Abschnitt 93

Prüfung des Holzes

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Die Technische Gesellschaft in Göteborg, Schweden, veranlasste Materialprüfungen, darunter auch Holzprüfungen, über die interessante Ergebnisse vorliegen. Das Holz der Kiefer wird mit jedem Meter Höhe über dem Erdboden um etwa $1\frac{1}{2}$ Prozent schwächer, während Fichtenholz fast über die gesamte Stammlänge hinweg gleich stark bleibt. Die Festigkeit des Holzes steht durchschnittlich im Verhältnis zum spezifischen Gewicht. Bezüglich des Alterseinflusses fand man heraus, dass sich die Festigkeit der Fichte mit den Jahren steigert, während Kiefernholz eine vom Alter weitgehend unabhängige, gleichbleibende Festigkeit zeigt. Hinsichtlich der Himmelsrichtung wiesen sowohl Kiefern- als auch Fichtenproben darauf hin, dass die nach Norden ausgerichtete Stammseite das festeste Holz liefert. Während jedoch die Nordseite der Fichte eine größere radiale Entwicklung (breitere Jahresringe) als die Südseite zeigt, ist das Verhältnis bei der Kiefer umgekehrt – obgleich merkwürdigerweise auch hier das Holz der Nordseite das festeste ist. Kernholz ist um etwa 20 Prozent schwächer als das Außenholz. Bei den Biegeprüfungen kam man zu einem theoretisch bemerkenswerten Ergebnis: Ein Balken erträgt die größte Belastung, wenn er mit der Kernseite nach oben und dem Außenholz nach unten eingebaut wird. Dies war in der Praxis zwar schon länger bekannt, doch die Prüfungen bestätigten, dass die damalige Biegungstheorie unvollständig war.

Um festzustellen, ob ein Balken trocken und für den Bau geeignet ist, hält man das Ohr an das eine Ende des Balkens und lässt jemanden an das andere Ende mit einem Schlüssel klopfen. Ist das Holz gesund, wird der Schlag deutlich und klar übertragen.

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