Abschnitt 144

b) Einteilung des Holzes

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Man teilt das Holz ein in: Bauholz, Werk- oder Nutzholz, Brennholz und Strauchholz. Das Bauholz zerfällt in

1. Rundholz oder unbeschlagenes Holz.

HolzartLänge von (m)Länge bis (m)Zopfstärke von (cm)Zopfstärke bis (cm)
a) Extrastarkes Bauholz14163136
b) Starkes Bauholz12142631
c) Mittelbauholz9121826
d) Kleinbauholz9111318
e) Bohlstämme791214
f) Lattstämme67811
g) Schwammbaum oder rindschäliges Holz9122126
h) Sägeblöcke, der untere stärkste Teil der Stämme583648

Die Zopfstärke der Rundhölzer rechnet man von 2 zu 2 cm und die Länge von 20 zu 20 cm. Bei Bearbeitung von Rundholz im Wald wird den Blöcken ein Aufmaß von 10 cm, dem Langholz ein Aufmaß von 15 cm bewilligt.

Extrastarkes und starkes Bauholz liefern ungetrennt Ganzholz, ein- und zweimal mit der Säge aufgeschnitten, Halbholz und Kreuzholz.

Mittelbauholz gibt als Ganzholz Balken für Gebäude von mäßiger Tiefe, getrennt Hölzer für Dachverbände, Fachwerkwände usw.

Kleinbauholz (splintreich und kernarm) wird wie Mittelbauholz, jedoch meist einstämmig, verwendet.

Schwamm- oder rindschälige Stämme werden in ihren noch gesunden Teilen zu Staken der Windelböden, Spließen für Ziegeldächer usw. verwendet.

2. Kantholz oder bearbeitetes Holz, mit der Axt, dem Beil oder der Säge bearbeitet. Man unterscheidet:

a) Ganzholz, wenn aus dem Stamm nur ein Stück geschnitten oder gehauen ist. b) Halbholz, wenn aus dem Stamm zwei Stücke herausgeschnitten werden, derselbe also in der Mitte aufgetrennt wird. c) Kreuzholz, wenn aus dem Stamm vier Stücke geschnitten werden.

Für die Länge der Kanthölzer gelten dieselben Aufmaße wie für Rundholz.

Unter baumkantigem, waldkantigem oder schalkantigem Holz versteht man behauenes oder geschnittenes Bauholz, das keine scharfen Kanten hat, sondern an diesen die ursprüngliche Rundung des Baumstammes erkennen lässt.

3. Schnittholz wird durch Zersägen der Sägeblöcke gewonnen, entweder in Sägewerken oder mittels der Schrotsäge, die von zwei Arbeitern geführt wird. Das Schnittholz unterteilt sich in:

a) Bohlen, 5 bis 15 cm stark (in Stärken von 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12 und 15 cm); b) Bretter, 1,5 bis 4,5 cm stark und zwar

  • Ganze Spundbretter, 4,5 cm stark,
  • halbe Spundbretter, 3,5 und 4 cm stark,
  • Tischlerbretter, 3 cm stark,
  • Schalbretter, 2,5 cm stark,
  • Kistenbretter, 0,5 bis 2 cm stark.

Bretter erhalten die Länge des Sägeblocks, also 8,0, 7,0, 6,0, 5,50, 5,0, 4,50, 4,0 oder 3,50 m, niemals weniger als 3,0 m oder mehr als 8,0 m. Die Dicke beträgt nach den Normalprofilen 1,5, 2, 2,5, 3, 3,5, 4 und 4,5 cm. Die Breite richtet sich nach der Dicke des Blocks; besäumte Bretter haben eine von Zentimeter zu Zentimeter steigende Breite.

Die beiden äußersten Abschnitte des Stammes haben einen segmentförmigen Querschnitt und heißen Schalen oder Schwarten.

Die dünnsten Bretter von 0,5 mm bis 5 mm Stärke werden Furniere genannt. Die dünnen Bretter für Zigarrenkisten usw. werden jetzt nicht mehr mit der Säge geschnitten, sondern mit Messern von den vorher gedämpften Holzblöcken durch einen spiralförmigen Schnitt abgeschält wie die Furniere.

c) Latten. Man unterscheidet:

  • Dachlatten, 6,5 cm breit und 4 cm stark,
  • Doppellatten, 8 cm breit und 4 bis 5 cm stark,
  • Spalierlatten, 4 cm breit und 2 bis 3 cm stark,
  • Gipslatten, 1 bis 2 cm stark, für Gipsdecken und -wände als Unterlage des Gipsputzes.

4. Spaltholz wird in Form von Stakhölzern für die Windelböden oder in Form von Schindeln verwendet. Stakhölzer sind 3 bis 4 cm stark; sie werden mit Stroh und Lehm umwickelt und dienen zur Bildung der Zwischendecken. Meist werden jetzt Schwarten und Bretter statt der gespaltenen Stakhölzer verwendet.

Dachschindeln sind zur Dachdeckung und Wandbekleidung dienende brettartige Hölzer von 7,5 bis 15 cm Breite und 0,6 bis 2,5 cm Dicke. Sie werden meist aus Klötzen von Fichten-, Tannen-, Buchen- oder Eichenholz durch Spalten nach der Richtung der Spiegel hergestellt, sodass sie keilförmig ausfallen, an der einen Längsseite etwas dicker als an der anderen.

Man unterscheidet: Schaarschindeln von 45 cm Länge und 12 bis 18 cm Breite und Legschindeln von 90 cm Länge und 18 bis 30 cm Breite. Die Maschinenschindeln sind zwar glatter, gleichmäßiger und billiger als die gespaltenen Schindeln, reißen aber leicht und werfen sich mehr.

Auf Antrag des Innungsverbandes deutscher Baugewerksmeister sind Anfang August 1898 vom preußischen Minister der öffentlichen Arbeiten und zugleich von den obersten Reichsbehörden Normalprofile für Kanthölzer und Schnittmaterial (Bretter, Bohlen, Pfosten, Latten) festgesetzt und deren Beachtung bei der Aufstellung von Kostenanschlägen vorgeschrieben.

Tabelle der Normalprofile für Bauhölzer in Zentimetern.
81012141618202224262830
8/88/10
10/10
10/12
10/12
10/14
12/14
14/14
12/16
14/16
16/16
14/18
16/18
18/18
14/20
16/20
18/20
20/20
16/22
18/22
20/22
18/24
20/24
24/24
20/26
24/26
26/26
22/28
26/28
28/28
24/30
28/30
28/30
Tabelle für Schnittmaterial (Bretter, Bohlen, Pfosten, Latten).

In Längen von 3,50, 4, 4,50, 5, 5,50, 6, 7 und 8 m. In Stärken von 15, 20, 25, 30, 35, 40, 50, 60, 70, 80, 90, 100, 120 und 150 mm. Besäumte Bretter in Breiten von Zentimeter zu Zentimeter steigend.

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