Torfsoden, etwa in Form und Größe von Ziegelsteinen, werden auf dem Land bisweilen zum Bau von Wänden verwendet, was jedoch wegen der Feuergefahr in der Regel polizeilich verboten ist. Dagegen spielt der Torfmull oder Torfgrus in der Landwirtschaft sowie im Bauwesen bei Torfmullstreu-Toiletten, zur Isolierung von Eiskellern und Eishäusern u. s. w. eine gewisse Rolle.
Verwendung von Torfmull zur Dachdeckung. Eine neue Verwendung von Torfmull zur Dachdeckung wurde dem Erfinder Freiherrn von Wangenheim zu Spiegel patentiert. Die Torfmasse wird mit Ölteer vermischt und über Dachpappe 1 bis $1\frac{1}{2}$ cm stark aufgetragen. Dieses Dach ist fugenlos, daher dicht, wird nicht hart oder brüchig, schützt vor Kälte sowie Wärme und soll unveränderlich bleiben, weshalb keine Reparaturen anfallen. Hierdurch soll es billiger sein als alle anderen Dächer; in Spiegel soll es sich bereits seit über 10 Jahren bewährt haben.
Moostorf eignet sich, wie die Moostorfstreufabrik L. Lemmermann in Ottersberg a. H. angibt, zur Herstellung von Moostorfdächern. Um eine leichte und warme Bedachung zu erzielen, werden die Sparren von innen mit Brettern verschalt und der Zwischenraum bis an das Dach mit Moostorfstreu ausgefüllt. Die äußere Bedachung kann dann beliebig mit Pappe, Zink u. s. w. ausgeführt werden. Ein so gedämmtes Dach ist ein sehr schlechter Wärmeleiter.