Professor Artus will ein Mittel gefunden haben, den gewöhnlichen Kalkmörtel ohne nennenswerte Kosten und Mühe wesentlich zu verbessern; dieses ist folgendes: Ein gewöhnlicher Mörtel , aus 1 Teil gutem gelöschten Kalk und 3 Teilen feinem Bausand zubereitet, wird unmittelbar vor der Verwendung noch mit $\frac{3}{4}$ Teil fein gepulvertem, ungelöschtem Kalk innig vermischt und rasch verarbeitet. Die Masse erhitzt sich, die Silikatbildung beginnt sofort und geht so rasch voran, dass bei Versuchen schon nach vier Tagen kein spitzes Eisen mehr in den Mörtel getrieben werden konnte und nach zwei Monaten die völlige Steinbildung und Verwachsung mit dem Mauergestein erfolgt war. Dabei besteht der besondere Vorteil, dass sich diese Masse für Luft- und Wassermörtel gleichermaßen gut eignet. Dem als Außenputz zu verwendenden Mörtel darf man keinen Gips zusetzen, weil hierdurch ein „Treiben“ des Putzes verursacht wird. Dagegen ist ein Zusatz von Zement zum Kalkmörtel als Verbesserung des Mörtels zu bezeichnen.
Abschnitt 195
Die Erhärtung des Kalkmörtels
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