Zur Herstellung derselben bedient man sich des Magnesiazements, von dem ein Gewichtsteil mehrere Gewichtsteile anderer Stoffe, wie Sand, Steinbrocken u. s. w. bindet. Gegossene und gepresste Zementsteine aus Portlandzement mit Zusatz von Sand, Ziegelmehl und dergl. erhalten eine vorzügliche Härte, wenn man für die Oberfläche derartiger Erzeugnisse einen Zusatz von pulverisierter Schlacke anwendet. Letztere geht eine innige Verbindung mit dem Zement ein und erhöht dessen hydraulische Eigenschaft. Zur Anfertigung von Trottoirplatten hat sich eine Mischung von 3 Teilen Sand auf 1 Teil guten Portlandzement vorzüglich bewährt.
Betonziegel. Folgende Mischungsverhältnisse werden empfohlen:
12 Raumteile Kalk, 15 Raumteile Gips, 80 Raumteile Sand; 2 " " 1 " " 10 " " 2 " " 2 " " Zement, 12 " " 3 " " 1 " " " 20 " " 3 " " 2 " " " 20 " "
Die , , zeigt einen Zement-Dachfalzziegel, Modell „C“ von C. Lucke in Eilenburg. Die Länge beträgt 500 mm bei einer Breite von 390 mm.
, , stellt einen Parallelfalzziegel Modell „L“ dar und , , einen Parallel-Doppelfalz-Dachziegel mit Kopfverschluss, Modell „N“; beide von C. Lucke in Eilenburg bei Leipzig. Die Größe des Ziegels „L“ beträgt 390 mm Länge bei 220 mm Breite; die Deckfläche eines solchen Ziegels hat eine Länge von 330 mm und eine Breite von 200 mm. Auf 1 m² Dachfläche sind 15 Stück erforderlich; das Gewicht eines Quadratmeters Dachziegel liegt bei ca. 38 kg.
Die Größe des Ziegels „N“ beträgt 390 mm Länge bei 225 mm Breite; die Deckfläche misst 330 mm in der Länge und 200 mm in der Breite. Auf 1 m² Dachfläche sind 15 Stück erforderlich; das Gewicht eines Quadratmeters Dachziegel beträgt etwa 36 kg. Die breiten Wasserrinnen sind im Gegensatz zu ähnlichen Ziegeln nicht durchlaufend gestaltet. Der Regen oder Schnee mitführende Wind stößt demnach schon am oberen Ende der Wasserrinnen auf Widerstand; jedes weitere Durchdringen wird durch die Kopf- und Fußleiste der beiden übereinandergreifenden Ziegel wirksam verhindert.
, , zeigen die obere und untere Seite eines Parallel-Doppelfalz-Dachziegels, Modell „O“ derselben Firma (in Biberschwanzform). Die Länge des Ziegels beträgt 400 mm bei einer Breite von 225 mm; seine Deckfläche ist 340 mm lang und 200 mm breit. Für 1 m² Dachfläche werden 14½ Stück benötigt; das Gewicht eines Quadratmeters Dachziegel beträgt etwa 36 kg.
Die oben genannte Firma stellt zudem drei verschiedene Modelle für Zementfirstziegel her.
Zementrohre. Zementrohre besitzen bei ordnungsgemäßer Ausführung gegenüber Tonrohren eine ganz außerordentliche Widerstandsfähigkeit und halten jedem vorkommenden Druck stand. Zudem sind sie wegen ihrer geraden Sohlfläche sehr leicht und stabil einzubetten. In immer größerem Umfang kommen daher bei Kanalisationen Zementrohre zur Verwendung. Zur Herstellung von Zementrohren wird gewöhnlich eine Mischung aus 1 Raumteil Zement und 5 bis 6 Raumteilen Kiessand verwendet.
Zementröhren mit Asphaltfutter. Zum Schutz gegen saure Kanalabwässer versieht F. M. Dahlhoff die Zementröhren mit einem Asphaltfutter. Bei Versuchen der Firma wurden die Röhren mit konzentrierten Säuren behandelt, ohne dass eine Änderung an ihnen feststellbar war. Das Futter kann sowohl in Beton- als auch in Monierrohren angebracht werden und ist so glatt wie die Glasur eines Steinzeugrohrs. (Technische Rundschau 1901, S. 112.)
Das Formen von Zementrohren. In verhältnismäßig kurzer Zeit haben sich die aus Zement und Kiessand hergestellten Zementröhren allgemein etabliert. Die Zementrohrformen der Maschinenfabrik C. Lucke in Eilenburg bei Leipzig zeichnen sich durch Stabilität, Dauerhaftigkeit sowie eine zweckmäßige Einrichtung aus.
Ein Haupterfordernis bei Zementrohrformen ist ein zweckmäßiger Verschluss der einzelnen Formteile, um diese nach der Herstellung eines Zementrohrs möglichst leicht und ohne Beschädigung des frisch gestampften Rohrs lösen, aber auch möglichst schnell wieder zusammensetzen zu können. Der alte Keilverschluss war sehr unzweckmäßig; das Herausschlagen der Keile verursachte solche Erschütterungen, dass gewöhnlich Brüche im frisch gestampften Zementrohr entstanden.
Eine große Verbesserung brachten die Schraubenverschlüsse, weil sie ein allmähliches, ruhiges Lösen der Formteile ermöglichten, sodass das Zementrohr nicht beschädigt wurde. Hierbei mussten jedoch unter unnötigem Zeitverlust die Muttern zuerst vollständig abgeschraubt und entfernt werden, bevor man die Vorderwand abnehmen konnte. Zudem war das Abnehmen der Vorderwand durch die feste Führung der Schrauben erschwert, wodurch oft Teile der Zementmasse an ihr hängenblieben und somit vom fertig gestampften Zementrohr abgerissen wurden.
Diese Nachteile werden durch die Scharnier-Schrauben-Verschlüsse beseitigt, mit denen die Vorderwand der Zementrohrformen von C. Lucke in Eilenburg ausgestattet ist. Die Muttern werden hierbei nur ein kurzes Stück gelöst, bleiben aber auf den scharnierartig beweglichen Schrauben sitzen, woraufhin man diese einfach seitlich wegschwenkt. Neben der Zeitersparnis ist der größte Gewinn, dass die Vorderwand frei abgenommen werden kann, anstatt einer zwangsweisen Führung folgen zu müssen, was ein sauberes Ablösen der Wand von der Zementmasse ermöglicht.
Zudem besitzen die Zementrohrformen von C. Lucke in Eilenburg folgende vorteilhafte Einrichtung: Zum Festhalten des Kerns (des inneren Formkörpers) während des Aufstampfens der Masse dienten früher meist Absteifungsschrauben, die durch Mantel und Kern gingen. Dies erforderte zunächst ein mühsames Zusammenschrauben; zudem waren diese Schrauben beim Einstampfen der Masse sehr hinderlich und mussten schließlich zeitaufwendig aus dem Inneren des Kerns heraus gelöst werden. Nach dem Entfernen der Schrauben blieben Löcher im fertigen Zementrohr zurück, die später mühsam zugekittet werden mussten.
Heute wird der Kern stattdessen durch die viel einfacheren und sehr schnell zu handhabenden Absteifungsklappen gehalten. Eine Behinderung beim Stampfen gibt es nicht mehr, und das fertige Zementrohr bleibt frei von Löchern, sodass ein nachträgliches Zustopfen entfällt.
Die Formen können direkt nach dem Einstampfen des Rohrs auseinandergenommen werden, ohne dass das Rohr in sich zusammenfällt. Man kann daher mit einer einzigen Form eine größere Anzahl Rohre an einem Tag herstellen, sofern die nötigen Untermuffen vorhanden sind.
In der , , ist eine schmiedeeiserne Form für Zementrohre mit eiförmigem Querschnitt der Maschinenfabrik C. Lucke in Eilenburg bei Leipzig dargestellt.
Die , , zeigen die sogenannten Triumph-Zementrohrformen der Eisengießerei und Maschinenfabrik Niederburg Gg. Wittmer in Ettlingen bei Karlsruhe. Durch wenige Umdrehungen der Schraubenhalter an der Sohlseite sowie das Abziehen der Muffen von den konischen Zapfen an der Scheitelseite per Hand sind die Formteile gelöst. Dieser neue Verschluss beruht darauf, dass die zusammenstoßenden Kanten zweier Formteile durch ineinandergreifende halbe konische Zapfen und darübergeschobene Muffen im Moment des Zusammenfügens exakt in die richtige Position gebracht und dort so festgehalten werden, während der dritte Formteil durch ein System von Winkelhebeln und Schrauben mit Stangenschlössern unter gleichzeitigem Zusammenziehen der beiden anderen Formteile an diese angepresst wird.





