Abschnitt 240

Bereitung des Portlandzement-Mörtels

ca. 5 Min. · 0 Abbildungen · 0 Glossar

Reiner Zementmörtel, d. h. Mörtel , der nur aus Portlandzement und Wasser besteht, wird nur verwendet, wenn ein sehr rasches Erhärten notwendig ist oder wenn dieser dauernd unter Wasser oder in feuchtem Erdreich verbleibt.

Zementmörtel ohne Sandzusatz wird selten angewendet und sollte zumal bei solchen Arbeiten vermieden werden, die den Witterungseinflüssen ausgesetzt sind. Geschieht Letzteres dennoch, so kann man infolge des raschen Austrocknens des Mörtels mit sogenannten Luft- oder Haarrissen rechnen.

Der Sandzusatz beträgt 1 bis 4 Teile und mehr auf je 1 Teil Zement, wobei hier Raum- oder Maßteile zu verstehen sind.

Bei Arbeiten, bei denen eine große Festigkeit erzielt werden soll, sei es in Bezug auf Bruch, Druck, Abscherung, Abnutzung, absolute Wasserdichtigkeit usw., nehme man 1 Teil Portlandzement und 1 bis 2 Teile Sand. Den Mörtel für sonstiges Mauerwerk, Fundamente usw. bereitet man aus 1 Teil Zement und 3 bis 4 Teilen Sand. Der fertige Mörtel macht nur $3/4$ der einzelnen Mischungsteile aus; so geben z. B. 1 Teil Zement und 2 Teile Sand nur 2,25 Teile Mörtel usw.

Wenn vorzüglich gute Zemente, wie z. B. die Portland- und Romanzemente, mit Wasser angemacht werden, so erhärten sie schon nach einigen Minuten; andere gelangen erst nach einigen Stunden in einen solchen Härtezustand, dass sie keinen Eindruck mehr von den Fingern annehmen. Diesen Vorgang nennt man das Abbinden des Zements. Die völlige Erhärtung, in der der Zement zu einer steinartigen Masse wird und eine größere oder geringere Festigkeit und Dichtigkeit annimmt, erreicht er erst nach Verlauf von mehreren Wochen, ja selbst nach Monaten. Das Abbinden und Erhärten des Zements steht insofern in keinem engen Zusammenhang zueinander, als der rascher bindende Zement nicht immer auch der rascher erhärtende ist; es wäre daher unrichtig, aus einem solchen Zusammenhang Schlüsse auf die Güte eines Zements zu ziehen.

Langsam bindender Zement wird dichter als rasch bindender, weil bei dem ersteren die einzelnen Teilchen mehr Zeit haben, das Wasser zu verdrängen, sich dichter aneinanderzuschließen und sich an den Sand anzulagern, wodurch in kürzerer Zeit eine höhere Festigkeit erzielt wird als bei rasch bindendem Zement.

Allgemein wendet man langsam bindenden Zement, namentlich Portlandzement, an und gibt diesem wegen der größeren Anfangsfestigkeit und der leichteren und sicheren Verarbeitbarkeit den Vorzug. Erfordern die Arbeiten ein rasches Abbinden des Mörtels, wie z. B. bei Wassereindrang, bei Verputzarbeiten oder bei kalter, feuchter Witterung, so ist rasch bindender Zement anzuwenden.

Bei der Anmischung des Zements muss der Sand innig mit dem Zement gemischt sein, bevor das Wasser zugesetzt wird.

Alle Zementmörtel verlangen eine kräftige, schnell ausgeführte Durcharbeitung. Sie müssen gleich anfangs in der erforderlichen Konsistenz angemacht werden und jedes spätere Nachgießen von Wasser muss unterbleiben. Ihre Verwendung muss stets in frischem Zustand geschehen; und da die meisten dieser Mörtel schon innerhalb von 10 bis 15 Minuten erhärten, so darf nie mehr Masse angemacht werden, als in der Hälfte dieser Zeit verarbeitet werden kann, weil sonst der im Gefäß befindliche Mörtel unbrauchbar wird.

Damit die Zementmörtel das zum Abbinden nötige Wasser nicht verlieren, muss man die Steine vor dem Vermauern gehörig mit Wasser tränken; auch ist es gut, wenn man das Mauerwerk später mit einer Brause von Zeit zu Zeit so lange benetzt, bis der Mörtel erhärtet ist. Zementmauerwerk, welches im Sommer der Sonnenhitze ausgesetzt ist oder sonst wie durch zu große Wärme auszutrocknen droht, schützt man dadurch, dass man es mit Säcken abdeckt, die stets feucht gehalten werden.

Mischungsverhältnisse für Zementmörtel. 1 Raumteil Zement $+$ 2,5 Raumteile Sand ergibt 2,5 Raumteile Mörtel ; 1 Raumteil Zement $+$ 3 Raumteile Sand ergibt 3 Raumteile Mörtel ; 1 Raumteil Zement $+$ 2 Raumteile Sand ergibt 2,2 Raumteile Mörtel .

Bei 2,5 Teilen Sand füllt der Zement genau die Zwischenräume des Sandes. Wasserundurchlässige Mauern dürfen daher nur mit Zementmörtel im Mischungsverhältnis von höchstens 1 : 2,5 gemauert werden. 1 Raumteil Zementmörtel $+$ 2 bis 2,5 Raumteile Steinschlag ergeben 2 bis $2\frac{1}{2}$ Raumteile Beton.

1 Teil Zement $+$ 2 Teile Sand$=$ 2 Teile Mörtel $+$ 4 Teile Steinschlag$=$ 4 Teile Beton.

Anwendung des Portlandzements als Trass - oder Mörtelzuschlag. Beim Trass wurde bereits mitgeteilt, dass alle Zuschläge, die bezwecken, einen gewöhnlichen Luftmörtel hydraulisch zu machen oder ihm größere Festigkeit zu geben, in jeder Weise vorteilhaft durch Portlandzement zu ersetzen sind. Man bezeichnet solche Mischungen aus fettem Kalkmörtel mit Portlandzement als „verlängerte Zementmörtel“.

Dem Trass gegenüber bietet der Portlandzement absolute Sicherheit. Jener liefert oft Mörtel , die durch Frost angegriffen werden.

Zementkalkmörtel oder verlängerte Zementmörtel. Bei der Herstellung des verlängerten Zementmörtels verfährt man am sichersten, wenn man von der nach Beschaffenheit des Sumpfkalkes und des Sandes erprobten Mörtelmischung für jeden Raumteil beizumengenden Zements einen Raumteil Sumpfkalk abzieht. Es ergeben sich dann folgende einfache Mischungsverhältnisse: 2 Raumteile Sumpfkalk, 1 Raumteil Zement, 6 bis 12 Raumteile Sand; $1\frac{1}{2}$ Raumteile Sumpfkalk, $1\frac{1}{2}$ Raumteile Zement, 6 bis 12 Raumteile Sand; 1 Raumteil Sumpfkalk, 2 Raumteile Zement, 6 bis 12 Raumteile Sand.

Der Kalkzementmörtel erhärtet auch unter Wasser, aber langsamer als reiner Zementmörtel. Die passendste Verwendung findet er dort, wo ein beständiges Versenken unter Wasser ausgeschlossen ist, wie bei Fundamentierungen, Kellerbauten, Gewölben usw. Zum Verputz feuchter Wände und als Luftmörtel für Mauerwerk mit großer Feuchtigkeit ist der Kalkzementmörtel dem reinen Zementmörtel vorzuziehen.

Durch Kalkzusatz zum Zement wird nicht nur eine Ersparnis erzielt, sondern der Zementkörper, Beton usw. wird tatsächlich besser und fester. Die Hauptsache bei der Kalkzumischung zu Zementarbeiten ist das richtige Löschen des Kalkes. Ferner muss der gut abgelöschte Kalk in richtiger Weise dem Zementmörtel zugemischt werden. Man darf niemals den Kalk zum Zementmörtel oder umgekehrt geben, sondern die vorbereiteten trockenen Rohstoffe Sand und Zement werden innig trocken gemischt und mittels des zu Milch verdünnten Kalkes zu Mörtel bereitet. Nur bei dieser Mischungsweise ist man sicher, dass jedes Sandkorn den Zement und den Kalk im richtigen Verhältnis zugeteilt erhält. Der Kalkzementmörtel ist plastisch, leicht zu verarbeiten und verträgt ohne sichtbaren Nachteil ein öfteres Aufrühren im Laufe von 24 bis 36 Stunden.

Datenansicht

Keine Einträge

Keine Abbildungen für diesen Abschnitt.