Der am Rhein hauptsächlich in der Gegend von Neuwied vorkommende Bimssand liefert in Verbindung mit hydraulischem Kalk die sogenannten Schwemm- oder Tuffsteine. Diese außerordentlich leichten und porösen Bausteine, die vor allem für Zwischenwände verwendet werden, werden bei Neuwied alljährlich in Millionenhöhe hergestellt. Bisher geschah dies meist durch das manuelle Einschlagen der angefeuchteten Rohstoffmischung in Formen und anschließendes leichtes Nachdrücken mit einer Blechplatte. Dass bei dieser einfachen Art des Ziegelstreichens keine besonders hohe Festigkeit erzielt werden kann, liegt auf der Hand; nur eine maschinelle Pressung kann den erforderlichen Druck erzeugen.
Rheinische Schwemmsteine wirken hervorragend isolierend und eignen sich deshalb für die Fachwerkausmauerung sowie zur Herstellung leichter Gewölbe, für Kühlanlagen, Bier- und Eiskellerbauten, Kesseleinmauerungen usw.
Bezugsquelle: Hubaleck & Co., Weißenthurm am Rhein.
Man unterscheidet zwei Arten rheinischer Luftsteine:
- Die bessere Sorte dient zur Errichtung ganzer Gebäude, selbst für die Außenwände. Hierbei wird der Bimssand mit mehr oder weniger trierischem Kalk (der hydraulisch ist) in dünnbreiigem Zustand gemischt, in Formen gefüllt, mit einem Schlägel festgeklopft und anschließend jeder einzelne Stein auf einem passend großen Brett in Gerüsten an der Luft getrocknet.
- Die einfachere Sorte dient hauptsächlich zum Ausmauern von Fachwerkwänden, zum Errichten von Innenwänden und gelegentlich zur Herstellung unbelasteter Gewölbe. Für diese Steine wird lediglich gewöhnlicher Fettkalk verwendet.
Die Kunsttuffsteine und -platten von Dr. L. Grote in Uelzen (Bez. Hannover) sind feuerfest, leicht und schalldämmend. Sie eignen sich für Zwischenwände, als Unterlage für Fußböden zum Schutz gegen Kälte und Wärme, zur Isolierung von Holzwänden und Decken, Shed- und Wellblechdächern, feuchten Räumen, Eiskellern, Dampfkesseln und Rohren.
Isolierbimsmaterial: Das Isolierbimsmaterial von Heinr. Schneider in Neuwied am Rhein, welches sowohl als lose Masse (Isolierbims) als auch in Form von Steinen (Isolierbimssteine) Anwendung findet, hält sowohl hohen Temperaturen als auch Feuchtigkeit und Nässe stand, ohne seine isolierenden Eigenschaften einzubüßen.
In dem etwa vier Quadratmeilen großen Neuwieder Becken findet sich ein Naturprodukt, das man in Europa ansonsten nur noch an zwei Stellen, nämlich am Vesuv und auf den Liparischen Inseln, antrifft. Es handelt sich um den sogenannten Bimssand, ein vulkanisches Produkt der ehemals aktiven Eifelvulkane, das sich hier unter einer durchschnittlich 1 m dicken Humusschicht in einer Stärke von 2 bis 4 m abgelagert hat. Der Bimssand enthält zu einem großen Teil Kieselsäure, ist sehr leicht sowie porös und als schlechter Wärmeleiter bekannt. Der Isolierbims besteht aus den ausgesucht leichteren und größeren Körnern dieses vulkanischen Bimssands. Im Querschnitt zeigt er neben der sehr porösen Struktur eine Menge eingeschlossener Luftblasen; sein spezifisches Gewicht liegt bei 0,375.