Hierunter versteht man alle natürlichen hydraulischen Kalke von hohem Kieselsäuregehalt. Diese löschen sich nach dem Brennen durch Eintauchen in Wasser nicht mehr und müssen daher in Pulverform angewendet werden. Kalkablagerungen (Mergel), die einen Kieselgehalt von 20 bis 30 Prozent und dabei ein sehr gleichmäßiges feines Korn haben, eignen sich namentlich zur Herstellung von Romanzementen.
Die Gesteine werden nach dem Abtrocknen der Erdfeuchtigkeit in Kalköfen bei schwacher Rotglut gebrannt, wobei die Kohlensäure des Mergels entweicht. Je höher der Kieselsäuregehalt ist, desto vorsichtiger muss eine Sinterung des Materials vermieden werden. Mergel mit 20 Prozent Kieselgehalt vertragen eine schwache Sinterung und werden dadurch besser. Die gebrannten Mergel werden sofort zu Pulver zermahlen. Sie ergeben meist leichte Zemente; nur die gesinterten Mergel liefern ein schweres, dem Portlandzement ähnliches Pulver. Die Farbe der Romanzemente wechselt stark, meist herrschen braune und gelbgraue Töne vor. Die Zahl der vorkommenden Sorten ist sehr groß.
Der Romanzement (hydraulischer Zement, Zementkalk) ist ein Kalk mit so wesentlichen hydraulischen Eigenschaften, dass das aus den gebrannten Steinen hergestellte Pulver unter Wasser anzieht und in kurzer Zeit erhärtet. Wenn die gebrannten Stücke von Romanzement mit Wasser besprengt werden, so zerfallen sie nicht, sondern müssen vor ihrer Verwendung gemahlen werden.
Die Struktur des auf diese Weise gewonnenen Pulvers ist körnig, die Farbe gelblich in verschiedenen Abstufungen bis braun und dunkler als die der hydraulischen Kalke. Beim Anmachen erwärmt sich Romanzement schwach oder ganz unmerklich; er soll volumenbeständig sein und darf, der Luft oder dem Wasser ausgesetzt, nicht treiben, rissig werden oder abblättern; er hat unter allen hydraulischen Bindemitteln die kürzeste Bindezeit. Der mit Romanzement hergestellte Mörtel eignet sich besonders für Bauten unter Wasser.