Künstlicher Asphalt dient entweder als Stampfasphalt oder für Nachahmungen von Asphaltmastix und Goudron. Für Asphaltmastix-Nachahmungen und künstlichen Goudron werden vielfach Steinkohlen- und Braunkohlenpech verwendet, was als Fälschung zu bezeichnen ist, zumal wenn die Formen der Asphaltmastixbrote von Gruben guten Rufs nachgeahmt werden. Weniger bedenklich sind die dem spröden Trinidad-Asphalt zugesetzten dickflüssigen Destillationsrückstände von Paraffin-, Petroleum- und Schieferöl-Destillationen. Schlimmer ist es dagegen, wenn auch der Asphalt durch andere Stoffe wie Harz, Pech (Holzpech, Torfpech, Steinkohlenpech, Braunkohlenpech), Kolophoniumrückstände usw. ersetzt wird. Es fehlt diesen Stoffen die nötige Elastizität und Festigkeit gegen Stoß, die dem natürlichen Asphalt eigen ist, sowie auch die Eigenschaft, sich erst bei hohen Temperaturen zu verflüchtigen, weshalb damit noch nie gute Resultate erzielt worden sind.
Prüfung des Asphalts auf Verfälschung.
Bei einiger Übung erkennt man das gute Bitumen am Geruch der erwärmten Masse, und man hält sich zweckmäßig Proben reinen Bitumens zum Vergleich mit dem zu prüfenden Asphalt bereit. Für rein künstliche Asphalte ist der charakteristische Teergeruch verräterisch; anders verhält es sich mit den Gemischen. Sicherer ist es, die Beschaffenheit des Bitumens durch chemische Versuche festzustellen. (Vgl. Jeep, Der Asphalt und seine Verwendung in der Technik. 2. Auflage. Leipzig 1899. Bernh. Friedr. Voigt. S. 23 und 34 bis 44).