Zu den mineralischen Kitten gehören vor allem die Mörtel , die bereits zuvor besprochen wurden. Zum Zusammenkitten von Sand- oder Kalkstein wird vielfach Schwefel verwendet (unter Zusatz von Steinmehl). Dies ist jedoch nur als Notbehelf anzusehen. Auch Terrakotta kittet man auf diese Weise unter Zugabe von Ziegelmehl. Steinkitte aus Kalk und Wasserglas bewähren sich gut (siehe oben unter „Wasserglaskitte“).
Kitt für Sandsteine. Laut der „Deutschen Chemiker-Zeitung“ werden 1 Teil Schwefel und 1 Teil Harz jeweils für sich geschmolzen, die flüssigen Massen zusammengemischt und anschließend 3 Teile Bleiglätte sowie 2 Teile gemahlenes Glas eingerührt. Die beiden Letztgenannten müssen vollkommen trocken, fein gepulvert und miteinander vermischt sein.
Einen ebenso guten Kitt erhält man, wenn man 1 Teil Schwefel, 1 Teil Pech und $1/10$ Teil Wachs zusammenschmilzt und mit 2 Teilen Ziegelmehl versetzt.
Die Steine, die man kitten will oder in deren Fugen man den Kitt zu gießen beabsichtigt, müssen vollkommen trocken sein. Am besten erwärmt man sie leicht und streicht die Kontaktflächen vorab ein- bis zweimal mit Ölfirnis ein. Die genannten Kitte sind besonders dort von Wert, wo die Steine stark der Sonnenhitze, Kälte, dem Regen oder Schnee ausgesetzt sind, und liefern hier bessere Ergebnisse als Zementkitte.
Meyers Steinkitt aus der Meyers Steinkittfabrik in Freiburg im Breisgau eignet sich zum Nachbilden und Ausbessern von Marmor, Granit, Kalk- und Sandstein, zum Ausfugen und Kitten von Fassaden, Treppen usw. sowie zur Herstellung von Mosaiken.
(Nöthling, Baustofflehre. 19)
Der Steinkitt von Fritz Schmidt in Freiburg in Baden eignet sich besonders für eilige Fälle, wie sie beim Auf- und Abladen oder Versetzen von Natursteinen (Hausteinen) jederzeit vorkommen. Beim Kitten schreitet der Versteinerungsprozess so rasch voran, dass das reparierte Stück bereits nach einer Stunde weiterbearbeitet werden kann. Dabei ist es unerheblich, ob der Stein feucht oder trocken, warm oder kalt ist.