Zink kommt in der Natur nie gediegen vor, sondern muss aus Erzen gewonnen werden. Das spezifische Gewicht beträgt bei gegossenem Zink 6,85, bei gewalztem und gehämmertem 7,2. Reines Zink ist bläulich-weiß, besitzt einen starken Metallglanz und zeigt einen blättrig-kristallinen Bruch. Zink ist härter als Silber, aber weicher als Kupfer. Bei Raumtemperatur ist es recht spröde, lässt sich nur wenig biegen und bricht leicht, kann aber gehämmert werden. Bei 100 bis $150^\circ\text{ C}$ wird es so weich, dass es sich zu dünnem Blech (Zinkfolie) auswalzen lässt. Über $150^\circ\text{ C}$ nimmt die Verformbarkeit wieder ab, und bei $200^\circ\text{ C}$ ist es so spröde, dass man es zu feinem Pulver zerstoßen kann. Die Zähigkeit des Zinks lässt sich durch einen Bleizusatz von 0,5 % erhöhen.
An feuchter Luft oxidiert Zink; es überzieht sich mit einer dünnen Schicht aus kohlensaurem Zinkoxid, die fest haftet und die darunterliegenden Metallschichten vor weiterer Oxidation schützt.
Zink besitzt eine hervorragende Gießbarkeit, füllt die Gussformen gut aus und liefert feine Abgüsse. Neben Gussstücken wird Zink auch für Treibarbeiten (Dach- und Turmspitzen, Gesimse, Baluster usw.) verwendet. Ferner wird es zur Herstellung von glatten, wellenförmigen sowie bombierten (d. h. gewölbten wellenförmigen) Blechen genutzt. Das glatte Rohblech wird in 26 Stärkennummern von 0,1 bis 2,68 mm Dicke und in den Abmessungen $0,65 \times 2,0$ m, $0,8 \times 2,0$ m, $1,0 \times 2,0$ m oder $1,0 \times 2,5$ m hergestellt.
Zinkblech dient insbesondere für Dachdeckungen und Dachrinnen, wird aber auch für Gefäße aller Art verwendet. Zinkwellblech wird in 5 Profilen mit einer Wellenbreite von 20 bis 117 mm, einer Wellenhöhe von 6 bis 20 mm und einer Blechstärke von 0,4 bis 1,20 mm hergestellt. Bombiertes Zinkwellblech hat eine Blechstärke von 0,50 bis 1,02 mm bei 117 mm Wellenhöhe und 55 mm Wellenbreite. Für Dachrinnen und Fallrohre verwendet man die Nummern 9 bis 12, für Dachdeckungen die Nummern 13 und 14, für Badewannen 15 und 16, für Wasserkästen Nr. 17 und für große Wasserbehälter die Nummern 18 bis 26. Die Nummern 1 bis 8 werden für Haushaltsgegenstände verwendet.
Für Dachdeckungen werden nicht nur glatte und wellenförmige Blechtafeln benutzt, sondern auch Nachahmungen von Schindeln, Dachziegeln und Schieferplatten aus Zinkblech.
Zerstörende Wirkung gewisser Ziegelarten auf Zink. Bei der Zinkbedachung der Berliner Markthallen machten an jenen Stellen, an denen die Bleche direkt auf dem Ziegelmauerwerk auflagen, zahlreiche zerfressene Stellen im Metall eine Erneuerung der Platten erforderlich. Die Analyse der Ziegel zeigte, dass diese bis zu 1,14 % lösliche Salze enthielten, deren zerstörende Wirkung auf das Zink durch Feuchtigkeit noch begünstigt wurde. Da dieses Salzverhältnis in anderen Ziegelarten noch ungünstiger ist, tut man gut daran, überall dort, wo Zinkplatten direkt auf dem Mauerwerk aufliegen, eine Zwischenlage aus Filz oder einem anderen Material vorzusehen, um den Angriff der Salze auf das Zink zu verhindern.
Ebenso wird Zink durch aus Schornsteinen herabfallende Ruß- und Kohlenteilchen sowie durch frischen Kalk-, Gips- und Zementputz leicht zerstört.
Zinknägel dienen zur Befestigung von Schieferplatten auf der Lattung oder Schalung, ebenso zum Befestigen der Zinkplatten selbst.
Zinkdraht wird für Metallgeflechte, Drahtzäune usw. verwendet; er ist günstiger als Eisendraht, lässt sich gut löten und oxidiert nicht so schnell.
Vielfach wird Zink auch zum Verzinken von Eisen als Rostschutz eingesetzt.
In Amerika werden schon seit einiger Zeit Tapeten aus Zinkblech mit Emailleüberzug verwendet, die dauerhaft und abwaschbar sind. Die Befestigung erfolgt mit einem Spezialkitt.