Die Erfindung der Stuckarbeiten aus Gips wird meist den Franzosen zugeschrieben. Allem Anschein nach dürfte die Verwendung von Stuck jedoch weitaus älter sein, als gemeinhin angenommen wird, und seine erste Anwendung den Arabern zuzuschreiben sein. Befremdlich ist jedenfalls, dass bei einem der berühmtesten Bauwerke der Erde, der im Jahre 1348 von Arabern vollendeten Alhambra in Granada, sämtliche prachtvollen, scheinbar massiven ornamentalen Verzierungen aus Gipsstuck bestehen, der sich bis heute – wohl auch durch das spanische Klima begünstigt – tadellos erhalten hat.
Gips eignet sich vorzüglich für Stuckarbeiten. Der Gips dringt in dünnflüssigem Zustand in die feinsten Vertiefungen der Formen ein und füllt diese, aufgrund seines „Treibens“, sehr gut aus. Für Stuck verwendet man am besten einen schwach gebrannten, fein gemahlenen Gips im Verhältnis von 1 Gewichtsteil Gips auf $2\frac{1}{2}$ Teile Wasser.
Trockenstuck und seine Vorteile gegenüber gewöhnlichem Stuck. Preiswerter als der klassische Gipsguss ist infolge der Materialersparnis der sogenannte Trockenstuck, bei dem die Gesimse nebst Verzierungen mithilfe einer Leineneinlage sehr dünn gegossen und dann fertig angesetzt werden. Der Hauptvorzug des Trockenstucks liegt in seinem geringen Gewicht, da er um 80 Prozent leichter ist als gewöhnlicher Stuck.
Holzgips-Trockenstuck bietet einen vollständigen Ersatz für den gewöhnlichen Gipsstuck, ist preiswert, leicht zu befestigen und zeichnet sich durch eine saubere und scharfe Ausführung aus. Dieser Stuck ist nicht einmal halb so schwer wie herkömmlicher Gipsstuck. Holzgips-Trockenstuck wird trocken geliefert und trocken montiert, weshalb er sofort bemalt werden kann; er ist weniger porös als gewöhnlicher Gipsstuck, sodass die Farben darauf viel intensiver wirken. Das Abblättern der Farben, das bei herkömmlichem Gipsstuck häufig vorkommt, wenn dieser beim Anstrich noch nicht vollständig trocken war, ist beim Holzgips-Trockenstuck ausgeschlossen. Dieser Stuck wird mittels dünner Holzschrauben oder Drahtstifte befestigt, wodurch die teuren Ansetzlöcher der Stuckateure entfallen. Bezugsquelle: Richard Schreiber & Co. in Raschau im Erzgebirge, Vertreter: Max Epperlein in Berlin SW. 47, Hornstraße 2.