Abschnitt 52

Kugel- und Mörsermühlen

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Eine von den bisher genannten Konstruktionen abweichende, sehr verbreitete und wegen ihres leichten Laufs beliebte Maschine ist die Kugelmühle. Die Maschinenfabrik Gebrüder Sachsenberg in Roßlau (Anhalt) hat 1875 die ersten Kugelmühlen konstruiert.

Die Kugelmühle besteht aus einer Doppeltrommel, die eine Anzahl Kugeln aus Hartgussstahl enthält. Diese werden beim Drehen der Trommel durcheinandergeworfen und zermalmen sowie zerreiben den aufgegebenen Rohstoff. Der Belag des inneren Trommelumfangs besteht aus starken, rostartig nebeneinandergelegten Stäben, während der äußere mit einem Sieb überzogen ist. Die gesamte Maschine ist staubdicht verschlossen.

Der Rohstoff wird durch die Kugeln zerkleinert und, sobald er fein genug ist, durch die Bewegung durch die erste Umhüllung hindurchgeschleudert. Er trifft dann auf das Sieb der äußeren Trommel, durch das die feineren Teile hindurchgehen. Die gröberen Teile bleiben zurück und gelangen durch Kanäle wieder in das Innere und somit erneut in den Bereich der Kugeln.

Das feine Mehl sammelt sich im untersten Teil der Umhüllung und wird durch eine mechanische Vorrichtung, wie eine Schnecke, oder von Hand entleert.

Die Patent-Kugelmühlen von Friedr. Krupp, Grusonwerk, Magdeburg-Buckau. Die Patent-Kugelmühlen sind sehr zweckmäßige Zerkleinerungsmaschinen. Sie sind in allen Fällen zu empfehlen, in denen trockene Stoffe wie gebrannte Ziegelstücke, Schieferton, Schamotte usw. auf eine bestimmte Feinheit zerkleinert werden sollen und Wert darauf gelegt wird, dass das Mahlprodukt stets in derselben Feinheit und gleichmäßigen Beschaffenheit gewonnen wird. Die Stoffe können von beliebiger Härte sein und auch Steine usw. enthalten, ohne die Wirkung der Mühle zu beeinträchtigen.

Die Mühlen arbeiten mit kontinuierlicher Ein- und Austragung, das heißt, das Mahlgut muss fortlaufend in derselben Menge zugeführt werden, in der das fertige Mahlgut austritt. Man hat es in der Hand, durch Verwendung entsprechender Siebgewebe direkt und ohne irgendwelche Zusatzgeräte jede beliebige Feinheit herzustellen.

Als weitere Vorteile sind hervorzuheben, dass die Mühlen fast staubfrei arbeiten, leicht zu bedienen sind und eine beachtliche Leistung erbringen. In Ziegeleien sind sie unter anderem besonders dann am richtigen Platz, wenn eine Magerung fetter Tone durch Zusatz von gemahlenen Ziegelbrocken erforderlich ist, für deren Zerkleinerung sie sich hervorragend eignen.

Die und , , zeigen zwei Patent-Kugelmühlen der Firma Friedr. Krupp, Grusonwerk, Magdeburg-Buckau, für kleine Leistungen () bis hin zu größten Leistungen (). Das Werk stellt diese Maschinen in zehn verschiedenen Größen her. Die kleineren Mühlen können, falls keine andere Antriebskraft vorhanden ist, mittels Göpels betrieben werden. Das Mahlgut kann je nach Größe der Mühle in Stücken von Walnuss- bis Kinderkopfgröße aufgegeben werden.

Fig. 37: Historische Patent-Kugelmühle der Firma Friedr. Krupp, Grusonwerk, Magdeburg-Buckau für kleinere Leistungen (Fig. 37).
Fig. 38: Historische Darstellung einer großen Patent-Kugelmühle der Firma Friedr. Krupp, Grusonwerk aus Magdeburg-Buckau (Fig. 38) für hohe Leistungen.

Tafel taf-6 (noch nicht verfügbar)

Taf. 6. Fig. 35–44. Verschiedene Maschinen zur Zerkleinerung und Ziegelformung.

, , zeigt die Konstruktion einer Kugelmühle der Spezialfabrik für Ziegeleimaschinen E. Fritsch & Co., Maschinenbau-Kom.-Ges. in Halle a. S. Mit diesen Kugelmühlen können Rohstoffe jedes, selbst des höchsten Härtegrades vermahlen werden; dabei lässt sich jeder gewünschte Feinheitsgrad des Mahlguts erreichen.

Fig. 39: Technische Zeichnung (Querschnitt und Längsschnitt) einer Kugelmühle der Firma E. Fritsch & Co.

Kugelmühlen mit kontinuierlicher Ein- und Austragung werden von der Maschinenbau-Anstalt Humboldt in Kalk bei Köln am Rhein in einer neuen, verbesserten Konstruktion hergestellt. Insbesondere wurden auch die Siebe verbessert, um eine größere Leistung der Mühle zu erzielen. Vorteilhaft wirkt zudem die besondere Anordnung der Kanäle, die das grobe Material in das Innere der Mahltrommel zurückführen.

h) Mörsermühlen.

Ein weiteres Zerkleinerungsgerät ist die Mörsermühle, die von der Märkischen Maschinenfabrik in Wetter an der Ruhr gebaut wird. Die Mörsermühle verrichtet mechanisch dieselbe Arbeit, die eine von Hand bewegte Keule in einem Mörser ausführt. Die Keule wird mittels Exzenters und Zahnradübersetzung in Schwingung versetzt, während ihr unteres Ende auf einem beweglichen Zapfen sitzt. Bei ihrer Bewegung entfernt sich die Keule abwechselnd von der Mörserwand und nähert sich ihr wieder, wodurch sie die dazwischen befindlichen Tonmassen zerdrückt und zerreißt. Im Boden des Mörsers befindet sich eine Öffnung, durch die das Mahlgut herausfällt. Durch die Form der Reibkeule und des Mörsers lässt sich die Feinheit des Mahlguts bestimmen. Die Mörsermühle ersetzt Steinbrecher und Walzwerk; ihr Kraftbedarf ist im Verhältnis zur Leistung gering und die Bedienung einfach. Allerdings ist der Verschleiß von Keule und Mörser recht erheblich.

i) Glockenmühlen der Maschinenbau-Anstalt Humboldt in Kalk bei Köln am Rhein

zeigt eine solche Glockenmühle mit der von der genannten Firma eingeführten, besonderen inneren Einrichtung zum Mahlen von Ton, Gips, Kreide, Kohle, Koks etc. Von diesen Glockenmühlen werden drei Größen hergestellt, die eine Korngröße von 2 bis 4 mm und darunter liefern. Die inneren gezahnten und beweglichen Scheiben sowie die feststehenden Ringe bestehen aus Hartguss und sind leicht auswechselbar. Wenn das Mahlprodukt besonders fein sein soll, werden die unteren Ringe und Scheiben aus Stahl gefertigt und ausgebohrt bzw. abgedreht.

Fig. 40: Historische Grafik einer Glockenmühle (Fig. 40) zur Zerkleinerung von Rohstoffen wie Ton, Gips und Kreide.

Datenansicht

Historische Patent-Kugelmühle der Firma Friedr. Krupp, Grusonwerk, Magdeburg-Buckau für kleinere Leistungen (Fig. 37).

Fig. 37

Historische Patent-Kugelmühle der Firma Friedr. Krupp, Grusonwerk, Magdeburg-Buckau für kleinere Leistungen (Fig. 37).

Historische Darstellung einer großen Patent-Kugelmühle der Firma Friedr. Krupp, Grusonwerk aus Magdeburg-Buckau (Fig. 38) für hohe Leistungen.

Fig. 38

Historische Darstellung einer großen Patent-Kugelmühle der Firma Friedr. Krupp, Grusonwerk aus Magdeburg-Buckau (Fig. 38) für hohe Leistungen.

Technische Zeichnung (Querschnitt und Längsschnitt) einer Kugelmühle der Firma E. Fritsch & Co.

Fig. 39

Technische Zeichnung (Querschnitt und Längsschnitt) einer Kugelmühle der Firma E. Fritsch & Co.

Historische Grafik einer Glockenmühle (Fig. 40) zur Zerkleinerung von Rohstoffen wie Ton, Gips und Kreide.

Fig. 40

Historische Grafik einer Glockenmühle (Fig. 40) zur Zerkleinerung von Rohstoffen wie Ton, Gips und Kreide.