Der wesentliche Bestandteil dieser Kitte ist Leim oder Gelatine, Hausenblase, Stärkekleister und Gummi arabicum. Feuchtigkeit können die meisten dieser Kitte nicht widerstehen.
Leim. Leimgebende Stoffe oder Kollagene sind Gewebe von Wirbeltieren, die durch anhaltendes Kochen mit Wasser in Leim verwandelt werden. Im chemischen Sinn unterscheidet man Knochenleim (Glutin) und Knorpelleim (Chondrin). Der technische Leim ist das aus beiden Stoffen bestehende Erzeugnis, das je nach Art der verwendeten Rohstoffe hauptsächlich in Lederleim (Hautleim) und Knochenleim eingeteilt wird.
Die im Handel gebräuchlichen Leimsorten sind:
- Tischlerleim ist sowohl Haut- als auch Knochenleim oder eine Mischung aus beiden.
- Kölner Leim ist bester und reinster Hautleim; die feinste Sorte davon ist der in dünnen, durchsichtigen Blättern hergestellte und mit Chlor gebleichte Leim.
- Vergolderleim.
- Patentleim ist reiner, tiefbrauner Knochenleim in sehr dicken Tafeln.
- Klärleim dient als Klärmittel anstelle von Hausenblase für Wein und Bier.
- Leim von Givet ist durchsichtig, rötlich, spröde, in kaltem Wasser löslich, besitzt jedoch nur ein geringes Klebevermögen und wird zum Grundieren (Leimtränken) von Holz und für Leimfarbenanstriche verwendet.
- Russischer Leim ist eine durch Kreide usw. gefärbte Kölner Leimsorte.
- Flandrischer Leim besteht aus dünnen, gelb gefärbten Blättern zur Herstellung von Leimfarben.
- Flüssiger Leim: In 100 Teilen Essigsäure werden 38 Teile Leim gelöst.
- Chromleim dient zum Kitten von Glas, Porzellan, Eisen usw. sowie für fotografische Zwecke.
Um das Verderben des Leimes zu verhindern, empfiehlt sich das Auflösen von 10 g Salicylsäure in 1 kg Leimmasse.
Duramyl vom elektrochemischen Laboratorium der firma Siemens & Halske in Berlin (D.R.G.M. Nr. 28661) als Ersatz für Leim. Das „Duramyl“ – ein durch ein elektrochemisches und chemisches Verfahren gewonnenes Produkt – besitzt Eigenschaften, die seine Verwendung zum Abbinden von Malerfarben anstelle des bisher üblichen, faulenden und schlecht riechenden Leims oder Kaseins als technisch vorteilhaft und wirtschaftlich erscheinen lassen. Seine Eigenschaften, sich in kaltem Wasser nicht zu lösen und erst in siedendem Wasser geruchlos in Lösung zu gehen, sich dann in kalter Lösung tagelang flüssig zu halten und nach dem Eintrocknen der aufgetragenen Lösung eine feste, elastische, gegen atmosphärische Einflüsse in hohem Maße widerstandsfähige Schicht zu bilden, befähigen das Duramyl, die derzeit gebräuchlichen stickstoffhaltigen, eiweißartigen Bindemittel zu ersetzen.
Duramyl ist zu beziehen durch die Firma Dr. Eugen Schaal in Feuerbach bei Stuttgart oder deren Filiale in Berlin SW 29, Solmsstraße 38.