteilchen verbunden sind.

Die Festigkeit und Widerstandsfähigkeit dieses Sandsteins ist sehr verschieden – von leicht zerreiblich bis hin zu größter Härte und Festigkeit –, was teils von der Korngröße, teils von der Art des Bindemittels abhängt. In der Regel sind Porphyrkonglomerate fest und dauerhaft, während jene mit eisenhaltigem Ton als Bindemittel geringere Festigkeit und Wetterbeständigkeit aufweisen.

Rotliegender Sandstein eignet sich für den Grundbau, Pflasterungen und den Quaderbau (Wartburg bei Eisenach). Vorkommen: Thüringen bei Eisenach, Schwarzwald, Mansfeld, Fichtelgebirge, Schlesien. Die Bearbeitung dieses Sandsteins muss frisch aus dem Bruch erfolgen, da er, wenn er der Luft ausgesetzt ist, fortlaufend an Härte zunimmt.

Lebacher Sandstein gehört dem Rotliegenden des Saar-Nahe-Gebiets an. Die mittel- bis feinkörnigen, nicht sehr festen und nicht besonders wetterbeständigen Sandsteine sind ihrer zarten hellgelblichgrauen Farbe und leichten Bearbeitbarkeit wegen für Hochbauten sehr beliebt, besonders jene von Staudernheim an der Nahe und Lauterecken am Glan. Vielfach werden diese Sandsteine für Säulen, Ornamente, Gesimse und Profilierungen aller Art verwendet. Die Druckfestigkeit des Sandsteins von Medard am Glan beträgt trocken 527 kg, wassergesättigt 415 kg, jene des Sandsteins von Staudernheim 222 kg auf 1 cm². Die Wasseraufnahme des erstgenannten beträgt 6 bis 7 Prozent.

4. Roter und bunter Sandstein . Buntsandstein ist die sandig und tonig entwickelte älteste Schichtengruppe der Triasformation. In den obersten Schichten zeigt er durch die Aufnahme von kalk und Dolomit eine Annäherung an den Muschelkalk. Man gliedert die Buntsandsteinformation in Deutschland in drei Hauptabteilungen:

  1. Oberer Buntsandstein, in Mitteldeutschland „Röt“ genannt, vorwiegend braunrote, selten grünlichgraue Mergel mit Bänken von rötlichem Sandstein , bisweilen auch etwas Dolomit . In Westdeutschland, im Odenwald, Schwarzwald und in den Vogesen werden diese Schichten sandiger und bilden rötliche, rötlichgraue und hellgraue Sandsteine, die auf der linken Rheinseite, besonders in den oberen Schichten, gute Werk- und Hausteine liefern (Sulzbad im Elsass, Forbach in Lothringen, Trier, Zweibrücken in der Pfalz). Der Sulzbader Sandstein kam am Straßburger Münster zur Verwendung.
  2. Mittlerer Buntsandstein, Hauptbuntsandstein, Vogesensandstein. In Mitteldeutschland wechseln mächtige hellrote, rötlichgraue, auch gelbe oder weiße, eher mittelkörnige Sandsteine mit roten, sandigen Schiefertonen ab. Die obersten Schichten werden wegen der dort häufiger aufgefundenen Fährten Chirotheriensandsteine genannt. Die grobbankigen Sandsteine werden für rauhes Mauerwerk, Hau- und Werksteine verwendet und sind sehr wetterfest. In den Vogesen findet sich ebenfalls ein grobbankiger, mittelkörniger, hellroter oder gelbroter Sandstein von großer Wetterbeständigkeit, der sich namentlich für Wasserbauten eignet.
  3. Unterer Buntsandstein, ein meist braunroter, feinkörniger Sandstein von keiner besonderen Wetterbeständigkeit.

Der Buntsandstein ist in der Regel feinkörnig und regelmäßig strukturiert, meist rot gefärbt, seltener gelb, öfter weiß, je nachdem, ob das Bindemittel aus Eisenoxid, Eisenoxidhydrat, Kaolin oder weißem Ton besteht. Er ist unterschiedlich fest und dauerhaft; am festesten sind die quarzreichen und feinkörnigen Varianten.

Der rote oder bunte Sandstein liefert einen vorzüglichen und dauerhaften Baustein. Zuweilen enthält er jedoch kleine Tonkörper, plattgedrückte Nieren oder Nester, die an der Oberfläche des Steins leicht ausgewaschen werden; diese Teile dürfen dann den direkten Witterungseinflüssen nicht ausgesetzt werden.

Die Dome zu Frankfurt am Main, Mainz, Worms, Speyer, Ulm, Straßburg, Freiburg, Basel usw. sowie viele Neubauten in Berlin, Köln, Hamburg und Frankfurt am Main sind aus diesem Stein hergestellt worden. In Thüringen wird der Nebraer rote und weiße Sandstein vielfach für Bruchstein- und Hausteinmauerwerk genutzt. Der rote Buntsandstein kommt in den Vogesen, im Rheinland, in der Pfalz, im Odenwald, Schwarzwald, Spessart (Aschaffenburger oder Mainsandstein), Wesergebirge (Bremer oder Karlshafener Fliesen), am Solling (Stadtoldendorfer), bei Nebra (rot und weiß) usw. vor.

Der aus dem Solling bei Holzminden stammende rotbraune oder rotgraue, feinkörnige Buntsandstein lässt sich in dünnen Platten brechen, die sich für Flurbeläge, Dachdeckungen usw. eignen. Derartige Platten kommen unter dem Namen „Sollinger Platten“ in den Handel und besitzen eine mittlere Druckfestigkeit von 557 kg auf 1 cm². Die Wasseraufnahmefähigkeit beträgt etwa 3,2 Prozent.

5. Keupersandstein besteht aus abwechselnden Schichten von Ton, Tonmergel und Sandstein mit Einlagerungen von Mergelkalk, Dolomit , Kalksteinen usw. Er ist gelblich-weiß, grau, braun, rot, häufig auch gestreift. Man unterscheidet drei Arten:

  1. Unterer Keuper- oder Lettesandstein, sehr gleichmäßig, feinkörnig, gelbbraun, ohne allzu große Härte, liefert einen sehr guten Hau- und Baustein;
  2. Mittlerer Keupersandstein, wegen der in ihm gefundenen Schachtelhalmgewächse auch Schilfsandstein genannt, ist tonig, deutlich geschichtet, grau, grünlich oder gelblich; die unteren, meist mächtigen Schichten liefern gute Bausteine;
  3. Oberer Keupersandstein, auch bunter Keuper genannt, scharfkantig und hellfarbig; teils grob-, teils feinkörnig, hat er entweder ein toniges Bindemittel (und ist dann weich und zerreiblich) oder ist durch kohlensauren Kalk oder Kieselerde gebunden, wodurch er so fest wird, dass das Gestein für Straßenpflaster verwendet werden kann.

Keupersandsteine finden vielfache Verwendung: Die feinkörnigen Arten dienen für feine Profile, Säulen, Kapitäle und Bildhauerarbeiten (Bamberger und Kölner Dom, Ulmer Münster, Hamburger Rathaus usw.), die kieseligen für Straßenpflaster und Mühlsteine.

Vorkommen: Franken, Schwaben (Heilbronner und Stuttgarter), Pfalz, Bayerische Alpen, England.

6. Liassandsteine und Jurasandsteine. Die Sandsteine des Schwarzen Juras (die Liassandsteine) sind feinkörnig, grau oder gelblich gefärbt, kalkhaltig und in plattenförmigen bis schiefrigen Ablagerungen zu finden; sie liefern feste, witterungsbeständige Bausteine. Die Quarzsandsteine Luxemburgs sind weiß oder hellgelb, bei Helmstedt und Hildesheim gelblich-grau; erstere bestehen fast nur aus Quarzkörnern, letztere sind sehr glimmerreiche Sandsteine.

Die Steine des Braunen Juras (Doggerformation) sind braunrot oder gelb, sehr feinkörnig und haben entweder ein toniges oder ein mergeliges Bindemittel; sie sind deshalb nur zum Teil fest, teils dagegen weich und zerreiblich.

Vorkommen der Lias- und Jurasandsteine: Am Seeberg bei Gotha (Erfurter Dom und andere Gebäude, Wartburg bei Eisenach, Berlin); der Doggersandstein von der Porta Westphalica ist für Kirchen, Postgebäude, Brücken usw. in Bremen, Hamburg, Düsseldorf, Minden usw. sehr geschätzt.

7. Wäldersandstein. Kieseliger, feinkörniger Sandstein , hellgelb, gelbgrau, braun, oft gestreift. Er ist fest, hart und sehr dauerhaft. Verwendung für Kirchen- und Monumentalbauten, den Straßen- und Grundbau (Turmhelme des Ulmer Münsters und Kölner Doms, Bremer Rathaus, Niederwalddenkmal, Berliner Siegessäule, Hamburger Börse, Hamburger Rathaus, Nikolaikirche usw.).

Vorkommen: Im Wesergebirge die Deistersandsteine, von denen der feinkörnige Mehler, der Nesselberger, der feste Osterwalder, der schöne und dauerhafte Obernkirchener sowie der besonders harte Stadthagener (für Treppenstufen) die bekanntesten sind. Der Mehler Sandstein ist zwar gut und fest, farblich jedoch etwas matt („tot“); der Osterwalder Sandstein behält seine hervorragende Farbe, ist sehr tragfähig und eignet sich ganz besonders für die Bauplastik. Nahezu ebenso gut, besonders für Bildhauerarbeiten, Architekturteile und Schleifsteine, ist der DeisterSandstein .

8. Quadersandstein oder Elbsandstein, der hauptsächlich in Sachsen, Silesien und Böhmen vorkommt, zerfällt in drei Abteilungen:

  1. Unterer Quadersandstein. Weiß, feinkörnig, mit tonigem Bindemittel; wird meist nur für rauhes Mauerwerk verwendet. Die schlesischen Quadersandsteine von Wartha bei Bunzlau, von der Heuscheuer, Langenau usw. sind mittel- bis grobkörnig und werden vielfach im Hoch- und Brückenbau verwendet. Raumgewicht 2,0; Druckfestigkeit 500 bis 600 kg auf 1 cm²; sie nehmen 7,8 Prozent Wasser auf.
  2. Mittlerer Quadersandstein, lagert entweder unmittelbar auf dem vorigen oder ist von diesem durch Grünsandstein getrennt. Er ist mittel- bis feinkörnig (Cottaer BildhauerSandstein ), und wohl der am meisten verwendete Baustein Deutschlands. Graulich-weiß, mit tonigem, selten etwas kalkigem Bindemittel, ist er weich und leicht zu bearbeiten; kohlige Beimengungen vermindern jedoch die Tragfähigkeit. Durch Schnee, Tau und Verbrennungsgase aus Schornsteinen (namentlich schweflige Säure in Fabrikstädten) wird der geringe Kalkgehalt aufgelöst; das Gestein lockert sich und verwittert bald. Raumgewicht 2,2 bis 2,5; Druckfestigkeit 200 bis 300 kg auf 1 cm²; Wasseraufnahme 8 bis 10 Prozent. Die Steine aus den Brüchen des Gottleubatals von Cotta und Dohna werden für Werksteine und Bildhauerarbeiten verwendet. Die groben Sandsteine mit kieseligem Bindemittel, die fester, tragfähiger und wetterbeständiger sind – z. B. die Steine des Postaer und Liebetaler Grundes im Elbtal –, werden für Außenfronten, Brückenbauten und Mühlsteine gebraucht. Ihre Bearbeitung für Bildhauerwerke ist schwieriger.
  3. Oberer Quadersandstein, weißgrau, gelb oder braun, mit meist tonigem und eisenhaltigem Bindemittel, feinkörnig, einzelne Lagen auch grobkörniger, bisweilen mit kieseligem und sehr festem Bindemittel. Die Gesteine der festeren Bänke (Schandau, Königstein, Hohnstein, Wehlen usw. in Sachsen) werden im Hochbau vielfach verwendet.

Der Quadersandstein besitzt eine vollkommen waagerechte Schichtung, zu der eine gewöhnlich senkrechte Zerklüftung hinzukommt; hierdurch entsteht eine quaderförmige Absonderung, von der das Gestein seinen Namen erhielt.

Quadersteine mit tonigem Bindemittel sind nicht witterungsbeständig und deshalb nur im Inneren von Gebäuden verwendbar. Sie eignen sich dagegen wegen ihrer feuerbeständigkeit für Feuerungsanlagen, die sogenannten „Gestellsteine“ der Hochöfen.

Von den sächsischen Sandsteinen von Cotta und Postelwitz ist ersterer, feinkörnig und von beständiger Farbe, besonders für die Innendekoration geeignet; letzterer, härter und gröber, ist in sehr großen Stücken zu bekommen, schwärzt sich jedoch in größeren Städten (wie Hamburg) leicht an. Der grobkörnige Harzer Sandstein von Lutter am Berge wird in Hannover viel verwendet, gilt in Hamburg jedoch als weniger empfehlenswert.

Weniger verbreitet sind:

9. Grünsandstein, bei welchem das mergelige Bindemittel grünlich gefärbt ist. Hierher gehört auch der weiße oder gelbliche Hilssandstein. Beide gehören, wie der Quadersandstein, der Kreideformation an und geben schöne und dauerhafte Bausteine ab. Grünsandstein ist für viele Bauten in München (Residenzschloss, Pinakotheken, Bahnhof) und Regensburg (Dom und einige Donaubrücken), Ingolstadt, Hildesheim usw. verwendet worden. Vorkommen: bei Regensburg und Braunschweig.

Hilssandstein liefert auch feuerbeständige Steine (Buke und Schwaney im Reg.-Bez. Minden und bei Beckerode im Reg.-Bez. Osnabrück).

10. Galtgrünsandstein ist ein in der älteren Kreideformation (Gault) der Allgäuer Alpen und im Bregenzer Gebiet vorkommender, dichter, an kieseligem Bindemittel reicher und daher sehr fester Sandstein . Er wird zu Pflaster- und Schleifsteinen verarbeitet und als Baustein benutzt.

11. Der Burgberger Grünsandstein, dicht, meist hart, mit mergeligem Bindemittel verkittet, liefert gute Bau- und Schleifsteine. Vorkommen: in untertägigen Steinbrüchen bei Sonthofen.

Der Kreideformation gehören ferner noch an:

12. Der Plänersandstein (Prager Sandstein), ein dünnschichtiger Sandstein , welcher kohlensauren Kalk oder Mergel als Bindemittel hat und sehr feinkörnig und weich ist. Vorkommen: Böhmen.

13. Der Wiener Sandstein (auch Karpatensandstein), ein meist feinkörniger, selten grobkörniger Sandstein mit kohlensaurem Kalk als Bindemittel und deutlicher, oft dünner Schichtung, deren Flächen häufig Glimmerblättchen zeigen. Er liefert einen geschätzten Baustein, der vielfach bei Monumentalbauten der Großstädte Österreichs, Ungarns und Galiziens verwendet wird.

14. Nummulitensandstein, dunkelgrün bis schwärzlich, fein- bis grobkörnig, entweder stark kalkhaltig oder grobe Quarzkörner enthaltend, mit einem Bindemittel aus eisenhaltigem Kalk; er enthält Schalen der Münzmuschel (Nummulina) und Eisenerzkörner. Verwendung für Hau- und Bruchsteine im Hoch- und Wasserbau, Trottoirplatten, Pflastersteine, Mühlsteine und, wenn feinkörnig, auch für Schleifsteine. Vorkommen: in der unteren Tertiärformation, Voralpen bei Bad Tölz.

Eine Abart ist der Haberkornstein.

15. Molassesandstein besteht aus Sandstein , Konglomeraten, Tonen und Mergeln; er ist meist weich, leicht zu bearbeiten, von grauer, bläulicher oder grünlicher Farbe, fein- bis grobkörnig, oft porös. Molassesandsteine gehen oft in Konglomerate über; Sandsteine und auch Konglomerate (Nagelfluh) werden (in München und in Schweizer Städten) vielfach als Werksteine für Hochbauten verwendet, obwohl ihre Witterungsbeständigkeit nicht groß ist. Außerdem sind manche Mergel zur Herstellung von hydraulischem Kalk und Zement tauglich. Das Vorkommen dieser Steine liegt im Norden der Alpen, in der südlichen Schweiz und in Österreich (Salzachtal). In neuerer Zeit wird dieser Stein vielfach durch Fluatieren wetterbeständiger gemacht.

Molassesandsteine mit kieseligem Bindemittel werden ihrer Härte und Festigkeit wegen für Straßenpflaster verwendet, jene mit kalkig-mergeligem Bindemittel für Quadersteine, Treppenstufen, Grabmäler usw. (Schweiz), jene mit tonigem Bindemittel für Feuerungsanlagen. Für allgemeine Bauzwecke sind letztere nicht zu gebrauchen, da sie vom Wasser aufgeweicht und vom Frost zerstört werden.

Zu erwähnen sind noch:

  • der Blättersandstein von Kempten im Mainzer Becken,
  • der Muschelsandstein von Südbayern und der Schweiz,
  • der Sandstein von Fontainebleau in Frankreich (Straßenpflaster und Chausseeanlagen),
  • der Sandstein von Münzenberg bei Gießen,
  • der von Sternberg in Mecklenburg-Strelitz, auch „Sternberger Kuchen“ genannt,
  • FeldspatSandstein von Waldshut (guter Baustein) und
  • Kalksandstein von Weißenbach in Niederösterreich (fester und dauerhafter Baustein).

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